I. Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 3
1.1. Fragestellung 3
1.2. Zielsetzung 3
2. Theoretische Grundlagen. 4
2.1. Die Neurowissenschaften 4
2.2. Das SCARF-Modell 8
3. Methode 20
3.1. Erhebung der Daten 20
3.2. Der Strukturbaum mit Indikatoren 23
4. Eigene Stellungnahme 24
4.1. Begründung der Wahl des SCARF-Modells 24
4.2. Herausforderungen bei der Durchführung 26
5. Abkürzungsverzeichnis 28
6. Literaturverzeichnis 29
7. Fragebogen 30
8. Aufgabenblatt 38
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1. Einleitung
1.1 Fragestellung
Hintergrund dieser Literaturarbeit ist, die „Entwicklung zukunftsfähiger Managementkonzepte“ unter dem Ansatz des Neuroleaderships zu betrachten.
Hieraus lässt sich die Fragestellung ableiten, ob sich neurowissenschaftliche Erkenntnisse in zukunftsfähige Managementkonzepte einbeziehen lassen oder gar einbezogen werden sollten.
Konkretisiert lautet die Fragestellung:
Kann durch die Anwendung des SCARF-Modells die Motivation und Leistung von Mitarbeitern durch intrinsische Belohnung und durch Senkung des Einflusses durch Bedrohung gesteigert werden?
Hypothese:
Je ausgeprägter das SCARF-Modell von Führungskräften angewendet wird, desto stärker ausgeprägt ist die intrinsische Motivation und Leistung von Mitarbeitern.
1.2 Zielsetzung
Ziel dieser Arbeit ist, die fünf Dimensionen des SCARF-Modells von David Rock zur Motivations- und Leistungssteigerung zu präzisieren, einen Strukturbaum mit geeigneten Fragen zu entwickeln um in Form eines Fragebogens, der bei einer Mitarbeiterbefragung eingesetzt werden soll, herausfinden zu können, ob in welchem Umfang sich der direkte Vorgesetzte „SCARF-gemäß“ verhält.
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2. Theoretische Grundlagen
2.1 Die Neurowissenschaften
Das Verständnis von menschlichem Sozialverhalten wird immer wichtiger. Studien über das menschliche Gehirn, insbesondere im Bereich der sozialen, kognitiven und affektiven Neurowissenschaft bieten grundlegende Einblicke in das menschliche Gehirn und erforschen als sog. „Soziale Neurowissenschaften“ die biologischen Grundlagen der Art und Weise, wie Menschen Beziehungen zu sich und anderen pflegen. Die Neurowissenschaften beschäftigten sich u.a. mit diesen Thematiken: Theorie des Geistes, das Selbst, Achtsamkeit, emotionale Regulation, Einstellungen, Stereotypen, Einfühlungsvermögen, soziale Schmerzen, Status, Fairness, Zusammenarbeit, Verbundenheit, Überzeugungsarbeit, Moral, Mitgefühl, Täuschung, Vertrauen und Zielverfolgung.
Aus dieser Vielfalt sind zwei Themen aus den Neurowissenschaften im Besonderen zu betrachten. Erstens, dass ein großer Teil unserer Motivation durch eine übergreifende Organisation geregelt wird. Es gilt das Prinzip der Minimierung von Bedrohung und die Maximierung der Belohnung. Zweitens, dass sich
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mehrere Bereiche der gesellschaftlichen Erfahrung auf das gleiche Netzwerk des Gehirn bezieht und das Netzwerk so steuert, dass nur so viel maximale Belohnung und minimale Bedrohung vom Gehirn zugelassen wird, wie es für das primäre Überleben gebraucht wird. 1 Eindeutige Richtungen und Fragestellungen der Neurowissenschaften lassen sich heute noch immer schwer identifizieren und bewerten. Verschiedene Initiativen und Forschungsgruppen arbeiten weltweit mit mehr als 50.000 Forschern auf dem Gebiet der Neurowissenschaften und bringen jährlich rund 100.000 Artikel zu diesem Thema in Erscheinung. Man könnte also von einer Wissensfülle ausgehen, doch hat die Hirnforschung erst einen Bruchteil der Geheimnisse entschlüsselt. 2
Die Neurowissenschaften befassen sich auf einer anderen Erkenntnisebene aber auch damit Grundlagenforschung zu betreiben und Fragen wie „Was ist das Bewusstsein?“, „Wie lernen wir?“ oder „Wie erinnern wir uns und wie treffen wir Entscheidungen?“, zu beantworten. Menschliche Verhaltensweisen, Reaktionen und Leistungen werden auf Basis von Entscheidungen hauptsächlich unbewusst gefällt. Auch die dahinterliegenden Bewertungsprozesse werden auf unbewusste Erinnerungen gestützt. Auch faktische und emotionale Erinnerungen sowie die genetische Veranlagung nehmen Einfluss auf die, den Entscheidungen zugrunde liegenden Bewertungsprozessen. In den letzten 20 Jahren haben Wissenschaftler durch die Integration der Psychologie eine viel genauere Sicht auf die menschliche Natur und sein Verhalten bekommen. Insbesondere sind diese wichtigen Erkenntnisse auf die Anwendung neuer Imaging-Techniken wie fMRT, PET und QEEG zurückzuführen. 3 Zur fMRT entwarf einer der führenden Forscher der sozialen Neurowissenschaften an der University of California ein Experiment, in welchem Freiwillige ein Computerspiel namens „Cyberball“ spielten, während das fMRT das Gehirn der Spielteilnehmer gescannt hat. Bei diesem Experiment gingen die Spielteilnehmer davon aus, dass sie im Internet mit zwei weiteren Menschen Ball spielten, konnten auf dem eigenen Bildschirm aber nur einen Avatar der beiden anderen Spielteilnehmer
