Ein zentraler Schwerpunkt der wissenschaftlichen Auseinandersetzung liegt auf der Frage der Rechtswahl und der Frage, welches nationale Recht auf eine Gesellschaft anzuwenden ist, wenn diese über Staatsgrenzen hinweg agiert. Hierbei spielen insbesondere die Prinzipien der Sitztheorie und die Theorie der Gründungstheorie eine entscheidende Rolle für die Bestimmung der rechtlichen Identität eines Unternehmens. Die Debatte wird maßgeblich durch die Rechtsprechung internationaler Gerichtshöfe geprägt, die versuchen, ein Gleichgewicht zwischen der unternehmerischen Freiheit und dem Schutz von Gläubigern sowie dem staatlichen Interesse an der Besteuerung und Regulierung zu finden. Neben der rein rechtlichen Dimension umfasst das Feld auch wirtschaftspolitische Aspekte, wie etwa die Auswirkungen von Standortentscheidungen auf das internationale Steuerrecht und die Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaftsräumen. Die Forschung untersucht zudem, wie die zunehmende Digitalisierung und die Entmaterialisierung von Unternehmen die klassischen Konzepte der physischen Unternehmenssitzhaftigkeit herausfordern. Angrenzende Disziplinen wie das Internationale Privatrecht und das internationale Steuerrecht sind dabei essenziell, um die komplexen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Rechtsordnungen zu verstehen. Du findest zu diesem Themenkomplex wissenschaftliche Arbeiten bei GRIN als PDF und eBook, viele davon auch als Print-on-Demand.