I. Inhaltsverzeichnis
I. Inhaltsverzeichnis. 1
II. Einleitung. 2
III. Abenteuer und Authentizität. 3
IV. Kochen und Essen
1. Das Kochen. 4
2. Die Rezepte. 5
3. Eßkultur. 5
4. Das Essen. 8
V. Conclusion. 10
VI. Literaturverzeichnis. 11
1
Johannes Mario Simmel, erfolgreicher Bestsellerautor, schrieb den Roman „Es muß nicht immer Kaviar sein” nach einem Tatsachenbericht des Mannes, der in dem Werk später die Figur des Helden verkörpern sollte und dem Leser als Thomas Lieven vorgestellt wird. Thomas Lieven hat ein große Leidenschaft - das Kochen und damit zusammenhängend natürlich auch das Essen. Trotzdem er zu den großen Feinschmeckern zählt, die einen Truthahn mit Trüffeln zubereiten, ist er auch in der Lage aus einfachen Zutaten ein deliziöses Mahl zuzubereiten.
Lieven, ein deutscher Staatsbürger, ist noch im Mai des Jahres 1939 ein erfolgreicher Bankier in London. Er ist ein attraktiver Mann von dreißig Jahren, der mit seinem kurzen, schwarzen Haar, sonnengebräunter Haut und sehr charmantem Auftreten bereits zu einem „Ladykiller” avancierte. 1 Wir haben hier also keinen Abenteuerroman in der historischen Tradition vor uns. Die Kindheit und Jugend des Helden sind nicht wichtig für den dargestellten, begrenzten Zeitabschnitt, der das Abenteuer enthält. Den Erfolgsmustern der Bestseller folgend verliert dieser Held zu Beginn des Romans alles, was seinen materiellen Erfolg ausmacht. Sein Partner betrügt ihn und er verliert seine Bank. Aus England wird er urplötzlich ausgewiesen und muß deswegen auch seinen ganzen Besitz zurücklassen. Dieses Unrecht bringt ihm von Beginn an die Sympathie der Leser ein. Von der deutschen Reichsabwehr gezwungen in ebenjenen Geheimdienst einzutreten, beginnt das Abenteuer, das Thomas Lieven zu einem Dreifachagenten werden läßt, der notgedrungen auch noch für den englischen Secret Service und das französische Deuxièm Bureau arbeiten muß ohne, daß der jeweils andere Geheimdienst davon erfährt. Als strenger Pazifist wird er nun in viele grotesk anmutende Abenteuer verwickelt, bei denen er sich bemüht, seinen pazifistischen Grundsätzen treu zu bleiben, und weder zum Tod seiner eigenen Landsleute noch eines Engländers oder Franzosen durch eine der anderen Geheimorganisationen beizutragen. Im Grunde wird Thomas Lieven zu einem gerissenen Einzelgänger, der mit allen gegen alle arbeitet.
1 Simmel, S. 27
2
Da uns die Figur zunächst als durchaus normaler Mensch vorgestellt wird, der gezwungen wird in sein Schicksal hineinzuwachsen und zu einem sozialen Chamäleon zu werden, um sein Überleben zu sichern, werden seine unglaublichen Erlebnisse zu Abenteuern. Zu diesen Abenteuern gehören, neben der Mitarbeit in drei Geheimdiensten und einer Agentenausbildung, Entführungen, Fälschungen, Flucht, Gefängnis, Verstellung, Täuschung, Bestechung und ein Kurs in Verbrechen und Gaunersprache. Dabei wird von Simmel vieles ironisiert dargestellt. Ironie an sich ist es bereits, daß die Geheimdienste sich so ähnlich sind, daß die Menschen auf den drei Seiten sich so ähnlich sehen, daß sie beliebig austauschbar wären.
Nie ist eine noch so aussichtslose und unangenehme Lage so aussichtslos und unangenehm, daß der Held nicht souverän über den Dingen stehen würde. Immer wieder und von Mal zu Mal zynischer stellt sich der Held die zum zynischen Running Gag werdende Frage, was die Freunde in seinem Club wohl dazu sagen würden, wenn er ihnen das erzählte. 2
Wir haben es hier also keinesfalls mit einem von Rousseau verächtlich als „in seiner beschränkten Unfähigkeit nur an einem Tisch Platz findenden Gourmet zu tun, dessen Urteil über die Schüsseln nicht hinaus geht”. 3
Zum Abenteuer in diesem Roman gehören aber noch andere Elemente wie ein ausgedehntes Panorama, das durch ganz Europa bis hin nach Amerika führt und die Liebe. Doch in dieser Hausarbeit soll dem Essen und Kochen im Roman das Hauptaugenmerk gelten.
III. Abenteuer und Authentizität
Bereits die Eingangsworte des Romans weisen darauf hin, daß die Geschichte des Thomas Lieven auf wahren Begebenheiten basiert. Trotzdem fällt es manchmal schwer, diese „tollkühnen” Abenteuer für tatsächlich geschehen anzusehen. Um aber diese Authentizität herzustellen, baut der Autor Quellen ein, die jedoch auch Pseudoquellen sein könnten, welche in der Realität des Romans ihre Realität als schriftliches Dokument annehmen.
2 Simmel, u.a. S. 44
3 zitiert nach: Winnington, S.7
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Arbeit zitieren:
Corinna Hein, 1999, Essen und Kochen in Johannes Mario Simmels Bestseller "Es muß nicht immer Kaviar sein", München, GRIN Verlag GmbH
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