Das Ziel der Arbeit ist es, ein ganzheitliches Konzept zu erstellen, dass Frauen dazu empowert mit Männern auf Augenhöhe zu netzwerken, um somit konkurrenzfähiger zu werden. Frauen sollen gezielt beim Erlernen von Netzwerken als Tätigkeit sowie beim Aufbau und Erhalt von förderlichen Netzwerken unterstützt werden, um eine der Barrieren beim Aufstieg in Führungspositionen zu minimieren.
Das Konzept soll unter Einsatz theoretischer Ansätze der Netzwerkforschung und in Studien dargelegten Problemen von Frauen bei Netzwerken entwickelt werden. Die Legitimation für Unternehmen, sich mit der Thematik Frauen und Netzwerken auseinanderzusetzen und Konzepte umzusetzen, erfolgt über die ökonomische / wirtschaftliche Perspektive. Ungenutztes Humankapital stellt gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel und dem damit verbundenen Mangel an qualifiziertem Personal eine Verschwendung dar. Im Jahr 2018 lag die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu ihrem Anteil an der Bevölkerung bei 46,6 %. Demnach müssen Unternehmen aus der weiblichen Workforce einen angemessenen Nutzen ziehen und durch Förderung diesen nutzbar machen. Hierzu zählt auch der Aspekt, Frauen bei der Karriereentwicklung zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Abgrenzung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionsannäherung Netzwerke & Netzwerken
2.2 Bedeutung, Funktion und Nutzen von Netzwerken
2.3 Geschlechtliche Unterschiede beim Netzwerken und Gründe für die besonderen Herausforderung für Frauen beim Netzwerken
3. Konzepterarbeitung
3.1 Benötigte Rahmenbedingungen & grundlegende Maßnahmen
3.2 Maßnahmen zur Zielerreichung – Beschreibung und Begründung der gewählten Strategien
4. Implementierung
4.1 Inhaltliche Implementierung
4.2 Zeitlicher Implementierungsplan
4.3 Umgang mit Promotern und Opponenten
4.4 Erfolgsmessung der Maßnahmen
5. Kritische Diskussion
5.1 Reflektion der Vorgehensweise - Passung des Konzeptes
5.2 Entwicklung von Alternativen und Integration weiterer Parameter
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines ganzheitlichen Konzeptes, das Frauen dazu befähigt, durch den gezielten Aufbau und Erhalt beruflicher Netzwerke ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und Barrieren beim Aufstieg in Führungspositionen zu minimieren. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, wie Unternehmen Frauen bei diesem Prozess durch strategische Maßnahmen unterstützen können, ohne dabei exklusive oder diskriminierende Strukturen zu fördern.
- Netzwerktheorien und die funktionale Bedeutung beruflicher Netzwerke.
- Analyse geschlechtsspezifischer Herausforderungen beim Netzwerken in männlich geprägten Unternehmenskulturen.
- Entwicklung stufenweiser Implementierungsstrategien für Unternehmen (kurz-, mittel- und langfristig).
- Die Bedeutung von Mentoring-Programmen und firmenübergreifender Kooperation.
- Notwendigkeit einer ganzheitlichen Organisationsentwicklung und der Einbindung des Managements.
Auszug aus dem Buch
2.2 Bedeutung, Funktion und Nutzen von Netzwerken
Netzwerken wird in dem dargestellten Zusammenhang als die Koalitionsbildung zum Zweck der persönlichen Zielerreichung verstanden und schließt sowohl den Aufbau und die Pflege von persönlichen und beruflichen Kontakten ein. Demnach lassen sich Netzwerke vereinfacht als „ein Geflecht von sozialen Beziehungen“ beschreiben, denen ein ökonomischer Aspekt angehört (Jansen & Wald, 2007, S. 188). Netzwerke basieren auf gegenseitigen Beziehungen und Reziprozität, um eine Funktion zu erfüllen (z.B. Erhalt von Feedback, Rückhalt und Zugang zu Informationen, Kommunikation und Ressourcen). Akteure haben demnach gemeinsame Interessenslagen, was wiederum die Identifikation fördert und einen Machtaspekt beinhaltet (durch beschränkten Zugang zu beispielsweise Informationen, Ressourcen und Kontakten). Das soziale Kapital der einzelnen Akteure wird innerhalb des Netzwerkes geteilt und kann individuell zur Zielerreichung genutzt werden. Es werde dabei zwischen formalen und informalen Netzwerken unterschieden. Formale Netzwerke, wie etwa task forces, werden durch organisationale Strukturen geprägt. Informale Netzwerke beschränken sich nicht auf den Inhalt der Arbeit und sind von zwischenmenschlicher Sympathie und privaten Verbindungen geprägt (Ibarra, 1993, S. 58). Demnach ist Netzwerken immer etwas was „getan“ wird, d.h. sie erfordern Arbeit, Zeit und Wissen (Ibarra & Hunter, 2007). Die Qualität und die Effektivität von Netzwerken werden durch die Qualität und die Frequenz der Kontaktaufnahme bestimmt.
