Es ist möglich, dass Probleme wie Diskriminierung und Ungleichheit im Jugendalter und vor allem in der Familie erst dazu führen, dass junge Leute gewalttätig werden und eine Gewaltkarriere eingeschlagen. Kriminelle Jugendliche, Intensivtäter, Gewalttäter oder Verbrecher - eines haben sie gemeinsam, und zwar, dass sie alle bestimmten Situationen durchlebt haben, welche ihre Ansichtsweise und ihre Einstellung zum Leben drastisch verändert haben.
Mich Interessiert, was genau eigentlich Gewalt ist und welche Ursachen es hat, dass sich Menschen im jungen Alter dazu verleiten lassen Gewalt anzuwenden, kriminell zu werden und Gewaltkarrieren einzuschlagen. Es gibt viele Theorien, die versuchen die Gewaltentstehung und die Gewaltentwicklung zu erklären. Da es jedoch eine große Anzahl an ausschlaggebenden Faktoren gibt, welche sich auf das Problem der Gewaltentstehung beziehen, möchte ich mich mit der an der häufigsten aufgegriffenen Theorie des Elternhauses auseinandersetzen. Darüber hinaus möchte ich anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) alle der Polizei bekannt gewordenen Straftaten von Jugendlichen aufbringen, um festzustellen, inwieweit die Jugendkriminalität in Deutschland steigt und wie hoch das Ausmaß dieser ist. Zudem werde ich mich mit der Entstehung und Entwicklung von jugendlichen Gewaltkarrieren beschäftigen und dabei ebenfalls herausfinden, was Gewaltkarrieren sind und wie sich diese von alltäglichen Berufskarrieren unterscheiden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung des Begriffes Gewalt
3. Zahlen, Daten & Fakten zur Entwicklung von Jugendgewalt in der Bundesrepublik Deutschland
4. Wie entsteht Jugendgewalt?
5. Ergebnis einer Studie zu den Ursachen für die Entstehung von Jugendgewalt
6. Was ist eine Gewaltkarriere und wie entsteht diese?
7. Entwicklung von jugendlichen Gewaltkarrieren
8. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Ursachen und Entstehungsbedingungen von Jugendgewalt sowie die Entwicklung hin zu sogenannten Gewaltkarrieren, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Einfluss des Elternhauses und der familiären Sozialisation liegt.
- Definition des Gewaltbegriffs in Theorie und Rechtsprechung
- Analyse aktueller Kriminalstatistiken zur Jugendgewalt
- Psychologische und soziale Faktoren der Gewaltentstehung
- Prozesshafte Entwicklung von Gewaltkarrieren bei Jugendlichen
- Fallbeispielbasierte Untersuchung von Ausstiegsmöglichkeiten und Prävention
Auszug aus dem Buch
6. Was ist eine Gewaltkarriere und wie entsteht diese?
E. M. Lemert ist der Ansicht, dass eine Gewaltkarriere nicht gleich gesetzt werden kann mit einer normalen beruflichen Karriere. Mit dem bekannten Karrierebegriff verbindet er einen andauernden Anstieg in einer Berufslaufbahn, welche mit Strukturen, strategischer Planung und somit auch mit regelmäßiger ehrlicher Arbeit verbunden ist. Zudem ist in einer Beruflichen Karriere das Anstreben eines gesetzten Zieles zu beachten. Dies begründet er damit, dass die Entwicklung welche jugendlichen Gewalttäter durchlaufen, nicht mit den oben genannten Grundsätzen vereinbart werden können, weil eine berufliche Karriere und somit auch eine berufliche Laufbahn verbunden mit ihrer Struktur und dem Handlungsmuster bereits institutionell vorgefertigt ist. Denn Jugendliche durchleben seiner Meinung nach bestimmten Phasen in denen nicht nur zielgerichtetes handeln ausschlaggebend ist, sondern auch die emotionale Entwicklung der Jugendlichen.
F. Sutterlüty ist der Ansicht, dass eine Gewaltkarriere im Großen und Ganzen aus drei Phasen besteht. Darunter fällt die Phase einer Verlaufskurve in dem ein jugendlicher leidet, weil dieser negative Gewalterfahrung im persönlichen Bereich erlebt und das selbst erfahrene Leid nach demselben Handlungsschemata an anderen mittels Gewaltausübung anwendet.
D. Matzas beschreibt jugendliche mit einer Gewaltkarriere als Drifter, weil diese in einem langsamen, aber sicheren Prozess in die Subkulturen der Delinquenz hineinrutschen. Irgendwann befindet sich der Jugendliche möglicherweise in einer Lebensführung, in der er ständig mit Kontrollverlust in seinem Leben zu kämpfen hat. Dabei sagt D. Matzas, dass solche Jugendliche allen anderen die Schuld für ihr Leid geben und andere dafür verantwortlich machen, dass sie so sind wie sie sind. Den Faktor, dass diese selbst für ihr Leben verantwortlich sind und selber darauf einwirken können, ziehen solche Jugendliche nicht in Betracht. Aus diesem Grund erklärt er, begehen Drifter Straftaten. Damit wollen sie sich im Prinzip selbst verwirklichen und den Verlust der Kontrolle wiedergewinnen, um sich selbst als handlungsfähig sehen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Jugendgewalt ein, thematisiert die Bedeutung der Identitätsbildung im Jugendalter und legt die Forschungsziele der Arbeit dar.
