In dieser Arbeit soll sowohl die Verbindung zwischen der Staats- und Regierungsform Demokratie und Bildung aufgezeigt, als auch im speziellen pädagogische Konzepte verschiedener Vertreter*innen zur Vermittlung demokratischer Werte in der Schule herausgearbeitet werden. Dazu werden zuerst die Theorien von Montesquieu und Tanner zum Verhältnis von Demokratie und Bildung aufgeführt. Im weiteren Verlauf wird das Demokratieverständnis des amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey kurz vorgestellt. Dieser verbindet im Unterschied zu anderen Theoretiker*innen den Demokratiebegriff mit dem Begriff der Erziehung. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit Demokratie mit Erziehung und Bildung in Institutionen vereinbar und praktisch umzusetzen sind.
Schlussendlich soll sowohl zusammengefasst werden, was in einer Bildung in einer Demokratie verankert sein muss, als auch wo es in der Umsetzung einer solchen Bildung heute noch Schwierigkeiten gibt. Darauf gründend soll ein kurzer Ausblick in die Zukunft der demokratischen Bildung geworfen werden. Um den Rahmen dieser Hausarbeit dabei nicht zu überschreiten wird der historische Kontext lediglich in einem kleiner gefassten Rahmen, ab dem 18. Jahrhundert und nur an Hand einzelner Vertreter*innen aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Verhältnis von Regierungs- und Erziehungsform nach Montesquieu
3. Tanners pädagogisches Konzept demokratischer Bildung
4. Demokratie als Lebensform nach Dewey
4.1 Weitere Forderungen an eine Vermittlung demokratischer Bildung
5. Fazit, Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das theoretische Spannungsfeld zwischen Demokratie als Staats- bzw. Regierungsform und dem Bildungsauftrag der Schule, wobei der Fokus auf pädagogischen Konzepten zur Vermittlung demokratischer Werte liegt.
- Historische Perspektiven auf Demokratie und Erziehung
- Demokratiebegriff nach John Dewey
- Herausforderungen der Wertevermittlung in der Institution Schule
- Konzeptualisierung von Demokratie als Lebensform
- Spannungsfelder zwischen schulischer Hierarchie und Partizipation
Auszug aus dem Buch
Demokratie als Lebensform nach John Dewey
Der von 1859 bis 1952 lebende Philosoph und Pädagoge John Dewey stellte für das Verhältnis zwischen Demokratie und Erziehung neue Rahmen auf, in dem er Demokratie, als mehr als nur eine Herrschafts- & Regierungsform sieht, nämlich als Form des Zusammenlebens der gemeinsamen und miteinander geteilten Erfahrungen (Seifert & Nagy 2014. S. 1). In seinem Verhältnis von Demokratie und Erziehung gibt sich die Demokratie der Erziehung hin, da eine auf Wahlrecht beruhende Regierung mit freien Wahlen nicht erfolgreich sein kann, wenn die Wählenden nicht erzogen und gebildet sind (Dewey 2000. S.120). Zentral ist dabei der einzige Mensch und dass dieser lernt die demokratische Gesellschaft durch sein handeln aktiv mitzugestalten (ebd. S.136). Diese Mitgestaltung soll schon früh für die Menschen erfahrbar werden. Deshalb sieht Dewey die Schule, die er als embryonic society bezeichnet, als ersten Kreis einer demokratischen Gesellschaft. Hier soll Demokratie als Lebensform sichtbar und erfahrbar werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der politischen Distanzierung Jugendlicher ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Verhältnis von Demokratie und Bildung anhand verschiedener Theoretiker zu beleuchten.
2. Das Verhältnis von Regierungs- und Erziehungsform nach Montesquieu: Das Kapitel erläutert Montesquieus Typenlehre, in der Demokratien auf eine spezielle Erziehung zur Förderung von Gleichheit und Einfachheit angewiesen sind.
3. Tanners pädagogisches Konzept demokratischer Bildung: Hier wird Konrad Tanners Ansatz vorgestellt, der argumentiert, dass für den Erhalt der Demokratie eine höhere Bildung der Bürger unerlässlich ist, um aktive Teilhabe zu ermöglichen.
4. Demokratie als Lebensform nach Dewey: Dieses Kapitel behandelt John Deweys Verständnis von Demokratie als gelebte Erfahrung und die Schule als "embryonic society", die für das demokratische Zusammenleben qualifiziert.
4.1 Weitere Forderungen an eine Vermittlung demokratischer Bildung: Hier werden ergänzende Kompetenzen wie kritisches Urteilsvermögen, Toleranz, Empathie und Kompromissfähigkeit als Ziele der demokratischen Bildung definiert.
5. Fazit, Ausblick: Das Fazit resümiert die Schwierigkeiten, demokratische Werte in einem oft hierarchisch strukturierten Schulsystem zu vermitteln, und verweist auf den Bedarf an weiterer pädagogischer Forschung.
Schlüsselwörter
Demokratie, Bildung, Erziehung, Schule, Montesquieu, Tanner, Dewey, Partizipation, Wertevermittlung, Gleichheit, Gesellschaftsform, Demokratiekompetenz, politische Bildung, Handlungsfähigkeit, Schulentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretische Verknüpfung von Bildung und Demokratie sowie die praktische Umsetzung der Vermittlung demokratischer Werte innerhalb der Institution Schule.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Staatsform und Erziehung, das Konzept der Demokratie als Lebensform und die Anforderungen an eine demokratische schulische Bildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, pädagogische Konzepte verschiedener Theoretiker aufzuzeigen und zu untersuchen, inwieweit Demokratie in Bildungsinstitutionen vereinbar und praktisch umsetzbar ist.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf historische und theoretische Positionen von Montesquieu, Konrad Tanner und John Dewey, ergänzt durch moderne didaktische Diskurse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theorien von Montesquieu, Tanner und Dewey sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der institutionellen Umsetzung und den damit verbundenen Herausforderungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie demokratische Bildung, partizipatorische Erziehung, gesellschaftliche Mitgestaltung und institutionelle Herausforderungen charakterisieren.
Warum sieht John Dewey die Schule als „embryonic society“?
Dewey betrachtet die Schule als „embryonale Gesellschaft“, da sie der erste Ort ist, an dem Kinder Demokratie als gelebte Praxis und Form des Zusammenlebens erfahren und erproben können.
Welche „doppelte Grenze“ identifiziert Osterwalder im schulischen Kontext?
Die „doppelte Grenze“ beschreibt das Spannungsfeld, dass Schüler einerseits demokratische Werte lernen sollen, andererseits als noch nicht selbstständig entscheidende Kinder eine gewisse Anleitung durch Lehrkräfte benötigen.
- Citar trabajo
- Alina Welke (Autor), 2020, Das Verhältnis von Bildung und Demokratie und die Vermittlung demokratischer Werte in der Schule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011054