Friedrich Barbarossa und seine Gegner im Konflikt um die lombardischen Städte


Hausarbeit, 2015

17 Seiten, Note: 2,4


Leseprobe

Gliederung:

1. Vorbemerkung.
1.1. Recht, Gericht, Verfahren und Ehre.
1.2. Einseitige Rechtssetzung: die Gesetze von Roncaglia 1158.

2. Deutung des Begriffs :“Honor Imperii“.
2.1. Die „Dreiteilung“ des Ehrbegriffs in der Person Friedrich Barbarossas.
2.2. Der Ehrbegriff und der Anspruch des Papstes.
2.3. Der Ehrbegriff der lombardischen Kommunen.

3. Der Konflikt mit den lombardischen Städten.
3.1. Beispiel: Tortona.
3.2. Beispiel: Mailand.

4. Rück-und Ausblick sowie differente Sichtweisen in Bezug auf den Ehrbegriff.

1. Vorbemerkung.

Der Versuch, die Herrschaft des deutschen Königs und Kaisers in Italien wiederherzustellen und zu intensivieren, macht einen wesentlichen Teil der Geschichte Friedrich Barbarossas aus. Die italienischen Städte, vornehmlich die im Norden und insbesondere Mailand, hatten eine Eigendynamik entwickelt und sich kontinuierlich dem Zugriff des Kaisers und seiner Beauftragten entzogen und waren teilweise nicht mehr gewillt, die Abgaben in ihrer geforderten Höhe zu entrichten. Zu dem bekriegten sie sich untereinander und Mailand kam zu einer für das Reich bedrohlichen Vormachtstellung in Norditalien. Nach Beendigung“der Gesta Frederici“Ottos von Freisings und Rahewins, die mit der Synode von Pavia im Februar 1160 schließt, bricht die ausführliche Berichterstattung der Geschichtsschreibung in Deutschland über die Italienpolitik des Kaisers ab. Daher kommt für die Geschichte der Italienpolitik Barbarossas der italienischen Geschichtsschreibung eine besondere Rolle zu. Diese unterscheidet sich von der gleichzeitigen deutschen erheblich, da sie vorwiegend Stadtgeschichtsschreibung ist. Sie lässt die Reaktionen erkennen und vermittelt den Einblick in die Vorgänge aus der Sicht positiv und negativ Betroffener. Die italienische Geschichtsschreibung zeichnet sich zu dem durch eine außerordentliche Genauigkeit in den Einzelheiten und in der Chronologie der Ereignisse und gegenüber den am Geschehen beteiligten Personen aus. Ohne Zweifel ist auch das Geschichtswerk Otto Morenas und seiner Fortsetzer von Wichtigkeit, da es die Italienpolitik Barbarossas vom Jahre 1152 an aus der Sicht einer von Mailand bedrängten, auf den Kaiser angewiesenen Stadt nachzeichnet und sehr wichtige Nachrichten bis zum Jahr 1168 enthält, die sonst nicht überliefert sind. Ebenso wenig durfte das Mailänder Werk fehlen, das zuletzt unter dem Titel „ Gesta Frederici“ herausgegeben worden ist und die Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und Mailand bis zur Zerstörung im Jahr 1162 aus der Sicht eines Mailänder Bürgers schildert. Sie sind damit Korrektiv und Ergänzung der deutschen Aufzeichnungen.1

