Der erste Teil der vorliegenden Arbeit widmet sich der terminologischen Bestimmung der Begriffe ´Motivation´ und ´Lernmotivation´ sowie der ´extrinsischen und intrinsischen Motivation´. Die Begriffe extrinsische und intrinsische Motivation werden von vielen Autoren unterschiedlich aufgefasst, allerdings wurde versucht eine jeweils einheitliche Definition darzustellen.
Diese Begriffsdefinitionen sind die Basis für den darauffolgenden Bezug von extrinsischer Motivation auf intrinsische Motivation im Kontext des Lernens. Dabei werden verschiedene Theorien und Annahmen intrinsischer Motivation dargestellt. Diese umfassen die Selbstbestimmungstheorie, das Interesse im Zusammenhang mit der intrinsischen Motivation sowie das Flow-Erleben. Zudem werden Theorien extrinsischer Motivation dargestellt, wobei hier konkret auf die kognitive Evaluationstheorie und die organismische Integrationstheorie ein-gegangen wird. Abschließend wird genauer Bezug auf die Bedeutung von extrinsischer und intrinsischer Motivation im Kontext des Lernens genommen.
Es lässt sich unweigerlich erkennen, dass in der Motivationspsychologie die Thematik Motivation und Lernen zunehmend stark diskutiert wird. Dabei wird der Fokus vor allem auf zwei Motivationsformen gesetzt: Die extrinsische und intrinsische Motivation, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch eine in sich ergänzende Rolle einnehmen. Diese zu-nehmende Relevanz macht sich durch eine Vielzahl von Fachbüchern, in denen nach wir vor keine Einstimmigkeit der Begriffsdefinitionen vorherrscht, bemerkbar. Dennoch ist Motivation und die damit inbegriffenen Formen von extrinsischer und intrinsischer Motivation vor allem im Bereich des Lernens von Bedeutung. Lernen wird in gegenwärtiger Zeit immer wichtiger und damit auch die Frage, welche Rolle dabei die Motivation spielt. Dies mündet unmittelbar in das Thema der Bedeutung von extrinsischer und intrinsischer Motivation für das Lernen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1. Motivation und Lernmotivation
2.2. Extrinsische und intrinsische Motivation
3. Intrinsische Motivation im Kontext des Lernens
3.1. Die Selbstbestimmungstheorie
3.2. Intrinsische Motivation und Interesse
3.3. Das Flow-Erleben
4. Extrinsische Motivation im Kontext des Lernens
4.1. Kognitive Evaluationstheorie
4.2. Organismische Integrationstheorie
5. Bedeutung von intrinsischer und extrinsischer Motivation für das Lernen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Relevanz von intrinsischer und extrinsischer Motivation im Lernkontext, um zu klären, welche Bedeutung diese Motivationsformen für den Lernerfolg haben.
- Definition und Abgrenzung der Begriffe Motivation und Lernmotivation.
- Analyse der Selbstbestimmungstheorie als zentrales Modell der intrinsischen Motivation.
- Untersuchung von Interesse und Flow-Erleben als Einflussfaktoren auf Lernprozesse.
- Erörterung extrinsischer Motivationsfaktoren durch die kognitive Evaluationstheorie und organismische Integrationstheorie.
- Gegenüberstellung und Bewertung der Effektivität beider Motivationsformen für das Lernen.
Auszug aus dem Buch
3.3. Das Flow-Erleben
Mihalyi Csikszentmihalyi (2010) beschäftigte sich mit der Frage, was Menschen dazu bewegt, „[…] zeitraubende, schwierige und zum Teil sogar gefährliche Aktivitäten […] [auszuüben, J.K.], für die sie keine irgendwie geartete Belohnung enthalten […]“ (Brandstätter et al. 2018, S. 121). Durch eine Vielzahl durchgeführter Studien, kann er diese mit dem gegenwärtig bekannten Wort „Flow“ beantworten. Diese Studien bestätigen, dass intrinsisch motivierte Tätigkeiten mit einer bestimmten Erlebensweise auftreten. Diese Erlebensweise wird als das „Flow“-Erleben bezeichnet und ist bekannt als die Flow-Theorie (vgl. Schiefele und Köller 2006, S. 307).
Damit ist ein „[…] Zustand des (selbst-)reflexionsfreien gänzlichen Aufgehens in einer glatt laufenden Tätigkeit [gemeint, J.K.]“ (Rheinberg und Salisch 2008, S. 153). Das Flow-Erleben wird als eine Art „Fließen“ erlebt (vgl. Schiefele und Köller 2006, S. 307) und impliziert glatt laufende Übergänge weiterer Handlungsschritte (vgl. Brandstätter et al. 2018, S. 121).
