Asset Tracking in weltweiten Supply Chains. Möglichkeiten und Nutzen durch Traceability


Ausarbeitung, 2020

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Vorstellung des Themas
1.2 Logistik im Allgemeinen

2. Begriffsdefinitionen
2.1 AssetTracking
2.2 Supply Chain

3. Vorstellung der technischen Verfahren zur Lokalisierung
3.1 Outdoor Ortungsverfahren
3.2 Indoor Ortungsverfahren

4. Vor- und Nachteile sowie Einsatzgebiete der Outdoor und Indoor Lokalisierungsverfahren
4.1 Outdoor Lokalisierungsverfahren
4.2 Indoor Lokalisierungsverfahren

5. Auswirkungen der Tracking-and-Tracing-Verfahren auf die Supply- Chain Prozesse

6. Bewertung derAlternativen mithilfe einer Nutzwertanalyse
6.1 Die Nutzwertanalyse (Aufbau und Ablauf)
6.2 Die Bewertungskriterien der Nutzwertanalyse
6.3 Auswertung und Ergebnis der Nutzwertanalyse

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Beispielhafte Darstellung Supply Chain (Klaus 2002)

Abbildung 2 Zweidimensionale GPS-Ortung (Schüttler2014)

Abbildung 3 Barcodes (Hausladen 2016)

Abbildung 4 Aufbau eines RFID-Systems (Franke und Dangelmaier2006) 7 Abbildung 5 Auswertung der Nutzwertanalyse (Eigene Darstellung)

Abbildung 6 Grafische Darstellung der Nutzwertanalyse (Eigene Darstellung)

Abkürzungsverzeichnis

DWG Drawing

GPS Global Positioning System

GSM Global System for Mobile Communications

IT Informationstechnologie

NAVSTAR - GPS Navigational Satellite Timing and Ranging - Global Positioning System

PDF Portable Document Format

RFID Radio Frequenz Identifikation

TMS Travel Management System

UWB Ultra Wide Band

1. Einführung

1.1 Vorstellung des Themas

Die Arbeit trägt den Titel „Asset Tracking in weltweiten Supply Chains: Möglichkeiten und Nutzen durch Tracability“. Sie beschäftigt sich mit den Lokalisierungsmöglichkeiten und -verfahren, die mit fortschreitender Digitalisierung immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Dabei handelt es sich um logistische Prozesse, die durch Tracking Systeme während der gesamten, weltweiten Wertschöpfungskette überwacht werden können. Die Arbeit gibt einen Ausblick darüber, welche Verfahren zur Lokalisierung von Logistikobjekten existieren, wie diese Verfahren aus technischer Sicht funktionieren, welche Vor- bzw. Nachteile sie haben und welcher Nutzen und welche Möglichkeiten sich daraus für die Logistik ergeben.

Anhand einer Nutzwertanalyse werden die verschiedenen Lokalisierungsverfahren von Logistikobjekten untersucht und ausgewertet. Die Nutzwertanalyse hat das Ziel herauszufinden, über welche Eigenschaften die Verfahren verfügen und inwiefern sie sich voneinander unterscheiden. Sie soll somit als Instrument dienen, die Verfahren rational einander gegenüberzustellen, um am Ende feststellen zu können, welches Verfahren sich am besten für welche Art der Logistikprozesse eignet (z. B. Lager- oder Transportlogistik). Dabei soll die Nutzwertanalyse als Entscheidungshilfe dienen, um herauszufinden, ob und welches Trackingverfahren am besten für entsprechende Ansprüche geeignet ist.

1.2 Logistik im Allgemeinen

Die Logistik hat allgemein die Aufgabe, die von Unternehmen, Haushalten und Konsumenten benötigten Logistikobjekte in der richtigen Menge, am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt bereit zu stellen. Logistikobjekte sind Handelswaren, Lebensmittel, Rohstoffe oder Material, Vorprodukte, Halbfertigfabrikate und Fertigwaren, Investitionsgüter oder Konsumgüter sowie Betriebs- und Produktionsmittel. Bei Abfallstoffen handelt es sich ebenfalls um Logistikobjekte. Es gibt aber auch Logistikobjekte die besondere Sicherheit oder spezielle Maßnahmen erfordern, hierzu zählen Personen und Lebewesen. Die Quellen aus denen die Logistikobjekte von Industrieunternehmen heraus verteilt werden, können Rohstofflager, Produktionsanlagen, Halbfertigwarenlager, Werkstätten, Fabriken und Fertigwarenlager sein. Eine weitere Quelle solcher Objekte können Vorratslager, Importlager und Logistikzentren von Handelsunternehmen oder Logistikdienstleistern sein. Die Senken oder Anlieferstellen am Ende der Logistikkette sind die Filialen, Märkte und Geschäfte des Handels sowie die privaten Haushalte der Konsumenten.

