1 Inhaltsverzeichnis
1 INHALTSVERZEICHNIS 2
2 EINLEITUNG 2
3 PIERRE BOURDIEU UND SEIN WERK „DIE FEINEN UNTERSCHIEDE“ 3
3.1 LEBENSLAUF 3
3.2 EINLEITUNG IN „DIE FEINEN UNTERSCHIEDE“ 3
3.2.1 DER BEGRIFF DES „HABITUS “ UND DES „SOZIALEN RAUMES “ 4
3.2.2 DIE KAPITALARTEN 5
3.3 „DIE FEINEN UNTERSCHIEDE“ UND DER BEGRIFF DES GESCHMACKS 5
4 GERHARD SCHULZES MODELL DER ERLEBNISGESELLSCHAFT 8
4.1 LEBENSLAUF 8
4.2 MODELL DER ERLEBNISGESELLSCHAFT 8
4.2.1 ALLTAGSÄSTHETISCHE SCHEMATA 9
4.2.2 FÜNF MILIEUBESCHREIBUNGEN 10
4.2.2.1 NIVEAUMILIEU 11
4.2.2.2 HARMONIEMILIEU 11
4.2.2.3 INTEGRATIONSMILIEU 12
4.2.2.4 SELBSTVERWIRKLICHUNGS MILIEU 12
4.2.2.5 UNTERHALTUNGSMILIEU 13
5 DISKUSSION: WAS VERBINDET DIE DARGESTELLTEN THEORIEN? 14
6 ZUM SCHLUSS 17
7 LITERATURVERZEICHNIS 20
2 Einleitung
Das Thema meiner Hausarbeit bezieht sich auf zwei Theorien, wovon eine in unserem Seminar „Zeitdiagnose und Erwachsenenbildung“ thematisiert wurde. Die „Erlebnisgesellschaft“ von Gerhard Schulze war neben anderen Gesellschaftsbildern wie z.B. der Risikogesellschaft von Beck oder der Wissensgesellschaft, eine weitere Zeitdiagnose, die wir genauer betrachteten.
Das Werk von Bourdieu, „Die feinen Unterschiede“ kam nur am Rande in der Literatur zur Sprache, steht aber, wie ich bei meiner Erarbeitung des Referats über die „Erlebnisgesellschaft“ feststellte, in einem engen Zusammenhang zu Schulzes Studie.
Deshalb möchte ich als Ausarbeitung des Referats in dieser Hausarbeit den Vergleich zwischen diesen beiden Theorien erarbeiten und kurz das Leben der beiden Theoretiker beleuchten. Im Anschluss an den Vergleich werde ich dann noch kurz auf den Aspekt der Erlebnisgesellschaft als Zeitdiagnose in Verbindung mit der Erwachsenenbildung eingehen.
Im Mittelpunkt sollen allerdings die Hauptaspekte der beiden Theorien und ein kurzer Vergleich stehen.
Als Primärliteratur dienen mir die beiden Hauptwerke der Theoretiker Schulze („Die Erlebnisgesellschaft“) und Bourdieu („Die feinen Unterschiede“). Zusätzliche Informationen - insbesondere über die Lebensläufe- und die Bildquellen, stammen aus dem Internet und aus soziologischen Fachbüchern.
2
3 Pierre Bourdieu und sein Werk „Die feinen Unterschiede“
3.1 Lebenslauf
Pierre Bourdieu wurde am 1.August 1930 in Denguin geboren und besuchte dort auch das „Lycée de Pau“ und wechselte 1948 von dort an das berühmte „Lycée Louis- le-Grand“ in Paris. Unverkennbar bleibt die Spannung zwischen seiner „einfachen“ Herkunft und seinen späteren „intellektuellen“ Wirkungsstätten. Dieser Gegensatz blieb bis zum Schluss ein wichtiger Schlüssel in Bourdieu´s Arbeiten. 1 Sein steiler Aufstieg in der soziologischen Wissenschaft wurde mit der Berufung an das Collége de France (1981) und der Vergabe der höchsten akademischen Auszeichnung in Frankreich, der „Médaille d’or“ des „Centre National de Recherche Scientifique“ (1993), gekrönt.
