Diese Bachelorarbeit leistet einen Beitrag zu der Vorstellung ausgewählter charakteristikabasierter Modelle für die Schätzung erwarteter Renditen und erörtert die Gründe für die getroffenen Annahmen und die gewählte Struktur hinter diesen Modellen. Des Weiteren beschreibt diese Arbeit entsprechende empirische Untersuchungen bezüglich der Schätzgüte im Vergleich zu herkömmlich genutzten Schätzern, um dann abschließend die vorgestellten Modelle auf Vorteile und Nachteile zu untersuchen.
Der Aufbau dieser Arbeit gliedert sich wie folgt: Das Kapitel 2 schafft zunächst einen allgemeinen Überblick über die Schätzung von erwarteten Renditen und deren Bedeutung in der Finanzierungswissenschaft, speziell in der modernen Portfoliotheorie. Außerdem verdeutlicht es die Motivation hinter der Entwicklung neuer Schätzmodelle auf der Basis von Fundamentaldaten. Das Kapitel 3 ist das Kernstück dieser Arbeit. Hier werden zunächst drei ausgewählte charakteristikabasierte Modelle vorgestellt, welche dann im Laufe des Kapitels in empirischen Untersuchungen dargestellt und erläutert werden. Dabei wird vor allem der Vergleich zu herkömmlichen Schätzern, wie dem CAPM oder dem Dreifaktorenmodell von Fama und French, gezogen. Im Kapitel 4 werden dann die vorgestellten Modelle im Hinblick auf Vorteile und Nachteile miteinander verglichen und diskutiert. Das fünfte und letzte Kapitel der Arbeit schließt mit einem Fazit ab und gibt einen kurzen Ausblick über zukünftige Ansätze und Perspektiven.
Wenn Kapital am Finanzmarkt angelegt wird, ist die erwartete Rendite, eine der Hauptkriterien nach denen entschieden wird, ob ein Investment getätigt werden sollte oder nicht. Vor allem in der von Harry Markowitz 1952 entwickelten modernen Portfoliotheorie ist die erwartete Rendite, beispielsweise in der Portfoliooptimierung, von grundlegender Bedeutung. Eine möglichst genaue Bestimmung dieser Größe ist daher essenziell; denn Abweichungen von erwarteten Renditen zu realisierten Renditen in der Zukunft können eine Portfoliozusammensetzung signifikant negativ beeinflussen und somit zu ineffizienten Portfolios und Verlusten führen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schätzung der erwarteten Rendite
2.1 Erwartete Renditen in der Portfoliotheorie
2.2 Überblick über Schätzansätze
2.3 Schätzproblematik und Motivation des Lösungsansatzes
3 Charakteristikabasierte Modelle
3.1 Ansatz von Lyle, Callen und Elliot (2013)
3.1.1 Modell
3.1.2 Empirische Untersuchung
3.2 Ansatz von Lyle und Wang (2015)
3.2.1 Modell
3.2.2 Empirische Untersuchung
3.3 Ansatz von Wang (2018)
3.3.1 Modell
3.3.2 Empirische Untersuchung
4 Diskussion
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, ausgewählte charakteristikabasierte Modelle zur Schätzung erwarteter Renditen auf Basis von Fundamentaldaten darzustellen und deren theoretische sowie empirische Leistungsfähigkeit zu erörtern. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie diese Modelle im Vergleich zu herkömmlichen Schätzansätzen, wie dem CAPM oder dem Fama-French-Modell, bei der Prognose zukünftiger Renditen abschneiden.
