Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitseigenschaften und Irritation. Dazu werden erst die beiden Konstrukte „Persönlichkeit“ und „Irritation“ genauer definiert und die sich daraus ableitenden Hypothesen vorgestellt. Des Weiteren wird das methodische Vorgehen dargestellt und die Ergebnisse erörtert. Die Fragestellung dieser Arbeit konzentriert sich auf die Persönlichkeitsfacette „Verträglichkeit“ und auf die „emotionale Irritation“. Die Arbeit endet mit einem Ausblick für weitere Forschung.
Zum Verständnis der menschlichen Persönlichkeit gibt es eine Fülle von Theorien und methodischen Zugangsweisen, bei denen unterschiedliche wissenschaftstheoretische Positionen und Menschenbilder zugrunde liegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Einleitung
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Persönlichkeit
3.2 Irritation
3.3 Anforderungs-Kontroll-Modell
3.4 Hypothesen
4. Methode
4.1 Stichprobe
4.2 Versuchsdesign
4.3 Versuchsmaterialien
4.3.1 BFI-10
4.3.2 Irritationsskala
5. Ergebnisse
6. Diskussion
6.1 Inhaltliche Diskussion
6.2 Methodische Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsfacette Verträglichkeit und emotionaler Irritation sowie den Einfluss von Berufserfahrung auf die Irritation bei Arbeitnehmern.
- Zusammenhang zwischen Verträglichkeit und emotionaler Irritation
- Einfluss der Berufserfahrung auf psychische Belastungen
- Anwendung des Big-Five-Persönlichkeitsmodells
- Verwendung der Irritationsskala zur Belastungsanalyse
- Anforderungs-Kontroll-Modell im beruflichen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.2 Irritation
"Irritation ist ein Zustand psychischer Befindensbeeinträchtigung in Folge erlebter Zieldiskrepanz, der sowohl Ruminationen, im Sinne verstärkter Zielerreichungsbemühungen (kognitive Irritation), als auch Gereiztheitsreaktionen im Sinne einer Zielabwehrtendenz (emotionale Irritation) umfasst" (Müller, Mohr, & Rigotti, 2004, S. 213). Als Irritation wird ein Zustand beschrieben, der sich zwischen psychischer Ermüdung und psychischer Erkrankung befindet. Eine psychische Ermüdung liegt vor, wenn der Zustand mit einer Erholungspause abbaubar ist, eine psychische Erkrankung erst, wenn eine Chronifizierung eingetreten ist (Mohr & Rigotti, 2014). Die Irritation ist also mit einer Erholungspause nicht mehr abbaubar, kann aber noch nicht als psychische Erkrankung eingestuft werden. Sie beschreibt, wie Menschen subjektiv kognitive und emotionale Beanspruchung auf der Arbeit erleben.
Diese Fehlbeanspruchung wird durch eine fehlende Balance zwischen der Belastung am Arbeitsplatz und den persönlich zur Verfügung stehenden Ressourcen hervorgerufen (Michel, Sonntag, & Noefer, 2014,). Die Irritation kann kognitiv und emotional auftreten. Kognitive Irritation wird als „nicht abschalten können von der Arbeit“ beschrieben, emotionale Irritation zeigt sich durch agitierte Gereiztheitsreaktionen (Mohr, Rigotti, & Müller, 2005). Durch kognitive Irritation können Handlungsmuster nicht mehr erfolgreich oder nur unter erhöhter Selbstkontrolle beendet werden, was als Vorstufe einer „erlernten Hilflosigkeit“ eingestuft werden kann, da wiederholte Leistungsdefizite in generalisierten Erwartungsdefiziten resultieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Zusammenfassung der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Persönlichkeit und Irritation sowie des methodischen Vorgehens.
2. Einleitung: Hinführung zum Thema und Einordnung der Arbeit in einen übergeordneten Themenschwerpunkt zu digitaler Kompetenz und Arbeitsbelastung.
3. Theoretische Grundlagen: Definition der Konstrukte Persönlichkeit und Irritation sowie Darstellung des Anforderungs-Kontroll-Modells und der Hypothesen.
4. Methode: Beschreibung der Stichprobenerhebung, des Versuchsdesigns und der eingesetzten Messinstrumente BFI-10 und Irritationsskala.
5. Ergebnisse: Darstellung der statistischen Auswertung und Prüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelationsanalyse und t-Test.
6. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Fachliteratur sowie kritische Reflexion des methodischen Vorgehens.
Schlüsselwörter
Persönlichkeit, Irritation, Verträglichkeit, Berufserfahrung, Big-Five-Modell, emotionale Irritation, psychische Belastung, Stressmodell, Anforderungs-Kontroll-Modell, Coping-Strategie, BFI-10, Arbeitspsychologie, quantitative Untersuchung, Querschnittstudie, Arbeitsplatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit eines Menschen, konkret der Facette Verträglichkeit, und dem Auftreten von emotionaler Irritation im Arbeitskontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Gebieten der Persönlichkeitspsychologie, der Stressforschung und der betrieblichen Gesundheitsanalyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob geringe Verträglichkeit zu höherer emotionaler Irritation führt und welchen Einfluss die Dauer der Berufserfahrung auf dieses Empfinden hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein quantitatives Querschnitt-Design gewählt, bei dem Daten mittels Online-Fragebogen erhoben und statistisch mittels Korrelationsanalyse und Mittelwertvergleichen (t-Test) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu den Big-Five, Irritation und Arbeitsbelastungsmodellen sowie einen empirischen Teil mit Beschreibung der Stichprobe, der Messinstrumente und der Analyseergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Persönlichkeit, Verträglichkeit, emotionale Irritation, Berufserfahrung und Anforderungs-Kontroll-Modell.
Warum wurde der BFI-10 als Messinstrument gewählt?
Der BFI-10 wurde gewählt, da er eine kompakte und valide Kurzversion des Big-Five-Modells darstellt, die den Rahmen einer Seminararbeit nicht sprengt und dennoch eine gute Konstruktabdeckung bietet.
Welches Ergebnis erbrachte die Überprüfung der Hypothesen zur Berufserfahrung?
Die Hypothese, dass weniger Berufserfahrung zu höherer emotionaler Irritation führt, konnte nicht signifikant bestätigt werden.
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- Katharina Bösch (Author), 2020, Der Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Irritation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030553