Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
I Inhaltsverzeichnis
II Abbildungsverzeichnis 2
III Tabellenverzeichnis 2
IV Abkürzungsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
1.1 Problemstellung 3
1.2 Zielsetzungen 4
1.3 Aufbau der Arbeit 5
2 Begriffsabgrenzung 6
2.1 Definition Nonprofit-Organisation 6
2.2 Definition Ehrenamt 6
2.3 Definition Hauptamt 9
3 State of the art 10
4 Hauptamt vs. Ehrenamt 12
4.1 Motivation und Entlohnung 13
4.1.1 Motivation und Entlohnung von Ehrenamtlichen 16
4.1.1.1 Motivation aus Eigennutz 17
4.1.1.2 Gemischte Motivation 18
4.1.1.3 Entlohnung von Ehrenamtlichen 19
4.1.2 Motivation und Entlohnung von Hauptamtlichen 20
4.2 Einsatzgebiete haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter 21
5 Das Verhältnis zwischen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern in NPO 23
5.1 Chancen 23
5.2 Konflikte 26
5.2.1 Strukturinduzierte Konflikte 27
5.2.1.1 Unklare Auftrags- und Kompetenzverteilungen 27
5.2.1.2 Arbeitsplatzbedrohung 28
5.2.1.3 Motivations- und Entlohnungskonflikte 29
5.2.1.4 Formalisierung 30
5.2.1.5 Informationsverteilung 30
5.2.1.6 Verfügbarkeit und Qualifikation 31
5.2.1.7 Hierarchisch bedingte Konflikte 33
5.2.2 Verhaltensinduzierte Konflikte 33
5.3 Lösungsansätze 36
6 Weitere Forschung 40
7 Schlussfolgerungen 41
V Anhang 42
VI Literaturverzeichnis 50
1
Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
II Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Formen gemeinwohlorientierten Engagements 7
Abbildung 2: Anteil Haupt- und Ehrenamtlichen in NPO (Durchschnitt von 35 Staaten) 13 Abbildung 3: Stellenwert des Einsatzes von Motivationsinstrumenten aus Sicht der Verbandsführung 16
Abbildung 4: Beziehungstypen zwischen Haupt- und Ehrenamt 23
Abbildung 5: Ist- und Soll-Zustand der Tätigkeitsfelder Haupt- und Ehrenamtlicher 36
Abbildung 6: Typologie der Freiwilligenarbeit 42
Abbildung 7: Einsatzgebiete bezahlter und unbezahlter Mitarbeiter in NPO 44
Abbildung 8: Vergleich zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern im Hinblick auf ihre altruistischen und egoistischen Erfahrungen. 44
Abbildung 9: Problemzonen des Phänomens Ehrenamt 46
III Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Literatur zum Verhältnis zwischen HA und EA 11 Tabelle 2: Vor- und Nachteile Ehrenamtlicher 26 Tabelle 3: Konflikte zwischen EA und HA aus der Sicht der EA 36 Tabelle 4: Unterschiede zwischen Ehrenamtlichen und Freiwilligen 42 Tabelle 5: Vor- und Nachteile Haupt- und Ehrenamt 43 Tabelle 6: Häufigkeit einzelner Konfliktursachen 45 Tabelle 7: Motivation und Rahmenbedingungen Haupt- und Ehrenamtlicher 47 Tabelle 8: Studien über Lohnunterschiede zwischen Angestellten von FPO und NPO 48
IV Abkürzungsverzeichnis
EA Ehrenamtliche FPO Forprofit-Organisationen HA Hauptamtliche NPO Nonprofit-Organisationen OR Schweizerisches Obligationenrecht
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Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
1 Einleitung
Nonprofit-Organisationen (NPO) sind oft Dienstleistungsbetriebe und das Personal, welches die Leistungen erbringt, ist von besonderer Bedeutung. Um die Wichtigkeit der NPO als Arbeitgeber und für die Volkswirtschaft zu zeigen, sollen an dieser Stelle einige Zahlen genannt werden: In der Schweiz hatten sich z.B. im Jahre 2000 ca. 1,5 Millionen Menschen bzw. jede vierte Person ab 15 Jahren für mindestens eine ehrenamtliche Tätigkeit in einer NPO engagiert. 1 Dabei beträgt der durchschnittliche Zeitaufwand pro ehrenamtlich Arbeitenden im Monat rund 14 Stunden. Der Wert der gesamten ehrenamtlichen und gemeinnützigen Tätigkeiten in der Schweiz beläuft sich auf ca. CHF 10 Mrd. 2 International gesehen werden durchschnittlich rund 4,4 % (davon 2,8 % hauptamtlich und 1,6 % ehrenamtlich) der Gesamtbeschäftigung durch NPO angeboten. In Belgien, Irland und Holland beträgt der Anteil sogar mehr als 10 % der Gesamtbeschäftigung. 3
