Die Darstellung der Gewalt am Beispiel ausgewählter Werke von Elfriede Jelinek. "Die Klavierspielerin" und "Die Liebhaberinnen"


Magisterarbeit, 2019

52 Seiten, Note: 2

Anonym


Leseprobe

Einleitung

1. Zum Begriff Gewalt
1.1 Formen der Gewalt

2. Ursachen der Gewalt
2.1 Wunsch nach Macht
2.2 Suchtmittelabhängigkeit
2.3 Eifersucht
2.4 Auswirkung der Erziehung und der Familie

3. Das Leben der Autorin und Ihre Werke

4. Darstellungsformen der Gewalt in ausgewählten Romanen Elfride Jelineks
4.1 Das Bild der Frau in den Werken Klavierspielerin und Liebhaberinnen

5. Form der Gewalt im Werk Die Klavierspielerin

6. Darstellung der Gewalt im Werk Die Liebhaberinnen

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Gewalt kann verschiedene Gesichter haben, von Worten bis hin zu Taten. Es ist ein sehr schwieriges Thema und sehr häufig wird es lieber verschwiegen. Gewalt kann jeden betreffen, unabhängig von Alter, Einkommen oder Bildung. Ihre Spuren lassen sich oft auch nach vielen Jahren bemerken und können es schwierig machen, gute Beziehungen zu den Menschen aufzubauen. Jedes Jahr verlieren mehr als 1,6 Millionen Menschen auf der Welt ihr Leben durch Gewalt. Immer mehr Menschen haben auch aus dem gleichen Grund psychische Probleme. Es gibt kein Land oder keine Gemeinschaft, die nicht von Gewalt betroffen ist1. Sie dringt in die Medien ein, ist im Haus, in der Schule, Arbeit und in verschiedensten Institutionen präsent. Es ist ein universelles Problem, das das Leben, die Gesundheit und das Glück jedes Menschen bedroht. Das häufigste Motiv für den Einsatz der Gewalt ist der Wunsch, die Kontrolle und Macht über eine Person zu übernehmen, die in einem bestimmten Moment schwächer, abhängig oder hilflos ist. Die Überzeugung die in der Gesellschaft am meistens vorkommt ist, dass Gewalt nur aus Alkoholmissbrauch, aus psychologischen Problemen des Täters oder nur in pathologischen Familien auftritt, ist völlig falsch.

Folgende Diplomarbeit bezieht sich auf unterschiedliche Formen der Gewalt anhand der literarischen Werke der österreichischen Schriftstellerin Elfride Jelinek, die die Erscheinung der Gewalt in ihren Werken sehr deutlich darstellt. Die vorliegende Masterarbeit besteht aus der Einleitung, 6 Hauptkapiteln, Schlussfolgerungen und dem Literaturverzeichnis. Die Hauptkapitel werden in zwei Teile unterteilt: in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im ersten Kapitel des theoretischen Teils der Arbeit werde ich mich mit dem Begriff der Gewalt beschäftigen. Zunächst erkläre ich allgemein was unter dem Wort Gewalt zu verstehen ist. Die Erscheinung der Gewalt bezieht sich auf viele Ebenen und umfasst unterschiedliche Formen. In folgender Diplomarbeit werden die drei meines Erachtens wichtigsten Formen der Gewalt beschrieben d. h. körperliche Gewalt, psychische Gewalt als auch häusliche Gewalt. Als Nächstes richte ich mein Augenmerk auf die Ursachen der Gewalt. Einen großen Einfluss auf den Ausbruch der Gewalt haben z. B. Suchtmittelabhängigkeit, Eifersucht, Erziehung, als auch Auswirkung der Umgebung und der Familie. Der Wunsch nach Macht und Kontrolle wird das häufigste Motiv genannt. Auf diese vier Ursachen wird genau in dem Zweiten Kapitel eingegangen. Das dritte Kapitel der Arbeit wird der Schriftstellerin Elfride Jelinek gewidmet. Als Erstes nenne ich die biografischen Daten der Autorin und daraufhin konzentriere ich mich auf das Motiv der Gewalt in ihrer Literatur. Ab dem vierten Kapitel beginnt der praktische Teil der Masterarbeit. Um das Phänomen der Gewalt analysieren zu können, habe ich zwei Werke der Schriftstellerin ausgewählt, die als Basis für meine Untersuchung gelten und zwar Die Klavierspielerin und Die Liebhaberinnen. Zunächst stelle ich das Bild der Frau in beiden Werken näher dar. Bereits hier kommen die ersten Aspekte bezüglich der Erscheinung der Gewalt vor. Weiterhin in dem fünften und sechsten Kapitel werden die beiden Werke genau analysiert und die Motive der Gewalt näher dargestellt. Das Ziel der Untersuchung ist es zu überprüfen, welche Gründe für die Entstehung der Gewalt in beiden Werken verantwortlich waren, als auch welche Formen der Gewalt erkannt werden können. Abschließend kommt eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Ergebnissen der Analyse.