Wesentlich für die Notwendigkeit dieser Netzwerke sind die informellen Beziehungsstrukturen in Organisationen, die durch die Individualität der einzelnen Akteure, durch Informations- und Ressourcenverbünde, sowie Allianzen und die Bildung von Koalitionen entstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die bestehende geschlechtsspezifische Asymmetrie im Management und definiert den Rahmen der Arbeit, wobei der Fokus auf formale Netzwerke als karriereförderndes Instrument gelegt wird.
2. Theoretische Grundlagen: Erläutert netzwerktheoretische Ansätze und analysiert die spezifischen strukturellen und kulturellen Barrieren, die Frauen beim Netzwerken in männlich dominierten Umgebungen entgegenstehen.
3. Konzepterarbeitung: Stellt praxisorientierte Maßnahmen vor, gegliedert in kurz-, mittel- und langfristige Strategien, um Frauen beim Aufbau von Netzwerken innerhalb von Unternehmen systematisch zu unterstützen.
4. Implementierung: Beschreibt den Prozess der Umsetzung in ein Unternehmen, inklusive Meilensteinplanung, Umgang mit Widerständen sowie Methoden der Erfolgsmessung.
5. Kritische Diskussion: Reflektiert die Grenzen des vorgestellten Konzeptes und betont die Notwendigkeit einer Einbettung in eine umfassende Unternehmensstrategie unter Berücksichtigung weiterer Faktoren wie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Schlüsselwörter
Women Empowerment, Netzwerken, Netzwerktheorien, Karriereentwicklung, Frauenförderung, Unternehmenskultur, Mentoring, Führungspositionen, Genderaspekte, Organisationsentwicklung, Geschlechterrollen, Mikropolitik, Beziehungsmanagement, Diversity Management, Humankapital
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Unterstützung von Frauen in Unternehmen bei der Etablierung förderlicher beruflicher Netzwerke, um deren Aufstiegschancen in Führungspositionen zu erhöhen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen von Netzwerken, die Analyse von geschlechtsspezifischen Barrieren sowie die operative Implementierung von Fördermaßnahmen in Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Erstellung eines ganzheitlichen Konzeptes, das Unternehmen ermöglicht, Frauen beim Netzwerken gezielt zu empowern und somit eine höhere Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche sowie theoretische Ansätze aus der Netzwerkforschung, Organisationslehre und Wirtschaftspsychologie zur Konzeptentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen konkrete Maßnahmen wie Mentoring-Programme, Sensibilisierungsmaßnahmen und Strategien zur Organisationskultur entwickelt und ihre Implementierung beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Women Empowerment, berufliche Netzwerke, Frauenförderung, Unternehmenskultur, Mentoring und Geschlechterrollen.
Wie unterscheidet sich die Netzwerksituation von Frauen von der von Männern laut dieser Arbeit?
Frauen sind laut der Untersuchung weniger in informelle Männerbünde integriert, sehen sich häufiger mit Stereotypen konfrontiert und müssen zusätzlich oft eine Doppelbelastung zwischen Familie und Beruf bewältigen.
Warum spielt die Unternehmenskultur eine so große Rolle im Konzept?
Die Unternehmenskultur bildet die Basis für alle Handlungen; ohne einen echten Kulturwandel bleiben Fördermaßnahmen oft nur isolierte Sonderthemen ohne langfristige Wirkung.
Welche Rolle spielt "Männerförderung" im vorliegenden Konzept?
Sie dient dazu, Ängste vor Machtverlust abzubauen, Stigmata gegenüber Frauenförderprogrammen zu minimieren und Männer aktiv als Mentoren in den Veränderungsprozess zu integrieren.
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- Anonym (Author), 2020, Women Empowerment in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/998948