Die Frage der Bachelorarbeit ist es, wie sowohl die Polizei, als auch der DFB und die Vereine gegen Hooligan-Gewalt vorgehen können und inwiefern die Maßnahmen hinsichtlich der Erklärungsansätze von Aggression und Gewalt effektiv erscheinen. Anfänglich werden die Kategorisierungen der Fußballfans dargestellt und erläutert, was genau unter dem Begriff Hooliganismus zu verstehen ist. Es wird darauf eingegangen, wie sich die Szene des Hooliganismus in den vergangenen Jahren entwickelt hat und welche Rolle der Rassismus in dieser Szene spielt.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werden verschiedene Erklärungsansätze herangezogen, welche versuchen, die verbale und/oder körperliche Gewalt in den Gruppen zu erklären. Schlussendlich folgen die Präventionsmöglichkeiten seitens der Polizei und der Vereine. Diese Präventionsmaßnahmen werden kritisch auf Ihre Funktionalität und Effektivität hin analysiert, um mögliche Schwächen und Alternativen aufzuzeigen.
Immer wieder kommt es vor dem Fußballspiel, im Stadion und nach dem Spiel zu körperlichen und verbalen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Personengruppen. Dabei bleibt es nicht nur bei der klassischen Hooligan-Hooligan Auseinandersetzung. Immer häufiger werden unbeteiligte Personen körperlich und verbal angegriffen. Dazu gehören sowohl die friedlichen Fußballfans, aber auch Fußballspieler und die Polizei geraten immer häufiger in den Fokus der gewalttätigen Gruppen. Auch rassistische Äußerungen gehören in deutschen Fußballstadien inzwischen zum Alltag. Diese gehen teilweise so weit, dass die Partie unterbrochen oder sogar komplett abgebrochen werden muss. Doch wie lässt sich die Neigung zu solchen Auseinandersetzungen erklären? Lässt sich das aggressive Verhalten der Hooligans überhaupt erklären? Die Polizei, der DFB und die Vereine scheinen machtlos gegenüber dieser verbalen und körperlichen Gewalt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Kategorisierung der Fußballfans
2.2 Hooliganismus
3. Mögliche Erklärungsansätze gewaltbereiten Verhaltens
3.1 Das Aggressionsmodell/Triebmodell
3.2 Die Frustration-Aggressionstheorie
3.3 Lerntheoretische Ansätze
3.4 Das multikausale Aggressionsmodell
3.5 Alkoholkonsum
3.6 Zwischenfazit
4.Präventionsmaßnahmen
4.1 Polizeitaktisches Vorgehen
4.2 Vereine und der Deutsche Fußballbund
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht, wie die Polizei, der DFB und Fußballvereine effektiv gegen Hooligan-Gewalt vorgehen können und inwiefern bestehende Präventionsmaßnahmen auf Basis von Aggressions- und Gewalttheorien als wirksam einzustufen sind.
- Kategorisierung von Fußballfans und Definition des Hooliganismus.
- Analyse theoretischer Erklärungsansätze für gewaltbereites Verhalten.
- Untersuchung des Einflusses von Faktoren wie Alkoholkonsum auf Fan-Gewalt.
- Kritische Bewertung polizeilicher und vereinsseitiger Präventionsstrategien.
- Entwicklung von Perspektiven für einen nachhaltigeren Umgang mit Fangewalt.
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Aggressionsmodell/Triebmodell
Eine Möglichkeit die Gewalt der Hooligans und Ultras zu erklären, ist das Triebmodell nach Konrad Lorenz. Nach Lorenz basieren Aggressionen auf evolutionsbiologischen Grundlagen. Er sieht die Aggression als einen angeborenen Trieb, den jeder Mensch besitzt. Der Aggressionstrieb wird als erhaltener Instinkt beschrieben, welcher durch Spontanität gefördert wird. Das Aggressionspotenzial steigt, wenn die Aggressionen nicht regelmäßig abgebaut werden können. Die Aggression wird als Energie beschrieben, die sich im Menschen anstaut und bei einem bestimmten Reiz ausgelöst wird.
Kritisch wird gesehen, dass Lorenz den Menschen mit dem Tier gleichsetzt [vgl. Lorenz 1983].
