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Komprimierung und Expandierung von Information

Untertitel: Vier Ansätze aus der Fachliteratur, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit der Expandierung und Komprimierung von Information beschäftigen

Hauptseminararbeit, 2004, 40 Seiten
Autor: Nicolette Frech
Fach: Dolmetschen / Übersetzen

Details

Veranstaltung: Informationsstruktur, Mehrsprachigkeit, Translation - mit Schwerpunkt Englisch-Deutsch
Institution/Hochschule: Universität des Saarlandes (Angewandte Sprachwissenschaften sowie Übersetzen und Dolmetschen)
Tags: Komprimierung, Expandierung, Information, Informationsstruktur, Mehrsprachigkeit, Translation, Schwerpunkt, Englisch-Deutsch
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 40
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V26553
ISBN (E-Book): 978-3-638-28851-4
ISBN (Buch): 978-3-638-67669-4
Dateigröße: 240 KB

Zusammenfassung / Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nun mit der Komprimierung und Expandierung von Information im Besonderen. Dafür werden zunächst vier verschiedene Ansätze aus der Literatur vorgestellt, als erstes der Ansatz von Cathrine Fabricius-Hansen, "Informational density: a problem for translation and translation theory", der sich vor allem mit Informationsdichte im Sprachenvergleich Deutsch - Norwegisch beschäftigt und mit den Auswirkungen, die dies auf die jeweiligen Übersetzungen bei diesem Sprachenpaar haben kann. Erich Steiner, dessen Ansatz "Translations English – German: investigating the relative importance of systemic contrasts and of the text-type ‚translation‘" als nächstes erläutert wird, interessiert sich dagegen mehr für das Phänomen der grammatischen Metapher, die er auch sprachvergleichend betrachtet, allerdings für die Sprachen Englisch und Deutsch. Ebenso mit Englisch und Deutsch beschäftigt sich Monika Doherty in ihrem Ansatz "Passive perspectives; different preferences in English and German: a result of parameterized processing", wobei sie sich eher auf die Perspektive (Aktiv/Passiv) konzentriert. Peter von Polenz schließlich betrachtet in seinem Buch "Deutsche Satzsemantik" explizite und komprimierte Texte ausschließlich für die deutsche Sprache und klammert das Problem des Sprachenvergleichs völlig aus. Nach der Erläuterung dieser vier Ansätze folgt die praktische Anwendung an einem Beispieltext. Anhand einer Passage aus Jörn Albrechts "Literarische Übersetzung: Geschichte, Theorie, kulturelle Wirkung" wird demonstriert, wie sich komprimierter und expliziter Ausdruck im Sinne von von Polenz manifestieren und wodurch sie sich unterscheiden. Zur Veranschaulichung wird der Originaltext umgeschrieben, in eine komplexere Version einerseits und in eine explizitere Version andererseits, die dann jeweils mit dem Original verglichen werden. Es handelt sich dabei um eine intralinguale Umformulierung, deren Ergebnisse aber gewiss auch für das Übersetzen von Belang sind, da hier auch fast immer umformuliert wird, je nach Sprachenpaar, Textsorte und Zweck der Übersetzung sogar umformuliert werden muss.


Textauszug (computergeneriert)

Komprimierung und Expandierung von Information

von: Nicolette Frech

 


Inhaltsverzeichnis

ABSTRACT  3

EINLEITUNG 3

INFORMATIONAL DENSITY: A PROBLEM FOR TRANSLATION AND TRANSLATION THEORY (CATHRINE FABRICIUS-HANSEN)  4

TRANSLATIONS ENGLISH-GERMAN: INVESTIGATING THE RELATIVE IMPORTANCE OF SYSTEMIC CONTRASTS AND OF THE TEXT-TYPE „TRANSLATION“ (ERICH STEINER)  9

PASSIVE PERSPECTIVES; DIFFERENT PREFERENCES IN ENGLISH AND GERMAN: A RESULT OF PARAMETERIZED PROCESSING (MONIKA DOHERTY)  15

DEUTSCHE SATZSEMANTIK (PETER VON POLENZ)  18

PRAKTISCHE ANWENDUNG AN EINEM BEISPIELTEXT  23

ANHANG 31

LITERATURLISTE 40


 

 

ABSTRACT

Die vorliegende Arbeit vergleicht zunächst vier Ansätze aus der Fachliteratur, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit der Expandierung und Komprimierung von Information beschäftigen, und demonstriert anschließend an einem Beispieltext, wie sich komplexer und einfacher Ausdruck im Sinne von von Polenz (1988) jeweils manifestieren und wodurch sie sich unterscheiden.

