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Sprachwissenschaftliche Analyse von Toiletten- und Hörsaalgraffiti im universitären Kontext

"Ode an das Kritzeln"

Titel: Sprachwissenschaftliche Analyse von Toiletten- und Hörsaalgraffiti im universitären Kontext

Examensarbeit , 2019 , 62 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Lisa Katharina Rebenstock (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Examensarbeit beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Aspekt dieser Art von Gelegenheitstexten, also mit der Frage, wie Toiletten- und Hörsaalkritzeleien im universitären Kontext sprachlich gestaltet sind, in welchem sprachlichen Stil sie verfasst sind und inwiefern die Regeln der deutschen Grammatik und Rechtschreibung be- oder missachtet werden. Dafür wurden die verschiedenen Räumlichkeiten der Universität Stuttgart, der Universität Vaihingen, der Universität Erfurt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Ludwig-Maximilians-Universität München inspiziert. Mithilfe der Forschungsergebnisse zum Thema Mündlichkeit und Schriftlichkeit von Peter Koch und Wulf Österreicher (1986) soll versucht werden, eine sprachliche Einordnung der dort gefundenen geschriebenen Erzeugnisse vorzunehmen.

Kritzeleien, Klosprüche, vermeintliche Gesuche für Liebesabenteuer und verschiedenartige Zeichnungen sind nicht selten auf öffentlichen Toiletten wie etwa in Bars, Diskotheken oder an Raststätten, an Mauern und Häuserwänden ebenso wie auf Schulbänken zu entdecken. Gleichermaßen ist dieses Phänomen auch Teil des universitären Lebens und zeigt sich beispielsweise auf den Tischen der Hörsäle und Seminarräume, an den Wänden der Treppenhäuser und an den Toilettentüren und -wänden auf Universitätsgeländen.

In der bisherigen Forschung bezüglich der Thematik der Kritzeleien bzw. Graffiti wurde sich überwiegend mit dem Auftreten dieses Phänomens im Bereich Schule, mit der Entstehungsgeschichte, den Gründen und der Motivation für das Kritzeln und möglichen geschlechterspezifischen Unterschieden bezüglich der Inhalte und Ausprägungen beschäftigt. Norbert Siegl beispielsweise lieferte mit seiner „Graffiti-Enzyklopädie“ (2001) ein umfangreiches Werk über die Entstehung, Entwicklung und Gestaltung von Graffiti in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Den Großteil seiner Arbeit nimmt dabei die von ihm vorgenommene Untersuchung bezüglich der verschiedenen Themen bzw. Kategorien von Graffiti ein. Der Beitrag „Laute Wände an stillen Orten – Klo-Graffiti als Kommunikationsmittel“ von Katrin Fischer (2009) dagegen bezieht sich lediglich auf die Graffiti auf den Damentoiletten der Universität Bonn. Ihr Untersuchungsschwerpunkt liegt auf dem kommunikativen Aspekt von Toiletten-Graffiti.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Datenerhebung

1.2 Vorgehensweise

2 „Graffiti“ oder „Kritzelei“?

3 Thematische Zuordnung der Graffiti

3.1 Themenbereich: Politik

3.2 Themenbereich: Geschlechterbeziehungen

3.3 Themenbereich: Künstlerische Produktionen

3.4 Themenbereich: Diverses

4 Sprachstilistische Einordnung

4.1 Jugendsprache

4.1.1 Kraftausdrücke und Anglizismen

4.1.2 Graffiti in der „Vong“-Sprache

4.1.3 Reduzierte Grammatik

4.2 Geschriebene Graffiti in gesprochener Sprache

4.2.1 Dialogizität

4.2.2 Rückkoppelung – Ergänzungen, Kommentare und Korrekturen

4.2.3 Dialektale Graffiti

5 Rechtschreibung und Grammatik

5.1 Missachtung der Groß- und Kleinschreibungsregeln

5.2 Fehlerhafte Interpunktion

5.3 Imperativische Graffiti

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die sprachliche Gestaltung von Toiletten- und Hörsaalkritzeleien im universitären Kontext zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, welcher sprachliche Stil in diesen Gelegenheits-Texten vorherrscht und inwiefern dabei grammatische sowie rechtschreibliche Normen der Standardsprache beachtet oder bewusst missachtet werden.

  • Sprachwissenschaftliche Einordnung von Gelegenheitstexten (Graffiti)
  • Untersuchung von Jugendsprachmerkmalen und Elementen der gesprochenen Sprache
  • Analyse der thematischen Vielfalt von Graffiti an Universitäten
  • Untersuchung des schriftlichen Dialogs und der Interaktion durch Korrekturen/Kommentare
  • Überprüfung der Einhaltung von Orthografie- und Grammatikregeln

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Kritzeleien, Klosprüche, vermeintliche Gesuche für Liebesabenteuer und verschiedenartige Zeichnungen sind nicht selten auf öffentlichen Toiletten wie etwa in Bars, Diskotheken oder an Raststätten, an Mauern und Häuserwänden ebenso wie auf Schulbänken zu entdecken. Gleichermaßen ist dieses Phänomen auch Teil des universitären Lebens und zeigt sich beispielsweise auf den Tischen der Hörsäle und Seminarräume, an den Wänden der Treppenhäuser und an den Toilettentüren und -wänden auf Universitätsgeländen.