1. Zum Begriff Gewalt

Die Thematik der Gewalt sorgt heutzutage nicht nur in der öffentlichen Diskussion, sondern vor allem in den Medien für Gesprächsstoff. Der Terminus Gewalt stammt aus dem indogermanischen als auch althochdeutschen und entspricht folgenden Bedeutungen: „stark sein, beherrschen, Macht ausüben“2. Die Pädagogen sind sich einig, dass die Erscheinung der Gewalt mit sehr vielen unterschiedlichen begrifflichen als auch theoretischen Konzeptionen in Verbindung steht, und es scheint unmöglich zu sein, den Begriff nur auf eine einzige Weise darzustellen. Im Weiteren sind die Pädagogen sicher, dass es zu keinem anderen Thema so zahlreiche Erklärungs- und Analysesätze gibt, wie in dem Fall der Gewalt. Der Begriff Gewalt bewegt sich meistens um die Trias „Bürger-Mitbürger-Staat“3. Hierzu wird die Gewalt auf folgende Weise unterschieden:

1. „als körperliche Macht und Stärke
2. als verletzende Gewalttätigkeit
3. als Herrschaftliche oder staatliche Gewalt“4

Das Lexem Gewalt wird oft als synonym der Aggression in Gebrauch genommen. In der heutigen Literatur bezeichnen die Wissenschaftler sowohl Aggression als auch Gewalt als: „Eine Handlung, die auf die Verletzung eines Menschen zielt“5. Es handelt sich also dabei um Handlungen, die mit Absicht getan werden, um einem Menschen einen Schaden zuzufügen und ihn zu verletzten. Balser, Daschner, Schrewe, D’Amour, Wagner, Krall, Krumm, Böhm und Kaeding definieren die Aggression und Gewalt nachfolgend: „aggressives Handeln (…), absichtsvoll darauf gerichtet, einen anderen Menschen psychisch oder physisch zu verletzten“6. Wobei sie bezeichnen die Aggression, als „eine kleine/versteckte Gewalt“ und die Gewalt wiederum, als „eine große/manifeste Gewalt“7.

Besenbäck sieht das Gewaltphänomen als Merkmal bestimmter Gruppen, die ihre Macht bzw. Herrschaft durch Aggression durchsetzen möchten und die Entwicklungsmöglichkeiten der Opfer einschränken wollen8. Johan Galtung, der sich in den 60er, und 70er Jahren mit der Gewalterscheinung beschäftigt hat und sein eigenes Konzept der strukturellen Gewalt geschaffen hat, widmete die Aufmerksamkeit in erster Linie den Opfern und den Auswirkungen von Gewalt, anstatt sich auf die Motive von Hintergründen und Handlungen einzelner Täter zu konzentrieren. Für den Autor „liegt Gewalt vor, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre somatische und geistige Verwirklichung geringer ist, als ihre potenzielle Verwirklichung“9. Die strukturelle Gewalt definiert also den Gewaltprozess, der in den gesellschaftlichen Verhältnissen besteht und sich auf die Verarmung, Hunger, Tod etc. bezieht, als auch auf die gesellschaftliche Ordnungsgewalt mit Objekten wie z.B.: Lebensalter, Geschlecht oder nationale Zugehörigkeit10.

Wissenschaftler weisen in ihren theoretischen Erklärungssätzen zu Erscheinung der Gewalt darauf hin, dass diese von vielen unterschiedlichen Bedingungen abhängt wie z.B.:

- Personenbezogene Merkmale: Temperament, erlerntes Verhalten, eigene Gewalterfahrungen, psychische Krankheiten
- Sozial-situative Kompetenten: Frustration, Bedrohung, Stress, soziale Dynamik.
- Institutionelle Bedingungen: Überforderung in der Schule, frustrierende Arbeitsbedingungen, Mobbing am Arbeitsplatz
- Kulturelle und gesellschaftliche Bedingungen: gesellschaftliche Bewertungen von Gewalt, widersprüchliche Erwartungen, strukturelle Arbeitslosigkeit, Armut11.

