Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die theoretisch fundierte Planung und praktische Anwendung des
Modells 4
2.1 Schritt 1 Das Aufgliedern der Kompetenz 5
2.2 Schritt 2 Die Ordnung in den Aufgabenklassen 8
2.3 Schritt 3 Das Kreieren der Lernaufgaben 11
2.4 Schritt 6 Beispiele für unterstützende Informationen 14
2.5 Schritt 9 Ein Exempel für Just-in time-Informationen 15
3 Das 4 C/ID-Modell im lerntheoretischen und medien-didaktischen
Kontext 16
3.1 Die Lerntheoretische Basis des Modells berücksichtigt situiertes
Lernen 16
3.2 Didaktische Szenarien im 4 C/ID-Modell 17
Medien unterstützen den Lehrplanentwurf 18
4 Zusammenfassende Bewertung 21
Literaturverzeichnis 22
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1 Einleitung
Seit dem 17. Jahrhundert versucht man das Lehren und Lernen zu fördern. Seit dem 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Modelle entwickelt, um die Lehre vom Lehren und Lernen zu unterstützen. Aber können diese Modelle von damals heute noch bedenkenlos angewandt werden? Gewiss nicht, denn die Bedürfnisse unserer Gesellschaft haben sich hinsichtlich des Lernens geändert. Heute prägen uns eine Wissensgesellschaft, das Lebenslange Lernen, das Internet… Unser Lernen wurde komplexer. Die Menschen benötigen folglich auch komplexere Fähigkeiten. Jeroen van Merriënboer, Professor für Bildungstechnologie an der Offenen Universität der Niederlande, forschte nach Strategien zur Förderung von komplexen kognitiven Fähigkeiten. Das Resultat: Das Vier-Komponenten Instruktionsdesign Modell (four-component instructional design model, kurz 4C/ID-Modell) - ein Instruktionsdesign, das während der Anfertigung von Lernmaterialien methodische Anleitungen gibt, um komplexes Lernen beim Lernenden zu unterstützen.
Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Vertiefung des 4C/ID-Modells beschäftigen. Im praktischen Teil wird ein Lehrplanentwurf unter Zuhilfenahme des Modells entwickelt. Mit der theoretischen Konzeption und praktischen Anwendung des Modells will die Autorin zeigen, wie das Modell auf den Bereich der Allgemeinen Erwachsenenbildung, der stark vom Lebenslangen Lernen geprägt ist, Verwendung finden kann und somit nicht nur die Komplexität des Bildungsbereichs selbst würdigt, sondern auch komplexes Lernen ermöglicht. Im folgenden theoretischen Teil werden lerntheoretische und mediendidaktische Überlegungen in Bezug auf das 4C/ID-Modell dargestellt. Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung.
Es wird darauf hingewiesen, dass zugunsten einer besseren Lesbarkeit auf eine geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet wurde. Mit der verwendeten männlichen Form ist jedoch auch das weibliche Geschlecht gemeint.
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2 Die theoretisch fundierte Planung und praktische An-
wendung des Modells
Ohne eine Anpassung an den progressiven Bedarf an Wissen besteht die Gefahr, den Anschluss an den gesellschaftlichen Wandel zur Wissensgesellschaft zu verlieren. Überdies entsteht durch das Altern der Bevölkerung die Notwendigkeit zur permanenten Bildung. Den Herausforderungen des Lebenslangen Lernens trägt der Bereich der Allgemeinen Erwachsenenbildung Rechnung. Durch diesen Bildungsbereich werden dem Erwachsenen Optionen geboten, sein Wissen und seine Kompetenzen - gesellschaftlicher, kultureller oder allgemeinbildender Art - auszubauen.
Um die Zielgruppe der Erwachsenen weiterzubilden, ist jedoch qualifiziertes Personal erforderlich. Auf der Grundlage des 4C/ID-Modells wird im Folgenden ein Entwurf (Blueprint) eines Lehrplans für eine Ausbildung des Fachpersonals, dem Bildungswissenschaftler, entworfen. Mit diesem Blueprint wird ein Training in der Art und Weise angefertigt, dass der Studierende der Bildungswissenschaften im Stande sein wird, Probleme zu handhaben, denen er auch in seiner späteren praktischen Verwendung gegenüberstehen wird.
