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Visuelle Gewaltdarstellung in Fernsehen und Videospielen. Wird dadurch die Gewaltbereitschaft Heranwachsender gesteigert?

Titel: Visuelle Gewaltdarstellung in Fernsehen und Videospielen. Wird dadurch die Gewaltbereitschaft Heranwachsender gesteigert?

Bachelorarbeit , 2020 , 64 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Medien sind zu einem festen Bestandteil im Leben vieler Heranwachsender geworden und der Konsum von Fernsehen und Videospielen ist für viele nicht mehr wegzudenken. Doch im Rahmen der Nutzung beider Medien, ist die Konfrontation mit Gewaltdarstellungen nicht auszuschließen und von einigen Rezipient*innen auch erwünscht. Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, ob durch Gewaltdarstellungen im Fernsehen und in Videospielen die Gewaltbereitschaft Heranwachsender gesteigert wird. Die Effekte, welche Mediengewalt bei den Heranwachsenden auslöst, sollen ergründet werden.

Um die Forschungsfrage zu beantworten, ist eine Befragung mittels Fragebogen im Papierformat an einer Gesamtschule durchgeführt worden. Die Befragung richtete sich an heranwachsende Versuchspersonen zwischen 13 und 17 Jahren. Die Versuchspersonen wurden in ihren Klassenverbänden in gewohntem Umfeld befragt und im Vorhinein über die Durchführung der Studie aufgeklärt. Die Auswertung der Studie hat ergeben, dass Jungen und Mädchen Gewaltdarstellungen in den Medien unterschiedlich wahrnehmen. Eine allgemeine gesteigerte Gewaltbereitschaft nach dem Konsum von gewalthaltigen Medien wurde nicht festgestellt. In Bezug auf andere Menschen hält jedoch ein Großteil der Versuchspersonen eine gesteigerte Gewaltbereitschaft, vor allem durch den Konsum von Videospielen, für möglich. Für die sich daraus ergebende Problematik der gesteigerten Gewaltbereitschaft wurden im Anschluss an die Befragung Ansätze zur Prävention negativer Auswirkungen von Mediengewalt auf Heranwachsende herausgearbeitet.

Weiterführende Forschungen könnten sich auf Gewaltdarstellungen im Internet und deren Wirkung auf Heranwachsende beziehen, da die Nutzung des Internets für viele Heranwachsende einen festen Bestandteil ihres Medienkonsums darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GEWALTDARSTELLUNGEN IN VISUELLEN MEDIEN

