Inhalt 2
INHALT
EINLEITUNG. 3
1. DER CHAT ALS KOMMUNIKATIONSINSTANZ. 4
1.1 Kommunikation im multimedialen Zeitalter. 4
1.2 Chatten - Kommunikation in „Echtzeit“ 4
1.3 Chat-Formen. 5
1.4 Chatspezifische Kommunikationsmerkmale. 6
1.4.1. Synchronität. 6
1.4.2. Interaktivität. 6
1.4.3. Schnelligkeit und Flüchtigkeit. 6
1.4.4. Anonymität. 7
1.4.5. Fehlen non-verbaler Merkmale. 7
1.4.6. Verbindlichkeit und Unverbindlichkeit. 8
2. DER CHAT ALS INSTRUMENT DER PARTNERSUCHE. 9
2.1 Virtuelle Welt und echte Liebe? 9
2.2 Von der Theorie zur Empirie - über die Praxis. 10
2.2.1. Brym/Lenton, Februar 2001. 11
2.2.2. Eberle, Februar 2003. 11
2.2.3. TNS Emnid, Februar 2003. 11
2.2.4. Innofakt, Oktober 2003. 12
2.2.5. Bühler-Ilieva, September 2004. 12
2.2.6. Parship, Februar 2005. 13
2.2.7. University of Bath, Februar 2005. 13
2.2.8. Parship.ch, Juli 2005. 13
2.3 Partnersuche im Chat - eine Stärken-/Schwächenbetrachtung. 14
2.3.1. Synchronität und Interaktivität. 14
2.3.2. Anonymität und Unverbindlichkeit. 14
2.3.3. Fehlen non-verbaler Merkmale. 15
2.3.4. Schnelligkeit und Flüchtigkeit. 16
2.3.5. Identitäts- und Beziehungsverlust. 16
3. FAZIT. 17
QUELLEN 18
Einleitung 3
EINLEITUNG
Das Internet hat die moderne Gesellschaft verändert - daran besteht kein Zweifel. Die globale Vernetzung hat nahezu alle Lebensbereiche beeinflusst, sei es auf professioneller oder privater Ebene. So erscheint es kaum verwunderlich, dass der Cyberspace auch bei der Partnersuche offenbar immer mehr Bedeutung erlangt. Erfahrungsberichte von Paaren, deren Beziehung im Internet ihren Ausgangspunkt genommen hat, sind auf einschlägigen Websites, aber auch in Freundeskreisen und den Medien längst keine Seltenheit mehr. Die Nutzer kommunikativer Angebote im Internet sehen - im Gegensatz zu jenen, die solche Dienste nicht in Anspruch nehmen - das Internet häufig als das Medium der Zukunft für die Partnersuche. Konventionelle Partnervermittlungen dagegen klagen über rückläufige Umsätze.
Besondere Bedeutung in der modernen Partnersuche wird dem Online-Chat zugesprochen, da er aufgrund spezifischer kommunikativer Merkmale für die Kontaktaufnahme in der virtuellen Welt als besonders geeignet erscheint. Dennoch wird dieser Form der Partnersuche auf-grund derselben Faktoren noch immer häufig mit Skepsis, Zweifeln oder Ablehnung begegnet. Welche Faktoren sind das, und inwiefern qualifizieren oder disqualifizieren sie den Chat für diesen kommunikativen Zweck? Welche Rolle spielt der Chat in der modernen Partnersuche tatsächlich, und welches Potenzial ergibt sich möglicherweise daraus?
Diesen Fragen geht die vorliegende Arbeit nach. Dazu bietet der erste Teil einen einführenden Überblick in die funktionellen Abläufe und konstitutiven Merkmale des Chat als Kommunikationsinstanz.
Im zweiten Teil werden zunächst die besonderen Mechanismen der Beziehungsentwicklung im Internet erläutert. Dieser theoretischen Annäherung wird ein Überblick über die empirischen Befunde verschiedener jünger Studien nachgestellt.
Auf der Grundlage der allgemeinen Funktionsweisen des Chat und der empirischen Befunde wird abschließend in Form einer Stärken-/Schwächenbetrachtung der Versuch einer kommu- nikativen Verortung des Chat als Instrument der Partnersuche unternommen.