Dem 4C/ID-Modell geben vier Komponenten den Namen: Lernaufgaben, unterstützende Informationen, Just-in-time-Informationen und Parttask Practice. Beim Entwerfen eines Lehrplans werden diese Komponenten in zehn Schritte zerlegt (vgl. Bastiaens, Deimann, Schrader, & Orth, 2006, S. 94). Für die Konzeption des Lehrplanentwurfs für die Ausbildung des Bildungswissenschaftlers wird im Nachstehenden auf die Schritte eins, zwei, drei, sechs und neun eingegangen, wobei drei der vier Komponenten zum Einsatz kommen:
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Abb. 1: Zehn Schritte zum Komplexen Lernen 2.1 Schritt 1 - Das Aufgliedern der Kompetenz
Die Analyse der Kompetenz stellt den ersten Schritt dar, der für das Erstellen des Lehrplanentwurfs notwendig ist. Die Analyse bildet die Basis „um eine Ausbildung oder kompetenzbasierte Schulung zu entwerfen“ (Bastiaens et al., 2006, S. 94). Zu diesem Zweck ist nicht nur die Analyse der alltäglichen, praktischen Aufgaben eines Berufs, sondern auch die Begutachtung der eigentümlichen Erfahrungen des Berufsexperten im jeweiligen Einsatzbereich nötig. (vgl. Bastiaens et al., 2006, S. 89). Um diese Aufgaben, Erfahrungen und Handlungsweisen abzubilden, wird die Zielkompetenz in ihre Fertigkeiten aufgebrochen. Hierbei entsteht eine Fertigkeitenhierarchie. In ihr sind alle Fertigkeiten, wiederkehrende und nicht wiederkehrende, erfasst. Hierdurch fördert das Modell das Erlernen der nicht wiederkehrenden Aspekte, die das alltägliche Arbeitsleben prägen. Denn erst durch deren Berücksichtigung wird die Gestaltung eines authentischen Lehrplans möglich.
Bezogen auf den zu entwickelnden Lehrplan soll der angehende Bildungswissenschaftler eine Kompetenz zum Managen eines Programmbereichs der Erwachsenenbildungsmaßnahmen einer Volkshochschule erwerben. Diese Kom-
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petenz ist in ihre Einzelteile - in ihre komplexen, konstituierenden Fertigkeiten
- zu zerlegen. Abbildung 2 zeigt eine solche Zergliederung. Erst durch das Beherrschen der dargestellten Fertigkeiten wird eine Bewerkstelligung der ganzheitlichen Kompetenz möglich. Bleiben Fertigkeiten wie „Bildungsbedarfsanalyse erstellen“ oder „Erwachsenengerechte Lehrmethoden festlegen“ unberücksichtigt, so ist die Kompetenz nicht ganzheitlich.
Da alle Fertigkeiten aufeinander aufbauen, herrschen zwischen ihnen Kausalitäten, vertikaler und horizontaler Art. Die horizontalen Beziehungen, auch temporäre Relationen genannt, verdeutlichen den Moment, in dem eine Fertigkeit ausgeführt wird. Ihre Ausübung kann sukzessiv oder synchron erfolgen. Zu beginnen ist mit der äußersten links stehenden Fertigkeit. Diese Bedingung rechtfertigt das Lesen der Hierarchie von links nach rechts (vgl. Merriënboer, Clark & de Croock, 2002, S. 40). Bezogen auf das Anwendungsbeispiel muss der Lernende zunächst den Bildungsbedarf erforschen, um eine Bildungsmaßnahme einer Volkshochschule dauerhaft einrichten zu können. Umgekehrt verhält es sich bei den vertikalen Zusammenhängen, die so genannten konditionalen Relationen. Sie stellen die Beziehungen zwischen den senkrecht verlaufenden Fertigkeiten dar. Erst ein Beherrschen einer unteren Fertigkeit garantiert die Ausübung der nächsthöheren (vgl. Merriënboer et al., 2002, S. 41). Im praktischen Anwendungsbeispiel müssen zunächst die Qualitätsziele festgelegt werden, um die erhobenen Daten zu evaluieren. Das Lesen der vertikalen Zusammenhänge erfolgt daher von unten nach oben.
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Arbeit zitieren:
Christiane Kahl, 2008, Das 4C/ID-Modell, München, GRIN Verlag GmbH
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