1.1. Recht, Gericht, Verfahren und Ehre.

Der König agierte in einem sensiblen Gleichgewicht, das er zu seinen Ungunsten verletzte, wenn sein Vorgehen als ungerecht, als Berechtigung zu Widerstand und Tyrannenvorwurf angesehen wurde. Das war der Ausgangsstandpunkt der sich auflehnenden oberitalienischen Städte. Auf Seiten Barbarossas sah die Wahrnehmung anders aus. Die oberitalienischen Städte, die Widerstand leisteten, waren Rebellen. Ihr Widerstand war unrechtmäßig, zumal der Kaiser nur „ alte Reichsrechte“ wieder geltend zu machen suchte. Diese Sicht der Dinge prägt insbesondere die Berichte Ottos von Freising und Rahewins, die Barbarossa als gerechten Richter und ihn unter Berufung auf Sätze des gelehrten Rechts sein militärisches Vorgehen legitimieren lassen. Es kam den beiden also nicht darauf an, den Sachverhalt möglichst objektiv darzustellen, sondern allein darauf an, den kaiserlichen Rechtsstandpunkt als allein gültig zu manifestieren. Nach mittelalterlicher Denkweise war das Rechtssystem auf den König fixiert und Widerstand gegen ihn illegitim. Für das Verständnis des Konflikts zwischen Barbarossa und den lombardischen Städten ist die andersartige Geltungsstruktur des mittelalterlichen Rechts zu berücksichtigen. Kollektives Gedächtnis und mündliche Überlieferung waren in der Regel Ausgangspunkt der Betrachtungen. So wurde Barbarossas Geldforderung an den Lombardenbund in der Gestalt abgetan, als diese sich auf den Standpunkt stellten, Abgaben in der Höhe, wie sie zur Zeit Heinrichs IV. üblich waren könnten nicht gültig sein, da diese wegen des langen Zurückliegens der Zeit schon lange aus der Erinnerung verschwunden seien. Die Rechtsauffassung der Kommunen gründete auf der bis zum ersten Italienzug Barbarossas ungestörten Ausübung ihrer bisherigen Rechtsgewohnheiten. Seit dem späten 11. Jahrhundert hatten die Stadtgemeinden im südlichen Reichsteil den Frieden und die Rechtsordnung nach innen, sowie Schutz-und Interessenvertretung nach außen durch Schwureinigung (coniuratio) aller ihrer Angehörigen zu sichern versucht und dabei ein spezifisches Recht, ein Sonderrecht geschaffen. Dieses Recht setzten die Kommunen auch mit ihrem bewaffneten Aufgebot gegen Außenstehende durch. Durch den Widerstand gegen das vermeintliche Reichsrecht wurde nun aus Sicht Barbarossas und der Seinen die Ehre des Reiches, die sog. honor imperii“ verletzt, was keinesfalls hingenommen werden konnte. Auf die Ehrbegriffe wird später noch dezidiert eingegangen. Soweit die Ausgangslage.2

1.2.Einseitige Rechtssetzung: die Gesetze von Roncaglia 1158.

Die Gesetze von Roncaglia 1158 sind als Fortschreibung und Verifizierung des Konstanzer Vertrages mit dem Papsttum zu sehen. Zum juristischen Zentralbegriff seiner Reichspolitik erhob er dort den „honor imperii“. Ihn in dem Konstanzer Vertrag mit dem Papst(1152) rechtlich zu verankern, war seine erste politische Tat. Juristifizierung war die Tendenz der Zeit auf allen Lebensgebieten. Diese Juristifizierung der Rechte wurde in Roncaglia fortgesetzt. Friedrich sah darin auf Sicht seinen Vorteil. Denn in dem“ honor imperii“ des Vertrages, dem Hoheitsrecht des Reiches und der Bindung des Papstes an die Erhaltung und Ausgestaltung dieses Hoheitsrechtes, glaubte er eine Waffe geschmiedet zu haben, mit der er sich im Konfliktfall siegreich durchsetzen könne. Indem er aber den“ honor imperii“ zum Kern des Konstanzer Vertrages machte, legte er hierbei bereits den Grund zu den Roncalischen Beschlüssen.3 In der Gesetzgebung von Roncaglia griffen die Juristen in der Definition der kaiserlichen Rechte auf das römische Recht als Norm zurück und legten jenseits aller Einzelfalluntersuchung fest, was dem Kaiser grundsätzlich zustand. Wer Regalien in Besitz hatte, sollte sie nur dann behalten dürfen, wenn er sich durch diesbezügliche Herrscherprivilegien als rechtmäßiger Besitzer ausweisen konnte. Mit Berufung auf die Rechtsgewohnheit, d.h. auf die während der letzten Jahrzehnte vor seinem Herrschaftsantritt üblichen Praxis, wären die Ansprüche Barbarossas nicht durchsetzbar gewesen, weil sie zuvor in gleichem Umfang nicht erhoben worden waren. Daher wurde in Roncaglia auch nicht im Einzelnen erfragt, wo dem Herrscher früher bestimmte Regalienrechte zugestanden hatten und auch wahr genommen worden waren, sondern festgelegt, was von ihrem Charakter und ihrer Natur Regalien waren. Der unmittelbare Geltungsanspruch der festgesetzten Prinzipien entwertete die durch faktische Übung geschaffene Rechtsgewohnheit. Die Juristen legitimierten auf neuartige Weise, was Barbarossa zuvor schon faktisch, aber nur punktuell verlangt hatte. Zudem formulierte Otto von Freising ein Prinzip in Ableitung alter Rechtsschriften, wonach der Herrscher (princeps) über den Gesetzten stehe, mit dem Hinweis auf das göttliche Gericht über den Herrscher. Hier entstand ein neuer Rechtsgrundsatz! Die lombardischen Kommunen sahen das anders; grob vereinfacht und verkürzt ausgedrückt.4