1 Vgl. Rock, 2008, S. 1.
2 Vgl. Elger, 2009, S. 27.
3 Vgl. Rock/Schwartz, 2009, S. 2,3.
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sehen. Etwa zur Hälfte der Spielzeit begannen die beiden anderen Spielteilnehmer den Ball nur noch untereinander zuzuspielen und schlossen den am fMRT gescannten Spielteilnehmer aus dem Spiel aus. Selbst nachdem die untersuchten Spielteilnehmer erfuhren, dass sie tatsächlich nicht gegen Menschen spielten, berichteten diese über Wut, Brüskiertheit und fühlten sich ausgeschlossen. Eisenberger berichtete darüber, dass während sich Versuchsteilnehmer ausgeschlossen fühlten, Aktivitäten im dorsalen Teil des anterioren Cingulums, einer neuronalen Hirnregion, welche für die Komponenten wie Schmerz oder Leiden zuständig ist, zeigte. 4
Abbildung 1: Anteriores Cingulum 5
Liebermann und Eisinger haben sich ebenfalls den Imaging-Techniken zugewendet und u.a. im fMRI untersucht, ob sozialer Schmerz beim Menschen dieselben neuronalen Schaltkreise anspricht, wie körperlicher Schmerz. 6 Die Erkenntnisse aus den v.g Imaging-Techniken geben den Wissenschaftlern Informationen über bisher ungesehene neuronale Verbindungen im lebenden menschlichen Gehirn. Computer Analysen dieser neuronalen Verbindungen halfen den Forschern einen wachsenden Körper zu entwickeln, der das Gehirn
4 Vgl. Rock, 2009, S. 1.
5 Aus http://www.gehirn-atlas.de/cingulum.html [31.01.2011]
6 Vgl. Liebermann et al, S. 5.
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als physisches Organ mit dem Geist als menschliches Bewusstsein, welches denkt, fühlt, handelt und empfindet, verbindet. 7 Es geht bei den Neurowissenschaften darum, vom „scheinbar bewussten Denken“, sich dem Unbewussten zuzuwenden. 8
Die Auswirkungen der Forschungsergebnisse des Neuroleaderships sind im Besonderen für die organisatorische Führung relevant. Hiernach ist nun klar, dass menschliches Verhalten am Arbeitsplatz nicht so funktioniert, wie viele Führungskräfte glauben. Damit lässt sich auch erklären, warum viele Anstrengungen in der Führung und organisatorischen Änderungsprozessen nicht funktionieren. Führungskräfte, die diese jüngsten Durchbrüche in der Neurowissenschaft verstehen, können nach diesen Erkenntnissen führen und mit ihrem Einfluss bewusst positive Veränderungen herbeiführen. 9 Führen wird aber auch in der Zukunft nicht zur Wissenschaft mutieren, sondern „Kunst und Handwerk“ bleiben. Kunst und Handwerk werden unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft aber effizienter sein als zuvor. Die Schlussfolgerungen aus der jüngsten Neurowissenschaft wären noch vor ein paar Jahren als schlichtweg falsch bezeichnet worden. Hier einige Beispiele: 10
7 Vgl. Rock/Schwartz, 2009, S. 2,3.
8 Vgl. Elger, 2009, S. 27, 28.
9 Vgl. Rock/Schwartz, 2009, S. 3.
10 Vgl. Rock/Schwartz, 2009, S. 3.
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Wichtig an dieser Stelle ist aber festzustellen, dass die Neurowissenschaften heute einen Teil der Führung ausmachen. 11
2.2 Das SCARF-Modell
SCARF beschäftigt sich damit, ein einer Welt der zunehmenden Vernetzung und schneller Änderungen die Art und Weise, wie Menschen miteinander arbeiten, zu verbessern 12 und steht für
Status = Status Certainty = Sicherheit Autonomy = Autonomie Relatedness = Beziehung Fairness = Gerechtigkeit
11 Vgl. Rock/Ringleb, 2009, S. 1.
12 Vgl. Rock, 2008, S. 1.
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Arbeit zitieren:
Dr. Holger Schwarz, 2011, SCARF-Mitarbeiterbefragung zur Messung der Anwendung von Führungsaspekten aus dem SCARF-Modell, München, GRIN Verlag GmbH
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