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Das Selbstmanagement-Konzept von Kanfer et al.

Subtitle: Die Vorstellung des Ansatzes und die Überführung des Konzeptes in die Pflege am Beispiel chronisch Erkrankter

Termpaper, 2009, 52 Pages
Authors: Christian Kunow, Michael Kieper, Antje Borrasch
Subject: Nursing Science

Details

Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 52
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V134811
ISBN (E-book): 978-3-640-42725-3
ISBN (Book): 978-3-640-42358-3
Notes :
57 Quellen


Abstract

Die Einsicht ist unübersehbar gewachsen, dass qualifizierte Beratungen zum Aufgabenspektrum der Pflege gehören. Dies wird an Ergebnissen von Studien sowie an der Fülle von Veröffentlichungen zur Thematik Beratung deutlich. Die Publikationen signalisieren, dass das Thema in entfalteter und qualifizierter Weise in der Pflege eingetroffen ist und ein Klärungs- und Gärungsprozess durchlebt. Koch-Straube bezeichnet daher die Beratung in der Pflege als „Kind der Moderne“. Trotz des öffentlichen Aufkommens des Themas agiert die Beratungspraxis in der Pflege noch zufällig und unsystematisch. Wenn man einen Blick in die Themenlandschaft der Pflege- und Patientenberatung wagt, wird einem schnell klar, dass wir einer Vielzahl von Definitionen, Formen, Methoden, Theorien, Ansätzen, Konzepten, Aufgaben, Zielen, Interventionsmöglichkeiten, Zielgruppen etc. gegenüberstehen. Eine entscheidende Frage ist, mit welchen methodischen Prinzipien Patienten in der Pflege beraten werden sollen und worauf es in der Beratung ankommt. Dabei nimmt ein bestimmter Aspekt, der als Ziel von Beratung im pflegerischen Kontext von vielen Experten ausgegeben wird, einen gewichtigen Teil ein: „Stärkung der Souveränität, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Patienten im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe“. Dieses Ziel steht im krassen Gegensatz zu den bisherigen Beratungsbemühungen der Pflege. Eine Antwort auf die oben gestellte Frage könnte das Selbstmanagement-Konzept von Kanfer et al. geben. Dieser Beratungsansatz ist ein Konzept der Psychotherapie. Obwohl Haslbeck und Schaeffer den Selbstmanagement-Ansatz von Kanfer et al. zur psychosozialen Versorgung und nicht prinzipiell zum Bereich der Pflege zählen , wagen wir dennoch den Untersuchungsversuch, anhand von chronischen Erkrankungen den Therapieansatz von Kanfer et al. inhaltlich der Pflege zuzuordnen. [...]


Excerpt (computer-generated)

H o c h s c h u l e N e u b r a n d e n b u r g

Fachbereich Gesundheit und Pflege

Studiengang Pflegewissenschaft/Pflegemanagement

Schriftliche Ausarbeitung zum Modul Pflegeberatung

DAS SELBSTMANAGEMENT-KONZEPT

VON KANFER ET AL.:

Die Vorstellung des Ansatzes und die Überführung des

Konzeptes in die Pflege am Beispiel chronisch Erkrankter

Vorgelegt von:

Christian Kunow

Michael

Kieper

Antje

Borrasch

Tag der Einreichung:

18.06.2009


INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 4

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 5

1. EINLEITUNG 6

1.1 Hinführung zur Thematik 6

1.2 Aufbau der Arbeit 7

2. DER SELBSTMANAGEMENT-ANSATZ VON KANFER ET AL. 8

2.1 Theoretische Grundlagen der Selbstmanagement-Therapie 8

2.1.1 Terminologie des Ansatzes

8

2.1.1.1 Definition des Ansatzes

8

2.1.1.2 Auffassungen, die nicht unter diesen Ansatz fallen

9

2.1.1.3 Grundannahmen des Ansatzes

11

2.1.1.4 Therapie: Wortverständnis und Funktion

12

2.1.2 Basisvariablen und -aspekte des Ansatzes

13

2.1.2.1 Selbstregulation und Selbstkontrolle

13

2.1.2.2 Rolle der Therapeut-Klient-Beziehung

15

2.1.2.3 Bedeutung von Therapiemotivation

16

2.1.2.4 Bedeutung von Verhaltensänderung

17

2.1.3 Makro-Perspektive: der Ansatz aus der übergeordneten Sicht

18

2


2.2 Das 7-Phasen-Modell der Selbstmanagement-Therapie 20

2.2.1 Phase 1: Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen

21

2.2.2 Phase 2: Aufbau von Änderungsmotivation und vorläufige

Auswahl von Änderungsbereichen

22

2.2.3 Phase 3: Verhaltensanalyse und funktionales Bedingungsmodell ..

25

2.2.4 Phase 4: Vereinbaren therapeutischer Ziele

26

2.2.5 Phase 5: Planung, Auswahl und Durchführung spezieller

Methoden

28

2.2.6 Phase 6: Evaluation therapeutischer Fortschritte

29

2.2.7 Phase 7: Erfolgsoptimierung und Abschluss der Therapie

29

3. DIE ÜBERTRAGUNG DES SELBSTMANAGEMENT-ANSAT-
ZES IN DIE PFLEGE AM BEISPIEL CHRONISCH KRANKER .. 31

3.1 Besonderheiten von chronischen Erkrankungen 31

3.2 Elemente einer bedarfsgerechten Pflege chronisch Kranker 35

3.3 Überführungsmodalitäten zwischen den Kernpunkten von
Kanfer et al., den Merkmalen von chronischen Krankheiten
und den Komponenten einer bedarfsgerechten Pflege 39

4. SCHLUSSBETRACHTUNG 43

5. LITERATURVERZEICHNIS 45

3


ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Die verschiedenen Funktionsniveaus im Kontext zum Pro-

zess der Selbstmanagement-Therapie

14

Abbildung 2: Die einzelnen Abschnitte der Mikro-Perspektive eingebettet

in die übergeordnete Makro-Perspektive

18

Abbildung 3: Das Ablaufschema von den einzelnen Phasen vor, wäh-

rend und nach der Therapie

19

4


ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abb.

Abbildung

bspw.

beispielsweise

bzw.

beziehungsweise

ca.

circa

et al.

et alii (und andere)

etc.

etcetera

f folgend

ff fort

folgend

o.g.

oben

genannt

s.

siehe

S.

Seite

u.a.

unter

anderem

usw.

und

so

weiter

vgl.

vergleiche

z.B.

zum

Beispiel

zit.

zitiert

5


1. EINLEITUNG

1.1 Hinführung zur Thematik

Die Einsicht ist unübersehbar gewachsen, dass qualifizierte Beratungen zum

Aufgabenspektrum der Pflege gehören. Dies wird an Ergebnissen von Stu-

dien sowie an der Fülle von Veröffentlichungen zur Thematik Beratung deut-

lich. Die Publikationen signalisieren, dass das Thema in entfalteter und quali-

fizierter Weise in der Pflege eingetroffen ist und ein Klärungs- und Gärungs-

prozess durchlebt.1 Koch-Straube bezeichnet daher die Beratung in der Pfle-

ge als

,,Kind der Moderne"

.2 Trotz des öffentlichen Aufkommens des Themas

agiert die Beratungspraxis in der Pflege noch zufällig und unsystematisch.3

Wenn man einen Blick in die Themenlandschaft der Pflege- und Patientenbe-

ratung wagt, wird einem schnell klar, dass wir einer Vielzahl von Definitionen,

Formen, Methoden, Theorien, Ansätzen, Konzepten, Aufgaben, Zielen, Inter-

ventionsmöglichkeiten, Zielgruppen etc. gegenüberstehen. Eine entschei-

dende Frage ist, mit welchen methodischen Prinzipien Patienten in der Pfle-

ge beraten werden sollen und worauf es in der Beratung ankommt. Dabei

nimmt ein bestimmter Aspekt, der als Ziel von Beratung im pflegerischen

Kontext von vielen Experten ausgegeben wird, einen gewichtigen Teil ein:

,,Stärkung der Souveränität, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der

Patienten im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe"

.4 Dieses Ziel steht im krassen

Gegensatz zu den bisherigen Beratungsbemühungen der Pflege.5

Eine Antwort auf die oben gestellte Frage könnte das Selbstmanagement-

Konzept von Kanfer et al. geben. Dieser Beratungsansatz ist ein Konzept der

Psychotherapie. Obwohl Haslbeck und Schaeffer den Selbstmanagement-

1 vgl. Schaeffer/Schmidt-Kaehler 2006, S. 7, Schaeffer/Dierks 2006, S. 845ff, Haslbeck/

Schaeffer 2007, S. 82, Sciborski 2007, S. 171, Koch-Straube 2008, S. 7f

2 Koch-Straube 2008, S. 14; ähnlich sehen dies auch Hüper/Hellige 2007, S. 51

3 vgl. Hüper/Hellige 2007, S. 9

4 Reibnitz 2001, S. 19; auch in: Petermann 1997, S. 3f, Mohr 2002, S. 809f, Mahrer Imhof

2005, S. 343, Ewers et al. 2006, S. 156ff, Schaeffer/Dierks 2006, S. 845ff, Sciborski 2007, S.

