INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS ............................................................... 4
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 5
1. EINLEITUNG 6
1.1 Hinführung zur Thematik 6
1.2 Aufbau der Arbeit 7
2. DER SELBSTMANAGEMENT-ANSATZ VON KANFER ET AL 8
2.1 Theoretische Grundlagen der Selbstmanagement-Therapie 8
2.1.1 Terminologie des Ansatzes 8
2.1.1.1 Definition des Ansatzes 8
2.1.1.2 Auffassungen die nicht unter diesen Ansatz fallen 9
2.1.1.3 Grundannahmen des Ansatzes 11
2.1.1.4 Therapie: Wortverständnis und Funktion 12
2.1.2 Basisvariablen und -aspekte des Ansatzes 13
2.1.2.1 Selbstregulation und Selbstkontrolle 13
2.1.2.2 Rolle der Therapeut-Klient-Beziehung 15
2.1.2.3 Bedeutung von Therapiemotivation 16
2.1.2.4 Bedeutung von Verhaltensänderung 17
2.1.3 Makro-Perspektive: der Ansatz aus der übergeordneten Sicht 18
2
2.2 Das 7-Phasen-Modell der Selbstmanagement-Therapie 20
2.2.1 Phase 1: Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen 21
2.2.2 Phase 2: Aufbau von Änderungsmotivation und vorläufige
Auswahl von Änderungsbereichen 22
2.2.3 Phase 3: Verhaltensanalyse und funktionales Bedingungsmodell 25
2.2.4 Phase 4: Vereinbaren therapeutischer Ziele 26
2.2.5 Phase 5: Planung Auswahl und Durchführung spezieller
Methoden 28
2.2.6 Phase 6: Evaluation therapeutischer Fortschritte 29
2.2.7 Phase 7: Erfolgsoptimierung und Abschluss der Therapie 29
DIE ÜBERTRAGUNG DES SELBSTMANAGEMENT-ANSAT-
3.
ZES IN DIE PFLEGE AM BEISPIEL CHRONISCH KRANKER 31
3.1 Besonderheiten von chronischen Erkrankungen 31
3.2 Elemente einer bedarfsgerechten Pflege chronisch Kranker 35
3.3 Überführungsmodalitäten zwischen den Kernpunkten von
Kanfer et al den Merkmalen von chronischen Krankheiten
und den Komponenten einer bedarfsgerechten Pflege 39
4. SCHLUSSBETRACHTUNG 43
5. LITERATURVERZEICHNIS 45
3
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Die verschiedenen Funktionsniveaus im Kontext zum Pro-
zess der Selbstmanagement-Therapie 14
Abbildung 2: Die einzelnen Abschnitte der Mikro-Perspektive eingebettet
in die übergeordnete Makro-Perspektive 18
Abbildung 3: Das Ablaufschema von den einzelnen Phasen vor wäh-
rend und nach der Therapie 19
4
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
Abb. Abbildung
bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
ca. circa
et al. et alii (und andere)
etc. etcetera
f folgend
ff fort folgend
o.g. oben genannt
s. siehe
S. Seite
u.a. unter anderem
usw. und so weiter
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
zit. zitiert
5
1. EINLEITUNG
1.1 Hinführung zur Thematik
Die Einsicht ist unübersehbar gewachsen, dass qualifizierte Beratungen zum Aufgabenspektrum der Pflege gehören. Dies wird an Ergebnissen von Stu- dien sowie an der Fülle von Veröffentlichungen zur Thematik Beratung deut- lich. Die Publikationen signalisieren, dass das Thema in entfalteter und quali- fizierter Weise in der Pflege eingetroffen ist und ein Klärungs- und Gärungs- prozess durchlebt. 1 Koch-Straube bezeichnet daher die Beratung in der Pfle- ge als „Kind der Moderne“. 2 Trotz des öffentlichen Aufkommens des Themas agiert die Beratungspraxis in der Pflege noch zufällig und unsystematisch. 3
Wenn man einen Blick in die Themenlandschaft der Pflege- und Patientenbe- ratung wagt, wird einem schnell klar, dass wir einer Vielzahl von Definitionen, Formen, Methoden, Theorien, Ansätzen, Konzepten, Aufgaben, Zielen, Inter- ventionsmöglichkeiten, Zielgruppen etc. gegenüberstehen. Eine entschei- dende Frage ist, mit welchen methodischen Prinzipien Patienten in der Pfle- ge beraten werden sollen und worauf es in der Beratung ankommt. Dabei nimmt ein bestimmter Aspekt, der als Ziel von Beratung im pflegerischen Kontext von vielen Experten ausgegeben wird, einen gewichtigen Teil ein: „Stärkung der Souveränität, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der
Patienten im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe“. 4 Dieses Ziel steht im krassen Gegensatz zu den bisherigen Beratungsbemühungen der Pflege. 5
Eine Antwort auf die oben gestellte Frage könnte das Selbstmanagement- Konzept von Kanfer et al. geben. Dieser Beratungsansatz ist ein Konzept der Psychotherapie. Obwohl Haslbeck und Schaeffer den Selbstmanagement-
1 vgl. Schaeffer/Schmidt-Kaehler 2006, S. 7, Schaeffer/Dierks 2006, S. 845ff, Haslbeck/ Schaeffer 2007, S. 82, Sciborski 2007, S. 171, Koch-Straube 2008, S. 7f
2 Koch-Straube 2008, S. 14; ähnlich sehen dies auch Hüper/Hellige 2007, S. 51 3 vgl. Hüper/Hellige 2007, S. 9 4 Reibnitz 2001, S. 19; auch in: Petermann 1997, S. 3f, Mohr 2002, S. 809f, Mahrer Imhof 2005, S. 343, Ewers et al. 2006, S. 156ff, Schaeffer/Dierks 2006, S. 845ff, Sciborski 2007, S. 169ff, Haslbeck/Schaeffer 2007, S. 82ff, Hüper/Hellige 2007, S. 51, Koch-Straube 2008, S. 7
5 vgl. Koch-Straube 2008, S. 7f
6
Ansatz von Kanfer et al. zur psychosozialen Versorgung und nicht prinzipiell
zum Bereich der Pflege zählen 6 , wagen wir dennoch den Untersuchungsver- such, anhand von chronischen Erkrankungen den Therapieansatz von Kan- fer et al. inhaltlich der Pflege zuzuordnen.
