In dieser Arbeit wird sich mit Hofstedes Kulturdimensionen und der GLOBE-Studie von House beschäftigt, vorrangig im Hinblick darauf, worin die beiden Ansätze sich vorteilig und nachteilig voneinander unterscheiden. Im Anschluss werden exemplarisch die zwei Länder Schweden und Venezuela in Hinsicht auf Hofstedes Kulturdimension verglichen und das Ergebnis in Bezug auf interkulturelle Verhandlungen zwischen Managern erörtert.
Interkulturelles Management ist ein sehr vielschichtiges Thema, das Unternehmen nicht mehr ignorieren können, denn es beeinflusst jede globale Handlung eines Unternehmens. Die Globalisierung führt dazu, dass Unternehmen größer und internationaler werden, Zweigniederlassungen oder Produktionsstätten werden ins Ausland verlagert, Unternehmen gewinnen an internationalen Kunden und Mitarbeitern dazu und Kommunikation wird globaler. Unternehmen und Manager sollten sich interkulturelle Fachkompetenz aneignen, da eine Vernachlässigung der kulturellen Unterschiede im schlimmsten Fall zum Scheitern von Marktneueinführungen führen kann.
Um die Bedeutung des interkulturellen Managements wussten auch Geert Hofstede und Robert House Bescheid, welche die bedeutendsten Studien zu diesem Thema entwickelt haben.
Inhaltsverzeichnis
- I. Inhaltsverzeichnis
- II. Abbildungsverzeichnis
- III. Abkürzungsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Vergleich der Kulturdimensionen
- 2.1. Was ist Kultur?
- 2.2. Hofstedes Kulturdimension
- 2.2.1. Kritik
- 2.3. GLOBE Kulturdimension
- 2.3.1. Kritik und Vergleich zu Hofstede
- 3. Ländervergleich Schweden und Venezuela
- 4. Fazit und Ausblick
- IV. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Kulturdimensionen nach Geert Hofstede und die GLOBE Studie von Robert House tiefgehend zu analysieren und zu vergleichen. Im Fokus steht dabei die Herausarbeitung der jeweiligen Vor- und Nachteile beider Ansätze sowie die Erörterung ihrer Implikationen für interkulturelle Verhandlungen, illustriert durch einen exemplarischen Ländervergleich von Schweden und Venezuela.
- Definition und Verständnis von Kultur im wissenschaftlichen Kontext
- Analyse und Vergleich von Geert Hofstedes Kulturdimensionen
- Darstellung und Bewertung der GLOBE Studie von Robert House
- Kritische Auseinandersetzung mit beiden Modellen und deren Gültigkeit
- Anwendung von Hofstedes Modell im Ländervergleich (Schweden und Venezuela)
- Ableitung von Schlussfolgerungen für internationale Verhandlungen und interkulturelles Management
Auszug aus dem Buch
Hofstedes Kulturdimension
Heutzutage gibt es einige Ansätze, die sich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten einer Kultur auseinandersetzen und miteinander vergleichen. Die wichtigsten Ansätze sind hierbei die Kulturdimensionen von Geerd Hofstede und die Kulturstandards von Alexander Thomas, wobei in dieser Arbeit das Hauptaugenmerk auf den Kulturdimensionen liegen wird. Hofstede hat Ende der 1960er Jahre eine empirische Studie mit mehr als 116.000 Mitarbeitern von IBM aus 72 Ländern durchgeführt und somit das Modell der Kulturdimension entwickelt. Das Modell besteht heutzutage aus sechs Dimensionen, angefangen hatte Hofstede aber mit vier Dimensionen. Die Beurteilung der jeweiligen Dimension erfolgt über die Bildung von Indexwerten.
Hofstede definiert Machtdistanz als „das Ausmaß, bis zu welchem die weniger mächtigen Mitglieder von Institutionen bzw. Organisationen eines Landes erwarten und akzeptieren, daß Macht ungleich verteilt ist." (Hofstede, 1991, S.42) Machtdistanz gibt also die Bereitwilligkeit auf beiden Seiten (sowohl Mitglieder auf höheren als auch niedrigeren Stufen der Hierarchie) wieder, ungleiche Machverhältnisse in einer Organisation hinzunehmen. So wird bei einer geringen Machtdistanz erwartet, dass die Ungleichheit so gering wie möglich ist und die Macht gleichmäßig verteilt wird. In Kulturen mit einer hohen Machtdistanz wiederum wird die Machtungleichheit akzeptiert. Charakteristika einer Gesellschaft mit hoher Machtdistanz sind Gehorsam und Abhängigkeit von Anderen, in Kulturen mit niedriger Machtdistanz ist hingegen die eigene Unabhängigkeit ein Merkmal.