Die unten illustrierte Abbildung stellt die Ansatzpunkte für Theorien zu Aggression und Gewalt, die ihre Berücksichtigung in den pädagogischen Analysen bezüglich Gewalt finden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb.: Krall, 2004:15)

Das Ziel der Illustration ist zu zeigen, dass die Theorienansätze für das Gewaltphänomen in einer kombinierten Form d. h. psychologischer und soziologischer Form dargestellt werden. Die psychologischen Ansätze handeln von dem Individuum mit seinen psychischen Dispositionen, kognitiven und emotionalen Bedürfnissen als auch Erlebnisweisen und Verarbeitungsformen. Die soziologischen beziehen sich wiederum auf das soziale Umfeld des Objektes12.

In der gegenwärtigen Literatur, die die Theorien bezüglich der Gewalt umfasst, verwenden die Wissenschaftler keine einzelnen Definitionen des Gewaltphänomens, sondern wenden vielfältige Aufklärungen an, die miteinander verknüpft werden. Schubarth erklärt die Gewaltvorgänge nachfolgend:

- „Gewalt als Versuch einer Stressbewältigung
- Gewalt als Form einer männlichen Lebensbewältigung
- Gewalt als Ergebnis produktiver Realitätsverarbeitung
- Gewalt als Folge ungünstiger sozialökologischer Bedingungen (z. B. in der Schule)“13

Die obengenannten Theorien beziehen sich auf die Handlungen zwischen Individuum und Umwelt.

Aus der rechtlichen Sicht wird der Begriff in erster Linie als Herrschaft charakterisiert. Diese Bezeichnung wird in jeder Formulierung in dem Grundgesetz in Gebrauch genommen, die sich auf die Gewalt bezieht u. a. in der Definition der ‘staatlichen Gewalt‘, ‘öffentlichen Gewalt‘, ‚Befehls- und Kommandogewalt‘ oder ‚Polizeigewalt‘. In dem Polizeirecht bleibt der Begriff dem Strafrecht oder Zivilrecht eingeordnet. In dem ersten Fall handelt es sich um eine körperliche Gewalt, die wie folgt charakterisiert wird: „Jede unmittelbare körperliche Einwirkung auf Personen oder Sachen“14. In dem Zivilrecht wird der Begriff im Sinne von Macht und Herrschaft verstanden z. B. ‚Gewalt über eine Sache‘, ‚elterliche Gewalt‘.

Wissenschaftler berücksichtigen in ihrer Literatur meistens folgende Formen der Gewalt:

- Physische Gewalt
- Psychische Gewalt
- Verbale Gewalt
- Sexuelle Gewalt
- Frauenfeindliche Gewalt
- Fremdenfeindliche und rassistische Gewalt

Ein wichtiges Thema, das sehr oft unberücksichtigt bleibt, ist die Gewalt an Schulen. Schulische Gewaltprävention wird kaum thematisiert und somit zumeist als Tabu-Thema bezeichnet. Nicht nur Schüler sondern auch Lehrer werden immer wieder mit gewaltigen Prozessen konfrontiert, und auch wenn es nur leichte Formen von Gewalt sind, sollten sie nicht übersehen werden. Nach Klewin verletzten sich Schüler und Lehrer gegenseitig mit Handlungen, die sie als provozierend und schämend empfinden. Darauf wird meistens mit Aggression reagiert, die immer zu einem Konflikt und gewalttätigerem Verhalten führt15.

Am Beispiel der unten dargestellten Illustration, welche Formen der Gewalt in den Schulen zu treffen sind, lässt sich zugleich der Unterschied zwischen einem gewaltigen und aggressiven Verhalten zu sehen, über den bereits Bründel/Hurrelmann (s. o.) geschrieben haben.

Gewalt/Aggression in Schulen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: Gewalt/Aggressivität in Schulen16.

Sigmund Freud bestimmt die Aggression als eine ‚destruktive Kraft‘, die mit dem Hass, Masochismus, Selbstzerstörung und Feindseligkeit gegenüber anderen Menschen und anderen Kulturen verbunden ist17. Die Erscheinung der Gewalt ist ein universelles Problem, deshalb wird sie durch Wissenschaftler auf unterschiedliche Weise in zahlreichen Disziplinen analysiert. Die Forschungen im Kontext der Gewalt kommen vor allem in folgenden Disziplinen vor:

4. Psychologie und Sozialpsychologie konzentrieren sich auf die Untersuchung des Phänomens in zwischenmenschlichen Beziehungen.
5. Philosophie, Soziologie und politische Wissenschaft untersuchen und stellen die Gründe der Entstehung von Gewalt in dem gesellschaftlichen Kontext dar.

Sie fragen nach einer gesetzlichen Zulässigkeit einer Handlung und ermitteln ihre gesellschaftlichen Funktionen.

