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20 Jahre Poldermodell. Der niederländische Weg aus der Beschäftigungskrise (mit einer speziellen Betrachtung der Reform der Arbeitsverwaltung ab 1991)

Title: 20 Jahre Poldermodell. Der niederländische Weg aus der Beschäftigungskrise (mit einer speziellen Betrachtung der Reform der Arbeitsverwaltung ab 1991)

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 37 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Fox (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Ausgelöst durch die beiden Ölpreisschocks in den 70er Jahren stehen die europäischen Wohlfahrts- und Beschäftigungssysteme heutzutage vor ähnlichen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen. Die Öffnung der Finanzmärkte erlaubt einen ungehinderten Kapitalfluss über die nationalen Grenzen hinaus. Dadurch erhöht sich der internationale Wettbewerb im Bereich der Handels- und Produktionsbeziehungen und setzt die nationalen Unternehmen zunehmend unter einen starken Rationalisierungsdruck, um der verschärften Konkurrenz Stand zu halten. Eine hohe Staatsverschuldung und Inflationsrate wurde zum Ende der 1970er Jahre zur Eindämmung der Massenarbeitslosigkeit von vielen Nationalstaaten in Kauf genommen. Zusätzlich verursachten demographische Veränderungen in Verbindung mit einer niedrigen Erwerbstätigenquote (die durchschnittliche Quote, beispielsweise in den Niederlanden von 1973-83 fiel mit 58,3 % im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 66,9 % sehr gering aus1) eine große finanzielle Belastungen der Systeme der sozialen Sicherung. Weiterhin setzt die zunehmende Individualisierung, ausgedrückt in hohen Scheidungsraten, dem Einstieg von Frauen in das Erwerbsleben und einem Wertewandel hin zur Freizeitgesellschaft die Regierungen zunehmend unter Reformdruck im Bereich der, auf einen Familienernährer ausgelegten Sozial- und Arbeitsmarktsysteme.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2. Das niederländische Verhandlungsmodell

3. Die Entwicklung in den Niederlanden bis 1982

3.1 Die wirtschaftliche Lage, der Arbeitsmarkt und die Finanzierung des Sozialstaates in den 1970ern

3.2 Arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Maßnahmen der Regierung

4. Das ‚Abkommen von Wassenaar‘ und die Entwicklung in den 1980er Jahren

4.1 Zurückhaltung der Löhne und Schaffung neuer Arbeitsplätze

4.2 Konsolidierung der Staatsfinanzen, Steuer- und Abgabensenkung und Kürzung der Sozialleistungen

5. Der wirtschaftliche Aufschwung in den 1990er Jahren

5.1 Die Reform der Erwerbsunfähigkeitsrente und der Krankenversicherung

5.2 Die Wende hin zur aktiven Arbeitsmarktpolitik und der Ausbau der Teilzeitarbeit

6. Die Reform der Arbeitsverwaltung

6.1 Welchen Erfolg hat die Reform der Arbeitsverwaltung zu verzeichnen

7. Wohin führt der niederländische Weg ?

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen und sozialpolitischen Wandel der Niederlande von einer Beschäftigungskrise in den 1970er Jahren hin zu einem florierenden Sozialstaat. Dabei wird analysiert, wie durch das spezifische niederländische Korporatismus-Modell und gezielte Reformen – insbesondere im Bereich der Arbeitsverwaltung und der Teilzeitarbeit – der Übergang zur aktiven Arbeitsmarktpolitik gelang.

  • Analyse des "Poldermodells" und dessen Bedeutung für den wirtschaftlichen Wandel.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Krisenbewältigung seit den 1970er Jahren.
  • Evaluation arbeitsmarktpolitischer Instrumente wie der Lohnzurückhaltung und der Teilzeitoffensive.
  • Kritische Würdigung der Reform der Arbeitsverwaltung ab 1991.

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung:

Ausgelöst durch die beiden Ölpreisschocks in den 70er Jahren stehen die europäischen Wohlfahrts- und Beschäftigungssysteme heutzutage vor ähnlichen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen. Die Öffnung der Finanzmärkte erlaubt einen ungehinderten Kapitalfluss über die nationalen Grenzen hinaus. Dadurch erhöht sich der internationale Wettbewerb im Bereich der Handels und Produktionsbeziehungen und setzt die nationalen Unternehmen zunehmend unter einen starken Rationalisierungsdruck, um der verschärften Konkurrenz Stand zu halten. Eine hohe Staatsverschuldung und Inflationsrate wurde zum Ende der 1970er Jahre zur Eindämmung der Massenarbeitslosigkeit von vielen Nationalstaaten in Kauf genommen. Zusätzlich verursachten demographische Veränderungen in Verbindung mit einer niedrigen Erwerbstätigenquote (die durchschnittliche Quote, beispielsweise in den Niederlanden von 1973-83 fiel mit 58,3 % im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 66,9 % sehr gering aus) eine große finanzielle Belastungen der Systeme der sozialen Sicherung. Weiterhin setzt die zunehmende Individualisierung, ausgedrückt in hohen Scheidungsraten, dem Einstieg von Frauen in das Erwerbsleben und einem Wertewandel hin zur Freizeitgesellschaft die Regierungen zunehmend unter Reformdruck im Bereich der, auf einen Familienernährer ausgelegten Sozial- und Arbeitsmarktsysteme.

