Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Ouvertüre. Hierfür wird der Begriff der Programmmusik, ein kurzer Überblick über Ludwig van Beethovens Leben sowie wie musikalische Analyse der Coriolan-Ouvertüre gegeben.
Im Allgemeinen versteht man heute die Ouvertüre als eine instrumentale Einleitungskomposition zu einer größeren musikalischen Veranstaltung wie z.B. der Oper, dem Schauspiel, dem Ballett, dem Oratorium, der Kantate, der Suite und dem Konzert. Die Entwicklungsgeschichte der Ouvertüre weist mehrfach Wandlung auf, die nicht nur auf Form und Satztechnik der Ouvertüre, sondern auch auf ästhetischen Aspekten beruht.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Entwicklung der Ouvertüre
2. Der Begriff Programmmusik
3. Beethovens Leben – Eine kurze Übersicht
5. Musikalische Analyse der Coriolan-Ouvertüre
6. Zusammenfassung
7. Anhang
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Publikation
Diese Arbeit untersucht Beethovens Coriolan-Ouvertüre op. 62 im Kontext der Programmmusik. Das primäre Ziel ist es, die musikalische Umsetzung des dramatischen Stoffs von Heinrich Joseph von Collin zu analysieren und zu erörtern, inwieweit die Ouvertüre trotz ihrer formalen Anlehnung an die Sonatensatzform als charakteristische Programmmusik und psychologisches Porträt der Titelfigur betrachtet werden kann.
- Historische Entwicklung und Gattungsgeschichte der Ouvertüre.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung der Programmmusik.
- Biografischer Abriss und kompositorische Entwicklung Ludwig van Beethovens.
- Detaillierte Analyse der Coriolan-Ouvertüre hinsichtlich Struktur und Motivik.
- Interpretation des programmatischen Gehalts und der dramaturgischen Absicht.
Auszug aus dem Buch
5. Musikalische Analyse der Coriolan-Ouvertüre
Den ganzen Satz kann man als einen verkürzten Sonatensatz betrachten, in dem eine Durchführung fehlt. Die Begründung dafür ist die Intensivierung und die Realisierung der programmatischen Idee im Sinne einer durchgängigen, finalstrebenden Entwicklung in der Musik. Der programmatisch-dramatische Höhepunkt wird erst in den letzten Takten der Reprise oder in der Coda erreicht und der von Anfang an sich steigernde Spannungsanstieg wird nicht von den dynamisch-gegensätzlichen Kräften der klassischen Durchführung und der Reprise unterbrochen. Gleichzeitig entspricht die Reduktion des Sonatensatzes der charakteristischen musikalisch-inhaltlichen Aussage der programmatischen Konzert- und Schauspielouvertüre, welche nicht die Entwicklung eines sich vollziehenden Handlungsgangs, sondern die tonpoetische Ausdeutung einer spezifischen Idee oder Eindruck zum Gegenstand hat.
Die ersten 14 Takte wirken als eine in sich nicht abgeschlossene Einleitung, die durch aufeinanderfolge von lang gedehnten und kurz abgerissenen Akkorden und einschneidenden Zäsuren charakterisiert sind. Dadurch wird der zerrissene Seelenzustand der Titelfigur verdeutlicht. Das Hauptthema in c-Moll erklingt ab Takt 15 und strebt nach dreimaligem, energischem Anlauf vom Kernmotiv der Ouvertüre, welches aus staccato- und legato Achteln besteht, in der tiefen Klangregion im Crescendo aufwärts zum G-Dur Akkord. Eine Wiederholung dieses sechstaktigen Themas mit der charakteristischen eintaktigen Pause schließt sich in b-Moll ab Takt 22 an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Entwicklung der Ouvertüre: Darstellung der historischen Entwicklung von der repräsentativen Einleitungsmusik zu musikdramatischen Werken bis hin zur eigenständigen Konzertouvertüre.
2. Der Begriff Programmmusik: Erläuterung der musikästhetischen Definitionen von Programmmusik, ihrer Abgrenzung zur absoluten Musik und der Rolle der poetischen Idee.
3. Beethovens Leben – Eine kurze Übersicht: Chronologischer Überblick über die Biografie Beethovens und die Einteilung seines Schaffens in drei zentrale Stilperioden.
5. Musikalische Analyse der Coriolan-Ouvertüre: Untersuchung der formalen Struktur des Werkes unter Berücksichtigung der programmatischen Intention Beethovens und der musikalischen Charakterisierung der dramatischen Vorlage.
6. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung der musikgeschichtlichen Bedeutung des Werkes und Diskussion der zeitgenössischen sowie nachfolgenden Rezeption durch Kritiker und Komponisten.
7. Anhang: Bereitstellung der für das Verständnis der Ouvertüre zentralen Textausschnitte aus dem zugrunde liegenden Trauerspiel von Heinrich Joseph von Collin.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten musikwissenschaftlichen Fachliteratur und Quellen für die Analyse.
Schlüsselwörter
Beethoven, Coriolan-Ouvertüre, Programmmusik, Sonatensatz, Konzertouvertüre, Musikästhetik, Klassik, Romantik, Heinrich Joseph von Collin, musikalische Analyse, Charakterstück, dramatische Musik, Programmatische Idee, Instrumentalkomposition, Musikdramatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert Ludwig van Beethovens Coriolan-Ouvertüre op. 62 und setzt sie in den musiktheoretischen Kontext der Programmmusik.
Welche Themenfelder werden zentral behandelt?
Die Untersuchung umfasst die Gattungsgeschichte der Ouvertüre, das ästhetische Konzept der Programmmusik sowie eine detaillierte musikalische Werkbetrachtung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erschließung der programmatischen Gehalte der Coriolan-Ouvertüre und deren formale Ausgestaltung innerhalb der verkürzten Sonatensatzform.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf musikwissenschaftlicher Fachliteratur und einer direkten strukturellen Analyse des Notentextes im Vergleich zum dramatischen Libretto.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der musikalischen Struktur, der motivischen Arbeit und der psychologischen Interpretation der Coriolan-Figur durch Beethoven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Beethovens Schaffen, Programm, Sonatensatz, Charakterstück und das Verhältnis zwischen Musik und außermusikalischem Sujet.
Warum fehlt in der Analyse der Coriolan-Ouvertüre eine Durchführung?
Laut dem Autor liegt der Grund in einer bewussten Intensivierung der programmatischen Idee, die eine durchgängige, finalstrebende Entwicklung anstelle einer klassischen thematischen Auseinandersetzung erfordert.
Welche Rolle spielt die Einleitung der Ouvertüre für das Gesamtwerk?
Die 14 Einleitungstakte, gekennzeichnet durch einschneidende Akkorde, symbolisieren den zerrissenen Seelenzustand der Titelfigur und bilden gemeinsam mit dem Hauptthema den dramatischen Ankerpunkt.
Wie deutet der Autor die Verwendung der Subdominante f-Moll in der Reprise?
Dies wird als musikalische Schwächung des unbeugsamen Willens zugunsten des Bittens der Frauen interpretiert, was die dramaturgische Entwicklung unterstreicht.
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- Hsing-Hua Fang (Author), 2021, Die Coriolan-Ouvertüre op. 62 von Ludwig van Beethoven und die Programmmusik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1006805