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I. Einführung. 2
II. Anthropologie und ihre Bedeutung für die Pädagogik. 3-4
III. Menschenbild im Hinduismus. 4
3.1 Die Stellung des Menschen in der Welt. 4-5
3.2 Seelenvorstellung. 5
3.2.1 Atman-Brahman. 6
3.2.2 Gesetz des Karma und Reinkarnation. 6-7
3.2.3 Erlösung. 7-8
3.3 Kastensystem. 8
3.3.1 Die vier Hauptkasten. 8-9
3.3.2 Geschlechterrolle. 9-10
3.4 Die Lebenstätigkeit des Menschen. 10
3.4.1 Die Lebensziele eines Hindus. 10
3.4.2 Die vier Lebensstadien eines Hindus. 11
3.4.3 Dreifache Integration. 11-12
IV. Vergleich zwischen Hinduismus, Islam und Christentum. 12-14
V. Erziehungskategorien. 15
5.1 Erziehung zu Selbstkontrolle. 15
5.2 Bildungsorientierte Erziehung. 15
5.3 Erziehung zu gesellschaftsorientiertem und verantwortungsbewusstem Handeln. 15
VI. Schlussbetrachtung. 16-17
VII. Literaturverzeichnis. 18
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Betrachtet man sich unsere gegenwärtige pluralistische Gesellschaft, so wird man feststellen, dass verschiedene Formen des kulturellen und religiösen Zusammenlebens von Menschen nebeneinander existieren und sich auch gegenseitig bedingen. Verhaltensweisen, Normen, Einstellungen u.a. werden dabei an die nächste Generation mittels Erziehung weitergegeben. Sie alle werden - bewusst oder auch unbewusst - von ihrem eigenen Menschenbild geleitet. Die Erziehung zu Hause kann jedoch nicht gleichgesetzt werden mit dem der Schule, die ein Tiegelkessel voll von Schülern mit vielen verschiedenen kulturellen Lebensweisen beinhaltet. Die religiöse und kulturelle Vielfalt entstand und entsteht beispielsweise durch angeworbene Gastarbeiter, Kriegsflüchtlinge und Aussiedler, die jeweils eigene Weltanschauungen und Menschenbilder mitbringen.
Angesichts der Begegnung der Kulturen und Religionen und die daraus resultierenden Krisen und Konflikte, kann man danach fragen, wie in anderen Religionen über den Menschen und das Leben geredet wird. Wie sehen die Menschenbilder aus? Liefern diese Religionen und Kulturen auch gewisse Erziehungsziele, die mit dem christlich-abendländischen Erziehungsverständnis vereinbar sind?
In dieser Hausarbeit soll im ersten Teil eine Definition zum Begriff Anthropologie gegeben und ihre Bedeutung für die Erziehungswissenschaft erläutert werden. Im weiteren Schritt soll auf ein spezielles Menschenbild, und zwar dem hinduistischen, eingegangen werden. Danach wird versucht eine vergleichende Gegenüberstellung von hinduistischem, islamischem und christlichem Menschenbild aufzustellen, in der einige Aspekte, die für die Erziehung von Bedeutung sein können, behandelt werden. Als vorletzten Punkt sollen ausgehend von dem Vergleich allgemeingültige Erziehungsziele auf Grundlage aller drei Religionen formuliert werden. Die Arbeit endet mit einer Schlussbetrachtung.
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Unter Anthropologie versteht man die Wissenschaft von dem Menschen. Der Mensch wird besonders unter biologischem, philosophischem und theologischem Aspekt beleuchtet und sowohl seine Stellung in der Umwelt als auch in der Geschichte dargestellt (vgl. Dtv-Lexikon). Die biologische Anthropologie betrachtet den Menschen als biologischen Organismus. Diese Disziplin erhielt durch Naturwissenschaften wie Biologie, Medizin und Anatomie exakte Grundlagen (vgl. Dtv-Lexikon).
Nach dem Wesen und nach der Bestimmung des Menschen fragt die philosophische Anthropologie. Max Scheler und Adolf Portmann sind beispielsweise zwei Vertreter dieser Richtung. Max Scheler ist der Meinung, dass der wesentliche Unterschied zwischen Mensch und Tier der Geist sei. Der Unterschied, den dagegen Adolf Portmann zwischen dem Menschen und den höheren Tieren macht, liegt darin, dass er den Menschen als “sekundären Nesthocker” bezeichnet, da er eine “physiologische Frühgeburt” sei (vgl. Dtv-Lexikon). Die theologische Anthropologie beschäftigt sich mit den Vorstellungen des Menschen, die die verschiedenen Religionen hegen. Beispielsweise beruft sich die katholische Religion auf die Lehre der Schöpfung, über die Seele und die Gottebenbildlichkeit des Menschen (vgl. Dtv-Lexikon).
Zu erkennen ist, dass alle drei Richtungen zu unterschiedlichen ‘Bildern’ des Menschen kommen. Die Pädagogik ist auf diese ‘Menschenbilder’ angewiesen. Da sie jedoch nicht selbst Menschenbilder erstellt, nutzt sie die Ergebnisse der Anthropologie. Ein Menschenbild dient heute als Grund-, Ziel- und Leitbild für das konkrete (erzieherische) Handeln. Gefahren und Mängel in der Erziehung werden heute häufig auf das Fehlen eines Leitbildes zurückgeführt (vgl. Reble 1995: 221 f.). Beispielsweise hält der katholische Pädagoge Karl Holzamer es für “geradezu evident, daß es keine solche Menschenbildung ohne ein klar geprägtes Menschenbild geben kann” (Reble 1995: 222 f.). Daraus resultiert, dass die Erziehungswissenschaft vom Menschenbild abhängig ist (vgl. Reble 1995: 223). Dies kritisiert Albert Reble jedoch. Menschenbilder versteht er lediglich als “Schlüsselbegriff” für die pädagogische Orientierung. Eben nur als Orientierung und nicht mehr als Ziel- und Leitfaden. Menschenbilder verkörpern gewisse Vorstellungen über die Eigenschaften und Aspekte eines Menschen. Diese wiederum grenzen andere Aspekt, die nicht in ihr enthalten sind, von ihrer ab.
