Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten des Erfassens kindlicher Glaubensaussagen von Volksschulkindern im Unterrichtsgegenstand Religion. Aus fundamentaltheologischer Sicht ist die subjektive Wahrheit einer persönlichen Glaubenserfahrung die Grundlage für das Verbalisieren von eigenen Glaubens- und Gottesvorstellungen. Es zeigt sich eindeutig, dass Menschen im kommunikativen Akt ihr Gegenüber nicht nur informieren, sondern auch deren Sichtweise mittels ihrer Erkenntnis erweitern möchten. Bei der Frage nach möglichen schulpraktischen Methoden des Anregens zum Verbalisieren von Glaubensaussagen von Kindern in der Volksschule hat sich herausgestellt, dass Fantasiereisen gut geeignet sind, um über persönliche Glaubens- und Verständnisvorstellungen zu sprechen. Des Weiteren kann festgehalten werden, dass der Einsatz von Spielen im Unterricht dazu beitragen kann, dass alle Kinder beim Zuhören einer Glaubensaussage den Inhalt verstehen
und nachvollziehen können. Zuletzt ist zu betonen, dass stets auf respektvollen und wertschätzenden Umgang zu achten ist, der sich vor allem in der Kommunikation von Lehrkräften und Kindern widerspiegelt.
Inhaltsverzeichnis
1 PROBLEMAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1 Einleitung
2.2 Glaubenserfahrung
2.3 Glaubensaussage
2.3.1 Glaubensaussage als Zeugnis
2.3.2 Glaubensaussage als Bekenntnis
2.4 Wahrheit
2.4.1 Bedingungen der Epistemologie
2.4.2 Begründung der Anthropologie
2.5 Resümee
3 GELTUNGSANSPRUCH VON GLAUBENSAUSSAGEN
3.1 Kontextbezug von Glaubensaussagen
3.1.1 Lebensweltliche und historische Einordnung
3.1.2 Kategorische Einordnung
3.2 Glaubwürdigkeit
3.2.1 Glaubwürdigkeit eines bzw. einer Aussagenden
3.2.2 Glaubwürdigkeit einer Aussage
3.3 Interpersonale Kommunikation
3.3.1 Kommunikativer Akt
3.3.2 Ästhetischer Akt
3.3.3 Spiritueller Akt
3.4 Resümee
4 MÖGLICHKEITEN DES ERFASSENS KINDLICHER GLAUBENSAUSSAGEN IM UNTERRICHT
4.1 Zum allgemeinen Verständnis einer Methodenvielfalt im Religionsunterricht
4.2 Kindertheologie
4.2.1 Kompetenzaufbau beim Theologisieren im Religionsunterricht
4.2.2 Rolle der Lehrkraft beim Einsatz von Methoden im Religionsunterricht
4.3 Geeignete Methoden zum Erfassen kindlicher Glaubensaussagen im Religionsunterricht
4.3.1 Fantasiereise
4.3.2 Üben der Kommunikation
4.3.3 Einsatz von Spielen
4.4 Resümee
5 CONCLUSIO
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie im Religionsunterricht der Volksschule kindliche Glaubensaussagen erfasst und verstanden werden können. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern begünstigen oder hemmen bestimmte religionsdidaktische Methoden den Zugang von Volksschulkindern zum Verbalisieren ihrer subjektiven Glaubenserfahrungen?
- Fundamentaltheologische Grundlagen von Glaubenserfahrung und Glaubensaussage
- Geltungsanspruch und Glaubwürdigkeit von religiösen Aussagen im Kontext von Kommunikation
- Methodenvielfalt im Religionsunterricht und deren fachdidaktische Begründung
- Kindertheologie als Ansatz zum Theologisieren mit Kindern
- Vergleich ausgewählter Methoden (Fantasiereise, Kommunikationstraining, Spiele) zur Ermittlung kindlicher Gottesvorstellungen
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Fantasiereise
Oftmals werden spirituelle Erlebnisse und Vorstellungen mittels diverser Bilder und Metaphern ausgedrückt. Dies kann daran liegen, dass die menschliche Sprache begrenzt ist und Menschen manchmal keine Worte finden können, um ihre Empfindungen verbal auszudrücken. Außerdem sind bildhafte Erinnerungen im Gedächtnis von Menschen deutlich eingeprägter und intensiver, als das kognitive Denken.
Es wird zwischen fünf Arten von Fantasiereisen unterschieden. Der hauptsächliche Grund der Unterscheidung liegt im Grad der Anleitung und der Intensität, die je nach Größe der Gruppe und dem Alter der teilnehmenden Personen variieren kann.