2. Die Bedeutung des Begriffes Gewalt: Das Kapitel definiert Gewalt sowohl physisch als auch psychisch und differenziert zwischen den rechtlichen Kategorien der willensausschließenden und willensbeugenden Gewalt.
3. Zahlen, Daten & Fakten zur Entwicklung von Jugendgewalt in der Bundesrepublik Deutschland: Hier werden aktuelle Statistiken zur Jugendkriminalität analysiert und die Herausforderungen bei der Interpretation von Rückgängen in der Kriminalstatistik kritisch hinterfragt.
4. Wie entsteht Jugendgewalt?: Dieses Kapitel beleuchtet das Elternhaus als primären Sozialisationsort und untersucht, wie negative Gewalterfahrungen durch Erziehungsmethoden zur Ausbildung von Aggressionsmustern beitragen.
5. Ergebnis einer Studie zu den Ursachen für die Entstehung von Jugendgewalt: Auf Basis empirischer Befunde wird der Zusammenhang zwischen dem familiären Klima, den Erfahrungen von Gewalt und der späteren Entwicklung zum Intensivtäter aufgezeigt.
6. Was ist eine Gewaltkarriere und wie entsteht diese?: Der Autor erörtert den Begriff der Gewaltkarriere durch wissenschaftliche Perspektiven von Lemert, Sutterlüty und Matzas und setzt ihn in direkten Bezug zur Entstehung von Straftäter-Biographien.
7. Entwicklung von jugendlichen Gewaltkarrieren: Dieses Kapitel vertieft den biographischen Prozess einer Gewaltkarriere und illustriert die theoretischen Ansätze anhand eines Experten-Interviews mit einem betroffenen Jugendlichen.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Ursachen, die Dynamik von Gewaltkarrieren und die Notwendigkeit von präventiven Ansätzen zur Durchbrechung des Gewaltkreislaufs.
Schlüsselwörter
Jugendgewalt, Gewaltkarriere, Sozialisation, Elternhaus, Jugendkriminalität, Intensivtäter, Aggressionspotenzial, Identitätsdiffusion, Delinquenz, Prävention, Erziehung, Psychologie, Soziale Arbeit, Handlungsmuster, Gewaltkreislauf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Jugendgewalt und der Entwicklung von Jugendlichen hin zu sogenannten Gewaltkarrieren, wobei besonders familiäre und soziale Einflüsse analysiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Gewalt, die statistische Erfassung von Jugendkriminalität, die Rolle der Erziehung im Elternhaus sowie die psychologischen Mechanismen, die zu einer kriminellen Laufbahn führen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die Entstehung von Jugendgewalt zu verstehen und aufzuzeigen, warum einige Jugendliche trotz negativer Erfahrungen in Gewaltkarrieren abrutschen und wie diese Prozesse verlaufen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und soziologischer Theorien sowie auf die Auswertung aktueller Kriminalstatistiken und ein qualitatives Experten-Interview mit einem betroffenen Jugendlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff der Gewalt, statistische Daten, die prägende Rolle des Elternhauses, wissenschaftliche Modelle zu Gewaltkarrieren und persönliche Schilderungen eines betroffenen Jugendlichen detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendgewalt, Gewaltkarriere, Sozialisation, Identitätsbildung, Intensivtäter, Erziehung, Gewaltkreislauf und Prävention.
Welches Drei-Phasen-Modell zur Gewaltkarriere wird im Buch genannt?
Das Modell nach F. Sutterlüty beschreibt den Verlauf von der erlebten Demütigung über das erlernte Leid bis hin zur aktiven Anwendung von Gewalt als Mittel zur Wiedererlangung von Anerkennung und Macht.
Was unterscheidet einen "Drifter" von anderen Jugendlichen?
Ein "Drifter" rutscht laut D. Matzas in einem schleichenden Prozess in delinquente Subkulturen ab, wobei er versucht, durch Straftaten eine persönliche Handlungsfähigkeit und Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen.
Welche Rolle spielt das Elternhaus laut der zitierten Studien?
Das Elternhaus gilt als der stärkste Einflussfaktor; insbesondere massive physische Gewalt durch Eltern erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche selbst zu Mehrfachtätern werden, signifikant.
Ist ein Ausstieg aus einer Gewaltkarriere möglich?
Ja, die Arbeit stellt dar, dass trotz einer bereits begonnenen Gewaltkarriere Ausstiegsmöglichkeiten bestehen, sofern der Betroffene Unterstützung findet und die Bereitschaft zur Veränderung zeigt.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Jugendgewalt und jugendliche Gewaltkarrieren. Mit Hinblick auf die Entwicklung von Jugendgewalt durch das Elternhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1025607