2.1 BEGRIFFSDEFINITION VON „GEWALT“ UND „AGGRESSION“

2.2 CHARAKTERISTIKEN VISUELLER GEWALTDARSTELLUNG – DIGITALE SPIELE UND FERNSEHEN IM VERGLEICH

2.3 DIE NUTZUNGSMOTIVE FÜR GEWALTDARSTELLUNGEN

2.3.1 Auf Seite der Rezipient*innen

2.3.2 Auf Seite der Medienunternehmen

2.4 EIN ÜBERBLICK ÜBER WIRKUNGSTHEORIEN DER MEDIEN-UND-GEWALT-FORSCHUNG

2.4.1 Die Katharsis-These

2.4.2 Die Habitualisierungsthese

2.4.3 Die sozial-kognitive Lerntheorie

2.4.4 Die Extinction-Transfer-Theorie

2.4.5 Die Stimulationsthese

2.4.6 Das General Aggression Model

2.4.7 Auswirkungen auf prosoziales Verhalten

3 BESONDERHEITEN BEI DER REZEPTION VON GEWALTHALTIGEN MEDIENINHALTEN BEI HERANWACHSENDEN

3.1 DIE WAHRNEHMUNG VON (MEDIEN-)GEWALT DURCH HERANWACHSENDE

3.2 GEWALT-UND-MEDIEN-SPIRALE

4 JUGENDGEWALT ALS GESELLSCHAFTLICHES PROBLEM

4.1 DIE POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK

4.2 STRAFFÄLLIGKEIT DURCH MEDIEN? WARUM HERANWACHSENDE ZU TÄTER*INNEN WERDEN

3.4 SCHOOL-SHOOTINGS ALS BEISPIEL FÜR JUGENDGEWALT

5 ANSÄTZE ZUR PRÄVENTION NEGATIVER AUSWIRKUNGEN VON MEDIENGEWALT AUF HERANWACHSENDE

5.1 SCHULISCHE MAßNAHMEN

5.2 ERZIEHUNGSBERECHTIGTE

5.4 MEDIENUNTERNEHMEN

6 HINFÜHRUNG ZUM EMPIRISCHEN ARBEITSTEIL

6.1 ZUSAMMENFASSUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE

6.2 HYPOTHESEN

7 QUANTITATIVE VERSUS QUALITATIVE FORSCHUNG

7.1 QUANTITATIVE FORSCHUNG

7.2 QUALITATIVE FORSCHUNG

7.3 AUSWAHL DER METHODE

8 METHODOLOGISCHE GRUNDLAGEN

8.1 AUSWERTUNG DER BEFRAGUNG

8.2 FORM DER BEFRAGUNG

8.3 FORMULIERUNG DES FRAGEBOGENS

9 BEFRAGUNG ZUR WIRKUNG VON MEDIALEN GEWALTDARSTELLUNGEN AUF HERANWACHSENDE

9.1 ABLAUF DER BEFRAGUNG

9.2 DIE PROBAND*INNEN

9.3 ANTWORTKATEGORIEN

10 DARSTELLUNG UND AUSWERTUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE

10.1 AUSWERTUNG DES FRAGEBOGENS

10.2 UNTERSCHIEDE ZWISCHEN MÄNNLICHEN UND WEIBLICHEN TEILNEHMER*INNEN

11 DISKUSSION

11.1 ERGEBNISDISKUSSION

11.2 HERAUSFORDERUNG FRAGEBOGEN

11.2.1 Bewertung der Studie

11.2.2 Anknüpfungspunkte für weitere Forschung

12 MAßNAHMEN ZUR GEWALTPRÄVENTION BEI HERANWACHSENDEN

13 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob die Konfrontation mit visueller Gewalt in Fernsehen und Videospielen die Gewaltbereitschaft bei Heranwachsenden im Alter von 13 bis 17 Jahren steigert. Die Forschungsfrage hinterfragt, ob durch den Medienkonsum eine erhöhte Neigung zu realem aggressivem Verhalten resultiert.

  • Wirkungstheorien der Medien-und-Gewalt-Forschung
  • Empirische quantitative Befragung von Jugendlichen
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Mediennutzung und Wahrnehmung
  • Rolle von Erziehungsberechtigten und schulische Präventionsansätze
  • Problematik der Gewalt-und-Medien-Spirale

Auszug aus dem Buch

2.2 Charakteristiken visueller Gewaltdarstellung — digitale Spiele und Fernsehen im Vergleich

In einer Welt des medialen Fortschritts sind Videospiele bei Heranwachsenden und Erwachsenen ein gleichermaßen beliebtes Medium. Laut Zukowski (2017) kann davon ausgegangen werden, dass Kinder heute bereits ab dem Alter von zehn Jahren mit Internetpornographie und gewalthaltigen Videospielen in Kontakt kommen. Computerspiele sind dabei für Heranwachsende, wie auch viele Erwachsene, zum Bestandteil ihres Alltags geworden. (vgl. Zukowski 2017: 260)

Kunczik und Zipfel (2006) vergleichen „Fernsehen“ und „Computerspiele“ und stellen dabei einige charakteristische Merkmale heraus. Demnach agieren die Zuschauer*innen des Fernsehprogramms passiv. Das heißt, während des Ansehens des Fernsehprogramms, ist auch die Beschäftigung mit anderen Dingen möglich. Spieler*innen eines Computer- bzw. Videospiels üben jedoch eine aktive Rolle aus, wodurch ihre Aufmerksamkeit ständig auf das Spiel gerichtet ist. Sie sind somit in die Handlungen des Spiels involviert und ihre Aufmerksamkeitsspanne ist durch eben diese Aktivität bei Computerspielen (wie auch Videospielen) höher. (vgl. Kunczik/Zipfel 2006: 295f) Zudem werden in Computerspielen bestimmte Verhaltensweisen durch Wiederholung trainiert. Kunczik und Zipfel (2006) verdeutlichen dies wie folgt:

„Ganze Sequenzen eines Tötungsaktes können in einzelnen Schritten detailliert und wiederholt nachvollzogen werden (z.B. Waffe und Munition besorgen, Waffe laden, Opfer stellen, zielen, Abzug betätigen usw.)“ (ebd.).

Dieses Trainieren von bestimmten Verhaltensweisen, wie beispielsweise Spielstrategien oder Tastenfolgen, ist essentiell für den Spielerfolg. Durch eine bessere Beherrschung des Spiels durch die Spieler*innen, verläuft es flüssiger. Auch der Belohnungsaspekt ist laut Kunczik und Zipfel (2006) ein nennenswerter Punkt. In vielen Computerspielen stellt Gewaltausübung das Hauptziel des Spiels dar und ist daher „[…] ausschließlich mit positiven Effekten verbunden“ (Kunczik u. Zipfel 2006: 296). Beim Ausüben von Gewalt im Spiel erfolgt eine direkte Belohnung der Spieler*innen, beispielsweise durch Punkte, Sound-Effekte oder den Zugang zu einem höheren Level. Bei Gewalthandlungen im Fernsehen wird dagegen nur das Verhalten der Schauspieler*innen belohnt. Somit findet eine stellvertretende Belohnung statt. (vgl. ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Mediengewalt und Darlegung der zentralen Forschungsfrage und Zielsetzung.

2 GEWALTDARSTELLUNGEN IN VISUELLEN MEDIEN: Theoretische Fundierung durch Definition von Gewaltbegriffen, Medienvergleich und Vorstellung wissenschaftlicher Wirkungstheorien.

3 BESONDERHEITEN BEI DER REZEPTION VON GEWALTHALTIGEN MEDIENINHALTEN BEI HERANWACHSENDEN: Analyse der spezifischen Wahrnehmungsmuster von Heranwachsenden und des Konzepts der Gewalt-und-Medien-Spirale.

4 JUGENDGEWALT ALS GESELLSCHAFTLICHES PROBLEM: Untersuchung von Jugendgewalt mittels Kriminalstatistik und Ursachenanalyse inklusive der Thematik von School-Shootings.

5 ANSÄTZE ZUR PRÄVENTION NEGATIVER AUSWIRKUNGEN VON MEDIENGEWALT AUF HERANWACHSENDE: Erörterung von Präventionsstrategien in Schule und Elternhaus sowie der Verantwortung von Medienunternehmen.

6 HINFÜHRUNG ZUM EMPIRISCHEN ARBEITSTEIL: Synthese der Forschungsergebnisse aus der Literaturanalyse und Formulierung der aufgestellten Hypothesen.

7 QUANTITATIVE VERSUS QUALITATIVE FORSCHUNG: Methodologische Einordnung und Begründung der Wahl des quantitativen Forschungsdesigns.

8 METHODOLOGISCHE GRUNDLAGEN: Beschreibung der Auswertungsmethodik, der Befragungsform und der konkreten Konstruktion des Fragebogens.

9 BEFRAGUNG ZUR WIRKUNG VON MEDIALEN GEWALTDARSTELLUNGEN AUF HERANWACHSENDE: Detaillierte Darstellung des Ablaufs der Befragung und der Zielgruppe.

10 DARSTELLUNG UND AUSWERTUNG DER FORSCHUNGSERGEBNISSE: Präsentation der statistischen Ergebnisse der quantitativen Umfrage und Analyse geschlechtsspezifischer Unterschiede.