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Deshalb muss nach Reble die pädagogisch wissenschaftliche Besinnung Strukturerhellung leisten und nicht einen Katalog von Normsetzungen geben (vgl. Reble 1995: 233). Für das Kind jedoch sind Menschenbilder sehr wichtig. Das Kind, welches in eine Umgebung hinein geboren wird, sucht in und von den Menschenbildern her Leit- und Vorbilder für sich. Es lebt nämlich hauptsächlich von erlebten Bildern und nicht von konkreten Ideen, Erfahrungen und bewältigten Aufgaben. Daher besteht die Aufgabe der Erziehung darin, die Begegnung der “kindlichen Seele” mit konkreten Bildern zu fördern (vgl. Reble 1995: 226 f.).
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Der Hinduismus ist keine dogmatische Religion, die durch bestimmte Glaubenssätze zusammengehalten wird wie das Christentum. Zum Teil stehen häufig verschiedene einander widersprechende Anschauungen nebeneinander. Sogar die autoritativen heiligen Schriften, wie beispielsweise Taittiriya Upanisad, Shankara, Bhagavad Gita, Gesetzbuch des Manu, Arthasastra des Kautilya oder Yajnavalkyas Gesetzbuch, weisen eine Fülle von schwer auf einen Nenner zu bringende Lehren auf (vgl. Balasubramanian 1985: 77; Wilhelm 1990: 152; Glasenapp 1948: 159).
Daher können in der folgenden Darstellung des Menschenbildes Widersprüchlichkeiten auftreten, die jedoch im Hinduismus keinen Widerspruch darstellen.
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Der Hinduismus ist eine anthropozentrische Religion (vgl. Balasubramanian 1985: 76). Sie basiert darauf, dass der Mensch als rationales Wesen das Maß aller Dinge ist. Der Hinduismus lehrt, dass der Mensch den Fortschritt schafft und bewertet (vgl. Balasubramanian 1985: 81). Der Mensch ist ein komplexes Gebilde aus Geist und Materie, aber der Geist, auch als das Selbst bezeichnet, unterscheidet ihn von allen anderen. In den Upanisaden werden fünf Hüllen der Materie erwähnt, und zwar die Nahrung, welches die äußerste bildet, die Lebenskraft, der Geist, der Verstand und die Glückseligkeit, welche die innerste Hülle bildet. Des
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Menschen Selbst ist von drei Körpern bedeckt, dem Jiva, dem Atman und dem Brahman (vgl. Balasubramanian 1985: 84).
Als Gründe für die Vorrangstellung des Menschen vor allen anderen Kreaturen der Welt werden genannt:
Erstens hat allein der Mensch die Fähigkeit Erkenntnis über die Dinge dieser Welt und über das höchste Wesen zu erlangen. Dazu sollen die heiligen Schriften eine Richtschnur bieten, sowohl was Ausübung von religiösen Pflichten (Karma), als auch was Erkenntnis der höchsten Wirklichkeit betrifft (Karma-jana-adhikarah).
Zweitens ist es die Vermeidung von Gier. Denn das Wahrnehmen führt zur Gier, die wiederum in direkter Handlung gipfelt. Anhand der Erkenntnis kann der Mensch zwischen dem was die Upanisad als das Angenehme (preya) und als das Gute (sreya) bezeichnet, unterscheiden. In den Upanisad heißt es: “Kluge zieht dem Angenehmen das Gute vor; der Tor wählt um der Wohlfahrt willen das Angenehme” (Hillebrand 1923, o. S; zit. nach: Balasubramanian 1985: 78). Es wird vor Augen geführt, dass aufgrund der Urteilsfähigkeit und der Fähigkeit zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, die Vorrangstellung des Menschen vor allen Kreaturen der Welt gerechtfertigt wird.
Als dritter Aspekt wird die Nichtgleichgültigkeit gegenüber den gewählten Objekten genannt. Der Mensch sucht die richtigen Mittel, um von ihm gewähltes Ziel zu erreichen (vgl. Balasubramanian 1985: 76 ff.).
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Im Hinduismus entwickelte sich die Vorstellung, dass die Seele unsterblich ist und ihren Körper wechselt (vgl. von Stietencron 1990: 198). Man geht davon aus, dass die Seele erkenntnisfähig ist und für alle Handlungen des Menschen verantwortliche Elemente bildet, die, sowohl gute als auch schlechte, an ihr haften bleiben. Diese trägt sie in den nächsten Körper. Dies führt dazu, dass “jede Seele je nach Verlauf des letzten Lebens eine andere moralische Qualität in das nächste Leben mitbringt” (von Stietencron 1990: 198).
Diese Vorstellung verdeutlicht auch, dass zwar die Gegenwart vorherbestimmt ist, aber dennoch der Mensch selbst die Wahl seines nächsten Lebens hat. Das entdeckte Gesetz ist das Gesetz der Tat und ihrer Folgen, das Gesetz des Karma (vgl. von Stietencron 1990: 199).
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Arbeit zitieren:
Thusinta Mahendrarajah, 2007, Menschenbilder im interkulturellen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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