2. Deutung des Begriffs :“Honor Imperii“.

Vor der Diskussion und Deutung dieses Begriffes muss man sich mit dem Selbstverständnis des Friedrich Barbarossa beschäftigen. Im Gegensatz zu einigen seiner Vorgänger gelang er allein durch „Fürstenwahl “ in sein Amt. Es geht hier im Wesentlichen um die Einwirkungen des Papsttums auf die Erhebung zum deutschen König und römischen Kaiser und infolge dann in die Einmündung in den sogenannten „Investiturstreit “; die Macht-und Vorrangfrage zwischen römischem Kaiser und dem Papsttum, welcher erst im 14. Jahrhundert zugunsten der Kaiser endgültig entschieden wird. Lothar III. und Konrad III. waren noch unter päpstlichem Einfluss in ihre Stellung gekommen, als sog. „ Pfaffenkönige“. Hierin unterscheidet sich die Legimitation als König und Kaiser ganz erheblich. Auch konnte Friedrich I. die Gegensätze zwischen den verfeindeten Staufern und Welfen ausgleichen. Der „Sockel“ seiner Macht war also ein deutlich festerer!5

2.1. Die „Dreiteilung“ des Ehrbegriffs in der Person Friedrich Barbarossas.

Es soll nun der Versuch unternommen werden, dem Begriff des „honor imperii“ näher zu kommen, in dem die Dreiteilung des Ehrbegriffes bei gleichzeitiger Verklammerung der drei Teile aufgedeckt und beschrieben wird. ( Ehrkomplex)

Die erste Ehre: beeinflusst durch Geburt und Erziehung.

Friedrich Barbarossa wurde als staufischer Fürstensohn geboren. Seine Erziehung war die eines Ritters. Ehre und Ehrgefühl bestimmen den adligen Ethos und die Mentalität. Dies ist aus vielerlei Quellen ersichtlich. Der Adlige reagiert auf jede Ehrverletzung, die standesgemäß mit den Waffen gerächt wird. Stolz in individueller Ausprägung und der Wunsch nach Geltung sind auch zu nennende Aspekte! Deshalb ist der Wunsch, von den Mitlebenden und erst recht von der Nachwelt gerühmt zu werden ein vitales Motiv adliger Existenz und ein Kennzeichen jeglicher Adelskultur. Daraus ergibt sich die Konkurrenz der Adligen um ihren Rang, die besondere Bedeutung rühmenswerter Taten und die besondere Funktion der Ehre als Form ihrer Anerkennung. Die soziale Achtung bzw. Anerkennung, die auch „honor“ =Ehre genannt wird, ist eines der Elemente, die Adel konstituieren.

Die zweite Ehre: beeinflusst durch Geburt und Erbe.

Es ist die Ehre des Fürsten als das Oberhaupt einer fürstlichen Linie in besonderer Verpflichtung gegenüber Vergangenheit und Zukunft des Hauses. Sie ist verbunden mit der Regentschaft über ein Herrschaftsgebiet und der Verantwortung gegenüber den Angehörigen des eigenen Hauses, der Familie und den beherrschten Untertanen sowie nach „oben“ in der Loyalität zu König und Kaiser. Sie ist eingebunden in das Verhältnis zu den „Mitfürsten“ des Reiches und definiert sich durch den eigenen Platz in diesem Gefüge. Machtausübung beeinflusst das Ehrgefühl.

Die dritte Ehre: beeinflusst durch Wahl zum König und Kaiser.

Durch das Amt des Königs und Kaisers wird Barbarossa als Person Bestandteil eines übergeordneten Ehrbegriffes, den wir als „honor imperii“ fassen können. Die Verklammerung mit den ersten beiden Ehrbegriffen sowie die Institution des Reiches mit ihren entstandenen, vererbten, erkämpften und zugestandenen Rechten, die zunehmend verschriftlicht und von Rechtsgelehrten gedeutet und festgelegt werden, sowie die Person des Kaisers selbst, machen diesen Begriff aus! Ein „In fragestellen“ oder ein Angriff darauf, ist die Verletzung der „honor imperii“!

