Kreativitätstechniken zur Steigerung der Innovationsfähigkeit von Mitarbeitern. Kreativität und Kreativitätsbereiche


Studienarbeit, 2019

23 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Vorstellung des Unternehmens
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Inhaltliche Abgrenzung

2. Kreativität

3. Kreativitätsbereiche
3.1 Die kreative Person
3.2 Der kreative Prozess
3.3 Das kreative Produkt
3.4 Das kreative Umfeld

4. Kreativitätstechniken
4.1 Intuitiv-kreative Methoden
4.2 Systematisch-analytische Methoden

5. Zusammenfassung und Fazit

Anlage: Osborne Checkliste

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

AG Aktiengesellschaft

bspw. beispielsweise

bzw. beziehungsweise

ca. circa

ggf. gegebenenfalls

EEG Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien

QS Qualitätssicherung

MUSTER MUSTER Ingenieur-AG

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Kreativitätsbereiche

Abb. 2: Der kreative Prozess in fünf Phasen

Abb. 3: Subjektive Faktoren des kreativen Produktes

Abb. 4: Methoden der Kreativitätstechniken

Tabellenverzeichnis

Tab. A1: Osborne Checkliste

1. Einleitung

1.1 Vorstellung des Unternehmens

Die MUSTER Ingenieur-AG mit Ihrem Hauptsitz in Köln und weiteren sieben Standorten im Bundesgebiet Deutschland zählt zu den führenden Ingenieurbüros der technischen Gebäudeausrüstung und des Gebäudemanagements. Deutschlandweit sind rund 230 Mitarbeiter, welche sich aus Ingenieuren, Technikern, technischen Zeichnern und einem kaufmännischen Team zusammensetzen, für die MUSTER Ingenieur-AG tätig.

Im Januar 2010 wurde am Standort Köln das „MUSTER Innovationszentrum“ mit insgesamt acht Mitarbeitern gegründet. Das Aufgabengebiet umfasst im speziellen die Planung, Entwicklung und Umsetzung neuer technisch intelligenter Gebäudekonzepte zur Werterhaltung einer Immobilie und zur umweltschonenden Energieausschöpfung. Betrachtet wird daher das Gebäude als Gesamtsystem, um ein Optimum zwischen Ökonomie, Ökologie und Gestaltung zu ermöglichen.

Die Innovationsabteilung der MUSTER Ingenieur-AG verfolgt Ihren Leitsatz „Global Denken – Lokal Handeln“1.

1.2 Problemstellung und Zielsetzung

Aufgrund von immer schnelleren Änderungen und Vorschriften im Bereich des Energiesektors, bspw. ausgelöst durch den Atomausstieg oder durch das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG), welches sich im speziellen mit der Nutzung von regenerativen Energiequellen bei der Wärmeerzeugung sowie der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz befasst, müssen die sich auftuenden neuen Märkte früh genug erkannt werden und sich daraus resultierende Chancen zum Nutzen gemacht werden.

Seit der Gründung des Innovationszentrums der MUSTER Ingenieur-AG ist zu beobachten, dass die Ideenfindung und Innovationsfähigkeit für neue umweltschonenden Gebäudekonzepten eher zufällig, als durch einen gezielten Kreativitätsprozess, der durch Kreativitätstechniken ausgelöst wird, stattfindet. Die Kreativität im Team des Innovationszentrums soll zukünftig durch den Einsatz von Kreativitätstechniken gezielt gefördert werden. Dadurch sollen neues Wissen und zukunftsweisende Strategien für neue Projekte entwickeln werden, um so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Mit dem Praxisprojekt soll untersucht werden, welche Kreativitätstechniken sich für den Einsatz bei der MUSTER Ingenieur-AG eignen. Um einen optimalen Praxisbezug herzustellen, sowie eine Überprüfung der Umsetzbarkeit zu erzielen, werden die in Kapitel 4.1 und 4.2 ausgewählten Kreativitätstechniken in Form von Workshops auf aktuelle Problem- und Fragestellungen in Projekten angewandt. Auf Basis deren Erkenntnisse werden Vor- und Nachteile zu den einzelnen Kreativitätstechniken aufgelistet.

Bei der Untersuchung liegt der Focus auf der problemlösenden Kreativität. Hierbei handelt es sich um eine im Unternehmen realisierbare Form, welche auf unternehmerische Ziele gerichtet ist und von jedem Mitarbeiter zu realisieren ist. Durch die problemlösende Kreativität werden Lösungsansätze geschaffen, aus denen Ideen und Innovationen erzeugt werden2.

1.3 Inhaltliche Abgrenzung

Nicht Ziel der Arbeit sind Untersuchungen im Bereich der ästhetischen Kreativität, welche dem Selbstzweck dient und zu Kunstwerken führt. Hierbei werden speziell Künstler und Schriftsteller angesprochen3.

