In der wissenschaftlichen Betrachtung der Hexenfigur stehen oft die Funktionen der Grenzüberschreitung im Fokus. Die Figur fungiert als Projektionsfläche für Ängste vor dem Unbekannten oder für soziale Instabilitäten. Dabei wird untersucht, wie das Motiv der Hexe in unterschiedlichen Epochen und Genres – von der Volkserzählung bis hin zum zeitgenössischen Horrorfilm – transformiert wird. Forschungsfragen kreisen häufig um die Symbolik des weiblichen Körpers, die Pervertierung des Natürlichen sowie die Frage, wie durch die Stigmatisierung einer Figur moralische Ordnungssysteme innerhalb einer Erzählung legitimiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Interdisziplinarität der Forschung, die psychologische, soziologische und filmwissenschaftliche Ansätze verknüpft. So lassen sich beispielsweise die psychologischen Archetypen der Hexe nach C.G. Jung mit kulturhistorischen Diskursen über die Verfolgung von Außenseitern abgleichen. Auch die mediale Darstellung spielt eine entscheidende Rolle, da die visuelle und narrative Kodierung der Figur maßgeblich beeinflusst, wie das Publikum moralische Kategorien wie Gut und Böse wahrnimmt. Entdecke diese wissenschaftlichen Perspektiven zu der Hexenfigur bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.