1.1 Problemstellung
Das Personal in NPO setzt sich aus einem grossen Spektrum unterschiedlicher Personaltypen zusammen. 4 Neben den auch in Forprofit-Organisationen (FPO) anzutreffenden Typen, ist ein besonderes Charakteristikum vieler Organisationen die gleichzeitige Beschäftigung bezahlter und unbezahlter Mitarbeiter/innen. 5
Am Anfang der Gründungsgeschichte ist vorwiegend die ehrenamtliche Arbeit ein treibender Faktor für das Wachstum der NPO. 6 Viele kleine NPO sind bis zu einer gewissen Grösse in der Lage, ihre Aufgabenbereiche ausschliesslich mit ehrenamtlichen Arbeitskräften zu decken. 7 Die Leistungserstellung auf freiwilliger und unbezahlter Basis scheint jedoch zunehmend an ihre Grenzen zu stossen: Verschiedene Autoren weisen auf den Trend einer Professionalisierung hin, was als zunehmender Einsatz bezahlter Fachkräfte verstanden wird. 8 Durch diesen Druck zur Professionalisierung und durch die gemischte Personalstruktur, ist das Kon-
1 Vgl.NADAI (2004), S. 28
2 Vgl. SCHMID/SOUSA-POZA/WIDMER (1999), S. 50 ff.; SCHÖN-BÜHLMANN (2004), S. 28
3 Vgl. SALAMON/SOKOLOWSKI/LIST (2003), S. 42
4 Vgl. NEUMANN (2004), S. 2 ff.
5 Vgl. VON ECKARDSTEIN (2002), S. 310
6 Vgl. BOVAY (1998), S. 37
7 Vgl. SCHÜTTE (2000), S. 134
8 Vgl. z.B. HEINEMANN/SCHUBERT (1992), S. 21 ff.; SAUER (2000), S. 20 f.; SCHÜTTE (2000), S. 129 ff.
3
Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
fliktpotential in NPO gross. 9 Unterschiedliche Ziele, Einstellungen, Werte und Normen, Persönlichkeitsvariablen, Informationen und Sachzwänge, sowie Organisationsstrukturen und -systeme können generelle Konflikte zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen auslösen. 10 Zusätzlich unterscheiden sich Hauptamtliche und Ehrenamtliche durch ihre Antriebsfelder. So steht bei den Hauptamtlichen die Einkommenserzielung im Vordergrund, bei Ehrenamtlichen vor allem „die Nutzenstiftung auf Basis einer intrinsischen Motivation“ 11 . Aus diesem Grund, und auf Grund unterschiedlicher Qualifikationen und Einsatzmöglichkeiten können zusätzliche, spezifische Konflikte entstehen. 12 Die effiziente Zusammenarbeit gewinnt im Konkurrenzkampf um ehrenamtliche Ressourcen im Nonprofit-Sektor immer mehr an Bedeutung. 13 Es ist deshalb elementar, die Unterschiede der beiden Arbeitsformen in der Organisation zu kennen. Die besondere Herausforderung, und zugleich auch Chance, liegt in der Gestaltung einer effizienten Zusammenarbeit zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen.
1.2 Zielsetzungen
Die Beziehung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen stellt das Personalmanagement vor grosse Herausforderungen, welche nur mit fundiertem Wissen über die Eigenarten der beiden Beschäftigungsarten und deren Interaktionen gemeistert werden können. In der Literatur fehlt jedoch der Überblick über die bestehenden Erkenntnisse. Für diese Arbeit lassen sich somit die folgenden vier Zielsetzungen definieren: Diese Arbeit soll die Unterschiede zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen bezüglich N
Motivation, Entlohnung, Einstellung, Verfügbarkeit und Einsatzmöglichkeiten aufzeigen.