Die Logistik im engeren Sinne umfasst, die Versorgung der Herstellungs-, Gewinnungs- und Erzeugungsprozesse mit den benötigten Einsatzstoffen und Teilen und dem Verteilen der daraus resultierenden Erzeugnisse. Das Entsorgen derAbfallstoffe zählt ebenfalls zur Logistik im engeren Sinne.

Als Logistik im weiteren Sinne, werden Leistungen, wie Entwicklungs-, Beschaffungs-, Produktions- und Serviceleistungen definiert. Es werden Systeme zur Erzeugung materieller und immaterieller Leistungen aufgebaut, betrieben und optimiert.

Die Logistik im weitesten Sinne umfasst auch den Ein- und Verkauf, diese beiden Ereignisse bahnen eine Logistikkette zwischen den Unternehmen und den Konsumenten an und vereinbaren den Preis sowie die Lieferbedingungen.1

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Asset Tracking

Asset Tracking bedeutet übersetzt „Nachverfolgung von Gütern“. In der Logistik stellt die Möglichkeit, Güter während des gesamten Wertschöpfungsprozess nachverfolgen zu können, einen Schlüsselfaktor dar. Mithilfe verschiedener Verfahren, lassen sich Güter und Waren während des gesamten Prozesses der Wertschöpfung rückverfolgen, so können beispielsweise Informationen zum Standort gesammelt werden oder auch detailliertere Zustandsinformationen wie z. B. Temperaturveränderungen, Feuchtigkeit oder Erschütterungen der Waren abgerufen werden2. Diese Transparenz ermöglicht es den Produzenten, jederzeit Informationen ihrer Sendungen abzufragen und sorgt damit für eine bessere Planbarkeit der Folgeprozesse. Ein optimaler Transport kann ein wichtiger Faktor für Kostensenkungen sein, die gewonnene Transparenz sorgt für schnellere Durchlaufzeiten und einen geringeren Lagerbestand, zudem spart es C02, da die Transportmittel besser ausgelastet und Leerfahrten vermieden werden.3

2.2 Supply Chain

Supply Chain bedeutet übersetzt Lieferkette, Versorgungskette oder auch Wertschöpfungskette. Die Supply Chain ist somit eine Verkettung von Prozessen die z. B. der Herstellung eines Produkts dient. Die Komponenten einer Supply Chain stehen nicht zusammenhangslos nebeneinander, sondern bilden sämtliche Prozesse z. B. einer Güterproduktion ab. Die Supply Chain beginnt bei der Anlieferung der Rohwaren, geht über die Fertigung und den Absatz bis hin zum Recyceln der daraus entstandenen Abfälle. In allen Komponenten der Prozesse sind also auch logistische Abläufe hinterlegt, so müssen die Abfälle entsorgt werden oder Waren mithilfe von LKW, Schiff oder Zug angeliefert oder ausgeliefert werden.

Es wird zwischen der unternehmensinternen Supply Chain und der unternehmungsintegrierten Supply Chain unterschieden. Die unternehmensinterne Supply Chain richtet sich auf die wertschöpfenden Prozesse innerhalb der Organisation aus, so versorgt der vorgelagerte Prozess immer den jeweils nachgelagerten, die Wertschöpfung nimmt stufenweise zu.