2. Kreativität

Die Wurzel des deutschen Wortes Kreativität stammt vom lateinische Wort „creatio“, bzw. „creare“ und bedeutet so viel wie „etwas neues schöpfen, etwas neues erzeugen“4. Im Duden ist mit dem Begriff der Kreativität die schöpferische Kraft, bzw. das kreative Vermögen gemeint5.

Aufgrund einer Vielzahl von Vorschlägen lässt sich der Begriff Kreativität nur schwer definieren. Nachfolgend sind einige Definitionen aufgeführt.

„Kreativität, verstanden als die Fähigkeit, flexibel auf neuartige Herausforderungen zu reagieren, Chancen zu ergreifen, den Wandel als Chance zu verstehen und Ihn zu nutzen und dann spontan neue Lösungssätze hervorzubringen6.“

„Kreativität ist eine Form von geistiger Aktivität, ein Erkenntnisvorgang, der in den Köpfen einiger außergewöhnlicher Menschen stattfindet7.“

„Kreativität hat immer mit innovativen Ideen zu tun, die sich oft aus der Neukombination von bereits vorhandenem und neuem Wissen zusammensetzten. Kreativität ist nicht statisch, sondern dynamisch, da durch Sie Ideen entwickelt werden8.“

„Kreativität ist die Fähigkeit des Menschen, Denkergebnisse beliebiger Art hervorzubringen, die im Wesentlichen neu sind und demjenigen, der sie hervorgebracht hat, vorher unbekannt waren9.“

Eine exakte oder einheitliche Definition ist nicht zu finden. Über 400 verschiedene Definitionen des Kreativitätsbegriffs existieren laut Simon. Er bestätigt auch die Meinung des Amerikanischen Forschers Ausubel, der Kreativität für „einen der vagsten, mehrdeutigsten und verwirrendsten Begriffe der modernen Psychologie“ hält10.

Ableitend kann gesagt werden, dass sich Kreativität nicht durch das Befolgen von vorgegebenen Gedankengängen, sondern vielmehr mit der spielerischen Freude, der gedanklichen Freiheit und innovativen Ideen auszeichnet.

3. Kreativitätsbereiche

Man unterscheidet verschieden Bereiche, durch die Kreativität zum Ausdruck kommen kann. Die nachfolgende Abbildung zeigt die wesentlichen Einflussfaktoren die eine anwendungsorientierte Kreativität bestimmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Kreativitätsbereiche11, eigene Darstellung

Die Einflussfaktoren Person, Prozess, Produkt und Umfeld (auf Englisch Press) werden auch als die 4Ps der Kreativität bezeichnet und wurden von Mel Rhodes entwickelt, um Kreativität greifbarer zu machen12.

3.1 Die kreative Person

Die kreative Leistung einer Person variiert individuell erheblich, d.h. Kreativität gilt nicht als ein einheitliches Persönlichkeitsmerkmal13. Die Merkmale der kreativen Person lassen sich nach dem Komponentenmodell der Kreativität von Theresa Amabile beschreiben. Drei Komponenten interagieren nach Amabile im Prozess des kreativen Verhaltens. Darunter fallen die Aufgabenmotivation sowie fachspezifische und kreativitätsrelevante Fähigkeiten14. Die Aufgabenmotivation bewirkt, dass der kreative Prozess überhaupt initiiert und aufrechterhalten wird. Das bedeutet, dass die Person aus sich heraus motiviert sein soll an dem Problem zu arbeiten. Zu den fachspezifischen Fähigkeiten gehören vor allem Fachwissen und spezielle technische Kenntnisse15. Wissen ist eine entscheidende Voraussetzung um lösungsorientiert tätig zu sein. Genügt das Wissen zunächst nicht, um eine Lösung zu finden, ist die Aufgabenmotivation wiederum dafür bedeutsam, inwieweit die kreative Person sich wissen aneignet, um zu neuen Lösungswegen zu gelangen16. Unter Kreativitätsrelevanten Fähigkeiten versteht man die Art der Lösungssuche. Darunter zählt neben einer förderlichen Arbeitsweise auch das Wissen über den Gebrauch von Kreativitätstechniken17.

