ERSTE STAATSPRÜFUNG
FÜR DAS LEHRAMT AN SONDERSCHULEN
HERBST 2004
AN DER FAKULTÄT FÜR SONDERPÄDAGOGIK
DER PÄDAGOGISCHEN HOCHSCHULE LUDWIGSBURG
IN VERBINDUNG MIT DER UNIVERSITÄT TÜBINGEN
MIT SITZ IN REUTLINGEN
WISSENSCHAFTLICHE HAUSARBEIT
VON
LENA KÖNIG
THEMA:
Schülerfirmen an Förderschulen-
Untersuchungen zu einem didaktischen Konzept
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung ... 5
1. Einleitung ... 5
2. Die Förderschule ... 7
2.1. Die Förderschule allgemein ... 7
2.2. Definition Lernbehinderung ... 7
2.3. Die Schüler der Förderschule ... 8
2.4. Aufgaben und Ziele der Förderschule ... 9
2.4.1. Realisierung der Ziele ... 9
3. Zum Begriff Schülerfirma ... 11
3.1. Die Juniorfirma ... 11
3.2. Die Übungsfirma ... 12
3.3. Versuch einer Abgrenzung und Definition ... 12
3.3.1. Das Eigeninitiative- Projekt ... 13
3.3.2. Das Lehrerzentrierte- Projekt ... 13
4. Rechtliche Aspekte einer Schülerfirma ... 14
4.1. Grundlage ... 14
4.2. Aufsichtspflicht ... 15
4.3. Abschluss von Rechtsgeschäften ... 16
4.4. Wahl der Rechtsform ... 16
4.4.1. Schülerfirmen als Schulprojekte ohne eigenen Rechtsstatus ... 16
4.4.2 Schülerfirmen unter dem Dach eines Fördervereins ... 17
4.4.3 Schülerfirmen in Partnerschaft mit Institutionen oder Firmen ... 18
4.4.4. Schülerfirmen als selbständige Wirtschaftsunternehmen ... 18
4.5. Rechtsformen für Schülerfirmen an Förderschulen ... 20
5. Didaktisch- methodische Konzeptionen ... 21
5.1. Definition Didaktik ... 21
5.1.1 Die didaktische Analyse ... 21
5.2. Relevante didaktische Konzepte für Schülerfirmen an FöS ... 22
5.2.1. Der projektorientierte Unterricht ... 23
5.2.2. Der handlungsorientierte Unterricht ... 27
5.2.3. Fächerübergreifender Unterricht ... 29
6. Die Schülerfirma im Rahmen des bestehenden Lehrplans ... 35
6.1 Unterstufe ... 38
6.2. Mittelstufe ... 38
6.3. Oberstufe ... 40
7. Lernziele einer Schülerfirma nach GEYER ... 42
8. Vorüberlegungen zur Befragung ... 44
8.1. Anliegen der Befragung ... 44
8.2. Methodik der Befragungen ... 44
8.3. Konzeption der Fragebögen ...
9. Auswertung der Befragung ... 47
9.1. Auswertung der Fragebögen für Schüler ... 47
9.1.1. Schulen, Klassen, Hintergrundinformationen ... 47
9.1.2. Allgemeine Fragen zur Schülerfirma ... 48
9.1.3. Organisatorischer Rahmen ... 49
9.1.4. Aufträge und Gewinn ... 49
9.1.5. Lernerfolg, Berufsleben ... 50
9.1.6. Probleme innerhalb der Firma ... 51
9.2. Auswertung der Fragebögen für Lehrer ... 51
9.2.1. Schulen, Klassen, Hintergrundinformationen ... 51
9.2.2. Allgemeine Fragen zur Schülerfirma ... 51
9.1.3. Organisatorischer Rahmen ... 52
9.1.4. Aufträge und Gewinn ... 54
9.1.5. Lernerfolg, Berufsleben ... 54
9.1.6. Probleme innerhalb der Firma ... 54
10. Resümee ... 56
11. Literaturverzeichnis ... 63
Anhang ... 66
Vorbemerkung
Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich einen Hinweis zur maskulinen Form geben:
Mit den Begriffen „Lehrer“ und „Schüler“ sind sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint. Um den Text leserlich zu halten, möchte ich jedoch darauf verzichten, dies bei jeder Verwendung erneut auszudrücken
1. Einleitung
Meine Aufmerksamkeit wurde während eines Blockpraktikums auf das Projekt einer Schülerfirma gelenkt. Dieses Projekt weckte bald mein vollstes Interesse und ich bekam Lust, mehr über diese Form von Unterricht herauszufinden.
Leider findet sich in der Literatur sehr wenig zu diesem Thema. Alle Materialien, die ich zur Arbeit mit einer Schülerfirma finden konnte, waren meiner Meinung nach meist unzulänglich ausgearbeitet und unvollständig. So kann man z.B. zum Thema didaktische Fragestellungen eines solchen Projektes kaum verwendbares Material finden. Dies war Anlass für mich, mehr über Schülerfirmen zu recherchieren bzw. Fragestellungen genauer zu bearbeiten.
