Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Zusammenhangs zwischen Managerentlohnung und earnings management. Dabei sollen anhand von theoretischen wie auch mehreren empirischen Untersuchungen der Zusammenhang und die Auswirkungen der an die Bilanz gekoppelten Managervergütung erläutert werden.
Kapitel 2 behandelt die Auswahl der in der Arbeit verwendeten Begriffe, deren Definitionen sowie die Eingrenzung von earnings management. Kapitel 3 befasst sich mit der Thematik des Einflusses der Vergütung von Managern auf ihr Bilanzpolitikverhalten. Zunächst werden mit Hilfe der agency-theory die unterschiedlichen Interessen der Manager und shareholders dargestellt. Des Weiteren werden verschiedene Studien vorgestellt und deren Resultate kritisch diskutiert. Kapitel 4 widmet sich den Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act´s (2002) auf das earnings management. Im letzten Kapitel werden schließlich die Zusammenhänge in ihrer Verknüpfung dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsauswahl und deren Definition
2.1 Determinanten der Managerentlohnung
2.2 real earnings management versus Bilanzpolitik
2.3 Erscheinungsformen der Bilanzpolitik
2.3.1 real earnings management
2.3.2 accrual based earnings management
3. Einfluss der Vergütung auf earnings management-Verhalten
3.1 agency-theory
3.2 Empirische Studien mit kritischem Vergleich deren Resultate
3.2.1 Ball/Brown (1968)
3.2.2 Chow/Cooper/Waller (1988)
3.2.3 Baiman/Lewis (1989)
3.2.4 Bergstresser/Philippon (2005)
3.2.5 Kritischer Vergleich der agency-theory und der Studien
4. Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act´s (2002) auf earnings management
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der erfolgsabhängigen Vergütung von Managern und deren Neigung zum earnings management, um zu klären, ob Manager bewusst in die Rechnungslegung eingreifen, um ihren persönlichen Nutzen zu maximieren.
- Analyse der agency-theory als theoretisches Fundament.
- Differenzierung zwischen real earnings management und accrual based earnings management.
- Kritische Auswertung empirischer Studien zur Vergütungsstruktur.
- Untersuchung der Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act (2002) auf das Bilanzverhalten.
- Diskussion über Anreizstrukturen für ein nachhaltiges Management.
Auszug aus dem Buch
3.1 agency-theory
Die agency-theory beschäftigt sich mit der Betrachtung der Vertragsbeziehungen zwischen Auftraggebern (principals) und Auftragnehmern (agents). Seit Gründung von Aktiengesellschaften zieht sich der Auftraggeber aus der Unternehmensführung zurück und setzt für die Geschäftsleitung einen professionellen Manager ein. Dieser wird, um sein Arbeitsleid zu kompensieren, entsprechend entlohnt. Jedoch verfolgen sowohl principal als auch agent eigenorientierte Ziele. Beide Akteure werden opportunistisch (egoistisch) handeln.
So ist der agent bestrebt, ein möglichst großes Einkommen für seinen Einsatz zu bekommen, während der principal eine möglichst hohe Verzinsung seines Kapitals wünscht. Durch den Wissensvorsprung des Managers gegenüber den Eigentümern entsteht eine Informationsasymmetrie (hidden information). Der Auftraggeber, der nur noch als Kapitalgeber fungiert, kann die Qualität des Handelns des Managers nicht erkennen. Mit Hilfe eines Anreizsystems versucht der principal deshalb, Handlungen des agents zu seinem Schaden auszuschließen. „Da der agent bestrebt ist, sein Einkommen zu maximieren, wählt der principal ein Anreizsystem, das die Entlohnung des Agenten bei Maximierung der Zielgröße des principals maximiert.“ Durch diese sinnvolle Kopplung ist davon auszugehen, dass der Manager seinen Arbeitseinsatz erhöht, wenn er dafür entsprechend entlohnt wird.