Sie versucht dabei, einen möglichst umfassenden Überblick über die bestehende Lite- N
ratur im Bereich Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt zu geben. Die Chancen und Konflikte in der Beziehung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen N
sollen erläutert werden.
Das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Gestaltung der Beziehung zwischen den beiden N
Gruppen, stellt die vierte Zielsetzung dar.
9 Vgl. VON ECKARDSTEIN (2002), S.323
10 Vgl. REGNET (2001), S. 26 ff.
11 LICHTMANNECKER (2002), S. 56
12 Vgl. SCHWARZ (1993), S. 6 f.
13 Vgl. GRAEFF/WEIFFEN (2001), S. 368
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Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
1.3 Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit baut sich wie folgt auf:
In Kapitel zwei erfolgen die Definitionen der für diese Arbeit relevanten Begriffe. Das Kapitel drei ist dem aktuellen Stand der Forschung gewidmet und zeigt die zu diesem Thema vor-handene Literatur. Im anschliessenden Kapitel vier folgen Ausführungen zu ausgewählten Motivationstheorien und die Gegenüberstellung von Haupt- und Ehrenamt bezüglich Motivation, Entlohnung und Einsatzgebiet. Kapitel fünf beinhaltet den Kern der Arbeit: Unter Verwendung der bisherigen Ausführungen wird das Verhältnis zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern ausführlich dargestellt und erklärt. Die Chancen und Konfliktfelder in der Beziehung zwischen Haupt- und Ehrenamt werden dabei in unterschiedlichen Unterkapiteln genauer untersucht. Kapitel 5.3 präsentiert einige Lösungsvorschläge für das Konfliktmanagement. Kapitel sechs zeigt weitere Forschungsmöglichkeiten auf und mit den Schlussfolgerungen in Kapitel sieben wird die Arbeit abgerundet.
Im Sinne einer höheren Leserfreundlichkeit werden in der vorliegenden Arbeit die weiblichen Endformen jeweils weggelassen. Selbstverständlich sind jedoch in allen Fällen sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint.
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Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
2 Begriffsabgrenzung
In der Literatur werden dieselben Begriffe oft mit unterschiedlichen Deutungen versehen oder unterschiedliche Begriffe für die gleichen Eigenschaften verwendet. Für den Bereich der (weitgehend) unbezahlten, freiwilligen Tätigkeit z.B., existieren eine Fülle von unterschiedlichen Begriffen und uneinheitlichen Definitionen. 14 Deshalb scheint eine Begriffsabgrenzung sinnvoll und unumgänglich.
2.1 Definition Nonprofit-Organisation
Die Bezeichnung Nonprofit-Organisation wird für Organisationen verwendet, welche nicht profitorientiert sind. Sie unterscheiden sich vom dritten Sektor vor allem durch die Beschäftigung von unbezahlten, freiwilligen Mitarbeitern. 15 Im Folgenden werden in Anlehnung an SCHWARZ, PURTSCHERT und GIROUD, Organisationen als private NPO bezeichnet, welche
N eine private Trägerschaft (z.B. ein Verein oder eine Stiftung) und N eine mitgliedschaftliche Struktur haben, N bedarfswirtschaftliche Ziele verfolgen,
N die Interessen der Mitglieder oder Klienten gegenüber dem Staat oder anderen Organisationen vertreten,
N Dienstleistungen für einzelne Personen und die Gesellschaft erbringen und N ehrenamtliche Mitarbeiter in ihren Reihen beschäftigen. 16
2.2 Definition Ehrenamt
Im Gegensatz zur Definition der NPO, erweist sich eine eindeutige Definierung des Begriffes Ehrenamt als schwierig. Auch BEHER, LIEBIG und RAUSCHENBACH fanden weder in theoretischer, noch in empirischer Literatur eine allgemein anerkannte Definition für den Begriff Ehrenamt. 17 Grundsätzlich erfolgt die Definition des Ehrenamtes aus der Unterordnung
14 Für eine Übersicht vgl. BEHER/LIEBIG/RASCHENBACH (1999), S. 104 f.
15 Vgl. VON ECKARDSTEIN/BRANDL (2004), S. 299 f.
16 Vgl. SCHWARZ/PURTSCHERT/GIROUD (2002), S. 19 f.
17 Vgl. BEHER/LIEBIG/RAUSCHENBACH (1999), S. 101 ff.
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Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
zur Freiwilligenarbeit (siehe Anhang Abb. 6). 18 Trotzdem entstehen beim Versuch einer klaren Zuordnung Problemzonen und Überschneidungen (siehe Anhang Abb. 9). Abb. 1 zeigt eine ausführliche Unterteilung der Formen gemeinwohlorientierten Engagements und den, mit einer Hervorhebung markierten, für diese Arbeit relevanten Bereich.