2.2. Der Ehrbegriff und der Anspruch des Papstes.

Neben den „weltlichen“ Interessengegensätzen stellt der Investiturstreit mit dem Papst ein „Dauerthema“ dar. Zwar war der Investiturstreit 1122 mit dem Wormser Konkordat erst mal offiziell beigelegt worden (Heinrich V. und Papst Kalixt II.) aber schon bei der Wahl Barbarossas zum Deutschen König setzte dieser in einem Brief an Papst Eugen III. seine eigenen Akzente zu diesem Thema. Nach einer Einleitung, in der Barbarossa noch einmal die beschworene Solidarität zwischen König/Kaiser und Papsttum hervorhebt, fügte er aber hinzu, dass ihm, Barbarossa, das Reich direkt von Gott überantwortet sei. Keineswegs also dessen „Stellvertreter“auf Erden, dem Papst! Im Klartext heißt das: Zuerst König/Kaiser, dann erst der Stuhl Petri. So durften die Geistlichen ihre Bischöfe und Äbte durchaus selbst wählen, aber nur diejenigen, die dem König genehm waren. Das stand im klaren Gegensatz zur Ansicht des Papstes. Hier kollidiert Barbarossas „honor imperii“ mit der“ päpstlichen honor“, also dem Selbstverständnis des Papstes.

Ein „praktisches Beispiel“ soll hier einmal mit der Schilderung der Begegnung von Sutri zwischen den beiden Kontrahenten gegeben werden. Die Bedingungen unter denen der Papst Barbarossa zum Kaiser zu krönen bereit war, wurden in Verhandlungen zwischen dem Hof und der Kurie in Rom festgelegt und zwar am 23.3. 1153 in Konstanz. Hier wurden unter anderem die Zusagen der gegenseitigen Respektierung bezüglich der „honor“ festgeschrieben. Barbarossa verpflichtete sich, den „honor“ des Papsttums und die Regalien des heiligen Petrus als ergebener und besonderer Vogt der Heiligen Römischen Kirche ihrem gegenwärtigen Umfang nach gegen alle Menschen nach Kräften zu erhalten und zu verteidigen. Papst Eugen III. verpflichtete sich im Gegenzug, den König als liebsten Sohn des heiligen Petrus zu ehren, aus seiner Vollmacht zum Kaiser zu krönen und ihm, wie es sein Amt verlangt, den „honor imperii“ aufrecht zu erhalten, zu vermehren und zu fördern. Nun zur Begegnung. Es war vereinbart, dass man sich entgegen zog. Die Modalitäten des Treffens wurden in regem Gesandtschafts-Verkehr vorbesprochen. Dazu gehörte, dass der Kaiser dem Papst den sog. „Stratordienst“ beim direkten Zusammentreffen zu Pferde leisten sollte, d.h., die Zügel und die Steigbügel des Papstpferdes halten sollte. Dieses Ritual fand aber aus verschiedensten Gründen so nicht statt. Daraufhin kam es zu einer Verstimmung und die Begegnung der Beiden wurde abgebrochen, da der Papst dem König den Friedenskuss verweigerte, aufgrund des nicht geleisteten Dienstes. Nach Verhandlungen wurde die Begegnung andernorts wiederholt und der „Stratordienst“ ordnungsgemäß geleistet .Dem Friedenskuss stand nun nichts mehr im Wege! Dem „honor papatus“ war genüge getan und der Kaiserkrönung, die kurz darauf in Rom erfolgte, stand nichts mehr im Wege.6