Die Arbeit, die hier vorliegt, trägt den Titel „Schülerfirmen an der Förderschule- Untersuchungen zu einem didaktischen Konzept.“ Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Im ersten Teil wird das Thema theoretisch erarbeitet. Es wird geklärt, welches Klientel sich an Förderschulen befindet und was die allgemeinen Ziele der Förderschule sind. Im dritten Kapitel wird der Begriff „Schülerfirma“ von verschiedenen Perspektiven beleuchtet und eine Abgrenzung vorgenommen. In Kapitel vier geht es um die rechtlichen Aspekte einer Schülerfirma. Es wird dargestellt, welche rechtlichen Zusammenhänge und Vorsichtsmaßnahmen in diesem Bereich getroffen werden müssen. Außerdem werden Kriterien zur Wahl der Rechtsform, der Aufsichtspflicht und Empfehlungen für Rechtsformen einer Schülerfirma an Förderschulen aufgestellt und abgegeben.
Auf dieser Basis werden in Kapitel fünf didaktisch- methodische Konzeptionen, die sich für die Arbeit mit einer Schülerfirma eignen, vorgestellt. In diesem Kapitel geht es sowohl um grundsätzliche didaktische Fragestellungen als auch um mögliche Methoden und Zielsetzungen in der Arbeit mit einer Schülerfirma an einer Förderschule.
Im weiteren Verlauf meiner Arbeit soll in Kapitel 6 ein Lehrplanbezug stattfinden. Dieser Lehrplanbezug ist auch im Hinblick auf die Formulierung weiterer Ziele wichtig. Außerdem werden Themengruppen, Themen und Unterthemen des Lehrplans auf ihre Bedeutung in Verbindung mit einer Schülerfirma überprüft und Themengruppen genannt, die sich für die Arbeit mit einer Schülerfirma eignen. Das 7. Kapitel soll Lernziele, die in der Literatur zu finden sind, veranschaulichen. Diese Ziele werden im weiteren Verlauf der Arbeit teilweise bestätigt, revidiert oder relativiert.
Der zweite Teil meiner Arbeit beschäftigt sich mit der Befragung von vier Lehrern und 14 Schülern, die in einer Schülerfirma an einer Förderschule arbeiten. In Kapitel 8 sind zunächst Vorüberlegungen zum praktischen Teil, die methodische Vorgehensweise und die Konzeption der Fragebögen zu erlesen. In Kapitel 9 werden die einzelnen Fragebögen ausgewertet. In den Auswertungen befinden sich teilweise Anmerkungen meinerseits, da mir einige Punkte bei der Auswertung der Fragebögen aufgefallen sind, die ich für wichtig halte. Im Resümee wird versucht ein Konstrukt einer Schülerfirma an Förderschulen zu entwickeln, so dass alle wichtigen Aspekte, von der Gründung bis hin zu didaktischen Konzepten, möglichst alle wichtigen Aspekte einer Schülerfirma an Förderschulen Beachtung gefunden haben.
2. Die Förderschule
Um eine deutliche Abgrenzung von den teilweise sehr komplexen Schülerfirmen an Gymnasien, Realschulen und beruflichen Fachschulen vornehmen zu können, erscheint es mir unablässig, die Förderschule und ihre Schüler kurz zu beschreiben.
2.1. Die Förderschule allgemein
„Die Förderschule vermittelt eine grundlegende Allgemeinbildung, die sich an lebensnahen Lernsituationen, konkreten Aufgabenstellungen und am praktischen Handeln orientiert- dabei aber der besonderen Förderungsbedürftigkeit der ihr anvertrauten Schüler entspricht und nach sonderpädagogischen Grundsätzen arbeitet.“1 Sie ist speziell auf die Schüler ausgerichtet, die „umfänglich und langandauernd in ihrem Lernen beeinträchtigt sind und dadurch Leistungs- und Verhaltensformen aufweisen, die deutlich von der Altersnorm abweichen“2
Dabei soll die Lernbehinderung aber nicht als „umfassender Mangel an Lernfähigkeit“3 betrachtet werden, sondern als ein herabgesetztes Leistungsvermögen in verschiedenen Bereichen, das die Schüler daran hindert, den Anforderungen der Grund- oder Hauptschule gerecht zu werden. Die Förderschule nimmt Schüler aus allen Schulstufen auf, wenn sie besonderer Förderung bedürfen.
2.2. Definition Lernbehinderung
Lernbehinderung wird laut SCHAUB/ ZENKE4 als Synonym von Lernbeeinträchtigung gebraucht.
Eine „Lernbehinderung wird festgestellt, wenn ein Kind oder Jugendlicher schwer in verschiedenen Lernfeldern und langandauernd in seinem schulischen oder berufsbezogenen Lernen beeinträchtigt ist, in seinen Leistungen deutlich unter den Normen seiner Altersgruppe bleibt und deshalb besonderer Hilfen bedarf.“5
[....]
1 aus: Die Förderschule. www.leu.bw.schule.de
2 aus: Die Förderschule. www.leu.bw.schule.de
3 aus: Die Förderschule. www.leu.bw.schule.de
4 Schaub, H./ Zenke, G.: Wörterbuch Pädagogik. Deutscher Taschenbuch Verlag. München 19993. S. 227
5 Schaub, H./ Zenke, G.: Wörterbuch Pädagogik. Deutscher Taschenbuch Verlag. München 19993. S. 227
Arbeit zitieren:
Lena König, 2004, Schülerfirmen an Förderschulen - Untersuchungen zu einem didaktischen Konzept, München, GRIN Verlag GmbH
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