BEHER, LIEBIG und RAUSCHENBACH definieren den Begriff des Ehrenamtes anhand verschiedener Dimensionen. Er positioniert sich zwischen: N Unbezahlter und bezahlter Arbeit N Geringem und erheblichem zeitlichen Engagement N Engagement für sich und für andere N Engagement innerhalb und ausserhalb des sozialen Nahraums N Arbeit mit oder ohne organisatorische Anbindung
18 Vgl. HANHART et Al. (2000), S. 17
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Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
N Selbstbestimmtes Engagement und Übertragung von hoheitlichen Aufgaben N Arbeit mit und ohne Qualifikation N Personen- und sachbezogener Arbeit N Einfacher Mitgliedschaft und tätigem Engagement N Formal und nicht formal legitimierten Funktionen. 19
Diese sehr breite Definition wird in den meisten Publikationen in diversen Dimension stärker eingeschränkt. Als eine Zusammenfassung der am häufigsten verwendeten Definitionen soll das Ehrenamt fortan als konkrete Tätigkeit definiert sein, die N freiwillig und N ohne regelmässiges Einkommen
N für einen externen Nutzen für Dritte oder die Gesellschaft, N im Rahmen einer Organisation, N häufig mit zeitlich beschränktem Einsatz und N ohne zwingend fachspezifische Ausbildung erbracht wird. 20
Dabei ist der freie Wille des Individuums zur Ausübung und Aufrechterhaltung der Tätigkeit von besonderer Bedeutung. Die Person darf weder beruflich zu dem Engagement verpflichtet, noch durch einen monetären Geldfluss motiviert werden, der ihren Aufwand kompensiert und ein regelmässiges Einkommen garantiert. 21 So bezeichnet GOLL Ehrenamtliche als nebenberufliche Nicht-Arbeitnehmer, da kein rechtlicher Arbeitsvertrag zwischen der Person und der Organisation besteht. 22
Der Begriff Ehrenamt lässt auf ein Amt schliessen, in das man gewählt oder dafür ernennt werden muss. 23 In der Literatur wird sehr oft nicht zwischen Ehrenamt und Freiwilligen unterschieden, weil Ehrenamtliche immer auch Freiwillige sind. 24 So versteht z.B. auch BADELT ehrenamtliche Arbeit in erster Line als Arbeitsleitung, „der kein monetärer Gegenfluss gegenübersteht, die also nicht mit Geld bezahlt wird“ 25 . Gemäss WINKLER und einer Studie von WENG bestehen jedoch durchaus gewisse Unterschiede zwischen Ehrenamtlichen
19 Vgl. BEHER/LIEBIG/RAUSCHENBACH (1999), S. 106
20 Vgl. GOLL (1991), S. 151 ff.; WESSELS (1994), S. 13 f.; HÖFLACHER (1999),S. 52; BACHSTEIN (1997), S. 2; HANHART et al. (2000), S. 17 ff.; VON ROSENBLADT (2000), S. 16; MAYERHOFER (2001), S. 266; WENG (2002), S. 27
21 Vgl. WINKLER (1988), S. 46; LICHTSTEINER (1995), S. 32; HÖFLACHER (1999), S. 53; BADELT (2002), S. 574 ff.
22 Vgl. GOLL (1991), S. 144 ff.
23 Vgl. WINKLER (1988), S. 41 f.
24 Vgl. HANHART et Al. (2000), S. 19 f.
25 BADELT (2002), S. 573
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Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
und Freiwilligen (siehe Anhang Tab. 4). 26 So erhalten Ehrenamtliche z.B. durch eine Wahl ihr Amt und führen z. T. eine Führungsfunktion aus, während Freiwillige ohne offizielle Wahl für die Leistungsebene engagiert werden. 27 .