169ff, Haslbeck/Schaeffer 2007, S. 82ff, Hüper/Hellige 2007, S. 51, Koch-Straube 2008, S. 7

5 vgl. Koch-Straube 2008, S. 7f

6


Ansatz von Kanfer et al. zur psychosozialen Versorgung und nicht prinzipiell

zum Bereich der Pflege zählen6, wagen wir dennoch den Untersuchungsver-

such, anhand von chronischen Erkrankungen den Therapieansatz von Kan-

fer et al. inhaltlich der Pflege zuzuordnen.

1.2 Aufbau der Arbeit

Nachdem wir anhand der Einleitung unsere Arbeit eröffnet haben, beginnen

wir im

zweiten Abschnitt

, den Selbstmanagement-Ansatz von Kanfer et al.

vorzustellen. Dabei gehen wir zunächst auf die theoretischen Grundlagen

des Ansatzes ein. Wir befassen uns mit terminologischen Gesichtspunkten

als auch mit Grundvariablen und -aspekten. Am Ende der theoretischen Aus-

führungen zeigen wir, wie der Ansatz in die Makro-Perspektive zu integrieren

ist. Zur Vervollständigung und zum Abschluss des Therapiekonzeptes geht

es zuletzt um die Vorstellung des 7-Phasen-Prozessmodells, das den Haupt-

teil der Veröffentlichung von Kanfer et al. darstellt.

Nach der Betrachtung des Selbstmanagement-Ansatzes von Kanfer et al.

geht es im

dritten Abschnitt

um die Übertragung des Selbstmanagement-

Prinzips in die Pflege am Beispiel von chronisch Erkrankten. Wir werden vor-

ab die Merkmale einer chronischen Erkrankung und anschließend die Ele-

mente einer bedarfsgerechten Pflege von chronisch Kranken herausarbei-

ten. Am Ende werden wir versuchen, einen Beziehungsrahmen zwischen

dem Selbstmanagement-Ansatz von Kanfer et al., den Besonderheiten von

chronischen Krankheiten und den Elementen einer Bedarfspflege von chro-

nisch Erkrankten zu konstruieren.

Abschließend reflektieren wir im

vierten Abschnitt

unsere Ausführungen in ei-

ner Schlussbetrachtung, in dem wir ein Resümee und Ausblick wagen.

6 vgl. Haslbeck/Schaeffer 2007, S. 83f; Es ist de facto, dass auch die Pflege psychosoziale

Aufgaben wahrnimmt. Der Ansatz von Kanfer et al. ,,könnte" in die Pflege integriert werden.

Ein entsprechenden Hinweis liefern Kanfer et al. schon vorab selber, da sie Krankenschwes-

tern als Zielgruppe für den Ansatz ansehen. (vgl. Kanfer et al. 1996, S. XVI)

7


2. DER

SELBSTMANAGEMENT-ANSATZ VON KANFER ET AL.

Die Selbstmanagement-Therapie wird als

,,humanistische Form der Verhal-

tenstherapie"

bezeichnet.7 Der Ansatz gehört zum Bereich der Psychothera-

pie und legt sein Hauptaugenmerk auf Prozesse, die grundsätzlich für Verän-

derungen stehen.8 Der Selbstmanagement-Ansatz ist im Grundgedanken

,,das Ermöglichen von autonomer Weiterentwicklung (durch Anregungen, An-

stöße und Anleitung zu Eigenständigkeit in Denken und Handeln)"

bzw. hat

als zentrales Ziel

,,ein freieres Handeln"

ausgegeben.9 Mit den kommenden

Ausführungen sollen diese zwei Zitate mit Wissensgehalt gefüllt und erweitert

werden. Zur besseren Übersichtlichkeit und des besseren Überblicks werden

nicht alle Themenbereiche des Ansatzes behandelt. Der Therapieansatz wird

abstrakt und theoretisch vorgestellt, ohne zu sehr in die praktische Umset-

zung des Ansatzes hinein zu gehen. Somit haben die folgenden Thematiken

eine Begrenztheit in ihrem Umfang und in ihrer Tiefe.


2.1 Theoretische Grundlagen der Selbstmanagement-Therapie

2.1.1 Terminologie des Ansatzes

2.1.1.1

Definition des Ansatzes

Im Terminus ,,Selbstmanagement-Therapie" steckt der Begriff ,,Selbstma-

nagement". Dieser wird von Kanfer et al. als

,,umfassender Oberbegriff"

und

,,Sammelbegriff"

bezeichnet für Therapieansätze,

,,die alle gemeinsam haben,

daß Klienten zu besserer Selbststeuerung angeleitet und möglichst aktiv zu

einer eigenständigen Problembewältigung fähig werden"

.10 Beim Selbstma-

7 Kanfer et al. 1996, S. XI

8 vgl. Kanfer et al. 1996, S. VIIIff

9 Kanfer et al. 1996, S. VIII und S. 6

10 Kanfer et al. 1996, S. 6

8



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