Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 3
1. Ziel- und Aufgabenstellung 4
2. Materialgrundlage 4
3. Methodologisches Vorgehen 5
4. Theoretische Ausgangsposition 6
4.1. Spezifika der Synchronisation 6
4.1.1. Technische Anforderungen an die Synchronisation 6
4.1.1.1. Quantitative Lippensynchronität 6
4.1.1.2. Qualitative Lippensynchronität 7
4.1.2. Translatorische Anforderungen an die Synchronisation 7
4.1.2.1. Funktionalität in der Zielkultur 7
4.1.2.2. Das Problem des kulturellen Transfers 8
4.1.2.3. Einhaltung der Zieltextvorgaben 9
4.2. Systematisierung der Übersetzungsprobleme 10
5. Beschreibung des klassifizierten Materials 11
5.1. Pragmatische Übersetzungsprobleme 11
5.1.1. Probleme der Synchronität 11
5.1.2. Probleme der Adaption von Dialogmaterial entsprechend der Alterskennzeichnung der FSK 12
5.2. Kulturpaarspezifische Übersetzungsprobleme 13
5.2.1. Probleme der Übertragung des Synchrondialogs mit Referenz auf die spezielle Thematik 13
5.2.2. Probleme der Übertragung von Dialogmaterial mit Referenz auf die Ausgangskultur 16
5.3. Sprachenpaarspezifische Übersetzungsprobleme 19
5.3.1. SÜP im Bereich der Syntax 19
5.3.2. ÜP im Bereich der Lexik 20
6. Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerung 23
Literaturverzeichnis 24
Abkürzungsverzeichnis
AT Ausgangstext ZT Zieltext AK Ausgangskultur ZK Zielkultur ÜP Übersetzungsproblem PÜP Pragmatische Übersetzungsprobleme KÜP Kulturpaarspezifische Übersetzungsprobleme SÜP Sprachenpaarspezifische Übersetzungsprobleme OT Originalton S Synchronfassung
1. Ziel- und Aufgabenstellung
In dieser Arbeit sollen die Möglichkeiten und Grenzen der Filmsynchronisation untersucht werden. Gegenstand der Analyse soll eine übersetzungsrelevante Untersuchung sein. Im Vordergrund steht dabei die Identifizierung und kritische Betrachtung von Übersetzungsproblemen auf der Grundlage einer definierten theoretischen Ausgangsposition. Im Ergebnis sollen anhand dieser Analyseergebnisse die Einflüsse und Faktoren herausgestellt werden, die für die Überwindung der identifizierten Übersetzungsprobleme in der Filmsynchronisation relevant sind und inwiefern sich diese in der Wirkung der Übersetzung auf die Zielkultur niederschlagen.
2. Materialgrundlage
Der Untersuchung liegt der Film „White Men Can’t Jump“ des amerikanischen Regisseurs Ron Shelton zu Grunde. Die Komödie, eine Twentieth Century Fox-Produktion, kam 1992 in den USA zum ersten Mal in die Kinos. Kurze Zeit später wurde in Deutschland die Synchronfassung unter dem Titel „Weiße Jungs bringen’s nicht“ ausgestrahlt und gilt bis heute in bestimmten Publikumskreisen als Kultfilm. Sein Erfolg war vor allem den zwei Hauptakteuren Wesley Snipes und Woody Harrelson zu schulden, die als Sydney Dean und Billy Hoyle die Basketballplätze von Venice Beach unsicher machen und somit den in den USA weit verbreiteten Stereotyp der „schwarzen“ Dominanz des amerikanischen Straßenbasketballs widerlegen. Die Story ist simpel: Der Film setzt ein mit Billys Erwachen auf einem von schwarzen Basketballspielern bevölkerten Freiplatz in Venice Beach. Als der clevere und talentierte Sydney den trottelig wirkenden Weißen zu einem Wurfduell herausfordert, glaubt niemand an Billys Gelingen. Nachdem er schließlich doch als Sieger hervorgeht und den beiderseitigen Wetteinsatz kassiert, überredet ihn Sydney, aus dem Irrglauben der meisten Schwarzen, Weiße können kein Basketball spielen, Kapital zu schlagen. Um immer höhere Geldsummen spielend, erobern die beiden die Plätze von Los Angeles - mit einer riskanten Strategie: Sydney soll auf den Plätzen den Unruhestifter spielen und prahlend verkünden, er könne es mit jedem aufnehmen - und das sogar, wenn sein Gegner bestimmen darf, mit wem er zusammen spielen soll. Diese Wahl fällt dann entsprechend des Mythos des basketballunfähigen Weißen immer auf den am Spielfeldrand sitzenden Billy.