1. Der Chat als Kommunikationsinstanz 4
1. DER CHAT ALS KOMMUNIKATIONSINSTANZ
1.1 Kommunikation im multimedialen Zeitalter
Psychologen untersuchen Phänomene der Selbstdarstellung, Identitätssuche und Konstruktion von Wirklichkeit. Die Sprachwissenschaft erfasst Eigenheiten des so genannten „Cyberslang“ und dessen linguistische Auswirkungen, während Betriebswissenschaftler sich dieser Kom-munikationsform mit marketing- und erfolgsstrategischem Interesse zuwenden. Pädagogen sorgen sich um die Folgen der Online-Nutzung für die Entwicklung der Jugend, und den größten Herausforderungen sehen sich die Kommunikationswissenschaftler als Vertreter einer Querschnittsdisziplin gegenüber. 1
1.2 Chatten - Kommunikation in „Echtzeit“
Der Begriff „Chat“ ist aus dem Englischen übernommen worden und kann mit „Plausch, Schwätzchen“ übersetzt werden. Im Deutschen wird der Begriff vornehmlich im Zusammenhang mit internet-basierter Kommunikation verwendet. Computervermittelte Kommunikation kann asynchron, d. h. zeitversetzt, oder synchron konzipiert sein. Der Chat kann der synchronen Kommunikation zugeordnet werden, da hierbei zwei oder mehr Gesprächsteilnehmer „im Gegensatz zu den asynchronen, bzw. zeitversetzten Kommunikationsformen während der Kommunikationssituation präsent sind und spontan aufeinander reagieren können. […] Die geschriebenen Zeilen erscheinen auf dem Monitor der jeweiligen Empfängerseite, welche direkt eine Antwort auf die Nachricht verfassen und absenden kann.“ 2
Der Computer stellt dabei eine Vermittlungsinstanz dar, die den Austausch technisch ermöglicht. So sprechen denn auch Höflich/Gebhardt vom Computer als einem „Kontakt- und Beziehungsmedium“. 3 Als internet-basiertem Dienst liegt dem Chat das so genannte Client-Server-Prinzip zu Grunde: „Server bzw. Hosts sind Rechner, auf deren Inhalte andere Computer - die „Clients - per Internet zugreifen können.“ 4 Die Gesprächsstruktur selbst entspricht in ihren Grundzügen der einer face-to-face-Kommunikation, d. h. auf Fragen folgen Antworten. Sie kann also als direkt, wechselseitig und synchron bezeichnet werden. Der wesentliche Unterschied besteht in der Verwendung von Schriftsprache an Stelle von Sprechsprache. 5
1 vgl. Eberle 2003, S. 15 f.
2 Höflich/Gebhardt 2001, S. 27
3 Höflich/Gebhardt 2001, S. 24
4 Eberle 2003, S. 20
5 vgl. Eberle S. 28 f.
1. Der Chat als Kommunikationsinstanz 5
Die folgende Grafik verdeutlicht die grundlegende Kommunikationsstruktur beim Chatten.
1.3 Chat-Formen
Im Internet werden heute die unterschiedlichsten Chatformen angeboten, die sich beispielsweise nach Themengebieten kategorisieren lassen. Aber auch hinsichtlich der Benutzung sind erhebliche Unterschiede festzustellen. Gruppen-Chats mit freiem Zugang sind dabei ebenso anzutreffen wie „private“ - nicht öffentliche - Chats zwischen zwei oder mehr Usern, zu denen der Zutritt nur nach Einladung eines der Teilnehmer möglich ist. Mancher Chat wartet mit einem Moderator auf, der System in die zuweilen unübersichtliche Kommunikation bringen soll, oder mit Supervisor, der besondere Rechte innerhalb der Kommunikation hat (beispielsweise das Sperren eines allgemein unerwünschten oder auffällig gewordenen Users).
Die meisten Online-Dating-Plattformen und kommerziellen Partneragenturen vereinen verschiedene Chat-Formen und -Funktionen in sich. So basieren z. B. die Agenturen zumeist auf einem privaten Zweier-Channel in Kombination mit Zusatzfunktionen wie Suchmasken, persönlichem Profil oder E-mail. Chat-Varianten werden je nach der mit dem Chatten ver-bundenen Kommunikationsabsicht ausgewählt. Eine detaillierte Gegenüberstellung der gängigsten Chat-Varianten wie dem Internet Relay Chat, Web-Chats, Chat-Angeboten von Online-Diensten, ICQ, dem Microsoft Chat und dem Visual Virtual Chat hinsichtlich technischer, organisatorischer und kommunikativer Merkmale findet sich z. B. bei Andreas Eberle. 6
6 vgl. Eberle 2003, S. 41-47
Arbeit zitieren:
Doreen Herok, 2005, Der Online-Chat - die Partnerschaftsvermittlung der Zukunft? , München, GRIN Verlag GmbH
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