6. Kommunikationswissenschaft und Pädagogik befasst sich mit dem Präsenz von Gewalt in den Medien u.a. auf welche Art und Weise diese in den Kommunikationsmitteln dargestellt und vermittelt werden sollte.
7. Kriminalistik und Kriminologie beschäftigen sich mit gewaltigem Verhalten im Polizeialltag und in Bezug auf Vandalismus und Kriminalität.18

1.1 Formen der Gewalt

1.1.1 Körperliche Gewalt

Körperliche Gewalt oder auch physische Gewalt bezeichnet eine physische Schädigung, die mit dem Einsetzen körperlicher Stärke absichtlich getan wird. Ursachen von dieser Art der Gewalt sind meistens auffällig, und lassen sich rasch deutlich erkennen. Doch die Wissenschaftler in seinen Theorien weisen darauf hin, dass solche Bezeichnungen für physische Gewalt wie ‚körperliche Schädigung‘ oder ‚Schädigungsabsicht‘ viel zu begrenzt scheinen und für die Gewalterfassung nicht ausreichend sind. Es handelt sich vor allem darum, dass man berücksichtigen muss, in welchem Kontext die Gewalthandlungen angewendet wurden. Nach Tillmann kann von einer körperlichen Gewalt erst dann die Rede sein, wenn die Schädigung als unmoralisch angesehen wird, denn absichtlich ausgeführte physische Verletzungen kommen oft z. B. im Kampfsport, in dem sie nicht als unmoralisch empfunden werden und dadurch auch als keine unerlaubten, gewalttätigen Vorgänge definiert werden19. Des Weiteren stellt Tillmann fest, dass Taten, die in der Vergangenheit als erlaubt galten, heutzutage als äußerst straffbar angesehen werden. Dazu gehört laut dem Autor z. B. „körperliche Züchtigung von Schülern“20, die früher als eine Erziehungsmethode verwendet wurde und gegenwärtig höchst verboten ist. Zudem ist Tillmann der Meinung, dass allein eine Androhung körperlicher Gewalt ebenso zu der engen Gewaltdefinition zählt. Obwohl es in solchem Fall keine direkte Schädigung vorkommt, scheint sie für das Opfer eine mögliche Folge zu sein, und deshalb kann sie unter physische Gewalt gefasst werden21. Böttger und Liang definieren den Terminus körperliche Gewalt nachfolgend:

„Die intentionale Ausübung physischer Stärke durch Menschen, die sich unmittelbar oder mittelbar gegen andere Mitglieder der Gesellschaft richtet, sowie die ernsthafte Androhung eines solchen physischen Krafteinsatzes, die sich auf den Rahmen einer sozialen Interaktion beschränkt“22.

Der Begriff körperliche Gewalt bezieht sich also auf konkrete, absichtsvolle Verletzung des Körpers durch einen anderen Menschen in einer sozialen Situation. Es handelt sich dabei sowohl um leichte Verletzungen als auch diese, die sogar zum Tod des angegriffenen Menschen führen können. Nach Fath erfasst der Terminus Gewalt nicht nur ausgeführte Vorgänge, die zur körperlichen Verletzung eines Menschen führen können, sondern auch Handlungen, die nicht ausgeführt wurden und dadurch bei einem Menschen Schaden hervorrufen können. Der Autor weist hier auf konkrete Situationen hin, in denen bestimmte Gruppen von Menschen z.B. Kinder oder Pflegebedürftige eine Hilfe anderer Menschen brauchen, um das tägliche Leben führen zu können. Eine Unterlassung von Handlungen, die für Überleben eines Menschen notwendig sind, u. a. Pflege oder Frühsorge, wird auch als physische Gewalt verstanden. Es bleibt ohne Zweifel, dass Vernachlässigung von notwendigen Prozessen eines abhängigen Menschen eine physische Gewalt auslösen kann und im schlimmsten Fall zum Tod desjenigen führt. Vor allem in den pädagogischen Forschungen wird diese Form der physischen Gewalt höchst thematisiert23.

1.1.2 Psychische Gewalt

„Gewalt? Als ich dich fragte was Gewalt ist, sagtest du schlagen und geschlagen werden. Wenn du oft über mein Aussehen klagst und wenn du so tust als ob wir nicht zusammengehören, wenn du mich nicht mit zu deinen Freunden nimmst, wenn du sagst ich bin zu nichts zu gebrauchen, merke ich, dass du nicht weißt, was Gewalt ist (gemeinsam geschrieben von 4 Mädchen, alle 12 Jahre Alt)“24.