In der bisherigen Forschung bezüglich der Thematik der Kritzeleien bzw. Graffiti wurde sich überwiegend mit dem Auftreten dieses Phänomens im Bereich Schule, mit der Entstehungsgeschichte, den Gründen und der Motivation für das Kritzeln und möglichen geschlechterspezifischen Unterschieden bezüglich der Inhalte und Ausprägungen beschäftigt. Norbert Siegl beispielsweise lieferte mit seiner „Graffiti-Enzyklopädie“ (2001) ein umfangreiches Werk über die Entstehung, Entwicklung und Gestaltung von Graffiti in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Den Großteil seiner Arbeit nimmt dabei die von ihm vorgenommene Untersuchung bezüglich der verschiedenen Themen bzw. Kategorien von Graffiti ein. Der Beitrag „Laute Wände an stillen Orten – Klo-Graffiti als Kommunikationsmittel“ von Katrin Fischer (2009) dagegen bezieht sich lediglich auf die Graffiti auf den Damentoiletten der Universität Bonn. Ihr Untersuchungsschwerpunkt liegt auf dem kommunikativen Aspekt von Toiletten-Graffiti.

Die vorliegende Arbeit jedoch beschäftigt sich mit dem sprachwissenschaftlichen Aspekt dieser Art von Gelegenheitstexten, also mit der Frage, wie Toiletten- und Hörsaalkritzeleien im universitären Kontext sprachlich gestaltet sind, in welchem sprachlichen Stil sie verfasst sind und inwiefern die Regeln der deutschen Grammatik und Rechtschreibung be- oder missachtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der universitären Graffiti ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung.

2 „Graffiti“ oder „Kritzelei“?: Es wird eine begriffliche Klärung vorgenommen, wobei im Kontext der Arbeit zur Einheitlichkeit konsequent der Begriff „Graffiti“ verwendet wird.

3 Thematische Zuordnung der Graffiti: Dieses Kapitel kategorisiert das gesammelte Material in Anlehnung an Norbert Siegl in die Themenbereiche Politik, Geschlechterbeziehungen, künstlerische Produktionen und Diverses.

4 Sprachstilistische Einordnung: Die Arbeit analysiert hier die Verwendung von Jugendsprache, Einflüsse der gesprochenen Sprache und die Anwendung von Dialekten innerhalb der Graffiti.

5 Rechtschreibung und Grammatik: Hier liegt der Fokus auf der Analyse von Verstößen gegen die standardisierte Orthografie, Interpunktion und Grammatikregeln.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zur sprachlichen Gestaltung und dem kommunikativen Charakter der untersuchten Graffiti zusammen.

Schlüsselwörter

Graffiti, Kritzeleien, Jugendsprache, gesprochene Sprache, Alltagssprache, universitärer Kontext, Sprachanalyse, Orthografie, Grammatik, Dialogizität, Vong-Sprache, Kraftausdrücke, Interpunktion, Soziolinguistik, Textanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Beschaffenheit von handschriftlichen Graffiti, die an verschiedenen Universitäten in Toiletten und Hörsälen vorgefunden wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden in den Graffiti behandelt?

Die Arbeit identifiziert vier Hauptthemen: Politik, Geschlechterbeziehungen, künstlerische Darstellungen sowie einen diversen Bereich, der unter anderem Grüße, Witze und persönliche Mitteilungen umfasst.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den sprachlichen Stil der Gelegenheitstexte zu bestimmen und aufzuzeigen, inwieweit diese Merkmale der Jugendsprache oder gesprochenen Sprache aufweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?

Es wird eine korpusbasierte Analyse von 84 ausgewählten Fotografien durchgeführt, die nach sprachwissenschaftlichen Kriterien (Grammatik, Stil, Orthografie) untersucht und klassifiziert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Kategorisierung der Graffiti sowie eine detaillierte sprachwissenschaftliche Untersuchung, die unter anderem Jugendsprache, Dialektmerkmale und grammatische Verstöße analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Analyse?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Jugendsprache, „Vong“-Sprache, Dialogizität, orthografische Normverstöße sowie die Abgrenzung zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit.

Welche Rolle spielen die verschiedenen Akteure bei den Graffiti?

Es zeigt sich, dass Graffiti oft nicht monologisch bleiben, sondern durch Kommentare, Korrekturen oder inhaltliche Ergänzungen durch andere Studierende zu einer interaktiven, dialogischen Form der Kommunikation werden.

Wie gehen die Verfasser mit den Regeln der deutschen Rechtschreibung um?

Die Verfasser missachten häufig die standardisierten Regeln für Groß- und Kleinschreibung sowie Interpunktion, was teils auf Zeitmangel, Desinteresse oder das bewusste Ziel, einen informellen „jugendsprachlichen“ Stil zu pflegen, zurückzuführen ist.

Ende der Leseprobe aus 62 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprachwissenschaftliche Analyse von Toiletten- und Hörsaalgraffiti im universitären Kontext
Untertitel
"Ode an das Kritzeln"
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Linguistik/Germanistik)
Note
2,0
Autor
Lisa Katharina Rebenstock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
62
Katalognummer
V1007709
ISBN (eBook)
9783346394699
ISBN (Buch)
9783346394705
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Graffiti Kritzelei Jugendsprache Sprachwissenschaft Linguistik Anglizismen Toiletten Klosprüche reduzierte Grammatik Kraftausdrücke Hörsaalbänke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Katharina Rebenstock (Autor:in), 2019, Sprachwissenschaftliche Analyse von Toiletten- und Hörsaalgraffiti im universitären Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007709
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Leseprobe aus  62  Seiten
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