In der Arbeit soll überprüft werden, wie sich die steigende Bildung der Frau auf den Familienbildungsprozess auswirkt und inwieweit die Faktoren „Bildungsexpansion“ und „soziale Herkunft“ dabei eine Rolle spielen.
Zuerst klärt die Autorin die Begriffe „Bildungsniveaus“ und „Bildungsexpansion“ (Kapitel 2), im darauffolgenden Kapitel wird sie die drei wichtigsten Faktoren des Einflusses des Familienbildungsbegriffs erläutern. Dies stellt den Hauptteil dar. Bei der Arbeit hat sie sich zweier Studien bedient, die sie in Zusammenhang gebracht hat, da diese die Forschungsfrage gut abbilden. Dabei wird auf die Studie von Huinik aus dem Jahr 1987 eingegangen, die den Einfluss des Bildungsniveaus auf das Alter der Frau bei der Geburt des ersten Kindes untersucht. Die zweite Studie aus dem Jahre 2018 untersucht die Entwicklung des Durchschnittsalters der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes von 1965 bis 2018 (Kapitel 3). Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der gesammelten Erkenntnisse, der Beantwortung der Leitfrage sowie einem Ausblick (Kapitel 4).
Ein Anstieg des Altersdurchschnitts der Frau bei der Geburt des ersten Kindes, aufgeschobene Kinderwünsche und immer mehr kinderlose Frauen sind Themen, die nicht neu sind. Doch woran liegt das und warum herrscht immer mehr Unsicherheit bei der Familiengründung?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserläuterungen
2.1 Bildungsniveau
2.2 Bildungsexpansion
3 Einflussfaktoren auf den Familienbildungsprozess
3.1 Die soziale Herkunft
3.2 Das Bildungsniveau
3.3 Die Bildungsexpansion
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Bildungsniveaus der Frau auf das Alter bei der Geburt ihres ersten Kindes. Dabei wird analysiert, wie sich zunehmende Bildung auf den Familienbildungsprozess auswirkt und welche Rolle dabei die Bildungsexpansion sowie die soziale Herkunft spielen.
- Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Erstgeburtsalter
- Einfluss der sozialen Herkunft auf Bildungs- und Familienentscheidungen
- Auswirkungen der Bildungsexpansion auf Lebensentwürfe
- Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Entwicklung der Kinderlosigkeit bei höherer Bildung
Auszug aus dem Buch
3.1 Die soziale Herkunft
Da das Bildungsniveau deutlich mit den Merkmalen der Herkunftsfamilie zusammenhängen (Vgl. Huinink 1987: 375), möchte ich mich auch hierauf beziehen. Der soziale Status der Herkunftsfamilie, die berufliche Stellung der Eltern und das Bildungsniveau der Eltern, sind ausschlaggebend für die ökonomischen Ressourcen, die eine Familie besitzt und somit auf die Bildungsteilhabe und das Bildungsniveau der Kinder. So haben Kinder aus bildungsferneren Schichten eine deutlich geringere Chance ein Gymnasium zu besuchen als Kinder von Akademikern. Das hat sowohl ökonomische als auch soziale Gründe. Besitzt eine Familie wenig ökonomische Ressourcen, so ist es auch schwieriger die Voraussetzungen beispielsweise für einen langen Ausbildungsweg des Kindes aufzubringen (Vgl. Huinink 1987: 373). Des Weiteren wird in Familien mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status weniger Wert auf die schulische Bildung des Nachwuchses gelegt und somit ist größtenteils mit der Entscheidung für einen niedrigeren Bildungsabschluss zu rechnen. Denn eine kürzere Schulzeit bedeutet weniger Ausgaben für die Eltern und einen schnelleren Berufseinstieg für die Kinder (Bude 2011: 12). Eltern mit einem höheren sozioökonomischen Status wollen ihren bisher erreichten Lebensstil beibehalten und weitergeben. Sie investieren also viel in ihre Kinder und vor allem in deren Bildung. Neben den ökonomischen Faktoren sind auch die sozialen und gesellschaftlichen Faktoren und „die Einbettung einer Familie in soziale Netzwerke und Milieus“ (Huinink 1987: 373) auschlaggebend. Trotz einer steigenden sozialen Mobilität und einer Generationsverschiebung, bleibt der soziale Status der Herkunftsfamilie immer ausschlaggebend für die eigene Familienplanung. Denn, durch die soziale Einbettung in ein bestimmtes Milieu, werden die eigenen Denkmuster und somit Lebensverläufe beeinflusst. Somit werden das Alter der Mutter, Werte und Lebensorientierungen, von einer auf die nachfolgende Genration übertragen. Mit einem höheren sozialen Status der Herkunftsfamilie, verändern sich die Werte und Lebensorientierungen und die ökonomische Unabhängigkeit der Kinder, wodurch es zu höheren Bildungsabschlüssen kommt. Wie wir noch sehen werden, führen diese Faktoren zu einem steigenden Alter der Frau bei Erstgeburten mit steigendem Bildungsniveau.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss des Bildungsniveaus auf das Alter bei der Erstgeburt und umreißt das methodische Vorgehen anhand der Analyse bestehender Studien.
2 Begriffserläuterungen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Bildungsniveau“ als Qualifikationsmaßstab und „Bildungsexpansion“ als historischer Ausbau des Bildungssystems definiert.
3 Einflussfaktoren auf den Familienbildungsprozess: Das Hauptkapitel untersucht, wie soziale Herkunft, Bildungsniveau und Bildungsexpansion als miteinander kollidierende Faktoren den Zeitpunkt der Familiengründung beeinflussen.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine höhere Bildung durch verlängerte Ausbildungszeiten und veränderte Lebensentwürfe zu einem Anstieg des Erstgeburtsalters und zur Kinderlosigkeit beiträgt.
5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Studien.
Schlüsselwörter
Bildungsniveau, Bildungsexpansion, Familienbildungsprozess, Erstgeburt, soziale Herkunft, Fertilität, Kinderlosigkeit, Vereinbarkeit, Lebensgestaltung, Akademikerinnen, Sozialstruktur, Geburtenrate, Bildungsungleichheit, Lebenslauf, Familiengründung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau von Frauen und dem Zeitpunkt, an dem sie ihr erstes Kind bekommen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind der Einfluss der sozialen Herkunft, die Bedeutung der Bildungsexpansion für Lebensentwürfe sowie die Auswirkungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu überprüfen, wie steigende Bildung das Alter bei der Geburt des ersten Kindes beeinflusst und warum es hierbei oft zu einer Verzögerung der Familiengründung kommt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich zweier zentraler Studien zur Bevölkerungs- und Bildungsentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die drei Einflussfaktoren soziale Herkunft, Bildungsniveau und Bildungsexpansion und deren Wechselwirkungen auf den Familienbildungsprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Bildungsniveau, Erstgeburtsalter, Familienbildungsprozess und Bildungsexpansion beschreiben.
Warum steigen Frauen heute im Schnitt später in die Elternschaft ein?
Dies ist primär auf längere Ausbildungszeiten, den Wunsch nach beruflicher Etablierung sowie veränderte soziale Werte und Lebensentwürfe zurückzuführen.
Welchen Einfluss hat die Bildung auf die Kinderlosigkeit?
Studien zeigen, dass mit höherem Bildungsniveau – insbesondere bei Akademikerinnen – die Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit zunimmt, bedingt durch das höhere Alter bei der Erstgeburt und die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Kind.
- Citar trabajo
- Emilia Ottmayer (Autor), 2020, Wie wirkt sich das Bildungsniveau der Frau auf ihr Alter bei der Geburt des ersten Kindes aus?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1007851