Bei der unternehmungsintegrierten Supply Chain liegt der Fokus, neben den unternehmensinternen Prozessen, auch auf den externen Schnittstellen, das heißt, die Wertschöpfungskette bildet ein Netzwerk ab, welches sich auch mit den „Lieferanten der Lieferanten“ und den „Kunden der Kunden“ befasst (siehe Abb. 1).4

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Beispielhafte Darstellung Supply Chain (Klaus 2002)

3. Vorstellung dertechnischen Verfahren zur Lokalisierung

3.1 Outdoor Ortungsverfahren

3.1.1 Satellitengestützte Lokalisierungsverfahren

Als Satellitengestützte Lokalisierungsverfahren bezeichnet man die Möglichkeit, die eigene Position zu einer bestimmten Zeit, mithilfe von Satelliten bestimmen zu können. Um eine Bestimmung der eigenen Position durchführen zu können, sind 24 Satelliten erforderlich, welche in etwa 24.000 km Entfernung die Erde umkreisen. Zu den derzeit für die zivile Nutzung bestimmten Satellitensystemen zählen: NAVSTAR - GPS (Navigational Satellite Timing and Ranging - Global Positioning System) oder auch nur GPS genannt, ein System des U.S. Amerikanischen Verteidigungsministeriums, welches 1995 zur zivilen Nutzung freigegeben wurde, GLONASS (Russland), BeiDou (China) sowie Galileo, das Satellitensystem der Europäischen Union.

Um beispielsweise die Position eines fahrenden LKW zu bestimmen, ist es wichtig, dass dieser ein GPS-fähiges Endgerät oder ein GPS-Modul besitzt, welches in der Lage ist GPS-Signale zu empfangen und zu verarbeiten. Die Bestimmung der Position (Ortung) erfolgt über eine permanente Ausstrahlung von codierten Funksignalen, welche den aktuellen Standort, sowie die genaue Uhrzeit des Satelliten übermitteln. Zur Übermittlung der genauen Uhrzeit sind in den Satelliten hochpräzise Atomuhren integriert. Dabei wird die Zeit gemessen, die das von den Satelliten ausgestrahlte Signal benötigt, um in der Empfängerantenne anzukommen. Das Funksignal breitet sich in Lichtgeschwindigkeit mit ca. 300.000 km pro Sekunde aus.5 Die Information zur Ausbreitungsgeschwindigkeit ist wichtig, um aus der Laufzeitmessung des Signals, die Entfernung zu den Empfangsgeräten berechnen zu können.6 Für die Standortbestimmung benötigt es mindestens drei bzw. vier Satelliten (siehe Abb. 2), der vierte Satellit dient der Zeitsynchronisation.7 Die GPS Lokalisierung kann eine Genauigkeit von bis zu unter zehn Metern erreichen.8 Mithilfe des GPS-Tracking ist es beispielsweise möglich, die betriebseigene Transportflotte zu managen. Ein Praxisbeispiel könnte ein eilig durchzuführender, kurzfristiger Transport sein.

Damit die transportierte Ware pünktlich am Einsatzort verfügbar ist, ist es hilfreich, wenn der Spediteur seine Fahrzeuge über GPS lokalisieren und ggf. umleiten kann. Ein langer, unerwarteter Stau könnte einen wichtigen Transport verzögern.9 10 11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Zweidimensionale GPS-Ortung (Schüttler 2014)

3.1.2 Lokalisierung über Netzzellenortung

Eine weitere Möglichkeit Waren und Güter auf ihrem Transportweg zu überwachen und ihren Standort abzurufen, bietet die Netzzellenortung. Es wird die Identität der momentan aktiven Funkzelle geprüft, der Standort des Sendemastes der Funkzelle ist dabei bekannt. Problem bei diesem Ortungsverfahren ist die Genauigkeit, denn diese hängt von der Ausdehnung der Funkzelle ab. Die Funkzellenverteilung unterscheidet sich gravierend, so kann z. B. im Stadtgebiet eine Ortungsgenauigkeit von 100 Metern erreicht werden, in dünner besiedelten Gebieten hingegen ist es möglich, dass der Durchmesser einer Funkzelle auf 35 Kilometer anwächst.1011 Zur Nutzung der Netzzellenortung ist die Zustimmung des Endgerätnutzers erforderlich. Die Netzzellenortung erfordert keine zusätzlichen Investitionen in Hardware- Produkte und erfolgt GSM-gestützt (Global System for Mobile Communications). Die Durchführung der Netzzellenortung kann seitens des Nutzers oder auch zentral vom Arbeitsplatz des Disponenten gestartet werden.12 Sie findet hauptsächlich Verwendung in der Lokalisierung auf den Transportwegen von Gütern.

