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Huntingtons These vom Kampf der Kulturen am Beispiel Pakistans

Title: Huntingtons These vom Kampf der Kulturen am Beispiel Pakistans

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 26 Pages , Grade: 3

Autor:in: Felix Göpel (Author)

Politics - Region: South Asia
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Die Zeitschrift „Foreign Affairs“ veröffentlichte 1993 einen Artikel des Politologen Samuel P. Huntington mit dem Titel „The Clash of Civilization“. Huntington präsentiert mit seinem Aufsatz ein neues Weltmodell und stellt die Hypothese auf, daß mit der neuen Weltordnung nach dem Kalten Krieg anstelle von Konflikten zwischen Nationalstaaten oder Ideologien vor allem Auseinandersetzungen zwischen „Zivilisationen“ treten werden. Mit seinem Beitrag, den er später in einem Buch konkretisierte, sorgte Huntington weltweit für Aufsehen. Dabei waren die Kritiker Huntingtons bei weitem in der Mehrheit, es ging den wenigsten darum, Huntingtons Gedankenmodell fortzuführen sondern vor allem wurden Gegenargumente aufgelistet, um seine Theorie zu widerlegen. Das Erstaunliche ist: Trotz der zahlreichen logischen Lücken in Huntingtons Werk verschwand es bis heute nicht aus dem wissenschaftlichen und halbwissenschaftlichen Diskurs sondern wird immer wieder zum Anlaß genommen, sich dem Thema der neuen Weltordnung zu nähern,. Es scheint, als hätte Huntington mit seinem prognostizierten Kampf der Kulturen ein theoretisches Vakuum gefüllt, das mit dem Ende des Kalten Krieges entstand. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus und der technischen Entwicklung der letzten Dekade haben die weltweiten Veränderungen eine Geschwindigkeit erreicht, der eine erklärende Theorie bis heute nicht gewachsen ist. Huntingtons Modell vom „Clash of Civilisation“ bietet eine willkommende Möglichkeit, sich zumindest nach dem Ausschlußverfahren einer Abbildung von Wirklichkeit und Entwicklung zu nähern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Globale Ebene Die Thesen Huntingtons zur Globalisierung

3. Nationale Ebene Untersuchung am Fall Pakistan: Wie homogen ist der Islam?

3.1 Die Diskrepanz zwischen Ideal und Wirklichkeit

3.1.1 Das homogene Ideal

3.1.2 Die heterogene Wirklichkeit

3.2 Historische Gründe für die Diskrepanz

3.2.1 Nach der Staatsgründung

3.2.2 Die Ära Zulfikar-ul Haq

3.2.3 Demokratie und Militärherrschaft Musharraf

3.3 Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Moslems

3.3.1 Die Ahmadis

3.3.2 Sunniten versus Schiiten

3.3.3 Karachi

4. Globale Ebene: Ableitungen zur Globalisierung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht anhand der Situation in Pakistan, ob die von Samuel P. Huntington postulierte These eines homogenen „Kampfes der Kulturen“ – speziell im Hinblick auf den Islam – in der Realität Bestand hat. Ziel ist es, durch die Analyse nationaler Konfliktlinien eigene Schlussfolgerungen über die Auswirkungen der Globalisierung und die Stabilität islamischer Identitätsmodelle zu ziehen.

  • Überprüfung von Huntingtons „Clash of Civilizations“ am Fallbeispiel Pakistan.
  • Analyse der Heterogenität innerhalb der pakistanischen Gesellschaft und des Islams.
  • Untersuchung historischer und politischer Einflussfaktoren wie Militärherrschaft und Staatsbildung.
  • Beleuchtung religiös und politisch motivierter Gewaltkonflikte (Ahmadis, Sunniten vs. Schiiten).
  • Kritische Würdigung der Globalisierung als treibende Kraft für Fragmentierung statt Blockbildung.