Fantasiegeschichten gelten als Vorstufe der Fantasiereisen, da es sich um Geschichten handelt, die vorgetragen werden und in der Fantasie miterlebt werden können. Das Erzählen der Geschichte verpflichtet sozusagen die zuhörende Person, sich innerlich passende Bilder zum ausgesprochenen Text vorzustellen.
Die zweite Stufe sind gelenkte Fantasiereisen, bei denen den zuhörenden Personen durch Pausen beim Sprechen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Fantasie zu entfalten. Dieses Entfalten wird jedoch von der sprechenden bzw. anleitenden Person unterbunden, sobald erneut laut gesprochen wird. Dies sorgt dafür, dass die Fantasie entlang des Themas entsteht und die Gedanken der Zuhörenden nicht abschweifen. Mitunter ist das ein guter Grund, diese Art von Fantasiereisen in der Schule anzuwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 PROBLEMAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN: Einführung in die Thematik der Glaubwürdigkeit kindlicher Glaubensaussagen und Darlegung der Forschungsziele.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Klärung der Kernbegriffe Glaubenserfahrung, Glaubensaussage (als Zeugnis oder Bekenntnis) und Wahrheit aus epistemologischer und anthropologischer Sicht.
3 GELTUNGSANSPRUCH VON GLAUBENSAUSSAGEN: Analyse der Bedingungen für die Authentizität und Glaubwürdigkeit von Aussagen durch Kontextbezug und interpersonale Kommunikation.
4 MÖGLICHKEITEN DES ERFASSENS KINDLICHER GLAUBENSAUSSAGEN IM UNTERRICHT: Schulpraktische Auseinandersetzung mit didaktischen Methoden, Kindertheologie und deren Anwendung zur Ermittlung kindlicher Gottesvorstellungen.
5 CONCLUSIO: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf die Bedeutung respektvoller Kommunikation im Religionsunterricht.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Kindertheologie, Glaubensaussage, Glaubenserfahrung, Fantasiereise, Kommunikation, Methodik, Religionsdidaktik, Gottesvorstellung, Volksschule, Geltungsanspruch, Glaubwürdigkeit, Theologisieren, Subjektivität, Wertschätzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, wie kindliche Glaubensvorstellungen und Gottesfragen im Religionsunterricht der Volksschule erfasst und thematisiert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die fundamentaltheologische Bestimmung von Glaubensaussagen, die Rolle der Kommunikation im religiösen Kontext sowie der Einsatz fachdidaktischer Methoden wie Fantasiereisen und Spiele.
Was ist das primäre Ziel bzw. die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist herauszufinden, inwieweit bestimmte religionsdidaktische Methoden das Verbalisieren subjektiver Glaubenserfahrungen bei Kindern im Volksschulalter fördern oder hemmen können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit ist textorientiert und hermeneutisch-kritisch, also interpretativ verfasst, und stützt sich auf die Auswertung fundamentaltheologischer und fachdidaktischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Untersuchung des Geltungsanspruchs von Glaubensaussagen sowie eine praktische Analyse verschiedener didaktischer Methoden für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kindertheologie, Glaubenserfahrung, Kommunikationsdidaktik, Methodik und den Bezug zur kindlichen Lebenswelt charakterisiert.
Warum sind Fantasiereisen laut der Autorin besonders geeignet?
Fantasiereisen ermöglichen Kindern einen geschützten Raum, in dem sie bildhafte Vorstellungen entwickeln können, was besonders hilfreich ist, da kindliche Glaubenserfahrungen oft bildhaft und nicht rein kognitiv-sprachlich geprägt sind.
Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei diesem Prozess?
Die Lehrkraft ist die zentrale Instanz, die Rahmenbedingungen schafft, Impulse setzt und vor allem durch ihre authentische, wertschätzende Haltung und ihre eigene kommunikative Kompetenz ein Klima schafft, in dem Kinder sich öffnen können.
Warum ist das Spielen im Unterricht für das Thema relevant?
Spielen wird als ganzheitliches Lernen verstanden, das Kindern hilft, gewohnte Denkweisen zu durchbrechen und sich in fiktive oder religiöse Kontexte einzufühlen, wobei es auch den sozialen Austausch fördert.
- Citar trabajo
- Michaela Saurugger (Autor), 2018, Was ich glaube, ist Wahrheit. Möglichkeiten zum Erfassen kindlicher Glaubensaussagen im Religionsunterricht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1022701