Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die Entstehung und Entwicklung eines Shitstorms zu geben. Hierbei wird auf theoretische Grundlagen und praktische Anwendungen, im Hinblick auf die Frage, wie es zu einem Shitstorm kommt, dieser sich entwickelt und welche Konsequenzen sich für betroffene Unternehmen ergeben, Bezug genommen. Es wird angenommen, dass es unterschiedliche Auslöser für Shitstorms in den Sozialen Medien gibt, diese jedoch in den meisten Fällen eine ähnliche Entwicklung verzeichnen und negative Auswirkungen auf das Unternehmen haben.
Zunächst werden die hierbei relevanten Begriffe erläutert. Es folgt eine theoretische, sowie praktische Darstellung der Entstehung und Entwicklung des Phänomens. Es wird auf die Merkmale und Ursachen eines Shitstorms eingegangen und typische Entwicklungen anhand eines Fallbeispiels deutlich gemacht. Abschließend werden theoretischen Erläuterungen in Bezug zur Fragestellung gesetzt und Entstehung und Entwicklung, sowie daraus resultierenden Konsequenzen diskutiert.
Shitstorms - eine Welle der Empörung, ein Phänomen, welches ohnehin schwer zu kontrollieren ist, wirkte in einer Zeit von Sozialen Medien nahezu unkontrollierbar. Soziale Medien haben viel verändert, unter anderem auch die Kommunikation. Nicht nur die Kommunikation zwischen den Usern hat sich gewandelt, sondern auch zwischen den Unternehmen und ihren Stakeholdern. Informationen verbreiten sich viel schneller, somit auch Meldungen über Handlungen von Unternehmen und darauffolgende Reaktionen - besonders die negativen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsabgrenzungen
2.1. Shitstorm
2.2. Soziale Medien
3. Entstehung von Shitstorms
3.1. Merkmale eines Shitstorms
3.2. Auslöser und Ursachen
3.2.1. Anlass und Initiatoren
3.2.2. Online Disinhibition Effect
4. Verbreitung und Entwicklung von Shitstorms
4.1. Typische Entwicklung am Fallbeispiel Amazon
4.2. Prävention und Umgang mit Shitstorms
4.3. Shitstorms als Marketing Instrument
4.4. Auswirkungen und Konsequenzen von Shitstorms
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Shitstorm, analysiert dessen Entstehung sowie Entwicklung in sozialen Medien und bewertet die resultierenden Konsequenzen für Unternehmen, um ein Verständnis für präventive und reaktive Handlungsweisen zu schaffen.
- Charakterisierung und Merkmale von Shitstorms
- Psychologische Faktoren (Online Disinhibition Effect)
- Prozessanalyse anhand des Amazon-Fallbeispiels
- Krisenprävention und Issue Management
- Ökonomische und reputationelle Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Online Disinhibition Effect
Der Online Disinhibition Effect (dt.: Online- Enthemmungseffekt) beschreibt, dass die Anonymität im Internet und die dort herrschende Kommunikation, besonders in den Sozialen Medien, die Hemmschwelle senkt, sich unsachlich zu äußern, andere zu beleidigen oder zu bedrohen (Suler, 2004, S. 321, eigene Übersetzung). Bezogen auf Shitstorms, ist dieser Effekt eine Erklärung dafür, warum sich diese oftmals z.B. in Hasskommentaren ausdrücken (Voggeser, Singh, & Göritz, 2018, S. 1, eigene Übersetzung). Neben individuellen Persönlichkeitsmerkmalen gibt es laut J. Suler (2004) sechs Faktoren, die den Effekt (toxic disinhibition) verstärken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass soziale Medien die Kommunikation zwischen Unternehmen und Stakeholdern beschleunigt haben und Shitstorms dadurch zu einem schwer kontrollierbaren Phänomen geworden sind.
2. Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Shitstorm“ und „Soziale Medien“ theoretisch definiert, um eine einheitliche Wissensbasis für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3. Entstehung von Shitstorms: Hier werden die Merkmale von Empörungswellen sowie die zugrunde liegenden Auslöser und psychologischen Faktoren wie der Online Disinhibition Effect erläutert.
4. Verbreitung und Entwicklung von Shitstorms: Dieses Kapitel veranschaulicht den typischen Verlauf anhand von Amazon, diskutiert präventive Strategien sowie die zweckentfremdete Nutzung als Marketinginstrument und analysiert verschiedene Schadensfolgen.
5. Schlussfolgerung: Das abschließende Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über Ursachen und Wirkmechanismen zusammen und betont, dass Shitstorms zwar schwer zu verhindern, aber in ihrer Auswirkung durch gezieltes Krisenmanagement beeinflussbar sind.
Schlüsselwörter
Shitstorm, Soziale Medien, Online Disinhibition Effect, Krisenmanagement, Reputationsschaden, Kommunikation, Stakeholder, Unternehmensimage, Digitale Kommunikation, Krisenprävention, Issue Management, Amazon Fallbeispiel, Empörungswelle, Marketinginstrument.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen des Shitstorms als Form der Unternehmenskrise, die durch soziale Medien massiv an Dynamik gewonnen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Definition des Phänomens, den psychologischen Entstehungsursachen, den typischen Entwicklungsverläufen und den Folgen für betroffene Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über Entstehung, Entwicklung und Auswirkungen von Shitstorms zu geben und aufzuzeigen, wie Unternehmen damit umgehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur und einer praxisnahen Darstellung anhand eines konkreten Fallbeispiels (Amazon).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse von Entstehungsursachen (inkl. psychologischer Aspekte), die Untersuchung von Verbreitungsmustern und die Evaluation von Präventions- und Managementmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Shitstorm, Soziale Medien, Online Disinhibition Effect, Krisenprävention und Reputationsmanagement.
Welche Rolle spielt der „Online Disinhibition Effect“ bei der Entstehung von Shitstorms?
Er fungiert als psychologische Erklärung dafür, warum die Hemmschwelle im Internet sinkt und Nutzer sich eher zu beleidigenden oder unsachlichen Kommentaren hinreißen lassen, was wiederum einen Shitstorm befeuert.
Kann ein Shitstorm aus Unternehmenssicht auch positiv genutzt werden?
Ja, manche Unternehmen setzen Shitstorms bewusst als Marketinginstrument ein, wobei jedoch das Risiko besteht, dass die inszenierte Ironie missverstanden wird und in eine echte Krise umschlägt.
Welche Konsequenzen kann ein Shitstorm für ein Unternehmen haben?
Die Auswirkungen reichen von Reputationsverlust und Legitimationsproblemen bis hin zu monetären Verlusten und direkten Behebungskosten wie beispielsweise durch Rückrufaktionen.
Was zeigt das Fallbeispiel Amazon über den Verlauf solcher Krisen?
Am Beispiel Amazon wird verdeutlicht, dass Shitstorms oft durch Berichte über Fehlverhalten ausgelöst werden, sich rasend schnell in sozialen Netzwerken verbreiten und meist eine Kombination aus kurzfristiger öffentlicher Empörung und langfristigem Imageaufwand erfordern.
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- Anonym (Autor), 2020, Shitstorms in sozialen Medien. Entstehung und Entwicklung von Shitstorms, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999692