In dieser Arbeit werden im Folgenden die spezifischen Eigenschaften des Amtes nur dann ausgeführt, wenn dadurch eine andere Betrachtungsmöglichkeit entsteht.
2.3 Definition Hauptamt
Das Hauptamt grenzt sich vom Ehrenamt durch eine vertragliche Vereinbarung zwischen der Organisation und der Person und durch den Aspekt der Einkommenserzielung ab. 28 Hauptamtliche müssen mit ihrer Tätigkeit Einkommen erzielen, um ihren Lebensunterhalt sichern zu können. 29
Gemäss dem Schweizerischen Obligationenrecht sind die Voraussetzungen für die Entstehungen eines Einzelarbeitsvertrages die Verpflichtung zur Entrichtung eines Lohnes seitens des Arbeitgebers und zur Leistung von Arbeit seitens des Arbeitnehmers. 30 Personen, die freiwillig Leistungen erbringen, ohne sich vertraglich dazu verpflichtet zu haben, sind somit nicht Hauptamtliche.
26 Vgl. WINKLER (1988), S. 46; WENG (2002), S. 202 ff.
27 Vgl. SCHMID/SOUSA-POZA/WIDMER (1999), S. 40 ff.; HANHART et Al. (2000), S. 93 f.
28 Vgl. GOLL (1991), S. 135 ff.
29 Vgl. SCHÜTTE (2000), S. 129
30 Vgl. AEPPLI (1997), OR Art. 319 Abs. 1
9
Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen
3 State of the art
Für diese Arbeit wurden zuerst zwölf wissenschaftliche Zeitschriften untersucht. Mit dem Einbezug von gegen 50 Büchern und einer umfassenden Internet-Recherche wurde versucht, die dünne Literaturbasis entsprechend zu ergänzen. Es kann nun gesagt werden, dass fundierte empirische Studien über die Problemfelder zwischen Haupt- und Ehrenamt weitgehend fehlen. Der Grossteil der Aussagen in der Literatur basieren nicht auf eigenen, sondern auf wenigen fremden Studien.
Bisher wurde vor allem die Motivation von Ehrenamtlichen in der Literatur ausführlich diskutiert. Häufig konzentrierte sich die Forschung auf spezifische NPO-Bereiche mit z. T. widersprüchlichen Ergebnissen. Eine Verallgemeinerung erweist sich unter diesen Umständen als schwierig, ein globaler Überblick über die bisherigen Studien fehlt. Behindert wird ein Überblick durch die unterschiedlichen Charakteristika der verschiedenen NPO-Typen und der schon angedeuteten Begriffsproblematik. Dies kritisieren auch BEHER, LIEBIG und RAUSCHENBACH in ihrem sekundäranalytischen Vergleich zum Begriff des Ehrenamtes. 31 Als weiteres Hindernis für eine Verallgemeinerung kommt die Parteinahme vieler Autoren für oder gegen die Beschäftigung Hauptamtlicher hinzu. Zudem wurden häufig die Ausführungen und Empfehlungen aus Sicht eines Ehrenamtlichen oder eines Hauptamtlichen geschrieben. Es fällt auf, dass dieses Thema von vielen Autoren ausschliesslich literarisch behandelt wurde. Die Artikel wurden häufig für eine praktische Anwendung geschrieben. In deutschsprachiger Literatur wurde die Beziehung zwischen Haupt- und Ehrenamt häufiger direkt untersucht, während in englischsprachiger Literatur die Erkenntnisse vor allem indirekt als Nebenprodukte anderer Untersuchungsziele entstanden.
In dieser Arbeit wird trotzdem versucht, eine Verallgemeinerung zu erzielen. Tabelle 1 stellt einen Überblick über die gefundene Literatur zum Verhältnis zwischen Haupt- und Ehrenamt in NPO her und wagt eine literarische Einordnung. Viele der aufgeführten Quellen enthalten jedoch nur in untergeordneten Kapiteln Ausführungen, welche für diese Arbeit von Relevanz sind.
31 Vgl. BEHER/LIEBIG/RAUSCHENBACH (1999), S. 175 ff.
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Arbeit zitieren:
BA Thomas Küng, 2005, Das Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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