1.2 Aufbau der Arbeit
Nachdem wir anhand der Einleitung unsere Arbeit eröffnet haben, beginnen wir im zweiten Abschnitt, den Selbstmanagement-Ansatz von Kanfer et al. vorzustellen. Dabei gehen wir zunächst auf die theoretischen Grundlagen des Ansatzes ein. Wir befassen uns mit terminologischen Gesichtspunkten als auch mit Grundvariablen und -aspekten. Am Ende der theoretischen Aus- führungen zeigen wir, wie der Ansatz in die Makro-Perspektive zu integrieren ist. Zur Vervollständigung und zum Abschluss des Therapiekonzeptes geht es zuletzt um die Vorstellung des 7-Phasen-Prozessmodells, das den Haupt- teil der Veröffentlichung von Kanfer et al. darstellt.
Nach der Betrachtung des Selbstmanagement-Ansatzes von Kanfer et al. geht es im dritten Abschnitt um die Übertragung des Selbstmanagement- Prinzips in die Pflege am Beispiel von chronisch Erkrankten. Wir werden vor- ab die Merkmale einer chronischen Erkrankung und anschließend die Ele- mente einer bedarfsgerechten Pflege von chronisch Kranken herausarbei- ten. Am Ende werden wir versuchen, einen Beziehungsrahmen zwischen dem Selbstmanagement-Ansatz von Kanfer et al., den Besonderheiten von chronischen Krankheiten und den Elementen einer Bedarfspflege von chro- nisch Erkrankten zu konstruieren.
Abschließend reflektieren wir im vierten Abschnitt unsere Ausführungen in ei- ner Schlussbetrachtung, in dem wir ein Resümee und Ausblick wagen.
6 vgl. Haslbeck/Schaeffer 2007, S. 83f; Es ist de facto, dass auch die Pflege psychosoziale
Aufgaben wahrnimmt. Der Ansatz von Kanfer et al. „könnte“ in die Pflege integriert werden.
Ein entsprechenden Hinweis liefern Kanfer et al. schon vorab selber, da sie Krankenschwes-
tern als Zielgruppe für den Ansatz ansehen. (vgl. Kanfer et al. 1996, S. XVI)
7
2. DER SELBSTMANAGEMENT-ANSATZ VON KANFER ET AL.
Die Selbstmanagement-Therapie wird als „humanistische Form der Verhal-
tenstherapie“ bezeichnet. 7 Der Ansatz gehört zum Bereich der Psychothera- pie und legt sein Hauptaugenmerk auf Prozesse, die grundsätzlich für Verän-
derungen stehen. 8 Der Selbstmanagement-Ansatz ist im Grundgedanken „das Ermöglichen von autonomer Weiterentwicklung (durch Anregungen, An-
stöße und Anleitung zu Eigenständigkeit in Denken und Handeln)“ bzw. hat
als zentrales Ziel „ein freieres Handeln“ ausgegeben. 9 Mit den kommenden Ausführungen sollen diese zwei Zitate mit Wissensgehalt gefüllt und erweitert werden. Zur besseren Übersichtlichkeit und des besseren Überblicks werden nicht alle Themenbereiche des Ansatzes behandelt. Der Therapieansatz wird abstrakt und theoretisch vorgestellt, ohne zu sehr in die praktische Umset- zung des Ansatzes hinein zu gehen. Somit haben die folgenden Thematiken
eine Begrenztheit in ihrem Umfang und in ihrer Tiefe.