Das Zitat stammt aus dem Werk Psychische Gewalt gegen Kinder vom Bernd Sommer und weist deutlich darauf hin, dass psychische Gewalt in den sozialen Beziehungen kaum ernst genommen wird. Anhand der obengenannten Aussage lässt sich feststellen, dass der Begriff Gewalt vor allem mit körperlichen Verletzungen assoziiert wird, die sich leicht durch dritte Personen erkennen lassen. Der Begriff psychische Gewalt bezieht sich jedoch auf eine Schädigung oder Verletzung der Psyche eines Menschen, bzw. auf eine Verletzung, bei der ein Körperkontakt oder eine Nutzung von verschieden Gegenständen wie z.B. Waffe, ausgeschlossen ist. Bei dieser Form der Gewalt handelt es sich um verbale Schädigungen wie: Spott, Beleidigungen, Demütigungen, Aggressionen und nonverbale Schädigungen z.B. Ignoranz, abschätzige Mimiken und Gestiken oder Ausschluss aus einer Gruppe. Obwohl der körperlichen Gewalt viel mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird, ist es nachgewiesen worden, dass die Verletzungen, die durch psychische Gewalt verursacht wurden, zu ernsthaften und sogar lebensgefährlichen Krankheiten führen. Die meist thematisierte Art des Phänomens der psychischen Gewalt ist Mobbing. Mobbing betrifft negative Handlungen, die sowohl verbale als auch nonverbale Verletzungen umfassen. Mobbing-Handlungen, die als psychische Gewalt gesehen werden, sind u.a. Gerüchteverbreitung über eine Person, mündliche Bedrohung einer Person, eine Person auslachen oder über sie unangenehme Scherze vor anderen anwesenden Menschen machen25. Ein wichtiges Merkmal, das die psychische Gewalt charakterisiert, ist: „die Wechselbeziehung zwischen den beteiligten Personen“26. Das heißt, dass bei der psychischen Gewalt der Täter auf die Teilnahme des Opfers angewiesen ist, da „die verbalen Attacken des Täters nur zum gewünschten Erfolg führen, wenn das Opfer auf die Attacke reagiert“27. Seelische Gewalt kommt in verschieden Umfeldern vor. Ein sehr oft diskutiertes Thema und kaum zu übersehen ist heutzutage ‚Psychische Gewalt in der Erziehung oder gegen Kinder‘, das quasi jede Familie betrifft. Psychische Gewalt wird als häufigste Form der Gewalt gegen Minderjährige bezeichnet. Bereits 1955 hat die APSAC (American Professional Society on Abuse of children) die verbale Misshandlung nachfolgend definiert: „Ein sich wiederholendes Verhaltensmuster von Seiten eines Elternteils (oder desjenigen Erwachsenen, der sich um das Kind kümmert), welches das Kind zu Überzeugung bringt, dass es ohne Selbstwert, schuldig, ungeliebt, unerwünscht oder in Gefahr ist, oder dass sein Wert davon abhängt, ob es die Bedürfnisse des Andern erfüllt“28. Wie die APSAC erklären, handelt es sich bei der psychischen Gewalt nicht nur um einen einzelnen Fall, sondern darum, dass sich die verbale Aggression wiederholt und immer wieder vorkommt. Eine genauere Erklärung für psychische Gewalt gegen Kinder hat Lutter. Er beschreibt die seelische Gewalt als „…elterliche Verhaltensweisen, die das Kind herabsetzen, quälen und sein Selbstwertgefühl schwer beeinträchtigen. Dies kann durch Ablehnung (ständige Kritik, Überforderung, „Sündenbockrolle“) durch Terrorisieren (Bedrohen, Ängstigen, Einschüchtern) oder durch Isolieren (Einsperren, Verhindern von Außenkontakten, Vermitteln von Einsamkeit und Verlassenheit) geschehen“29. Der Autor nennt hier nicht nur die Gefühle, die bei einer seelischen Misshandlung vorkommen, sondern beschreibt auch, um welche Verhaltensweise der Betreuungsperson gegenüber dem Kind es sich genau handelt. Die Studien beweisen, dass psychische Gewalt vor allem bei Kindern zu ernsten körperlich-kognitiven Entwicklungsstörungen führen können. Größtenteils geht es hier genau um die Sprachentwicklung. Kinder, die seelisch misshandelt wurden, haben u. a. Ausspracheprobleme, lispeln, wiederholen mehrmals ein Wort oder einen Satz, ihr Wortschatz ist sehr begrenzt und ihre Schulleistung ist übergreifend mangelhaft. Im Weiteren kommen als Folgen von psychischer Gewalt sozial-emotionale Störungen. Dies betrifft jedoch nicht nur Kinder, sondern bezieht sich auf alle Altersgruppen. Als sozial-emotionale Störungen lassen sich z.B. Verhaltensprobleme, Gefühle der Hilfslosigkeit, Persönlichkeitsstörungen, Abhängigkeitserkrankungen, psychische Störungen, die mit Angst und Zwang verbunden sind, Kontrollverlust, Niedergeschlagenheit sehen. Psychischer Missbrauch löst auch hohe soziale Passivität, erregt schwere psychische Krankheiten wie u.a. Depressionen, die wiederum zu Selbstmordgedanken führen. Zu weiteren Folgen, die durch seelische Gewalt verursacht, werden gehören meistens noch: Schlaf- und Gefühlstörungen, Magersucht, Versagensängste, aggressives Verhalten, Berufsunfähigkeit als auch Körperliche Krankheiten. An diesen Beispielen lässt sich feststellen, dass jede Tätigkeit, die auf die psychische Gewalt hinweist, eine sehr schädigende Auswirkung auf die Gesundheit des Betroffenen hat30.