Auf die Gewaltausschreitungen bei Fußballveranstaltungen übertragen, lässt sich die Gewalt so nur bedingt erklären. Teilweise könnte sie sich durch die Theorie erklären lassen, da es sich bei Hooligans oftmals um „normale“ Menschen handelt, welche ihre Aggressionen im Alltag nicht herauslassen können und im Rahmen von Fußballspielen die Chance dazu sehen. Sollten Aggressionen eine biologische Grundlage sein, würde es jedoch nicht erklären, dass sich der Großteil der Fußballfans ruhig und friedlich verhält. Ebenso werden die Auseinandersetzungen und Ausschreitungen von Hooligans oftmals im Voraus geplant. Es steht von vorne herein fest, dass sie Gewalt verbreiten wollen und das Fußballspiel eher zweitrangig ist. Andererseits ist es das Ziel von Hooligans, das männliche Ideal zu verkörpern und zu beweisen, dass sie stark sind. Auch dies ist ein Trieb, der ebenfalls bei Tieren zu finden ist und so auf den Menschen übertragen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Gewalt in Fußballstadien und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Effektivität von Präventionsmaßnahmen.
2. Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die polizeiliche Kategorisierung von Fußballfans und definiert grundlegende Begriffe wie Gewalt, Aggression, Hooliganismus und Ultras.
3. Mögliche Erklärungsansätze gewaltbereiten Verhaltens: Hier werden verschiedene theoretische Ansätze, darunter das Triebmodell und die Frustration-Aggressionstheorie, analysiert, um die Entstehung von Fankrawallen zu erklären.
4.Präventionsmaßnahmen: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Überblick über polizeiliche und vereinsseitige Maßnahmen zur Gewaltprävention und bewertet deren Funktionalität kritisch.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, neue, am Kern des Problems ansetzende Präventionsstrategien zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Hooliganismus, Fußballfans, Aggression, Gewaltprävention, Polizei, Stadionverbote, Fan-Kategorisierung, Frustration-Aggressionstheorie, Alkoholkonsum, Sicherheit, Fan-Struktur, Modelllernen, Sportveranstaltungen, Gefährderansprachen, Präventionsmaßnahmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Gewaltproblematik im Umfeld von Fußballspielen und untersucht Möglichkeiten, dieser durch polizeiliche und vereinsseitige Prävention zu begegnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Kategorisierung von Fans, psychologische Erklärungsmodelle für Gewalt, der Einfluss von Alkohol und die kritische Analyse von Präventionsmaßnahmen wie Stadionverboten.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist es zu analysieren, wie effektiv die Maßnahmen von Polizei, DFB und Vereinen gegen Hooligan-Gewalt sind und wo Schwachstellen in den bisherigen Strategien liegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und wertet fachwissenschaftliche Theorien, Berichte sowie aktuelle Statistiken zum Fanverhalten aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt zunächst Definitionen und Kategorien von Fans, analysiert verschiedene Aggressionstheorien und diskutiert anschließend konkrete polizeiliche und organisatorische Präventionsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hooliganismus, Präventionsmaßnahmen, Aggressionsmodell, Polizeiarbeit und Fan-Kategorisierung charakterisiert.
Inwiefern spielt der Alkoholkonsum eine Rolle für das Gewaltpotenzial?
Alkoholkonsum wirkt als enthemmender Faktor, der insbesondere bei Fans der Kategorien A und B zu vermehrter Aggressivität beitragen kann, während Hooligans der Kategorie C meist bewusst darauf verzichten, um bei Schlägereien leistungsfähig zu bleiben.
Warum stoßen herkömmliche Maßnahmen wie Stadionverbote an ihre Grenzen?
Die Wirksamkeit von Stadionverboten wird durch die schwierige praktische Umsetzung, die Verlagerung von Gewalt in das Stadionumfeld und die Tatsache, dass Hooligans häufig organisiert und zielgerichtet agieren, eingeschränkt.
Was schlägt der Autor als Alternative für die Zukunft vor?
Der Autor schlägt unter anderem präventive Aufklärung in Schulen, eine stärkere Medienarbeit sowie die Implementierung von Aussteigerprogrammen vor, um am Kern der Gewaltursachen anzusetzen.
- Quote paper
- Anna Zimmermann (Author), 2020, Hooliganismus. Prävention und Erklärungsansätze gewaltbereiten Verhaltens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006472