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Friedrich Barbarossa und seine Gegner im Konflikt um die lombardischen Städte

Titel: Friedrich Barbarossa und seine Gegner im Konflikt um die lombardischen Städte

Hausarbeit , 2015 , 17 Seiten , Note: 2,4

Autor:in: Ullrich Michael Rasche (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Versuch, die Herrschaft des deutschen Königs und Kaisers in Italien wiederherzustellen und zu intensivieren, macht einen wesentlichen Teil der Geschichte Friedrich Barbarossas aus. Die italienischen Städte, vornehmlich die im Norden und insbesondere Mailand, hatten eine Eigendynamik entwickelt und sich kontinuierlich dem Zugriff des Kaisers und seiner Beauftragten entzogen und waren teilweise nicht mehr gewillt, die Abgaben in ihrer geforderten Höhe zu entrichten. Zu dem bekriegten sie sich untereinander und Mailand kam zu einer für das Reich bedrohlichen Vormachtstellung in Norditalien.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung.

1.1. Recht, Gericht, Verfahren und Ehre.

1.2. Einseitige Rechtssetzung: die Gesetze von Roncaglia 1158.

2. Deutung des Begriffs :“Honor Imperii“.

2.1. Die „Dreiteilung“ des Ehrbegriffs in der Person Friedrich Barbarossas.

2.2. Der Ehrbegriff und der Anspruch des Papstes.

2.3. Der Ehrbegriff der lombardischen Kommunen.

3. Der Konflikt mit den lombardischen Städten.

3.1. Beispiel: Tortona.

3.2. Beispiel: Mailand.

4. Rück-und Ausblick sowie differente Sichtweisen in Bezug auf den Ehrbegriff.

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Ehrbegriffs („honor imperii“) im politisch-militärischen Konflikt zwischen Kaiser Friedrich Barbarossa und den lombardischen Städten im Zeitraum von 1153 bis 1162. Dabei wird analysiert, wie unterschiedliche Rechtsauffassungen und Ehrvorstellungen des Kaisers, des Papsttums und der aufstrebenden Kommunen zu eskalierenden Auseinandersetzungen führten.

  • Der Einfluss von Recht, Gericht und der Gesetze von Roncaglia auf die kaiserliche Politik.
  • Die theoretische Dreiteilung des staufischen Ehrbegriffs.
  • Die Kollision zwischen kaiserlichem Machtanspruch, päpstlichem Selbstverständnis und kommunaler Eigenständigkeit.
  • Fallstudien zur Belagerung und Zerstörung von Tortona und Mailand.
  • Diskussion unterschiedlicher historiographischer Ansätze zur Gewichtung des Ehrbegriffs im Mittelalter.

Auszug aus dem Buch

3.1. Beispiel: Tortona.

Während des ersten Italienzuges Barbarossas wurde Tortona von Februar bis April belagert. Neben den kaiserfreundlichen Chronisten Otto von Freising und Otto Morena , liefert die epische Dichtung eines anonymen Autors aus Bergamo, das „Carmen de gestis Frederici imperatoris“ vereinzelte zusätzliche Informationen. Als eher kaiserfeindliche Quellen gelten, die in Mailand entstandene „Narratio de Longobardie obpressione et subiectione“ sowie vor allem der von einem Geistlichen aus Tortona verfasste Prosatext „ De ruina civitatis Terdonae“. Wenn gleich als ihr Autor ein Geistlicher aus Tortona gelten darf, weist die Fülle der detaillierten Einzelheiten und diesseitigen Sichtweisen doch charakteristische Züge einer laikalen, kommunalen Geschichtschreibung auf, wie sie andernorts auch gefunden wurde.

Im Gegensatz zur staufischen Geschichtsschreibung erheben die kaiserfeindlichen Quellen den Vorwurf, Barbarossa habe sein vorher gegebenes Versprechen gebrochen, die Stadt vor der Zerstörung zu bewahren. Barbarossa wird hier listiger Wortbruch vorgeworfen. Der honor des Herrschers soll aber in jedem Fall eine wichtige Rolle in diesem Kampf gespielt haben. Nun zum Ausgangspunkt des Konfliktes.

Zur ersten Begegnung Barbarossa mit den „Oberen“ Tortonas kam es Anfang 1154 auf dem Hoftag in Roncaglia. Bischof Obert von Tortona und die Konsuln der Stadt nahmen teil. Hier wurden regionale Streiffälle verhandelt, so auch der Konflikt zwischen den Städten Tortona und Pavia. Hier wurden die Tortonen von Barbarossa aufgefordert, die pavesischen Gefangenen des Konfliktes herauszugeben. Die Tortonen kamen der Aufforderung nach und erkannten damit die Zuständigkeit des Kaisers an. Der Streit war damit aber nicht gelöst, da die Pavesen ihrerseits Klage gegen Tortona erhoben, wegen diverser Überfälle früherer Zeit und anderen Unrechts. Der Kaiser lud die Tortonen nun vor und verlangte die Unterwerfung unter sein Hofgericht, um den Pavesen Gerechtigkeit zu erweisen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkung.: Einleitung in die historische Ausgangslage der Italienpolitik Barbarossas unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Quellengattungen.