Sein bekanntestes Buch „la distinction“ erschien 1979 in Frankreich und drei Jahre später auf deutsch („Die feinen Unterschiede“).
Seit Beginn der 90er Jahre enga gierte sich Bourdieu politisch für eine demokratische Kontrolle ökonomischer Prozesse, nachdem er seine ursprüngliche Hoffnung - mit den kritischen Analysen zu einem Wandel beitragen zu können- aufgegeben hatte. Am 23. Januar 2002 starb Bourdieu in Paris. 2
3.2 Einleitung in „Die feinen Unterschiede“
Das Buch „Die feinen Unterschiede“ ist Bourdieus Hauptwerk. Es beinhaltet eine empirische Studie, die ab 1963 vorbereitet und im Jahr 1979 abgeschlossen wurde. Die von Bourdieu hier erarbeitete Studie wurde in der Zwischenzeit von mehreren Autoren zu übertragen versucht. Für die deutsche Gesellschaft versuchte das Gerhard Schulze mit dem unten beschriebenen Milieumodell. Bourdieu will mit diesem Werk verdeutlichen, dass Geschmack, seiner Meinung nach, nichts Individue lles ist, sondern immer als etwas Gesellschaftliches zu betrachten ist. 3 Alles steht also in einem engen Zusammenhang zum sozialen Leben. Es ist verknüpft mit dem sozialen Raum und der sozialen Herkunft, die mit einem bestimmten Habitus verbunden ist. Bourdieu unterscheidet in seinem Werk drei Geschmacksdimensionen, die hier auch aufgegriffen werden sollen. Das sind der legitime, der mittlere und der populäre
1 vgl. taz Nr. 6659 vom 25.1.2002, Seite 3, 214 Zeilen (Portrait), Andrew James Johnston
http://www.taz.de/pt/2002/01/25/a0091.nf/text
2 vgl. http://www.suhrkamp.de/autoren/bourdieu/bourdieubio.html
3 vgl. Treibel, Annette: Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart. Opladen (1993) 5 2000
Seite 218
3
Geschmack. Zunächst müssen aber die Begriffe „sozialer Raum“ und „Habitus“ und in den Grundzügen d ie „Kapitalarten“ nach Bourdieus Definitionen beleuchtet werden.
3.2.1 Der Begriff des „Habitus“ und des „sozialen Raumes“ Für Bourdieu werden Gruppen durch die Stellung, die sie innerhalb eines Raumes einnehmen, definiert. Dieser Raum ist in verschiedene Felder eingeteilt in denen die oben genannten Kapitalarten im Umlauf sind. Die Erfahrungen, die der Mensch macht, verdichten sich zu Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata, dich sich zu einem System vereinen. Dieses System ist veränderbar und ermöglicht der Person einen Handlungsspielraum. Es formt sich zu einem Habitus. 4 Eine eindeutige Definition des Begriffes Habitus ist bei Bourdieu nicht gegeben. Er macht es sich eher zur Aufgabe, den Begriff einzukreisen und ihn so näher zu bestimmen. Im Habitus eines M enschen kommt laut Bourdieu immer das zum Vorschein, was einen Menschen zu einem gesellschaftlichen Wesen macht. Es werden dort die Merkmale, wie z.B. seine Fähigkeiten, Gewohnheiten, Einstellungen und Überzeugungen, verdeutlicht, die der Mensch durch seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten, festgelegten Klasse erhalten hat.