Ein Hauptmerkmal ist das „[…] tiefe Involviertsein in eine Handlung […]“ (ebd., Hervorhebung im Original), sodass ausschließlich die Handlung als relevant empfunden wird (vgl. ebd.). Ein weiteres Merkmal stellt das Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein dar, bei der die Aufmerksamkeit zentral auf der momentanen Tätigkeit ausgerichtet ist (vgl. Schiefele und Köller 2006, S. 307) und im Bewusstsein keine selbstreflexiven Prozesse oder Zweifel eigener Kompetenzen stattfinden (vgl. Brandstätter et al. 2018, S. 121). „Stattdessen herrscht ein Gefühl starker Kontrolle über die Handlungsausführung“ (ebd., Hervorhebung im Original).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Motivationspsychologie ein und stellt die zentrale Bedeutung von extrinsischer und intrinsischer Motivation im Kontext des Lernens heraus.
2. Begriffsklärung: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem die Begriffe Motivation und Lernmotivation sowie extrinsische und intrinsische Motivation definiert und voneinander abgegrenzt werden.
3. Intrinsische Motivation im Kontext des Lernens: Dieses Kapitel erläutert die Selbstbestimmungstheorie, die Rolle von Interesse sowie das Flow-Erleben als wesentliche Treiber für intrinsisch motiviertes Lernen.
4. Extrinsische Motivation im Kontext des Lernens: Hier werden die kognitive Evaluationstheorie und die organismische Integrationstheorie behandelt, um die Wirkung und Internalisierung extrinsischer Anreize zu beleuchten.
5. Bedeutung von intrinsischer und extrinsischer Motivation für das Lernen: In diesem Kapitel werden beide Motivationsformen zusammengeführt, gegenübergestellt und in ihrer konkreten Auswirkung auf das Lernverhalten und die Lernqualität bewertet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass intrinsische Motivation für effektives Lernen überlegen ist, während extrinsische Anreize bei bestimmten Aufgaben sinnvoll ergänzend wirken können.
Schlüsselwörter
Motivation, Lernmotivation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Selbstbestimmungstheorie, Flow-Erleben, Interesse, Kognitive Evaluationstheorie, Organismische Integrationstheorie, Lernverhalten, Internalisierung, Belohnung, Autonomie, Kompetenzerfahrung, Soziale Bezogenheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den psychologischen Grundlagen der Motivation im Lernkontext, insbesondere der Unterscheidung und Bedeutung von intrinsischen und extrinsischen Motivationsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Motivationspsychologie, Lerntheorien wie die Selbstbestimmungstheorie, das Konzept des Flows sowie die Auswirkungen von Belohnungen auf das Lernverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie intrinsische und extrinsische Motivation das Lernen beeinflussen und welche Rolle externe Anreize bei der Lernsteuerung spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Synthese existierender psychologischer Fachliteratur und Theorien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Modelle wie die Selbstbestimmungstheorie, die kognitive Evaluationstheorie und die organismische Integrationstheorie detailliert erläutert und auf ihre Anwendbarkeit im Bildungsbereich geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Selbstbestimmung, Flow-Erleben, Lernleistung und Korrumpierungseffekt.
Was genau versteht man unter dem Korrumpierungseffekt?
Der Korrumpierungseffekt beschreibt das Phänomen, dass externale Belohnungen die intrinsische Motivation für eine ursprünglich als reizvoll empfundene Tätigkeit mindern können, da sich der wahrgenommene Ort der Kontrolle verlagert.
Ist extrinsische Motivation immer schädlich für das Lernen?
Nein, extrinsische Anreize sind nicht per se schädlich. Sie können insbesondere bei eher eintönigen oder uninteressanten Aufgaben, die keine eigene intrinsische Motivation hervorrufen, leistungsfördernd wirken.
Warum ist das Flow-Erleben für Lernende relevant?
Flow-Erleben ist ein optimaler Motivationszustand, der mit hoher Konzentration, Leistungsfähigkeit und einer positiven Erlebnisqualität einhergeht, was qualitativ hochwertigeres Lernen begünstigt.
Kann extrinsische Motivation zu intrinsischer Motivation werden?
Ja, durch den Prozess der Internalisierung, wie er in der organismischen Integrationstheorie beschrieben wird, können ursprünglich extrinsische Ziele schrittweise in das Selbstkonzept integriert werden.
- Arbeit zitieren
- Josephine Kreuter (Autor:in), 2019, Extrinsische und intrinsische Motivation beim Lernen. Welche Relevanz hat sie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1011518