Gerade die exportabhängige, kleine und offene Volkswirtschaft der Niederlande war von den wirtschaftlichen Einbrüchen der Ölkrisen besonders betroffen. Als Motor der Wirtschaft galt seit dem Zweiten Weltkrieg auch in den Niederlanden die Industrie, die durch den Rückgang der Investitionen und ihrer starken Energieorientierung in Bedrängnis kam.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Ausgangsproblematik durch Ölpreisschocks und zunehmenden globalen Wettbewerbsdruck auf die europäischen Wohlfahrtssysteme.

2. Das niederländische Verhandlungsmodell: Analyse des traditionellen "Overleg"-Modells, das als paritätisches Verhandlungsregime zwischen Sozialpartnern und Staat fungiert.

3. Die Entwicklung in den Niederlanden bis 1982: Historischer Abriss des wirtschaftlichen Niedergangs in den 1970er Jahren infolge der Ölkrisen und der strukturellen Überlastung des Sozialstaates.

4. Das ‚Abkommen von Wassenaar‘ und die Entwicklung in den 1980er Jahren: Untersuchung des entscheidenden Abkommens von 1982, welches durch Lohnzurückhaltung und Arbeitszeitverkürzungen die Basis für den wirtschaftlichen Umschwung legte.

5. Der wirtschaftliche Aufschwung in den 1990er Jahren: Erläuterung der Reformen zur Erwerbsunfähigkeitsrente und der gezielten Hinwendung zur aktiven Arbeitsmarktpolitik sowie dem Ausbau der Teilzeitarbeit.

6. Die Reform der Arbeitsverwaltung: Analyse der Dezentralisierung und Liberalisierung der staatlichen Arbeitsverwaltung sowie der Wirksamkeit der neuen Vermittlungsinstrumente.

7. Wohin führt der niederländische Weg ?: Abschließende kritische Bewertung der Nachhaltigkeit des Modells unter Berücksichtigung von Fachkräftemangel und strukturellen Schwachstellen bei Geringqualifizierten.

8. Schluss: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ausblick auf die zukünftige politische Stabilität des "Poldermodells".

Schlüsselwörter

Poldermodell, niederländische Wirtschaft, Arbeitsmarktpolitik, Abkommen von Wassenaar, Sozialstaat, Teilzeitarbeit, Arbeitsverwaltung, Korporatismus, Beschäftigungskrise, Sozialpartner, Lohnzurückhaltung, Erwerbsunfähigkeitsrente, Strukturreformen, Wirtschaftswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den wirtschaftlichen und sozialpolitischen Reformprozess der Niederlande, der das Land erfolgreich aus der Beschäftigungskrise der 1970er und 80er Jahre führte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem niederländischen Verhandlungsmodell, der Lohnpolitik, der Teilzeitarbeit und den strukturellen Reformen der Arbeitsverwaltung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den "niederländischen Weg" zu verstehen und kritisch zu prüfen, welche Maßnahmen und Rahmenbedingungen diesen wirtschaftlichen Aufschwung ermöglicht haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine strukturierte politikwissenschaftliche und wirtschaftssoziologische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsstatistiken und offiziellen Berichten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich chronologisch mit dem wirtschaftlichen Niedergang in den 70ern, der Wende durch das Abkommen von Wassenaar 1982 und den Reformen der 90er Jahre, einschließlich der Arbeitsverwaltung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Poldermodell, Arbeitsmarktpolitik, Sozialstaat, Beschäftigungskrise, Teilzeitarbeit und Korporatismus.

Wie erfolgreich war die Reform der Arbeitsverwaltung tatsächlich?

Die Reformen führten zwar zu einer effizienteren Organisation, doch die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die Arbeitsämter bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen hinter den gesteckten Zielen zurückblieben.

Welche Rolle spielen die "Melkert-banen"?

Die Melkert-banen waren ein spezifisches arbeitsmarktpolitisches Instrument, um durch staatlich subventionierte Stellen Langzeitarbeitslose wieder in den Erwerbsprozess zu integrieren.

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Details

Title
20 Jahre Poldermodell. Der niederländische Weg aus der Beschäftigungskrise (mit einer speziellen Betrachtung der Reform der Arbeitsverwaltung ab 1991)
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaft)
Course
Grundlagen der Arbeits- und Wirtschaftssoziologie
Grade
1,3
Author
Katja Fox (Author)
Publication Year
2002
Pages
37
Catalog Number
V10112
ISBN (eBook)
9783638166423
Language
German
Tags
Jahre Poldermodell Beschäftigungskrise Betrachtung Reform Arbeitsverwaltung Grundlagen Arbeits- Wirtschaftssoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Fox (Author), 2002, 20 Jahre Poldermodell. Der niederländische Weg aus der Beschäftigungskrise (mit einer speziellen Betrachtung der Reform der Arbeitsverwaltung ab 1991), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10112
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