2.3. Der Ehrbegriff der lombardischen Kommunen.

Das Entstehen der eigenen Ehrbegrifflichkeit der Spitzen der Gesellschaft und der Amtsträger der lombardischen Kommunen war ein längerer Prozess. Mit der Entstehung von Städten und mit dem Zustrom des Landvolkes in die Städte, verbunden mit der Herausbildung einer vorbürgerlichen Gesellschaft , mit Handel und Geld entstand ein Prozess, in dem die Städte zu eigenen Machtzentren des Landes wurden. Im Hoch-und Spätmittelalter entwickelte sich die Region von Nord-und Mittelitalien zum Zentrum des Handels und der handwerklichen Produktion in Europa. Es waren die reichsten Provinzen des Heiligen Römischen Reiches und von den Kaisern wurden Ihnen Stück für Stück Eigenverwaltung , Privilegien und Regalien zugestanden. Mit Ihrer wachsenden Macht und dem damit verbundenen Einfluss entwickelte sich dementsprechend auch ein eigener Ehr-Kodex, der neben den rein wirtschaftlichen Eigeninteressen immer öfter mit den Interessen der Kaiser, hier speziell der Barbarossas und dem Ehr-Kodex des Reiches, dem „honor-imperii“ kollidierte. Für Barbarossa war diese Region zu wichtig, als das er auf sie verzichten konnte und die Städte reizten Barbarossa, in dem sie Geldzahlungen verweigerten, seine Ehre durch Handlungen herausforderten und sich gegen ihn verbündeten. Die Städte führten auch untereinander Krieg um Macht und Einfluss, mit und gegen das Papsttum, welches ja auch durchaus weltliche Interessen hatte. So kam es zu einem Spannungsbereich zwischen Kaiser, Städten und Papsttum in wechselnden Koalitionen. Hinzu kam zu Barbarossas Zeit das sog. „Schisma“, mit Papst und Gegenpäpsten. Zentralfigur war hier der Papst Alexander III., der von Barbarossa nicht anerkannt wurde und den Barbarossa mit der Installation von Gegenpäpsten bekämpfte.

3. Der Konflikt mit den lombardischen Städten.

Otto Morena aus Lodi gehört zu den wichtigen Geschichtsschreibern und Quellen zu diesem Thema. Er schreibe sein Werk, so vermerkt er, damit nicht in Vergessenheit geraten solle, welche Städte der Kaiser Friedrich durch seine Macht einnahm und zerstörte, welche zerstörten Städte und Orte er in seiner allerheiligsten Barmherzigkeit und Milde zur Ehre des ganzen Reichs wieder zu ihrem Stand erhob und völlig in ihrer Ehre wiederherstellte. Mailand hatte Lodi zerstört und der Wiederaufbau mit Hilfe des Kaisers war sichtbares Zeichen der „In-Unrechtsetzung“ Mailands durch Barbarossa. Schutz gegen Ungerechtigkeit, der die Machtausübung des Kaisers legitimierte, konnte so zu unmittelbarer Anschauung gebracht werden und den „honor imperii“ fördern. Unter Berufung auf den „honor“ begründete die kaiserliche Kanzlei während der jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zunächst mit Mailand und seinen Verbündeten, dann mit dem lombardischen Städtebund die unterschiedlichsten Maßnahmen und Ansprüche. Um eine Vorstellung darüber zu gewinnen, welche Funktion die Ehre in dem rasch eskalierenden Konflikt zwischen Barbarossa und den mit Mailand verbündeten oberitalienischen Städten zukam, werden zwei durch urkundliche Quellen gut dokumentierte Konfliktstränge untersucht und dargestellt.

[...]


1 Schmale,Franz-Josef: Italische Quellen über die Taten Kaiser Friedrich I. in Italien und der Brief über den Kreuzzug Kaiser Friedrich I., Darmstadt 1986, Seiten 1-4.

2 Görich, Knut: Die Ehre Friedrich Barbarossas, Darmstadt, 2001, Seiten 303-306.

3 Schmale,Franz-Josef: Die Taten Friedrichs oder richtiger Cronica., Darmstadt 1986, Seiten 91+92.

4 Görich, Knut: Die Ehre Friedrich Barbarossas, Darmstadt, 2001 Seiten 314-316.

5 Rassow, Peter: Honor Imperii, Darmstadt 1961, Seite 8+9.

6 Ebd.:Seiten92-98.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Friedrich Barbarossa und seine Gegner im Konflikt um die lombardischen Städte
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Europäische Geschichte)
Veranstaltung
Die Kriege Friedrich Barbarossas
Note
2,4
Autor
Jahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V1000190
ISBN (eBook)
9783346383983
ISBN (Buch)
9783346383990
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedrich, barbarossa, gegner, konflikt, städte
Arbeit zitieren
Ullrich Michael Rasche (Autor), 2015, Friedrich Barbarossa und seine Gegner im Konflikt um die lombardischen Städte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000190

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