1.1. Recht, Gericht, Verfahren und Ehre.: Erläuterung der mittelalterlichen Geltungsstruktur von Recht und der Wahrnehmung von Widerstand gegen den Kaiser.

1.2. Einseitige Rechtssetzung: die Gesetze von Roncaglia 1158.: Analyse der Juristifizierung der kaiserlichen Herrschaft und des Begriffs „honor imperii“ als politisches Instrument.

2. Deutung des Begriffs :“Honor Imperii“.: Untersuchung des Selbstverständnisses Barbarossas im Kontext seiner Wahl und der Auseinandersetzung mit dem Papsttum.

2.1. Die „Dreiteilung“ des Ehrbegriffs in der Person Friedrich Barbarossas.: Modellhafte Darstellung der Ehre, beeinflusst durch Herkunft, fürstlichen Status und das kaiserliche Amt.

2.2. Der Ehrbegriff und der Anspruch des Papstes.: Beleuchtung der Interessenkonflikte zwischen Kaiser und Papst am Beispiel des Ritus des „Stratordienstes“.

2.3. Der Ehrbegriff der lombardischen Kommunen.: Darstellung des aufkommenden Selbstbewusstseins der Städte durch wirtschaftliche Macht und die Konfrontation mit kaiserlichen Ansprüchen.

3. Der Konflikt mit den lombardischen Städten.: Einleitung in die konkreten kriegerischen Auseinandersetzungen und die Dokumentation durch Chronisten wie Otto Morena.

3.1. Beispiel: Tortona.: Untersuchung der Belagerung Tortonas als Beispiel für kaiserliche Machtdurchsetzung und den Bruch von Versprechen.

3.2. Beispiel: Mailand.: Analyse der eskalierenden Provokationen zwischen Mailand und dem Kaiser, die in der Zerstörung der Stadt 1162 gipfelten.

4. Rück-und Ausblick sowie differente Sichtweisen in Bezug auf den Ehrbegriff.: Kritische Reflexion der Ereignisse und Vorstellung alternativer Forschungsperspektiven, wie der Rational-Choice-Theorie.

Schlüsselwörter

Friedrich Barbarossa, Honor Imperii, Italienpolitik, lombardische Städte, Mailand, Tortona, Investiturstreit, Rechtsgewohnheit, Regalien, Geschichtsschreibung, Otto von Freising, Rational-Choice-Theorie, Ehrbegriff, Mittelalter, Kaisertum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das komplexe Zusammenspiel von Ehre, Recht und Macht im 12. Jahrhundert während der Italienzüge Friedrich Barbarossas.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte des „honor imperii“, die Rolle der lombardischen Kommunen sowie die verschiedenen Rechtsauffassungen zwischen Staufern, Papsttum und den italienischen Städten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit verletzte Ehre und unterschiedliche Interpretationen von Recht und Macht als Triebfedern für die gewaltsamen Konflikte zwischen dem Kaiser und den norditalienischen Städten dienten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor führt eine Quellenanalyse zeitgenössischer Chroniken (z.B. Otto von Freising, Otto Morena) durch und stellt diese in den Kontext moderner historiographischer Debatten, insbesondere unter Einbeziehung soziologischer Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung des „honor imperii“ sowie in zwei detaillierte Fallstudien zu den Städten Tortona und Mailand, die exemplarisch die Eskalation der Gewalt beleuchten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Barbarossa, Honor Imperii, Mailand, lombardische Kommunen, Rechtsgewohnheit, Investiturstreit und mittelalterliche Geschichtsschreibung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "honor imperii" in der kaiserlichen Politik?

Der Autor versteht den Begriff als zentrales, verschriftlichtes Herrschaftsinstrument, das durch die Juristen der Zeit definiert wurde und Barbarossa als Legitimationsgrundlage für militärisches Vorgehen diente.

Wie differiert die Sichtweise von Mareike Pohl zur gängigen Forschung?

Im Gegensatz zur Betonung einer rein mittelalterlichen „Ehrenlogik“ hinterfragt Pohl die Ereignisse mithilfe der Rational-Choice-Theorie und argumentiert, dass auch mittelalterliche Akteure ihre Handlungen primär an rationalen Nutzenkalkülen ausrichteten.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedrich Barbarossa und seine Gegner im Konflikt um die lombardischen Städte
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Europäische Geschichte)
Veranstaltung
Die Kriege Friedrich Barbarossas
Note
2,4
Autor
Ullrich Michael Rasche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V1000190
ISBN (eBook)
9783346383983
ISBN (Buch)
9783346383990
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedrich barbarossa gegner konflikt städte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ullrich Michael Rasche (Autor:in), 2015, Friedrich Barbarossa und seine Gegner im Konflikt um die lombardischen Städte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000190
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Leseprobe aus  17  Seiten
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