- Grundlagen der erwarteten Rendite in der modernen Portfoliotheorie
- Vergleich zwischen traditionellen Zeitreihenschätzern und charakteristikabasierten Ansätzen
- Detaillierte Analyse der Modelle von Lyle et al. (2013), Lyle und Wang (2015) sowie Wang (2018)
- Empirische Untersuchung zur Schätzgüte von Fundamentalmodellen
- Diskussion über die Bedeutung von Unternehmenscharakteristika für das systematische Risiko
Auszug aus dem Buch
3.1 Ansatz von Lyle, Callen und Elliot (2013)
Der Schätzansatz von Lyle, Callen und Elliot (2013) ist ein Modell, welches auf der Basis des RIMs entwickelt wurde und dieses um das dynamische Risiko in der Wirtschaft ergänzt. Dies resultiert aus der Annahme, dass Aktien mit einer höheren negativen Kovarianz zum dynamischen Risiko in der Wirtschaft auch durchschnittlich höhere Renditen generieren. Dabei werden drei Erkenntnisse vorgestellt. Die erste stellt ein lineares Bewertungsmodell des Markwertes in Abhängigkeit von buchhalterischen Größen dar. Die zweite beschreibt die Dynamiken der erwarteten Renditen unter der Annahme, dass die erwarteten Renditen gegen ihre gegenüberstehenden Kapitalkosten konvergieren. Die dritte und wichtigste Erkenntnis beschreibt die erwartete Rendite bzw. die Kapitalkosten als lineare Funktion von inflationsbereinigten buchhalterischen Größen und Fundamentaldaten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bestimmung erwarteter Renditen ein und stellt charakteristikabasierte Modelle als moderne Alternative zu traditionellen Ansätzen vor.
2 Schätzung der erwarteter Rendite: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Relevanz erwarteter Renditen in der Portfoliotheorie und diskutiert verschiedene historische sowie moderne Schätzansätze.
3 Charakteristikabasierte Modelle: Das Kernstück der Arbeit stellt drei spezifische Modelle (Lyle et al. 2013, Lyle & Wang 2015, Wang 2018) vor und analysiert deren Modellstruktur sowie empirische Ergebnisse.
4 Diskussion: In diesem Kapitel werden die vorgestellten Ansätze hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit, theoretischen Stabilität und Robustheit kritisch diskutiert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Anwendung von auf Fundamentaldaten basierenden Schätzmodellen.
Schlüsselwörter
Erwartete Rendite, Fundamentaldaten, Charakteristikabasierte Modelle, Residual Income Modell, Portfoliooptimierung, Marktrisiko, Kapitalkosten, Buchwert-Kurs-Verhältnis, Gewinnprognosen, Kapitalmarkt, Finanzwissenschaft, Modellschätzung, Empirische Untersuchung, Dividendenbarwertmodell, Systematisches Risiko
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Bachelorarbeit?
Die Arbeit analysiert, wie erwartete Renditen mithilfe von Unternehmens-Fundamentaldaten anstelle von rein historischen Renditedaten präziser geschätzt werden können.
Welche wissenschaftlichen Modelle stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen drei charakteristikabasierte Modelle von Lyle, Callen und Elliot (2013), Lyle und Wang (2015) sowie Wang (2018).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erörterung der theoretischen Grundlagen dieser Modelle und die Bewertung ihrer empirischen Schätzgüte im Vergleich zu etablierten Modellen wie dem CAPM.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der entsprechenden Modelle sowie eine Diskussion der empirischen Ergebnisse, die in den jeweiligen Fachpublikationen der Autoren präsentiert wurden.
Welche Rolle spielen Fundamentaldaten in dieser Arbeit?
Fundamentaldaten wie das Buchwert-Kurs-Verhältnis oder Gewinnprognosen von Analysten dienen als zentrale Variablen, um die nicht beobachtbare Größe der erwarteten Rendite zu approximieren.
Was sind die charakteristischen Merkmale der untersuchten Modelle?
Die Modelle zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf soliden theoretischen Modellen, wie dem Residual Income Modell (RIM), basieren und dynamische Risikofaktoren integrieren.
Warum wird das Modell von Ohlson (1995) als Basis herangezogen?
Das Ohlson-RIM bietet eine theoretisch stabile Verbindung zwischen buchhalterischen Größen und dem Marktwert, was es zu einer idealen Ausgangsbasis für modernere charakteristikabasierte Modelle macht.
Welchen Vorteil bietet die Einbeziehung von Analystenprognosen?
Die Verwendung von Analystenschätzungen ermöglicht einen vorwärtsschauenden Blick auf die Renditeerwartungen, was im Vergleich zur reinen Analyse historischer Zeitreihen eine höhere Prognosequalität verspricht.
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- Arved Weers (Autor), 2021, Schätzung erwarteter Renditen auf Basis von Fundamentaldaten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007468