2.1 Theoretische Grundlagen der Selbstmanagement-Therapie
2.1.1 Terminologie des Ansatzes
2.1.1.1 Definition des Ansatzes
Im Terminus „Selbstmanagement-Therapie“ steckt der Begriff „Selbstma- nagement“. Dieser wird von Kanfer et al. als „umfassender Oberbegriff“ und „Sammelbegriff“ bezeichnet für Therapieansätze, „die alle gemeinsam haben, daß Klienten zu besserer Selbststeuerung angeleitet und möglichst aktiv zu
einer eigenständigen Problembewältigung fähig werden“. 10 Beim Selbstma-
7 Kanfer et al. 1996, S. XI 8 vgl. Kanfer et al. 1996, S. VIIIff 9 Kanfer et al. 1996, S. VIII und S. 6 10 Kanfer et al. 1996, S. 6
8
nagement handelt es sich um einen systematischen Prozess, in dem es u.a. um Lernen und Veränderung geht. Bei einem erfolgreichen Prozessablauf können die Klienten ohne die Unterstützung außenstehender Professioneller ihr Leben unter der Berücksichtigung ihrer persönlichen Ziele selbstständig führen. 11
Die Wortpaarung „Selbstmanagement-Therapie“ ist dagegen spezifischer zu fassen als der Begriff „Selbstmanagement“. Mit dem Terminus Selbstma- nagement-Therapie ist der gesamte diagnostisch-therapeutische Prozess zu verstehen, der nicht nur die bloße Anwendung von Selbstregulationsmetho- den, sondern ein 7-Phasen-Prozessmodell (Abschnitt 2.2) beinhaltet. Durch diesen Prozess kann eine gezielte Umsetzung von Veränderungen in den praktischen Alltag initiiert werden. 12
2.1.1.2 Auffassungen, die nicht unter diesen Ansatz fallen
Um noch eine bessere Erklärung der Selbstmanagement-Therapie geben zu können und Missverständnissen entgegenzuwirken, haben Kanfer et al. neun aufgelistet. 13
verschiedene Differenzierungssachverhalte Selbstmanagement-Therapie…
ist keine Unterweisung zum egoistischem Denken und Handeln und propagiert kein Individualismus. Da in der Zielvereinbarung zwischen The- rapeut und Klient die soziale Verantwortung betont wird, kann es durchaus akzeptiert werden, dass eine Person altruistisch leben möchte.
ist keine autoritäre Modifikation des Verhaltens und keine unmittelbare Verhaltenstherapie in einem humanistischen Gewand. Es ist eine The-
11 vgl. Kanfer et al. 1996, S. 6
12 vgl. Kanfer et al. 1996, S. 6f
13 vgl. Kanfer et al. 1996, S. 7
9
rapie ohne widerwilliges Überstülpen von Anweisungen und erkennt die Selbstbestimmung des Klienten an.
hat keine Affinität zum Begriff „Management“ bspw. in Bezug auf das Wirtschafts- und Geschäftsleben. Sie hat nur Bedeutung im o.g. Verständ- nis und Anwendungsbereich der Klinischen Psychologie und Psychotherapie.
hat keine Allheilmittelfunktion für alles. Auch die Selbstmanagement-The- rapie hat einen begrenzten Geltungsrahmen für die Anwendung bestimmter Problemdarstellungen. Ziele utopischer Art sind mit ihr nicht erreichbar.
ist kein neu erfundenes Rad und keine Ideologie. Trotz der Besonderhei- ten und der Unterscheidung zu anderen Konzepten hat sie keinen innovati- ven Charakter als eine von vielen Psychotherapie-Schulen.
ist nicht die vollkommene Autonomie für Klienten sowie keine Loslö- sung des Therapeuten von der Verantwortlichkeit. Die Therapie beinhal- tet gemeinsame kooperative Entscheidungen in verschiedensten Bereichen mit großer Transparenz und Offenheit.
bedeutet nicht die Überschreitung von Grenzen. Die Therapie und der Therapeut haben feste Grenzen, an denen sie sich orientieren müssen. Akti- onen, Ziele oder Methoden sind ausgeschlossen, wenn sie anderen Perso- nen schaden oder gegen die Ethik des Berufes bzw. Gesetze verstoßen.
ist nicht für alles offen. Sie bekundet zwar im Prinzip eine Offenheit in Me- thoden, Konzepten und Vorgehensweisen anderer Therapien, trotz allem ist die Offenheit begrenzt.
ist nicht frei von Werturteilen. Obwohl sie eine Multiplizität an Weltan- schauungen und Lebensformen bevorzugt, ist sie nicht völlig wertfrei und willkürlich. Es bestehen im Konzept festgelegte Grundannahmen und Wer- te. 14
14 vgl. Kanfer et al. 1996, S. 7f
10
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Christian Kunow, Michael Kieper, Antje Borrasch, 2009, Das Selbstmanagement-Konzept von Kanfer et al., Munich, GRIN Publishing GmbH
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