Die wissenschaftliche Analyse des INF-Vertrags bewegt sich häufig im Spannungsfeld zwischen verschiedenen theoretischen Paradigmen der internationalen Politik. Während neorealistische Ansätze den Zerfall des Abkommens primär durch die Verschiebung von Machtverhältnissen und das Streben nach nationaler Sicherheit erklären, rücken konstruktivistische Perspektiven die Bedeutung von Normen, Vertrauen und der Identität der beteiligten Akteure in den Fokus. Dabei wird untersucht, wie völkerrechtliche Verpflichtungen unter dem Druck geopolitischer Verschiebungen an Bindungskraft verlieren können. Neben den theoretischen Erklärungsmodellen befasst sich die Forschung intensiv mit den praktischen Herausforderungen der Rüstungskontrolle in Zeiten neuer technologischer Entwicklungen und multipolarer Konstellationen. Es stellt sich die Frage, inwieweit bilaterale Verträge in einer Ära zunehmender technologischer Disruption und sich wandelnder Sicherheitsarchitekturen noch wirksam sein können. Angrenzende Disziplinen wie die Geschichte des Kalten Krieges oder die strategische Studienforschung tragen dazu bei, die langfristigen Auswirkungen des Vertragszerfalls auf die globale Sicherheitsordnung zu bewerten. Du findest zu diesem Thema wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.