EINLEITUNG

Globalthema des Seminars war die Informationsstruktur im Deutschen und im Englischen im allgemeinen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nun mit der Komprimierung und Expandierung von Information im besonderen. Dafür werden zunächst vier verschiedene Ansätze aus der Literatur vorgestellt, als erstes der Ansatz von Cathrine Fabricius-Hansen, Informational density: a problem for translation and translation theory, der sich vor allem mit Informationsdichte im Sprachenvergleich Deutsch - Norwegisch beschäftigt und mit den Auswirkungen, die dies auf die jeweiligen Übersetzungen bei diesem Sprachenpaar haben kann. Erich Steiner, dessen Ansatz Translations English – German: investigating the relative importance of systemic contrasts and of the text-type „translation“ als nächstes erläutert wird, interessiert sich dagegen mehr für das Phänomen der grammatischen Metapher, die er auch sprachvergleichend betrachtet, allerdings für die Sprachen Englisch und Deutsch. Ebenso mit Englisch und Deutsch beschäftigt sich Monika Doherty in ihrem Ansatz Passive perspectives; different preferences in English and German: a result of parameterized processing, wobei sie sich eher auf die Perspektive (Aktiv/Passiv) konzentriert. Peter von Polenz schließlich betrachtet in seinem Buch Deutsche Satzsemantik explizite und komprimierte Texte ausschließlich für die deutsche Sprache und klammert das Problem des Sprachenvergleichs völlig aus.

Nach der Erläuterung dieser vier Ansätze folgt die praktische Anwendung an einem Beispieltext. Anhand einer Passage aus Jörn Albrechts Literarische Übersetzung: Geschichte, Theorie, kulturelle Wirkung wird demonstriert, wie sich komprimierter und expliziter Ausdruck im Sinne von von Polenz manifestieren und wodurch sie sich unterscheiden. Zur Veranschaulichung wird der Originaltext umgeschrieben, in eine komplexere Version einerseits und in eine explizitere Version andererseits, die dann jeweils mit dem Original verglichen werden. Es handelt sich dabei um eine intralinguale Umformulierung, deren Ergebnisse aber gewiß auch für das Übersetzen von Belang sind, da hier auch fast immer umformuliert wird, je nach Sprachenpaar, Textsorte und Zweck der Übersetzung sogar umformuliert werden muß.

INFORMATIONAL DENSITY: A PROBLEM FOR TRANSLATION AND TRANSLATION THEORY (CATHRINE FABRICIUS-HANSEN)

Fabricius-Hansen befaßt sich in ihrem Ansatz hauptsächlich mit dem Unterschied zwischen deutschen und norwegischen (Fach-)Texten, da „deutsche Texte vom norwegischen Standpunkt aus gesehen oft schwer, voll von Informationen, schwer zu lesen und schwer adäquat ins Norwegische zu übersetzen sind“ (Fabricius- Hansen 1996: 521). Vor allem akademische Texte haben im Deutschen eine höhere Informationsdichte als vergleichbare norwegische Texte. Sie beschäftigt sich nun mit der Frage, was dies im Einzelnen bedeutet, wie man es messen könnte, und welche Probleme es beim Übersetzen (vom Deutschen ins Norwegische, aber auch vice versa) verursacht. Um darauf eine Antwort zu finden, bedient sie sich der discourse representation theory (DRT), die es ermöglicht, ein mentales oder kognitives Modell der Information, die in einem Diskurs ausgedrückt wird, zu erstellen. Dieses Modell, die discourse representation structure oder kurz DRS, besteht aus einer Anzahl konzeptueller Objekte, den sog. discourse referents, und einer Anzahl von conditions, die sich auf diese beziehen, d.h. Konzepte, die diesen Objekten zugeschrieben werden. Der Bezugsbereich (Skopos) eines Diskursreferenten wird dabei graphisch durch ein Rechteck veranschaulicht. Um zu verdeutlichen, was unter Konzentration oder Dichte der Information zu verstehen ist, gibt sie folgendes Beispiel:

Sind in einem Satz S 2 von 6 discourse referents und 3 von 9 conditions, die in S ausdrücklich genannt werden, neu, d.h. nicht von einem anderen discourse referent oder einer anderen condition im selben Satz S abzuleiten, so ist die Information in S weniger konzentriert, weniger dicht, als in einem Satz S’, in dem 4 von 6 discourse referents und 4 bis 5 von 9 conditions neu sind (Fabricius- Hansen 1996:526). Je weniger man also beim Verstehen von S zusammenziehen muß und je weniger Redundanz es unter den conditions gibt, desto konzentrierter ist die Information in S. Es ist also derjenige Diskurs, der die höchste durchschnittliche Konzentration von Informationen je Satz aufweist, voller von Informationen als ein anderer. Die Informationsdichte ist also definiert als die durchschnittliche Anzahl von Informationen je Satz und Grad der Konzentration der Präsentation dieser Informationen in jedem (Einzel-)Satz. Zur weiteren Verdeutlichung und Veranschaulichung dient folgendes Beispiel (zwei Personen unterhalten sich über eine dritte Person, NN, die sie beide kennen):

[...]


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