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Das Bildungsverständnis in der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik

Geschichte und Entwicklung

Title: Das Bildungsverständnis in der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik

Term Paper , 2020 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michelle Ziegler (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Zu Beginn der Arbeit werden die Begriffe „Bildung“ und „realistische Wende“ erläutert, auf deren Grundlage die Bildungsvorstellungen betrachtet werden. Im Folgenden sollen verschiedene Bildungsverständnisse innerhalb der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik bearbeitet werden. Da Bildung ein zentraler Begriff der Pädagogik ist, eignet sich diese Hausarbeit, um sich mit der Geschichte der Bildungsvorstellungen innerhalb der Geistigbehindertenpädagogik auseinanderzusetzen und dessen Entwicklung nachzuvollziehen.

Der Bildungsbegriff ist kein klar definierter, sondern eröffnet viele Deutungsmöglichkeiten und Abgrenzungsprobleme. Dazu kommt der Wandel, den dieser Begriff durchlaufen hat, geprägt von verschiedenen Leitideen wie Vernichtung (Euthanasie), Normalisierung, Integration, Selbstbestimmung und Empowerment sowie Teilhabe und Inklusion.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Annäherung an die Begriffe

2.1. Bildung

2.2. Realistische Wende

3. Das Bildungsverständnis in der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik

3.1. Ausgangslage (1950er Jahre)

3.2. Die 1960er und 70er Jahre:

3.2.1. Praktische Bildung

3.2.2. Geistige Bildung

3.2.3. Ansprechbarkeit und Kommunikation

3.2.4. Handlung und Wahrnehmung

3.2.5. Bildung als aktiver, reflexiver Prozess

3.3. Ab den 1980er Jahren

3.3.1. Beziehung

3.3.2. Inklusives Bildungsverständnis

3.1.3. Allgemeinbildung als inklusives Bildungsverständnis

3.1.4. Bildung als relationaler Prozess

3.1.5. Bildung als Recht

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Bildungsverständnisses innerhalb der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik seit den 1960er Jahren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Konzepte der Bildungsfähigkeit von der Nachkriegszeit bis hin zu inklusiven und relationalen Ansätzen gewandelt haben.

  • Historische Entwicklung der Bildungsvorstellungen bei Menschen mit geistiger Behinderung
  • Kritische Analyse von Begriffen wie Bildungsfähigkeit und Bildungsunfähigkeit
  • Die Bedeutung von praktischer versus geistiger Bildung in der pädagogischen Geschichte
  • Übergang von segregativen zu integrativen und inklusiven Bildungskonzepten
  • Bildung als relationaler Prozess und als Grundrecht

Auszug aus dem Buch

3.2.2. Geistige Bildung

Bernart (1970) kritisiert das zu seiner Zeit gegenwärtige Bildungsverständnis von Pädagogen wie u. a. Bach: Die Unterscheidung zwischen anschaulich-vollziehendem und unanschaulich-begrifflichem Denken könne zu Fehlinterpretationen führen, ebenso zu falschen Schlussfolgerungen:

„Es wäre falsch zu folgern, geistig Behinderte brauchten keine spezielle geistige Bildung. Jedes geistig behinderte Kind ist ein Mensch und jeder Mensch ist ein geistiges Wesen. Wir können also eine anschauliche Bildung gar nicht vermitteln, wenn sie nicht grundsätzlich geistige Bildung ist.“ (Bernart 1970, 60).

Er unterscheidet zudem zwischen inhaltlicher und formaler Bildung, ähnlich wie Klafki:

„[Man meine] formale Bildung sei nötig, wenn man geistige Entwicklungshilfen geben will. Geistige Bildung sei nicht an einen Inhalt gebunden, sie sei frei und nicht zweckgebunden und deshalb könne sie helfen, allen Anforderungen des praktischen Lebens gerecht zu werden“ (Bernart 1970, 114).

