In der wissenschaftlichen Debatte wird das Fantastische häufig über die Spannung zwischen dem Realen und dem Irrealen definiert. Zentral ist dabei die Frage, ob ein Ereignis innerhalb der Logik der erzählten Welt noch erklärbar bleibt oder ob es die Wahrnehmung der Realität fundamental infrage stellt. Theorien zur Ästhetik des Unheimlichen oder zur kognitiven Verarbeitung von Grenzerfahrungen helfen dabei, die psychologische Wirkung solcher Erzählstrukturen zu deuten. Dabei spielt auch die literarische Funktion eine Rolle, etwa wenn das Fantastische genutzt wird, um gesellschaftliche Normen oder psychische Grenzzustände zu thematisieren. Die Forschung untersucht zudem die verschiedenen Ausprägungen dieses Phänomens, die von der Märchenhaftigkeit über den Surrealismus bis hin zum modernen Horror reichen können. Ein wesentlicher Diskurspunkt ist die Abgrenzung zum rein Fantastischen im Sinne von High Fantasy, da das klassische Fantastische primär auf der Verunsicherung des Alltäglichen basiert. Methodisch werden hierbei oft strukturalistische Ansätze oder psychoanalytische Deutungsmuster angewandt, um die Mechanismen der Entfremdung zu beleuchten. Du findest dazu wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN, sofort als PDF und eBook, viele als Print-on-Demand.