1.1.3 Häusliche Gewalt

Unter dem Begriff häusliche Gewalt werden gewaltige Vorgänge zwischen Menschen, die eine partnerschaftliche oder familiäre Beziehung haben und in einem Haushalt zusammenleben, verstanden. Meistens lässt sich diese Form der Gewalt zwischen Partnern sehen, sie kann aber auch zwischen Geschwistern, Kindern und Eltern vorkommen. Für die Betroffenen ist häusliche Gewalt ein tiefgreifendes Erlebnis, da ihre Privatsphäre und der Raum, in dem sie sich geborgen fühlen sollten, bedroht wird. Charakteristisch für die häusliche Gewalt ist so genannte Gewaltspirale bzw. Gewaltkreislauf d.h. der gewaltige Vorgang ist keine einzelne Tat, sondern wird sich immer wieder wiederholen und durch dieselben Phasen durchlaufen. Anfangs wird die Opfer zumeist mit dem Affekt konfrontiert, danach kommt die Reue des Täters, seine Entschuldigungen und letztendlich kommt zu der Beruhigung in dem Haushalt, gefolgt davon, dass die Opfer ihrem Täter die Straftaten verzeihen. Psychologen sind der Meinung, dass nach der Verzeihung, wenn es im Haus wieder Ruhe herrscht, wartet die Opfer bereits unbewusst auf die nächste Attacke des Täters und deshalb ist ihr Verhalten nach dem Angriff immer vorsichtig und zurückhaltend. Des Weiteren wurde bestätigt, dass je öfters die Gewaltspirale vorkommt, desto kürzer werden die Phasen zwischen ausgeübten Gewaltprozessen31. Eine exakte Definition des Terminus gibt die Sonderberichterstatterin der vereinten Nationen. Sie definiert den Begriff folgendermaßen: „Häusliche Gewalt ist eine Form von Gewalt, die in der Privatsphäre im allgemeinen zwischen Personen geschieht, die durch intime, verwandtschaftliche oder gesetzliche Beziehungen miteinander verbunden sind. Trotz der augenscheinlichen Neutralität des Begriffes handelt es sich bei häuslicher Gewalt fast immer um eine geschlechtsbezogene Gewalttat begangen von Männern an Frauen“32. Bei der häuslichen Gewalt unterscheidet man sechs Formen, in deren die Gewalt ausgeübt wird:

1. Physiche Gewalt
2. Psychische/emotionale Gewalt
3. Sexuelle Gewalt
4. Ökonomische Gewalt
5. Soziale Gewalt

Die häufigsten Formen d.h. psychische und körperliche Gewalt wurden schon früher näher betrachtet, aus diesem Grund werden sie hier nicht mehr beschrieben. Sexuelle Gewalt bezeichnet alle Vorgänge, die gezielt durch sexuelle Taten ausgeübt und gegen den Willen vorgenommen werden. Die Erscheinung der sexuellen Gewalt wird auf körperliche und psychische aufgeteilt. Physische sexuelle Gewalt bezieht sich u. a. auf Geschlechtsverkehr, Teilnahme an Pornografie gegen den Willen oder medizinische Handlungen, die nicht nötig sind. Seelische sexuelle Gewalt im familiären Kontext tritt häufiger auf und ist viel schwerer nachweisbar. Zu dieser Form zählen z.B. Exhibitionismus, sexuelle Demütigung, Belästigung, Witze. Eine der häufigsten Formen des sexuellen Missbrauches innerhalb der Familie ist die Vergewaltigung von Frauen. Sexuelle Straftaten dienen dem Täter, damit er seine Macht demonstrieren kann, als auch die Auswertung seiner Person zu erhöhen. Obwohl bei dem seelischen sexuellen Missbrauch kein Körperkontakt oder Körperverletzung auftritt, ist diese für die Opfer genauso traumatisch und schmerzhaft wie bei der körperlichen Gewalt33. Das Phänomen der ökonomischen Gewalt unterliegt der psychischen Gewalt und bezeichnet eine ungleiche Verfügung über finanzielle Mittel im Haushalt. Ökonomische Gewalt in einem Familienkreis bezieht sich in erster Linie auf Frauen und stellt Situationen dar, wenn eine Frau über kein eigenes Einkommen verfügt und nur ein eingeteiltes Geld von ihrem Partner bekommt, damit sie ihm finanziell abhängig bleibt oder wenn einer Frau Berufstätigkeit verboten wird. Es gibt auch einige Fälle, in denen die Frau von ihrem Partner zur Arbeit gezwungen wird, um ihr Lohn dem Partner abzugeben. Solche Situation unterliegt ebenso ökonomischer bzw. finanzieller Gewalt34. Die letzte Form der häuslichen Gewalt betrifft die soziale Gewalt. Diese Form unterliegt ebenso der seelischen und emotionalen Gewalt. Unter diesem Terminus sind Vorgänge gemeint, die die Beziehungen der Opfer mit dem sozialen Umfeld negativ beeinflussen wie z.B. Isolation, Einsperren, eine Person in der Öffentlichkeit erniedrigen, die Kinder als Druckmittel benutzen35.

Bei der Thematik der häuslichen Gewalt, die sich auf Gewalt unter Familienmitglieder bezieht, können folgende Erscheinungsformen dargestellt werden:

8. „Partnergewalt, d.h. zwischen Ehepartner bzw. Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft;
9. Eltern-Kind Gewalt, d.h. (Groß-, Stief-, oder Pflege-) Eltern gegen Kinder.
10. Geschwistergewalt, d.h. Gewalt unter den Kindern;
11. Kind-Eltern Gewalt, d.h. Gewalt der Kinder an ihren (Groß-, Stief-, oder Pflege -) Eltern“36.

[...]


1 http://www.psychologia.edu.pl/czytelnia/59-niebieska-linia/450-przemoc-wyzwanie-dla-swiata.html am 25.06.2019.

2 Krall, Hannes: Jugend und Gewalt: Herausforderungen für Schule und soziale Arbeit, Wien, 2004. Zit.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 10.

3 Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 10.

4 Krall, Hannes, Jugend und Gewalt, 2004, S. 10.

5 Bründel, Heidrun/Hurrelmann, Klaus: Gewalt macht Schule, München, 1994. Zit.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 10.

6 Daschner, Peter; Balser, Hartmut; Schrewe Hartmut; D’Amour, Bernd; Wagner, Petra; Krall, Hannes; Krumm Volker; Böhm, Christian; Kaeding, Peer, Gewaltprävetzion und Schulentwicklung. In: Journal für Schulentwicklung, Heft 3, Wien, 1999, S. 4-84. Vgl.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 11.

7 Daschner, Peter; Balser, Hartmut; Schrewe Hartmut; D’Amour, Bernd; Wagner, Petra; Krall, Hannes; Krumm Volker; Böhm, Christian; Kaeding, Peer, Gewaltprävetzion und Schulentwicklung. In: Journal für Schulentwicklung, Heft 3, Wien, 1999, S. 4-84. Vgl.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 11.

8 Besenbäck, Irene; Sodl, Michaela; Tanzberger, Renate; Tschenet, Roswitha: Reader. Gewalt in der Schule. Gewalt gegen Mädchen. Geschlechtsspezifische Aspekte und schulische Präventionsarbeit, Bundesministerium für Unterricht und Kunst (Hrsg.), Wien, 1994. Vgl.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 11.

9 Galtung, Johan: Strukturelle Gewalt. Beiträge zur Friedens-und Konfliktforschung, Reinbek bei Hamburg, 1975, S. 9. Zit.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 11.

10 Vgl. Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 11.

11 Vgl. Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 14.

12 Vgl. Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 15.

13 Schubarth, Wilfried: Gewaltprävention in Schule und Jugendhilfe, Neuwied; Kriftel, 2000. Zit.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 21.

14 Krey, Volker: Zum Gewaltbegriff im Strafrecht / 1: Probleme der Nötigung mit Gewalt, Bundeskriminalamt, Wiesbaden, 1986. Zit.: Merten, Klaus: Gewalt durch Gewalt im Fernsehen, Opladen/Wiesbaden, 1999, S. 18.

