Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 BEGRIFFSKLÄRUNG 4
2.1 Emotionen 4
2.2 Ekel 4
2.3 Pflegeprozess 4
3 DREI EMOTIONSTHEORIEN 6
3.1 Die James-Lange Theorie 6
3.2 Die Cannon-Bard Theorie 6
3.3 Die Lazarus-Schachter Theorie 7
4 DIE ARBEIT MIT GEFÜHLEN IN DER PFLEGE 8
4.1 Die Erwartungen an das Pflegepersonal 8
4.2 Die Belastungen in der Pflege 9
4.3 Die Auswirkungen mangelnder Gefühlsarbeit und deren Gründe 10
4.4 Die Übertragbarkeit von psychotherapeutischen Beziehungsmodellen auf
4.5 Drei Ebenen der Gefühlsarbeit 13
5 FAZIT UND AUSBLICK 15
6 LITERATURVERZEICHNIS 16
QUELLEN 16
Seite 2
1 Einleitung
„Schwester Biljana kommt zur Frühschicht auf ihre Altenpflegestation. Nach der Übergabe schaut sie zunächst in alle Zimmer ihres Pflegebereiches. Im Zimmer von Frau Meier und Frau Schmidt bemerkt sie sogleich einen beißenden Geruch. Sie weiß: Frau Meier, eine Bewohnerin mit demenzieller Erkrankung hatte diese Nacht wieder Durchfall. Nachdem sie sich einen ersten Eindruck darüber verschafft hat, welche Bewohner bereits wach sind und welche heute etwas länger schlafen wollen, geht sie erneut zu Frau Meier, um die Bettwäsche und die Einlage zu wechseln. Sie berührt sie sanft am Arm: „Guten Morgen, Frau Meierli. Ich wechsle jetzt den Bettbezug und wasche Sie dann gleich auch. Ist das in Ordnung?“ Frau Meier brummelt fortwährend unflätige Worte vor sich hin, während Schwester Biljana ihre Arbeit verrichtet. „Dankeschön, Meierli, ist gut, ist gut.“ Schwester Biljana verzieht etwas das Gesicht, als sie das Ausmaß des Durchfalls erkennt. Bevor sie mit dem Waschlappen den After wäscht sagt sie: „Aufgepasst, jetzt wird es ein klein bisschen kalt“. Nach dem Waschen gibt Schwester Biljana Frau Meier mit der Schnabeltasse Tee ein. Frau Meier drückt jedoch ihre Lippen zusammen. „Wenn Sie nicht trinken, kriegen Sie eine Infusion - wissen Sie das!?“ Nach etwas Widerstand trinkt Frau Meier einige Schlückchen.“ (BÖHLE, Fritz, GLASER, Jürgen, 2006, S. 59) Nach einer kurzen Begriffsklärung in dem Kapitel zwei soll in dem dritten Kapitel auf drei verschiedene emotionstheoretische Modelle eingegangen werden. Dabei soll die Theorie von James-Lange, die Theorie von Cannon-Bard und die Theorie von Lazarus-Schachter näher betrachtet werden. Im Hauptteil, dem vierten Kapitel, dieser Arbeit geht es um das Pflegepersonal-Patienten-Verhältnis. Die Erwartungen, die an das Pflegepersonal gestellt werden und die Belastungen die daraus erfolgen, sind enorm und oft unterschätzt. Daraus resultiert bei vielen Pflegenden eine Gefühlsarmut, die sich auf den Patienten überträgt. Welche Gründe das, außer der Überbelastung noch haben kann, soll unter Punkt 4.3 erörtert werden. Zu einem kurzen Exkurs in die Psychotherapie soll aufgrund der Literatur von Claudia Bischoff-Wanner die Übertragbarkeit der psychotherapeutischen Beziehungsmodelle auf die Pflege exemplarisch untersucht werden. In einem letzten Punkt sollen die drei Ebenen der Gefühlsarbeit von Arlie Hochschildt erläutert werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und einem Ausblick auf die Zukunft dieser Thematik.
2 Begriffsklärung
In dem folgenden Abschnitt findet eine kurze Klärung der Begriffe: Emotionen, Ekel und Pflegeprozess statt.
2.1 Emotionen
Oftmals wird versucht, Emotionen als Gefühle zu betrachten. Doch es ist nötig eine umfassendere Definition zu geben. „Psychologen definieren eine Emotion als ein komplexes Muster von Veränderungen, das physiologische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltensweisen umfasst. Diese treten als Reaktion auf eine Situation auf, die ein Individuum als persönlich bedeutsam wahrgenommen hat.“ (ZIMBARDO, Philip G., GERRIG, Richard J., 1999, S. 359) Das Verständnis von Emotion schließt die Aspekte der Erregung (z.B. schnellerer Herzschlag), der Gefühle (z.B. positive Gefühle), der Gedanken (z.B. die Interpretation, die Erinnerung und die Erwartung, die Situation als beglückend zu bezeichnen) und der Handlungen (z.B. ein Lachen als Gesichtsausdruck oder ein Freudenschrei) immer mit ein.
2.2 Ekel
Aus psychologischer Sicht ist Ekel eine eigenständige Empfindung, d.h. sie kann ohne Gegenwart von anderen Gefühlen auftreten. Caroll E. Izard, ein Emotionsforscher und Psychologe, beschreibt die Empfindung des Ekels darüber hinaus als ein oft von körperlicher Übelkeit und einem schlechtem Geschmack im Mund begleiteter Widerwillen. In diesen Situationen möchte man sich schnellstens abwenden und wenn möglich die Situation beseitigen oder zumindest verändern (vgl. IZARD, C. E., 1981, S.376).
2.3 Pflegeprozess
Der Pflegeprozess ist eine Arbeitsmethode und geht davon aus, dass Pflege einen dynamischen Problemlösungs- und Beziehungsprozess darstellt. Der Pflegeprozess ist der Vorgang, bei dem eine Pflegeperson die Pflegebedürftigkeit eines Patienten einschätzt, plant, Ziele steckt, die Pflege durchführt und anschließend kontrolliert und auswertet (vgl. SCHÄFFLER, Arne, MENCHE, Nicole, BAZLEN, Ulrike, KOMMERELL, Tilmann, 1998, S. 26). Nach einer Änderung des gesundheitlichen
Arbeit zitieren:
Daniel Werner, 2009, Gefühlsarbeit in der Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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