Hierbei kritisiert er zwar die Überspitzung dieses Verständnisses, stimmt der Kernaussage jedoch zu. Im Vergleich zu Bach erweitert Bernart das Bildungsverständnis der praktischen Bildung um die geistige Bildung: Statt einem rein materiellen Bildungsverständnis, schafft er eine Bildungstheorie, die an Klafkis kategorische Bildung erinnert (vgl. 2.1.): Bernart verbindet die inhaltliche mit der formalen Bildung. Dabei wird der Aspekt der formalen Bildung deutlich hervorgehoben: Nach Bernart (1970) ist sowohl Ausgangspunkt als auch Ziel von Bildung „das Sein unter anderen Menschen, anerkannt zu sein und in einer zugewiesenen und übergeordneten Rolle zu leben, deren Bedeutung für diese Gesellschaft klar ist“ (ebd., 75). Im Gegensatz zu Klafkis Vorstellung der kategorialen Bildung (vgl. hierzu 2.1.) scheint es sich hier um einen bloßen Zusammenschluss beider Bildungstheorien zu handeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des sich wandelnden Bildungsbegriffs ein und steckt den Rahmen der Arbeit ab, die sich mit der historischen Entwicklung in der Geistigbehindertenpädagogik befasst.

2. Annäherung an die Begriffe: Dieses Kapitel definiert die zentralen Grundbegriffe "Bildung" sowie die "realistische Wende" als theoretisches Fundament für die weiteren Ausführungen.

3. Das Bildungsverständnis in der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen bildungstheoretischen Ansätze und Paradigmenwechsel von den 1950er Jahren bis zur Inklusionsdebatte.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie sich das Bildungsverständnis von der frühen Zuschreibung der Bildungsunfähigkeit hin zu einem inklusiven und aktiv-reflexiven Verständnis entwickelt hat.

Schlüsselwörter

Bildung, Geistigbehindertenpädagogik, Bildungsfähigkeit, Bildungsunfähigkeit, Inklusion, Integration, Kategoriale Bildung, Realistische Wende, Basale Stimulation, Handlungsfähigkeit, Beziehung, Lebensrecht, Menschenwürde, Heilpädagogik, Teilhabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die geschichtliche Entwicklung und den Wandel des Bildungsverständnisses in der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen der Wandel der Bildungsbegriffe, die Kritik an der "Bildungsunfähigkeit", der Einfluss der "realistischen Wende" auf die Pädagogik sowie die Entwicklung hin zu inklusiven und relationalen Bildungsansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie sich die Bildungsvorstellungen innerhalb der Disziplin verändert haben und welche Leitideen dabei den Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung geprägt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung auf Basis von Fachliteratur und historischen Diskursen in der Geistigbehindertenpädagogik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch verschiedene Phasen, angefangen bei der Ausgangslage in den 1950er Jahren, über die Konzepte der praktischen und geistigen Bildung in den 60er und 70er Jahren, bis hin zu den inklusiven Ansätzen ab den 1980er Jahren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Kategoriale Bildung", "Bildungsunfähigkeit", "Integration", "Inklusion" sowie die Erweiterung des Bildungsbegriffs um Aspekte wie Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit.

Warum wurde in der Nachkriegszeit von "Bildungsunfähigkeit" gesprochen?

Viele Bundesländer übernahmen damals das Reichsschulgesetz von 1938, welches Kinder mit geistiger Behinderung als nicht bildungsfähig einstufte und sie von der Schulpflicht befreite, da das damalige Verständnis stark an der Aneignung klassischer Kulturtechniken hing.

Welche Bedeutung kommt dem Begriff "Basale Stimulation" in diesem Kontext zu?

Das Konzept der basalen Stimulation nach Fröhlich markiert eine wichtige Erweiterung, da es die Wahrnehmung von Schwerstbehinderten in den Fokus rückte und somit Menschen als bildungsfähig anerkannte, die nach klassischen Kriterien als bildungsunfähig galten.

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Details

Title
Das Bildungsverständnis in der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik
Subtitle
Geschichte und Entwicklung
College
University of Education Ludwigsburg
Grade
1,0
Author
Michelle Ziegler (Author)
Publication Year
2020
Pages
23
Catalog Number
V1027355
ISBN (eBook)
9783346406729
ISBN (Book)
9783346406736
Language
German
Tags
geistige Behinderung Sonderpädagogik Geistigbehindertenpädagogik Bildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michelle Ziegler (Author), 2020, Das Bildungsverständnis in der institutionalisierten Geistigbehindertenpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1027355
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