In einem Interview, dass mit Bourdieu geführt wurde, hat er versucht seine Überlegungen zum Habitus-Begriff zu beschreiben: „Mein Versuch besteht darin, zu zeigen, dass zwischen der Position,
die der einzelne innerhalb eines gesellschaftlichen Raums einnimmt,
und seinem Lebensstil ein Zusammenhang besteht. (...) Als
Vermittlungsglied (...) fungiert das, was ich Habitus nenne, d.h. eine
allgemeine Grundhaltung, eine Disposition gegenüber der Welt, die
zu systematischen Stellungnahmen führt(...) Es gibt mit anderen
Worten tatsächlich(...) einen Zusammenhang zwischen höchst
disparaten Dingen: wie ein spricht, tanzt, lacht(...). All das ist eng
miteinander verknüpft“. 5
Es ist mit einer relativ großen Wahrscheinlichkeit gegeben, dass die Personen, die der gleichen Klasse angehören, auch den gleichen Habitus haben, (Bourdieu spricht auch öfter vom Klassenhabitus) doch ist damit nicht gesagt, dass alleine die Klassenzugehörigkeit ausreicht, um den Habitus zu bestimmen. Dinge, welche die Klassenzugehörigkeit mitbestimmen, sind zum Beispiel auch der Beruf und das so genannte kulturelle Kapital, auf das ich im folgenden Kapitel noch kurz näher
4 vgl. Funke, Harald: Erlebnisgesellschaft. In: Kneer/Nassehi/Schroer (Hrsg.):Soziologische
Gesellschaftsbegriffe. München (1997) 2 2000, Seite 322
5 Treibel,a.a.O. Seite 213
4
eingehen werde. Der Begriff „Klasse“ ist, laut Bourdieu, zu eng gefasst, was ihn dazu veranlasst, ihn zum Begriff des „sozialen Raumes“ zu erweitern.
3.2.2 Die Kapitalarten
Ökonomisches Kapital: Diese Art von Kapital ist für Bourdieu die herkömmliche Art
von Kapital. Es ist für Bourdieu die selbstverständlichste Art von Kapital. Dennoch garantiert der materielle Besitz von Reich- und Eigentum noch keine Machtposition gegenüber anderen. Erst das Zusammenkommen von allen drei Kapitalarten ermöglicht eine Machtposition.
Kulturelles Kapital: Es ist, laut Bourdieu, wichtiger als das soziale Kapital. Kulturelles Kapital erlangt der Mensch durch seine Ausbildung in Schule und Beruf. Es kann auch als Bildungskapital bezeichnet werden. Je länger und höher die schulische Ausbildung einer Person ist, desto höher ist auch sein Bildungskapital. Weiterhin ist diese Kapitalart im Sinne der Familientradition vererbbar und wird so auch ständig neu reproduziert. Haben bereits die Vorfahren eine höhere Schulausbildung durchlaufen, so ist es meistens bei den Nachkommen genauso. Mit der Verfügung über kulturelles Kapital ist also auch ein bestimmter Habitus verbunden. Dennoch ist für diese Kapitalbeschreibung das ökonomische Kapital die notwendige Grundlage. Ohne die finanzielle Grundlage, ist die Objektivierung (also z.B. der Kauf und damit die „Vorführung“ eines Gemäldes nicht möglich). Soziales Kapital: Über soziales Kapital verfügt jemand, der auf Beziehungen zu anderen Menschen zurückgreifen kann. Das Kapital ist also rein symbolisch zu verstehen (hierher kommt auch die Bezeichnung „symbolisches Kapital“).
Alle drei Kapitalarten sind gegenseitig umwandelbar. Ökonomisches Kapital kann also in kulturelles Kapital konvertiert werden usw. 6
3.3 „Die feinen Unterschiede“ und der Begriff des Geschmacks
Worum es Bourdieu in diesem Werk geht, habe ich im Kapitel 3.2 schon angedeutet. Bourdieu geht davon aus, dass es eben genau nicht zufällig, wie ein Mensch isst oder wie er seine Wohnung einrichtet.
Zu diesem Sinn, den Geschmack der Menschen zu beleuchten und vergleichen, hat er in seinem Buch drei Geschmacks-Dimensionen definiert und diese mit verschiedenen sozialen Räumen verbunden.
6 ebd. Seite 214-218
5
Arbeit zitieren:
Christina Hilker, 2003, Schulzes Modell der Erlebnisgesellschaft und Bourdieus 'Die feinen Unterschiede'! -eine Gegenüberstellung der beiden Theorien, München, GRIN Verlag GmbH
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+/-.
Es lohnt sich nicht wirklich, für diese Arbeit zu bezahlen.
Einige Textstellen sind eher ungenau wiedergegeben und der direkte Vergleich Bourdie-Schulze fällt eher karg aus.
Folgender Text wäre empfehlenswerter: Harald Funke: Erlebnisgesellschaft, in: Georg Kneer/Armin Nassehi/Markus Schroer (Hg.): Soziologische Grundbegriffe: Konzepte moderner Zeitdiagnose, München 1997, S. 305-328.
am Saturday, April 29, 2006-