Die Wahl der Materialgrundlage fiel aus den folgenden Gründen auf diesen Film: Das Problem des kulturellen Transfers kommt hier besonders zum Tragen. Das Setting
hartumkämpfter Straßenbasketballplätze in amerikanischen Großstädten ist dem deutschen Zielkulturkreis nicht sehr vertraut. „Streetball“ wurde Anfang der 90er Jahre in Deutschland als familien- und jugendorientierte Freizeitbeschäftigung vermarktet und erst später mit dem einsetzenden Erfolg deutscher Spieler in der nordamerikanischen Profiliga von mehr Professionalität gekennzeichnet. Streetball ist ein Derivat des Basketballs, was in den USA zu den beliebtesten und bekanntesten Sportarten zählt, in Deutschland zur Zeit der Erstausstrahlung jedoch lediglich die Rolle einer Randsportart einnahm. Hinzu kommt die Konfrontation von Weißen und Schwarzen, was in den USA historisch bedingt ein sensibles Thema ist und nicht selten zu einem gesellschaftlichen Problem heranwächst. Die Sprache, die die Charaktere in diesem Film an den Tag legen, nimmt demnach oft Bezug auf die Thematik Basketball und weist an vielen Stellen eine Färbung des AAE (African American English) auf - zwei Aspekte, zu denen der deutschsprachige ZK-Kreis kaum Bezug hat.
3. Methodologisches Vorgehen
Zuerst wurden die Szenen des Films ausgewählt, die potentielle Problemstellen bergen könnten. Probleme, die sich durch die Anforderungen an die Synchronität ergeben, treten z.B. häufig in Nahaufnahmen auf, während die Szenen, in denen Basketball gespielt wird, viele Elemente mit Referenz auf den Sport enthalten. Für die Bestimmung anderer kulturspezifischer Elemente ist ein umfassendes Wissen über die AK vorauszusetzen, um potentielle Übersetzungsprobleme identifizieren zu können. Nach einer dieser Strategie entsprechenden Untersuchung, wurde das ausgewählte Dialogmaterial transkribiert und in einem Beispielkorpus zusammengestellt. Anschließend wurden die Beispiele auf der Grundlage einer fundierten Übersetzungstheorie systematisiert und analysiert.
4. Theoretische Ausgangsposition
4.1. Spezifika der Synchronisation
An eine Filmsynchronisation werden sowohl aus technischer als auch aus translatorischer Perspektive spezielle Anforderungen gestellt. Die Synchronisation wird u.a. wie folgt definiert:
„Der Vorgang der Synchronisation bedeutet grob gesprochen die Übersetzung des ausländischen Originaldialogs in die deutsche Sprache sowie den technischen Vorgang der Verbindung des Originalbildstreifens mit dem Tonstreifen, auf dem der neuaufgenommene deutsche Dialog aufgezeichnet ist.“ (Hesse-Quack 1969, S. 13)
Diese Definition ist somit zwar auf die Übertragung von Filmen in die deutsche Sprache beschränkt, erwies sich hinsichtlich der Materialgrundlage dieser Arbeit jedoch als zutreffend. Sie ließe sich aber auch auf alle übrigen Sprachen ausdehnen. Die wesentlichen Probleme bei der Synchronisation entstehen durch die gleichzeitige Präsenz von Bild und Ton.
4.1.1. Technische Anforderungen an die Synchronisation
4.1.1.1. Quantitative Lippensynchronität
Zum Begriff der quantitativen Lippensynchronität wurde von Herbst folgende Definition aufgestellt:
„Quantitative Lippensynchronität bezeichnet die Simultanität von Ton und Lippenbewegungen, unabhängig vom Charakter der Bewegung, d.h. von der Geschwindigkeit und den Positionen, die die Lippen dabei einnehmen.“ (1993, S. 33)
Der Synchrondialog muss demnach also gleichzeitig mit dem Einsetzen der Lippenbewegung zu hören sein. Ebenso müssen das Gesprochene und die Lippenbewegungen gleichzeitig abschließen. Für die Übertragungsrichtung Englisch-Deutsch kann sich dieses Kriterium vor allem auf das Sprechtempo auswirken. Deutsche Übersetzungen aus dem Englischen sind oft wesentlich länger als die Originalfassung. Eine andere Möglichkeit dem Anspruch an die quantitative Lippensynchronität gerecht zu werden, bestünde demnach in der Kürzung des Dialogmaterials.
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Maren Zieger, 2006, Möglichkeiten und Grenzen der Filmsynchronisation - Eine Untersuchung am Beispiel des Films "White Men Can't Jump", Munich, GRIN Publishing GmbH
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