Zu Beginn dieser Arbeit wird ein Einblick in das Classroom-Management geboten, indem eine Begriffsannäherung (Kapitel 2.1), verschiedene in den Literaturen vertretende Definitionen (Kapitel 2.2) und der historische Wandel (Kapitel 2.3) erläutert werden. Anschließend werden in Kapitel 3 die Konzepte des Classroom-Managements von Kounin, Evertson und Mayr dargelegt, auf die in den folgenden Kapiteln dieser Arbeit immer wieder Bezug genommen wird. Da für ein effektives Classroom-Management nicht nur ein Konzept, wie Kounin, Evertson und Mayr es entwickelt haben, von Nöten ist, sondern auch der Führungsstil eine Rolle spielt, werden in Kapitel 4 ebenso die möglichen Führungsstile einer Lehrkraft erläutert und in Verbindung mit der Schüler-Lehrer-Beziehung gebracht. Im 5. Kapitel wird die Relevanz der Schüler-Lehrer-Beziehung dargestellt (Kapitel 5.1), sowie die Voraussetzungen für eine gelingende Beziehungsgestaltung nach Bauer erwähnt und anhand eigener Beispiele auf den schulischen Kontext übertragen (Kapitel 5.2).
Da für die "Arbeit am lebendigen Wesen" nach Metzger (1962) bestimmte Voraussetzungen von Pädagogen und Pädagoginnen beachtet werden müssen, werden diese in Bezugnahme mit den von Bauer genannten Werten für die Beziehungsgestaltung und mit möglichen Beispielen der Umsetzung in der Klasse erläutert. Anschließend werden in Kapitel 6 das Classroom-Management und die Schüler-Lehrer-Beziehung zueinander in Beziehung gesetzt, ihre gegenseitige Bedeutung aufgezeigt und mit einigen Beispielen der Umsetzung im Klassenzimmer verdeutlicht. Das 7. und letzte Kapitel dieser Arbeit bildet das Fazit der Analyse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Classroom-Management
2.1 Begriffsannäherung
2.2 Definitionen aus der Literatur
2.3 Historischer Wandel und Traditionslinien
3 Konzepte erfolgreichen Classroom-Managements
3.1 Das Classroom-Management nach J. Kounin
3.2 Vorausplanendes Handeln – Der Ansatz von Evertson
3.3 Mayr: Mehrdimensionaler Ansatz
4 Führungsstile und ihre Wirkung
5 Die Schüler-Lehrer-Beziehung
5.1 Die Relevanz einer Schüler-Lehrer-Beziehung
5.2 Voraussetzungen für eine gelingende Beziehungsgestaltung und ihre Übertragung auf den Kontext Schule
5.3 Die „Kennzeichen der Arbeit am Lebendigen“ und ihre Bedeutung für Lehrerinnen und Lehrer
6 Das Classroom-Management und die Schüler-Lehrer-Beziehung
6.1 Die Balance zwischen Führung und Zuwendung
6.2 Regeln
6.3 Umgang mit Störungen im Unterricht und eine positive Schüler-Lehrer-Beziehung
6.4 Lob zur Anerkennung, Motivierung und größeren Lernbereitschaft der Schüler
6.5 Authentizität
6.6 Klarheit und Strukturiertheit unter Einbindung der Schülerinnen und Schüler
6.6.1 Klarheit in einer für Fragen und Fehler freundlichen Atmosphäre
6.6.2 Strukturierung
6.7 Humor
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Classroom-Management und der Schüler-Lehrer-Beziehung, um aufzuzeigen, wie diese beiden Faktoren gemeinsam einen effektiven und gelingenden Lernprozess im Unterricht unterstützen können.
- Analyse verschiedener Konzepte des Classroom-Managements
- Einfluss unterschiedlicher Führungsstile auf das Unterrichtsklima
- Bedeutung der Schüler-Lehrer-Beziehung für die Lernmotivation
- Zusammenhang zwischen Beziehungsgestaltung und präventiver Störungsminimierung
- Praktische Umsetzung von Methoden zur Förderung der Kooperation
Auszug aus dem Buch
6.3 Umgang mit Störungen im Unterricht und eine positive Schüler-Lehrer-Beziehung
Neben dem klaren Kommunizieren der Regeln und Verfahrensweisen im Unterricht muss die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern deutlich machen, dass bei angemessenem Verhalten mit positiven Folgen und bei unangemessenem Verhalten mit negativen Folgen zu rechnen ist (Eichhorn, 2017). Jedoch sollten nach Eichhorn (2017) negative Konsequenzen der letzte Schritt in einem Classroom-Management sein. Ein Classroom-Management erfordert zwar die Konsequenzen auf ein negatives Verhalten, jedoch ist ihre Wirkung meist schwach, denn „die Wahrscheinlichkeit, dass ein ‚schwieriger‘ Schüler dadurch lernt, sich angemessen zu verhalten ist gering“ (ebd., S. 176). Dementsprechend ist nach Borich (2007, z. n. Helmke, 2015, S. 187) vor allem der sogenannte Low-Profile-Ansatz für den Umgang mit kleineren Störungen im Unterricht erfolgreich. Dieser beinhaltet, dass bei kleineren Störungen (z. B. Gesprächen, Tagträumen, Gelächter etc.), die das Lernklima beeinflussen können, zwar interveniert werden soll, aber so, dass der Unterrichtsfluss aufrechterhalten wird und die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler beim Unterrichtsgegenstand verbleibt.