Auszug aus dem Buch

Die heterogene Wirklichkeit

Die religöse, theoretische Grundlage für einen einheitlichen Islam, der staatenübergreifend kooperiert und sich damit von anderen Ländern beziehungsweise Blöcken isoliert, besteht also in der Tat. Allerdings unterscheidet sich die Situation in Pakistan von dem Ideal des harmonischen Zusammenlebens aller Muslime. Seit der Staatsgründung herrschte in Pakistan ein bis heute nicht überwundener Gegensatz zwischen islamischen und islamistischen Kräften. Die Ideologie des Islamismus – bekannter unter der Bezeichnung „islamischer Fundamentalismus“ – wird häufig als rückwärts gerichtete Utopie bezeichnet. Das Ziel einer idealisierten Ordnung, das Grundlage von Huntingtons These des einheitlichen Islam ist, streben die Vertreter islamistischer Positionen als Ziel für die Zukunft an. Die Vertreter des islamischen Wegs versuchen im Gegensatz zu den islamistischen das geistige und gesellschaftliche Leben stärker aus den religiösen Bindungen herauszulösen. Der Begriff „Säkularisation“ trifft auf auf die islamischen Kräfte aber nur bedingt zu, da es nur um eine stärkere und nicht um eine völlige Trennung von Religion und Staat geht (Müller 1999, S. 36f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in die Thematik und Einordnung von Huntingtons Modell in den wissenschaftlichen Diskurs nach dem Kalten Krieg.

2. Globale Ebene Die Thesen Huntingtons zur Globalisierung: Darstellung der Kernpunkte von Huntingtons „Clash of Civilizations“ sowie der von ihm identifizierten Konfliktfaktoren.

3. Nationale Ebene Untersuchung am Fall Pakistan: Wie homogen ist der Islam?: Detaillierte Fallstudie zu den innerislamischen Spannungen und den realen politischen Machtverhältnissen in Pakistan.

3.1 Die Diskrepanz zwischen Ideal und Wirklichkeit: Gegenüberstellung des theoretischen Ideals einer islamischen Gemeinschaft mit der sozialen und politischen Heterogenität Pakistans.

3.2 Historische Gründe für die Diskrepanz: Analyse der historischen Entwicklungen, insbesondere unter der Ära Zia-ul Haq und der Militärherrschaft.

3.3 Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Moslems: Untersuchung konkreter Konflikte zwischen verschiedenen muslimischen Gruppierungen sowie der Bedeutung von Wirtschaftsmetropolen wie Karachi.

4. Globale Ebene: Ableitungen zur Globalisierung: Synthese der Ergebnisse, die zu der Schlussfolgerung führt, dass Globalisierung eher zur Fragmentierung als zur Blockbildung nach Huntington führt.

Schlüsselwörter

Pakistan, Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen, Islam, Islamismus, Globalisierung, Identität, Konflikt, Schiiten, Sunniten, Ahmadis, Minderheiten, Militärherrschaft, Fragmentierung, religiöse Solidarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Überprüfung der „Clash of Civilizations“-These von Samuel P. Huntington unter Anwendung auf den Staat Pakistan.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Homogenität des Islams, den Einfluss der Globalisierung auf nationale Identitäten und die Ursachen innerreligiöser Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es festzustellen, ob der Islam als monolithischer Block existiert, wie Huntington prognostiziert, oder ob interne Heterogenitäten und regionale Konflikte dies widerlegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine Fallstudienmethode angewandt, bei der relevante Thesen Huntingtons auf die pakistanische Realität übertragen und historisch sowie politisch geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung Pakistans, das Verhältnis zwischen islamischen und islamistischen Kräften sowie spezifische Konflikte zwischen sunnitischen und schiitischen Gruppen sowie den Ahmadis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen Pakistan, Huntington, Islamismus, Fragmentierung und identitätsstiftende Institutionen.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Globalisierung auf die islamische Welt?

Der Autor argumentiert, dass Globalisierung nicht zur Bildung eines vereinten islamischen Blocks führt, sondern durch Konkurrenz und wirtschaftliche Disparitäten zu einer Fragmentierung und Regionalisierung von Konflikten beiträgt.

Welche Rolle spielt die Ahmadiyya-Gemeinschaft im Kontext dieser Untersuchung?

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft dient als konkretes Fallbeispiel für die gewaltsame Ausgrenzung durch den Staat und zeigt die Diskrepanz zwischen dem Ideal der religiösen Gemeinschaft und der realen politischen Verfolgung auf.

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Details

Title
Huntingtons These vom Kampf der Kulturen am Beispiel Pakistans
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
HS: Globalisierung in Südasien
Grade
3
Author
Felix Göpel (Author)
Publication Year
2001
Pages
26
Catalog Number
V10351
ISBN (eBook)
9783638168007
Language
German
Tags
Pakistan Huntington Islam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Göpel (Author), 2001, Huntingtons These vom Kampf der Kulturen am Beispiel Pakistans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10351
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