15 Vgl. Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 13.

16 Balser et al. 1999:12, Zit.: Krall, Jugend und Gewalt, 2004, S. 13.

17 Vgl. Merten, Gewalt durch Gewalt im Fernsehen, 1999, S. 36.

18 Vgl. Merten, Gewalt durch Gewalt im Fernsehen, 1999, S. 33.

19 Bothe, Sabrina: Gewalt und Gewaltprävention im Kontex von Schule, Hamburg, 2008. Vgl.: Brothe: Gewalt und Gewaltprävention, 2008, S. 7.

20 Tillmann, Klaus Jürgen, Meier, Urlich: Gewalt in der Schule-importiert oder selbstproduziert? In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, Leibniz-Zentrum für psychologische Information und Dokumentation, Trier, 2000. Zit.: Brothe, Gewalt und Gewaltprävention, 2008, S. 8.

21 Vgl. Brothe, Gewalt und Gewaltprävention, 2008, S.8.

22 Böttger, Andreas/ Liang, Jiazhen: Was ist Gewalt? Vorschlag zur Begriffsdefinition und Unterscheidung verschiedener Formen, In: Christian Pfeiffer und Werner Greve (Hg.), Forschungsthema „Kriminalität“, Festschrift für Heinz Barth, 1996, S. 309-323. Zit.: Brothe, Gewalt und Gewaltprävention, 2008, S. 8.

23 Vgl. Fath, Markus: Gewalt und Gewaltlosigkeit: Entwicklung eines Theorie Models, Berlin, 2011, S. 54

24 Sommer, Bernd: Psychische Gewalt gegen Kinder, Marburg, 2002. Zit.: Sommer, Psychische Gewalt gegen Kinder, 2002, S. 60.

25 Vgl. Fath, Gewalt und Gewaltlosigkeit, 2011, S. 55.

26 Nunner-Winkler, Gertrud: Überlegungen zum Gewaltbegriff, In: W. Heitmeyer, & H.-G. Soeffner (Eds.), Gewalt, Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme, Frankfurt am Main, 2004, S. 21-61. Zit.: Bothe, Gewalt und Gewaltprävention, 2008, S. 9.

27 Brothe, Gewalt und Gewaltprävention, 2008, S. 9.

28 Andersch, Nicole: Psychische Gewalt in der Erziehung und die Prävention durch die Elternbildung, Hamburg, 2009. Zit.: Andersch, Psychische Gewalt in der Erziehung, 2009, S. 16.

29 Andersch, Psychische Gewalt in der Erziehung, 2009, S. 17.

30 Vgl. http://www.violencestudy.org/Gewalt-Gesundheit/Auswirkung-psychische-Gewalt-Gesundheit.html am: 14.02.2019.

31 Wahren, Juliane: Klinische Sozialarbeit und häusliche Gewalt, Hamburg, 2015. Vgl.: Wahren, Klinische Sozialarbeit, 2015, S. 12.

32 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1997a), S. 7. Zit.: Mark, Heike (2001), Häusliche Gewalt gegen Frauen. Ergebnisse einer Befragung niederlassender Ärztinnen und Ärzte, Marburg, 2001, S. 13.

33 Vgl. Wahren, Klinische Sozialarbeit, 2015, S. 17f.

34 Vgl. Wahren, Klinische Sozialarbeit, 2015, S. 17f.

35 Vgl. Wahren, Klinische Sozialarbeit, 2015, S. 17f.

36 Schneider, Ursula: Gewalt in der Familie, In: Gruppendynamik, 26, S. 41-62, Landesinstitut für Schule, 2005. Zit.: Lamnek, Siegfried; Luedke Jeans; Ottermann Ralf: Tatort Familie; Häusliche Gewalt im gesellschaftlichen Kontext, 2., erweiterte Auflage, Wiesbaden, 2006, S. 102.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Die Darstellung der Gewalt am Beispiel ausgewählter Werke von Elfriede Jelinek. "Die Klavierspielerin" und "Die Liebhaberinnen"
Note
2
Jahr
2019
Seiten
52
Katalognummer
V1006693
ISBN (eBook)
9783346390547
ISBN (Buch)
9783346390554
Sprache
Deutsch
Schlagworte
darstellung, gewalt, beispiel, werke, elfriede, jelinek, klavierspielerin, liebhaberinnen
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Die Darstellung der Gewalt am Beispiel ausgewählter Werke von Elfriede Jelinek. "Die Klavierspielerin" und "Die Liebhaberinnen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006693

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