Unter Betrachtung der agency-theory kommt man zu dem Schluss, dass der egoistisch handelnde Manager versuchen wird, die Bilanz des Unternehmens möglichst hoch, und somit zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Es besteht demnach bei der agency-theory eine positive Korrelation zwischen der Managerentlohnung und earnings management. Umso mehr der Manager bilanzpolitisch handelt und damit den Wert der Bilanz erhöht, desto besser wird er entlohnt. Von dem Anreiz der variablen Vergütung angetrieben, benutzt der Manager daher alle möglichen Wahlrechte und Ermessenspielräume, um eine möglichst aggressive Rechnungslegung, d.h. eine Steigerung des Erfolgsausweises durch bilanzpolitische Mittel, zu forcieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um Managergehälter am Beispiel der Volkswagen AG und stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen erfolgsabhängiger Vergütung und Bilanzmanipulation.
2. Begriffsauswahl und deren Definition: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, wie die Bestandteile der Managervergütung und unterscheidet zwischen Bilanzpolitik, real earnings management und accrual based earnings management.
3. Einfluss der Vergütung auf earnings management-Verhalten: Hier werden theoretische Grundlagen durch die agency-theory erläutert und verschiedene empirische Studien diskutiert, die das opportunistische Handeln von Managern unter Anreizsystemen untersuchen.
4. Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Act´s (2002) auf earnings management: Das Kapitel analysiert, wie die strengeren regulatorischen Vorgaben des SOA das Bilanzverhalten beeinflussten und zu einer Verlagerung hin zu schwieriger erkennbaren Methoden führten.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Ansätze für eine sinnvollere Anreizgestaltung diskutiert, um opportunistisches Verhalten zu minimieren.
Schlüsselwörter
Managerentlohnung, earnings management, agency-theory, Bilanzpolitik, real earnings management, accrual based earnings management, Sarbanes-Oxley Act, variable Vergütung, Anreizsysteme, Unternehmenserfolg, Opportunismus, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkt, Aktienoptionen, Jahresabschluss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen der Managerentlohnung und dem Phänomen des earnings management in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die agency-theory, die verschiedenen Methoden der Bilanzpolitik sowie die Wirkung von regulatorischen Gesetzen wie dem Sarbanes-Oxley Act.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit hohe, erfolgsabhängige Vergütungen Anreize für Manager schaffen, bewusst in die Rechnungslegung einzugreifen, um ihre persönlichen Erträge zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch die agency-theory sowie einer kritischen Auswertung und Diskussion bestehender empirischer Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die theoretische Herleitung von Anreizproblemen und eine detaillierte Betrachtung empirischer Studien, gefolgt von einer Analyse der Auswirkungen des Sarbanes-Oxley Acts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Managerentlohnung, earnings management, agency-theory, Bilanzpolitik und Anreizstrukturen.
Warum unterscheidet die Arbeit zwischen real und accrual based earnings management?
Die Unterscheidung ist wichtig, da accrual based earnings management eher buchhalterischer Natur ist, während real earnings management durch echte betriebswirtschaftliche Entscheidungen vor dem Bilanzstichtag erfolgt und schwerer zu detektieren ist.
Wie reagierten Manager laut der Arbeit auf den Sarbanes-Oxley Act?
Die Arbeit stellt fest, dass das SOA das earnings management nicht effektiv beenden konnte, da Manager auf die schwerer nachweisbare Form des real earnings management auswichen.
Welche Rolle spielen Studenten in den zitierten empirischen Studien?
Die Arbeit merkt kritisch an, dass viele der zitierten Studien als Probanden Studenten statt erfahrene Manager nutzten, was die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Praxis einschränken könnte.
Welcher Lösungsvorschlag wird für die Anreizproblematik genannt?
Als Lösungsansatz wird vorgeschlagen, Manager durch Aktienoptionen und langfristige Vergütungsstrukturen stärker als Anteilseigner ("ins gleiche Boot") an den langfristigen Zielen des Unternehmens zu binden.
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- Master of Science Christian Mertn (Autor), 2013, Determinanten und Auswirkungen der Managerentlohnung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1005113