In dieser Hausarbeit mit dem Titel "Die Graffiti der Frauen Pompejis" soll darauf eingegangen werden, dass auch einige antike Römerinnen in der Lage waren, Literatur zu verfassen und dies auch taten, was anhand von Fundstücken in beziehungsweise aus Pompeji gezeigt werden soll. Mit Hilfe von sowohl älterer, als auch teilweise sehr aktueller Literatur und Quellen aus dem Internet, sowie einer reichen Bebilderung wird versucht, dieses Ziel und den derzeitigen Forschungsstand dem Leser nahe zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Die Bedeutung der Graffiti Pompejis in der Antike und heute
2.1 Antike
2.2 Heute
3. Die Anordnung der Graffiti (Wo sind sie in Pompeji zu finden?)
4. Analyse und Beschreibung der Graffiti der Frauen Pompejis anhand von drei Beispielen
4.1 Wahlwerbung
4.2 Werbung für Prostituierte
4.3 Geburtsmitteilung
5. Was inspirierte die Frauen zu ihren Graffiti?
6. Vergleich: Graffiti im antiken Pompeji – Graffiti im heutigen Zeitalter
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Rolle von Frauen als Autorinnen von Graffiti im antiken Pompeji. Das Ziel ist es, anhand konkreter Fundstücke nachzuweisen, dass Frauen entgegen der gängigen Annahme einer rein männlich geprägten „Graffiti-Szene“ aktiv am öffentlichen Leben teilnahmen und sich schriftlich mitteilen konnten. Die Arbeit beleuchtet die Motivation hinter diesen Wandschriften und setzt sie in einen Vergleich zu modernen Graffiti-Phänomenen.
- Rolle der Frau in der antiken Gesellschaft Pompejis
- Analyse ausgewählter Graffiti (Wahlwerbung, Prostitution, Geburtsmitteilungen)
- Motive und Schreibkompetenz antiker Frauen
- Vergleich antiker Wandschriften mit urbaner Kunst der Gegenwart
- Bedeutung der Graffiti für die moderne historische Forschung
Auszug aus dem Buch
4.2 Werbung für Prostituierte
Die Werbung für das „Rotlichtgewerbe“ schien in Pompeji (wie aber auch anderswo) nicht unüblich, ja sogar alltäglich, zu sein. Immerhin gab es ja auch rund zwei Dutzend Bordelle in der Stadt am Vesuv, was, wenn man auf die Einwohnerzahl von ca. 10.000 blickt, für eine beeindruckende Dichte spricht.
Zwar „… dürften… [einige dieser Graffiti, besonders die in denen „… die Vorzüge einzelner Dirnen… [hervorgehoben werden] „…(… von nettem Wesen…; … mit üppigem Hintern…)…“] von Kunden stammen, die ihre Erfahrungen weitergeben oder sich die Wartezeit im Bordell verkürzen wollten…“ Aber so manche Inschriften stammten sicher auch von den Prostituierten selbst. So wird zum Beispiel im folgenden Graffiti „Eutychis Graeca a(ssibus) II moribus bellis“ in Weebers Übersetzung aus dem Lateinischen („Die Griechin Eutychis: 2 As, von nettem Wesen“) von einem Preis gesprochen. Diesen und auch die ihr schmeichelnden Worte könnte die „Dienstleisterin“ auch selbst in oder auf das Gemäuer gebracht haben. Schließlich ist Eigenwerbung ein sehr nützliches Mittel um mehr Kunden für sich zu gewinnen und damit den Verdienst zu steigern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung in die Thematik der antiken Graffiti als Medium weiblicher Autorinnenschaft und kurzer Abriss des Forschungsstands.
2. Die Bedeutung der Graffiti Pompejis in der Antike und heute: Untersuchung der Funktion antiker Wandschriften im Vergleich zur modernen Wahrnehmung dieser Quellen.
3. Die Anordnung der Graffiti (Wo sind sie in Pompeji zu finden?): Analyse der räumlichen Verteilung der Graffiti innerhalb der antiken Stadtstruktur Pompejis.
4. Analyse und Beschreibung der Graffiti der Frauen Pompejis anhand von drei Beispielen: Detaillierte Betrachtung von Graffiti zu Wahlwerbung, Prostitution und Geburtsmitteilungen als Zeugnisse weiblicher Identität.
5. Was inspirierte die Frauen zu ihren Graffiti?: Spekulative Auseinandersetzung mit den Beweggründen, die Frauen dazu brachten, sich in einer Männerdomäne schriftlich zu verewigen.
6. Vergleich: Graffiti im antiken Pompeji – Graffiti im heutigen Zeitalter: Gegenüberstellung der antiken Inschriften mit modernen Formen der Street Art und Graffiti-Kultur.
7. Fazit: Resümee über die Ergebnisse der Arbeit und Reflexion über die Forschungslücke bezüglich antiker Frauen als schreibende Akteure.
Schlüsselwörter
Pompeji, Graffiti, Antike, Frauenliteratur, Dipinti, Wahlwerbung, Prostitution, Geburtsmitteilung, Alltagsgeschichte, Schreibkompetenz, Vesuvausbruch, soziale Identität, urbane Kommunikation, Street Art, Selbstdarstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der schriftlichen Hinterlassenschaft von Frauen im antiken Pompeji, die durch Graffiti an Hauswänden und öffentlichen Gebäuden überliefert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die politische Partizipation (Wahlwerbung), das Berufsleben von Prostituierten sowie die Dokumentation privater Ereignisse wie Geburten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Es soll nachgewiesen werden, dass Frauen in der römischen Antike entgegen dem gängigen Idealbild literarisch bzw. schreibend tätig waren und durch Graffiti am öffentlichen Leben teilnahmen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin kombiniert eine Auswertung archäologischer Primärquellen mit aktueller Literatur, um Rückschlüsse auf die Alltagsrealität und die Schreibfähigkeiten der pompejanischen Frauen zu ziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Graffiti, eine detaillierte Analyse von Fallbeispielen sowie eine motivgeschichtliche Einordnung und einen Vergleich mit moderner Graffiti-Kunst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Pompeji, Graffiti, Dipinti, weibliche Autorschaft und der Vergleich zwischen antiker und moderner urbaner Kommunikation.
Wie wurde die Rolle von Frauen im Wahlkampf durch Graffiti dokumentiert?
Die Arbeit zeigt auf, dass Frauen zwar selten, aber dennoch als Unterstützerinnen politischer Kandidaten auftraten, was durch spezifische Namensnennungen in den Wahlaufrufen belegt wird.
Wie vergleicht die Autorin antike Graffiti mit heutiger Street Art?
Während antike Graffiti oft spontan und ohne künstlerischen Anspruch entstanden, wird eine Parallele in der Funktion als Ausdruck sozialer Identität und Mitteilungsbedürfnis in der Öffentlichkeit gezogen.
- Quote paper
- Alexa Hartwig (Author), 2018, Die Graffiti der Frauen Pompejis. Verschiedene Arten und ein Vergleich zur heutigen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1000970