3.2 Indoor Ortungsverfahren

3.2.1 Sensorik gestützte Lokalisierungsverfahren

Eine weitere Trackingmöglichkeit sind Sensorik-gestützte Lokalisierungsverfahren. Zu diesen Verfahren zählen solche, bei denen ein Barcode oder Radio Frequenz Identifikation (RFID)-Tag am Ladungsträger (Palette, Container etc.) angebracht sind. Man unterscheidet bei Barcodes zwischen ein- und zweidimensionalen Barcodes. Zweidimensionale Barcodes teilen sich nochmals auf in Stapel- und Matrix-Codes (siehe Abb. 3). Um die Informationen, die hinter dem Barcode abgelegt wurden, abrufen zu können, benötigt es ein Lesegerät z. B. ein Handscanner, ein handgeführter Stift oder einen fest installierten Scanner. Der Barcode kann entweder durch abtasten eines Laserstrahls oder durch Bilderfassung gelesen werden. Barcodes können inzwischen mithilfe einer kostenfreien Software generiert werden.13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Barcodes (Hausladen 2016)

Die RFID-Technik nutzt Radiowellen zur Kommunikation zwischen Datenträger (Transponder) und Lesegerät. Der Datenträger befindet sich am Logistikobjekt und besteht aus zwei Antennen, eine zum Senden und eine zum Empfangen von Daten, sowie einem Chip zur Verarbeitung der Radiosignale. Bei der Datenübertragung können kleinere Datenmengen von 1 Bit bis 30 Kilobyte (entspricht 240.000 Bit) übertragen werden.14 Die Datenträger werden unterschieden nach aktiven und passiven Datenträgern, aktive Datenträger besitzen eine eigene Energiequelle, passive hingegen werden durch Induktion mit Strom versorgt. Aktive Datenträger werden immer nur dann aktiv, wenn sie mit dem Lesegerät kommunizieren und ein Datenaustausch stattfindet. Je nach Branche und Einsatzgebiet werden entweder passive oder aktive Datenträger eingesetzt. Das Lesegerät ist nicht flexibel und steht stationär an dem Ort an dem die Identifikation stattfinden soll. Das Lesegerät ist mit Strom versorgt und in der Regel über einen Computer mit einem Netzwerk verbunden. Der Kontakt zwischen Datenträger und Lesegerät erfolgt kontaktlos (siehe Abb. 4). Ein großer Vorteil dieser Technik ist, dass die Datenübertragung ohne Sichtkontakt erfolgt, d. h. der RFID-Transponder kann in die Ware eingearbeitet werden und ist dadurch zusätzlich geschützt vor äußeren Einflüssen wie z. B. Temperaturveränderungen oder Feuchtigkeit.15 Eine Kopplung dieser RFID- Datenträger mit Sensoren ist ebenfalls möglich, hierdurch ergibt sich die Möglichkeit beispielsweise Temperaturen oder Erschütterungen der Waren nachzuverfolgen.1617

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Aufbau eines RFID-System (Franke und Dangelmaier 2006)

[...]


1 Vgl. (Gudehus 2005)

2 Vgl. (J. Kern 2018)

3 Vgl. (Gerster2019)

4 Vgl. (Werner 2013)

5 Vgl. (Schüttler2014)

6 Vgl. (AIM-De.V. 2014)

7 Vgl. (Finger2003)

8 Vgl. (Hilty, etal. 2012)

9 Vgl. (Schweikl 2019)

10 Vgl. (Hilty, etal. 2012)

11 Vgl. (AIM-De.V. 2014)

12 Vgl. (Hausladen 2016)

13 Vgl. (Kern C. , 2007)

14 Vgl. (Franke und Dangelmaier2006)

15 Vgl. (Franke und Dangelmaier2006)

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Asset Tracking in weltweiten Supply Chains. Möglichkeiten und Nutzen durch Traceability
Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Meschede
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V999926
ISBN (eBook)
9783346382481
ISBN (Buch)
9783346382498
Sprache
Deutsch
Schlagworte
GPS-Tracking, Asset Tracking, Barcode, Logistik, Supply Chain, RFID, Nutzwertanalyse
Arbeit zitieren
Yannik Hartenfels (Autor), 2020, Asset Tracking in weltweiten Supply Chains. Möglichkeiten und Nutzen durch Traceability, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/999926

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