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Selbstmord oder Freitod? Über die Legitimation von Suizid

Title: Selbstmord oder Freitod? Über die Legitimation von Suizid

Essay , 2017 , 6 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Marie Brockmann (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Die Debatte über Suizid ist seit eh und je Thema der Menschheitsgeschichte. Schon Philosophen aus der Antike wie Aristoteles oder Epikur entwickelten Theorien zum Suizid und diskutierten darüber, ob und wie man ihn rechtfertigen kann. Dabei werden immer wieder anderen Terminologien des Begriffs aufgeworfen. Neben Freitod, Suizid und Selbstmord gibt es Synonyme wie Selbstvernichtung oder Selbsttötung, während jedes dieser Äquivalente andere Aspekte des Suizids betont. Ist es legitim sich selbst zu töten? Diese Frage versuche ich im Folgenden zu beantworten, indem ich Immanuel Kants Position zur Selbstentleibung und Jean Armerys Meinung zum Freitod miteinander vergleichen und diese bewerten werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kants Moralphilosophie zum Suizid

3. Bewertung der Position Kants

4. Jean Amérys Auffassung des Freitods

5. Zusammenfassende Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Legitimation des Suizids durch einen vergleichenden Diskurs zwischen Immanuel Kants kategorischer Ablehnung und Jean Amérys existenzialistischer Deutung des Freitods.

  • Kants Selbstzweckformel und der Begriff der Autonomie
  • Die moralische Bewertung der Selbsttötung als Verstoß gegen den Kategorischen Imperativ
  • Jean Amérys Begriff des Freitods als freie Willensentscheidung
  • Das Konzept des échec (Scheitern) als existenzielle Bedrohung
  • Ethischer Vergleich zwischen der Wertung des Lebens als Selbstzweck und als Ausweg aus dem Scheitern

Auszug aus dem Buch

Die Selbstzweckformel im Kontext des Suizids

Kant führt als Beispiel für die Rechtfertigung seiner Formel, dass man niemals jemanden nur als Mittel, sondern immer zugleich auch als Zweck behandeln sollte, den Verbot des Selbstmordes an. Ein potentieller Selbstmörder sollte sich vor dem Ausführen dieser Tat also fragen, ob sein Handeln auch mit dieser Formel vereinbar ist. Er argumentiert, dass sich selbst das Leben zu nehmen gegen dieses Gebot verstößt, da man sich selbst bloß als Mittel nutzt um einem beschwerlichem Lebenszustand zu entkommen. Das verstößt jedoch gegen die Selbstzweckformel, da man Personen immer auch als Zweck, nie nur als Mittel benutzen darf.

Wenn er [der Mensch], um einem beschwerlichen Zustande zu entfliehen, sich selbst zerstört, so bedient er sich einer Person bloß als eines Mittels, zu Erhaltung eines erträglichen Zustandes bis zu Ende des Lebens. Der Mensch ist aber keine sache, mithin nicht etwas, das bloß als Mittel gebraucht werden kann, sondern muss bei all seinen Handlungen jederzeit als Zweck an sich selbst betrachtet werden.

Indem man sich sein Leben nimmt will der Selbstmörder sein eigenes Leben also nur als Mittel zur Erlösung von seinem Leid benutzen und nicht als Zweck an sich. Daraus folgt, dass er den relativen Wert über den Absoluten stellt. Der Mensch vereint Sinnwesen und Vernunftwesen in sich. Indem er sich selbst umbringt, zerstört er zugleich beides und somit auch die Autonomie, die ihn zu einem Vernunftwesen macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die historische Debatte über Suizid und Vorstellung der zentralen Fragestellung anhand der Positionen von Kant und Améry.

2. Kants Moralphilosophie zum Suizid: Analyse von Kants Kategorischem Imperativ und der Selbstzweckformel zur Begründung des Verbots der Selbsttötung.

3. Bewertung der Position Kants: Kritische Reflexion der kantischen Anthropologie, insbesondere der Widersprüchlichkeit zwischen Autonomie und der gesetzmäßigen Selbstbeschränkung.

4. Jean Amérys Auffassung des Freitods: Untersuchung der These Amérys, welcher den Freitod als freie Willensentscheidung und mögliche Lösung angesichts existenziellen Scheiterns (échec) definiert.

5. Zusammenfassende Bewertung: Synthese und ethische Einordnung, wobei Kants Schutz des Lebenswertes dem radikalen, individuellen Freitod-Verständnis Amérys gegenübergestellt wird.

Schlüsselwörter

Suizid, Freitod, Immanuel Kant, Jean Améry, Selbstzweckformel, Kategorischer Imperativ, Autonomie, Würde, Scheitern, échec, Moralphilosophie, Vernunftwesen, Sinnwesen, Ethik, Existenzialismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische Auseinandersetzung mit der moralischen Rechtfertigung des Suizids aus zwei gegensätzlichen Perspektiven.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der deontologischen Ethik Kants und der existenzphilosophischen Betrachtung von Leid und Freitod bei Jean Améry.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein kritischer Vergleich der Ansätze von Kant und Améry hinsichtlich der Frage, ob eine Selbsttötung ethisch legitimierbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende philosophische Textanalyse, bei der primärquellenbasierte Argumente gegenübergestellt und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Kants kategorischer Ablehnung, gefolgt von der theoretischen Auseinandersetzung mit Amérys Verständnis des Freitods als bewusste Entscheidung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Autonomie, Selbstzweck, échec (Scheitern), Würde und die Abgrenzung von Sinn- und Vernunftwesen sind zentral für das Verständnis der Arbeit.

Wie definiert Immanuel Kant den Begriff Zweck?

Kant bestimmt den Zweck als das Ziel des Willens, welches durch Vernunft gegeben ist und als objektiver Grund für die Selbstbestimmung eines vernünftigen Wesens dient.

Was versteht Jean Améry unter dem Begriff des échec?

Améry nutzt den Begriff échec (Scheitern/Misserfolg) als existenzielle, permanente Bedrohung, aus der der Freitod für ihn als ein möglicher Ausweg erscheint.

Warum bewertet die Autorin Kants Ansatz als moralisch "richtiger"?

Die Autorin argumentiert, dass Kants Philosophie dem menschlichen Leben einen höheren absoluten Wert beimisst, während Amérys Sichtweise das Scheitern zu stark in den Mittelpunkt stellt.

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Details

Title
Selbstmord oder Freitod? Über die Legitimation von Suizid
College
University of Rostock
Grade
1,5
Author
Marie Brockmann (Author)
Publication Year
2017
Pages
6
Catalog Number
V1026426
ISBN (eBook)
9783346429018
Language
German
Tags
Ethik Suizid Kant
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marie Brockmann (Author), 2017, Selbstmord oder Freitod? Über die Legitimation von Suizid, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1026426
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