11 DISKUSSION: Interpretation der gewonnenen Daten im Kontext der aufgestellten Thesen sowie Bewertung der gewählten Forschungsmethode.

12 MAßNAHMEN ZUR GEWALTPRÄVENTION BEI HERANWACHSENDEN: Zusammenfassende Handlungsempfehlungen zur Abmilderung der Wirkungen von Mediengewalt.

13 FAZIT: Abschließende Zusammenfassung der Arbeit und Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Mediengewalt, Fernsehen, Videospiele, Medienwirkung, Heranwachsende, Jugendgewalt, Aggressivität, Sozial-kognitive Lerntheorie, Habitualisierung, Prävention, Medienkompetenz, quantitative Sozialforschung, Fragebogen, Wahrnehmung, Nachahmungseffekt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Nutzung visueller gewalthaltiger Medien (Fernsehen und Videospiele) und einer potenziellen Steigerung der Gewaltbereitschaft bei Heranwachsenden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit thematisiert Medientheorien, die Besonderheiten der Gewaltwahrnehmung bei Jugendlichen, das gesellschaftliche Problem der Jugendgewalt sowie Ansätze zur Prävention und Medienerziehung.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, durch eine empirische Untersuchung zu ergründen, ob Medienkonsum bei Heranwachsenden eine Aggressivitätssteigerung bewirkt und wie diese Erkenntnisse in präventive Maßnahmen überführt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin wählt eine quantitative Methode in Form eines anonymen Fragebogens, der an einer Gesamtschule an 240 Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren durchgeführt wurde.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der Wirkungstheorien wie die Katharsis-These oder das General Aggression Model erläutert, und einen empirischen Teil, der die Auswertung der Fragebögen und geschlechtsspezifische Unterschiede detailliert darlegt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mediengewalt, Medienwirkung, Heranwachsende, Jugendgewalt, Prävention und Medienkompetenz definieren.

Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Differenzierung in den Ergebnissen?

Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen stärker auf Mediengewalt reagieren und öfter darüber nachdenken, während Jungen zwar intensiver Videospiele nutzen, aber in der Selbstwahrnehmung weniger Aggressionssteigerung angeben.

Was ist die zentrale Erkenntnis zur Gewalt-und-Medien-Spirale?

Die Arbeit zeigt, dass aggressives Verhalten zu schlechteren Sozialkontakten führen kann, was wiederum die Hinwendung zu gewalthaltigen Medien verstärkt – ein Muster, das laut der Autorin nur durch Einwirkung von außen, etwa durch Lehrer oder Eltern, durchbrochen werden kann.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des schulischen Umfelds?

Die Autorin empfiehlt eine stärkere Verankerung von Medienkompetenz im Lehrplan und den Einsatz von Sozialtrainings, da Schulen ein zentraler Ort der Orientierung für Jugendliche sind.

Wie steht die Autorin zum Verbot von Mediengewalt?

Sie warnt davor, dass strenge Verbote bei älteren Jugendlichen kontraproduktiv sein können, da sie die Inhalte interessanter machen; stattdessen plädiert sie für Aufklärung und einen kritischen Umgang mit den Inhalten.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Visuelle Gewaltdarstellung in Fernsehen und Videospielen. Wird dadurch die Gewaltbereitschaft Heranwachsender gesteigert?
Hochschule
Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
64
Katalognummer
V1033193
ISBN (eBook)
9783346441911
ISBN (Buch)
9783346441928
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien Gewaltdarstellung Heranwachsende Medienwirkung Gewaltbereitschaft Videospiele Computerspiele Studie Bachelorarbeit Medientheorien Gewaltwirkung Entwicklung Kinder Jugendliche Journalismus Kommunikationswissenschaften Medienwissenschaften Köln HMKW visuelle Gewaltdarstellung Lerntheorie sozial kognitiv Habitualisierungsthese Medien Thesen Thema
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Visuelle Gewaltdarstellung in Fernsehen und Videospielen. Wird dadurch die Gewaltbereitschaft Heranwachsender gesteigert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033193
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  64  Seiten
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