In dem Sinne des Low-Profile-Ansatzes benennt auch Kounin (1976, z. n. Eichhorn, 2017, S. 174) ein ähnliches Prinzip, mit dem größere Verhaltensprobleme minimiert werden können: „Störungen klein halten“. Vor allem Eichhorn (2017) benennt dies als ein gutes Konzept für ein gelungenes Classroom-Management. In diesem Kontext sind es die kleinen Störungen im Unterricht, wie Gespräche zwischen Schülerinnen oder Schülern, welche von der Lehrkraft unterbunden werden sollen, bevor sich diese zu größeren Störungen entwickeln. Die Lehrkraft kann bei diesen kleineren Störungen vor allem mit Hilfe von nonverbalen Signalen, wie zum Beispiel dem Suchen des Blickkontaktes mit einer störenden Schülerin oder einem störenden Schüler oder dem Zugehen auf diese oder diesen, sodass die Lehrerpräsenz deutlicher wird, arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Classroom-Management und Beziehungsgestaltung für den Lernprozess und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Classroom-Management: Dieses Kapitel nähert sich dem Begriff an, diskutiert Definitionen aus der Fachliteratur und beschreibt den historischen Wandel der Klassenführung.
3 Konzepte erfolgreichen Classroom-Managements: Es werden die zentralen Ansätze von Kounin, Evertson und Mayr vorgestellt, die als theoretisches Fundament dienen.
4 Führungsstile und ihre Wirkung: Hier werden autoritäre, demokratische und laissez-faire Führungsstile hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Klassengemeinschaft analysiert.
5 Die Schüler-Lehrer-Beziehung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Beziehungsebene, Voraussetzungen für deren Gelingen nach Bauer sowie die „Kennzeichen der Arbeit am Lebendigen“ nach Metzger.
6 Das Classroom-Management und die Schüler-Lehrer-Beziehung: Das Kernkapitel führt die zuvor getrennten Themen zusammen und diskutiert Aspekte wie Regeln, Umgang mit Störungen, Lob, Authentizität, Klarheit und Humor.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und betont die gegenseitige Abhängigkeit von erfolgreichem Classroom-Management und einer positiven Schüler-Lehrer-Beziehung.
Schlüsselwörter
Classroom-Management, Schüler-Lehrer-Beziehung, Klassenführung, Unterrichtsqualität, Beziehungsgestaltung, Pädagogik, demokratischer Führungsstil, Unterrichtsstörungen, Gestalttheorie, Lernprozess, Lehrer-Schüler-Interaktion, Motivierung, präventives Handeln, Kommunikation, Lernklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wechselwirkung zwischen effektivem Classroom-Management und einer gelingenden Schüler-Lehrer-Beziehung im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen Konzepte zur Klassenführung, verschiedene Führungsstile, psychologische Grundlagen der Beziehungsgestaltung sowie praktische Strategien zur Unterrichtsführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine Lehrkraft durch die Verbindung von professioneller Klassenführung und wertschätzender Beziehungsgestaltung bestmögliche Lernbedingungen schafft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer Theorien, Studien und Ansätze zum Classroom-Management.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Kounin, Evertson, Mayr, Führungsstile) und die detaillierte Untersuchung der Beziehungsebene im Alltag (Regeln, Umgang mit Störungen, Authentizität).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Classroom-Management, Schüler-Lehrer-Beziehung, Klassenführung, Pädagogische Beziehungsgestaltung und Unterrichtsqualität.
Welche Rolle spielt die Gestalttheorie in dieser Arbeit?
Die Gestalttheorie liefert mit den „Kennzeichen der Arbeit am Lebendigen“ nach Metzger eine handlungsleitende Perspektive, um Schüler als offene Systeme zu verstehen und ihr Potenzial zu fördern.
Wie beeinflusst ein demokratischer Führungsstil das Klassenzimmer laut der Autorin?
Er gilt als das „perfekte Rezept“, da er den Schülern Handlungsspielraum lässt, sie an Entscheidungen beteiligt und so die beste Atmosphäre für Lernen und Beziehung fördert.
Warum sind negative Konsequenzen bei Störungen laut Autorin nur zweitrangig?
Sie werden als weniger wirksam eingestuft, da sie oft nur Symptome behandeln und wenig zur Verhaltensänderung der Schüler beitragen; ein proaktives Handeln wird bevorzugt.
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- Lea Koller (Author), 2020, Wechselwirkung zwischen Classroom-Management und der Schüler-Lehrer-Beziehung. Eine Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1012471