3.2 Der kreative Prozess

Der kreative Prozess besteht aus fünf Phasen, welche aber nicht chronologisch aufeinander folgen müssen. Je nach Rahmenbedingungen oder Reichweite der Ideen, ändert sich deren Rheinfolge. Kreative Prozesse sind somit nicht exakt planbar. Durch bewusst ausgeübte Kreativitätstechniken kann der kreative Prozess unterstützt werden. Speziell in der 4. Phase (Illumination) geht es darum Kreativitätstechniken anzuwenden, um Ideen zu entwickeln. Nachfolgend sind die fünf Phasen dargestellt.18

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Der kreative Prozess in fünf Phasen19, eigene Darstellung

3.3 Das kreative Produkt

Das kreative Produkt bildet das Ende eines erfolgreichen kreativen Prozesses. Es ist somit eine kreative Leistung, welche durch eine Idee oder durch Gedanken zum Ausdruck gebracht wurde. Ein kreatives Produkt kann an den nachfolgend dargestellten subjektiven Faktoren gemessen werden20.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Subjektive Faktoren des kreativen Produktes21, eigene Darstellung

Passend für das Innovationszentrum der MUSTER Ingenieur-AG kann man bei der Beschreibung eines kreativen Produktes auf die Definition von Mc Pherson zurückgreifen. Er beschreibt ein kreatives Produkt, als ein Ergebnis, welches einen Fortschritt auf technischem oder ökonomischem Gebiet bewirkt.22

3.4 Das kreative Umfeld

Das kreative Umfeld kann sich fördernd oder hemmend auf Kreativität auswirken. Umwelten können sowohl den Menschen, als auch den Prozess oder das Produkt selbst beeinflussen. In einem Team spielen Kooperationsmöglichkeiten, Kommunikationsmöglichkeiten, Raumgestaltung, das Arbeitsklima sowie soziale Konflikte eine wesentliche Rolle bei der Lösungsfindung. Je nach Art ihrer Ausprägung können sich die zuvor genannten Punkte positiv oder negativ auf den Kreativitätsprozess auswirken.23

Eines der wichtigsten Einflussfaktoren auf die menschliche Kreativität ist der Grad der Entspanntheit und des Stresses24. Speziell im Ingenieurbüro, wo Projektabgaben und Besprechung außerhalb des Büros an der Tagesordnung stehen, sind Stresssituationen nur schwer zu vermeiden. Inwieweit sich Stress auf die jeweilige Person auswirkt, hängt von der persönlichen Veranlagung und den Erfahrungen mit bestimmten Situationen ab. Stress blockiert psychologisch die Bereiche im Gehirn, die für kreatives Denken notwendig sind, und unterbindet so das Finden einer angemessenen Lösungen für die sich ständig ändernden Probleme im Alltag des Innovationszentrums der MUSTER Ingenieur-AG25. Speziell unter Zeitdruck lässt sich keine kreative Lösung aufgrund von unüberlegten Reaktionen finden. Probleme und Aufgaben werden somit nicht nachhaltig gelöst.

[...]


1 Vgl. MUSTER Ingenieur-AG (2012), Online im Internet

2 Vgl. Hanser (2007), S. 128

3 Vgl. Berndt (2000), S. 231

4 Vgl. Neuburger (2008), S. 202

5 Vgl. Duden Begriff Kreativität (2012), Online im Internet

6 Holm-Hadulla (2007), S. 67

7 Csikszentmihalyi (2010), S. 41

8 Deutscher Manager-Verband e. V (2004), S. 91

9 Ulmann (1968), S. 68

10 Vgl. Simon (1999), S. 59

11 Vgl. Backerra, Malorny, Schwarz (2007), S.11

12 Vgl. Hornung-Prähauser, Luckmann, (2009), S. 35

13 Vgl. Bosse (2008), S.8

14 Vgl. Amabile (1996), S. 83

15 Vgl. Braumandl, Rosenstiel, Wastian, (2012), S. 264

16 Vgl. Braumandl, Rosenstiel, Wastian (2009), S. 265

17 Vgl. Peters, Pikkemaat, Weiermaier (2006), S. 142

18 Vgl. Mencke (2006), S. 28, 29

19 ebd., S. 29, 30

20 Vgl. Gründonner, Luther (1998), S. 50

21 ebd., S. 50

22 Ripke (2005), S. 41

23 Vgl. Trimmel (2003), S. 149

24 Vgl. Backerra, Malorny, Schwarz (2007), S.15

25 ebd., S.16

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Kreativitätstechniken zur Steigerung der Innovationsfähigkeit von Mitarbeitern. Kreativität und Kreativitätsbereiche
Hochschule
Europäische Fachhochschule Brühl  (EUFH)
Note
2,1
Autor
Jahr
2019
Seiten
23
Katalognummer
V999907
ISBN (eBook)
9783346392206
ISBN (Buch)
9783346392213
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Praxisprojekt, EUFH, Praxisbericht, Vorbereitung Bachelorarbeit, EUFH Brühl
Arbeit zitieren
Stefan Wolff (Autor:in), 2019, Kreativitätstechniken zur Steigerung der Innovationsfähigkeit von Mitarbeitern. Kreativität und Kreativitätsbereiche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999907

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