Die zweite Dimension Individualismus vs. Kollektivismus beschäftigt sich mit der Aufgabe, ob eine Kultur eher individualistisch oder kollektivistisch geprägt ist. D.h. dass die Bindung zwischen einem Individuum und der Gruppe in individualistischen Kulturen nicht stark ausgeprägt ist, das „Ich“ steht somit im Mittelpunkt. Kollektivismus beschreibt hingegen das genaue Gegenteil, das Priorisieren des Wohls einer Gruppe. Auch der hohe Stellenwert der Familie und das Zeigen von Loyalität und Solidarität gegenüber sogenannten In-Groups sind typische kollektivistische Merkmale. (Hofstede, 2001, S.225)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die steigende Bedeutung des interkulturellen Managements ein, beleuchtet die Risiken bei Missachtung kultureller Unterschiede und stellt die Forschungsfrage nach den Kulturdimensionen von Hofstede und der GLOBE Studie.
2. Vergleich der Kulturdimensionen: Hier wird zunächst der vielschichtige Kulturbegriff erläutert, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung und kritischen Analyse der Kulturdimensionen nach Geert Hofstede und der GLOBE Studie von Robert House.
3. Ländervergleich Schweden und Venezuela: In diesem Kapitel werden exemplarisch die kulturellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Schweden und Venezuela auf Basis von Hofstedes Kulturdimensionen verglichen, um deren Auswirkungen auf internationale Verhandlungen zu beleuchten.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der Kulturdimensionen für das interkulturelle Management zusammen, bewertet die Stärken und Schwächen der Modelle von Hofstede und GLOBE und gibt einen Ausblick auf die fortwährende Dynamik von Kulturen.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Management, Kulturdimensionen, Geert Hofstede, GLOBE Studie, Robert House, Kultur, Internationale Verhandlungen, Machtdistanz, Individualismus, Kollektivismus, Maskulinität, Feminität, Unsicherheitsvermeidung, Langzeitorientierung, Genuss vs. Zurückhaltung, Schweden, Venezuela
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
In dieser Arbeit werden Hofstedes Kulturdimensionen und die GLOBE Studie von Robert House analysiert und verglichen, um deren Einfluss auf interkulturelle Verhandlungen und das Management zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Definition von Kultur, Geert Hofstedes Kulturdimensionen (Machtdistanz, Individualismus vs. Kollektivismus, Maskulinität vs. Feminität, Unsicherheitsvermeidung, Langzeit- vs. Kurzzeitorientierung, Genuss vs. Zurückhaltung) und die GLOBE Kulturdimensionen, deren Kritik sowie ein Ländervergleich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kulturdimensionen nach Hofstede und der GLOBE-Studie herauszuarbeiten und deren Auswirkungen auf interkulturelle Verhandlungen anhand eines Ländervergleichs (Schweden und Venezuela) zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von etablierten Modellen der Kulturforschung (Hofstede, GLOBE), deren empirische Studien zugrunde liegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Vergleich der Kulturdimensionen nach Hofstede und GLOBE, deren Kritikpunkte sowie einen detaillierten Ländervergleich zwischen Schweden und Venezuela unter Anwendung von Hofstedes Modell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Interkulturelles Management, Kulturdimensionen, Hofstede, GLOBE Studie, Internationale Verhandlungen, Machtdistanz, Individualismus, Kollektivismus und Ländervergleich.
Warum werden Hofstedes Kulturdimensionen kritisiert?
Hofstedes Modell wird u.a. wegen des Alters seiner Daten, der Beschränkung auf Daten aus einem einzigen Unternehmen (IBM) und der mangelnden Berücksichtigung von Subkulturen innerhalb von Ländern kritisiert.
Worin unterscheidet sich die GLOBE Studie von Hofstedes Modell am stärksten?
Die GLOBE Studie zeichnet sich durch ein größeres, interkulturelles Forschungsteam aus, eine aktuellere Datenerhebung und die Detaillierung einiger Dimensionen in Sub-Kulturdimensionen.
Welche Auswirkungen hat eine hohe Machtdistanz auf Verhandlungen?
In Kulturen mit hoher Machtdistanz wird Machtungleichheit akzeptiert, und es wird erwartet, dass Führungskräfte klare Anweisungen geben. Dies kann zu Missverständnissen führen, wenn Manager aus Kulturen mit niedriger Machtdistanz dies als unhöflich empfinden, oder wenn die Dominanz als eigenartig wahrgenommen wird.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen Schweden und Venezuela in Bezug auf Hofstedes Dimensionen?
Schweden weist eine niedrige Machtdistanz und einen hohen Individualismus auf, während Venezuela eine hohe Machtdistanz und einen ausgeprägten Kollektivismus zeigt. Auch in den Dimensionen Maskulinität und Unsicherheitsvermeidung gibt es deutliche Unterschiede zwischen den beiden Ländern.
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- Ann-Kristin Muhs (Author), 2020, Hofstedes Kulturdimensionen und Verhandlungen im internationalen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1023024