Die Hausarbeit beschäftigt sich aus ethnologischer Sicht mit den Entscheidungen über eine Geldanlage. Zu diesem Zweck werden Interviews ausgewertet. In der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Geldanlage, immer neue Anbieter kommen hinzu und das Angebot differenziert sich immer weiter aus. Dabei begegnet man einer großen Anzahl verschiedener Werbefilme und Plakate einzelner Banken. Nicht selten hat man dabei das Gefühl den Überblick zu verlieren und es ist oft schwer die richtige Entscheidung über die, für einen persönlich, passende Geldanlage zu treffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kriterien der Entscheidungsfindung über die Wahl der Geldanlage
2.1. Veränderung der Lebenssituation
2.2. Wechsel des Wohnortes und persönliche(r) Ansprechpartner(in)
2.3. Finanzielle Aspekte
2.4. Serviceleistungen
3. Theoretische Überlegungen
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ausschlaggebenden Faktoren und Kriterien, die den Entscheidungsprozess von Individuen bei der Wahl eines Kreditinstituts und der Gestaltung ihrer Geldanlage beeinflussen. Das Ziel ist es, mittels eines Experteninterviews nachzuvollziehen, wie sich Lebensveränderungen, finanzielle Rahmenbedingungen und Serviceangebote auf das Kundenverhalten auswirken.
- Einfluss von Lebensphasen und Umbrüchen auf Bankentscheidungen
- Bedeutung persönlicher Kontakte und regionaler Verbundenheit
- Analyse finanzieller Aspekte wie Kontoführungsgebühren und Bargeldzugang
- Rolle von Serviceleistungen und digitalen Angeboten
- Theoretische Einordnung der Handlungsrationalität nach James Coleman
Auszug aus dem Buch
2.4 Serviceleistungen
Neben finanziellen Kriterien spielen auch verschiedene Serviceleistungen eine große Rolle. Hierbei gibt es mitunter große Unterschiede im Angebot der einzelnen Banken. Jedem/Jeder Kunden/Kundin sind andere Serviceleistungen wichtig und so hebt auch jede Bank andere Leistungen besonders hervor. Da man auch heutzutage noch nicht ohne Bargeld auskommt, ist es wichtig eine Bank zu wählen, die eine kostenlose Barauszahlung an einem Geldautomaten in der Nähe ermöglicht und bestenfalls auch über ein möglichst Netz an Geldautomaten verfügt, bzw. ein großes Netzwerk von Partnerbanken anbieten kann. Dies war auch für M. G. wichtig:
„Ich hab natürlich drauf geschaut bei welcher Bank es viele Geldautomaten in meiner Nähe gibt. Also bei denen man kostenlos Geld abheben kann. Die haben ja auch untereinander Netzwerke, wo man dann in dem ganzen Netzwerk kostenlos Geld abheben kann. Die comdirect hat zwar keine eigenen Automaten, aber ich kann zum Beispiel auch bei Geldautomaten von der Deutschen Bank und der HypoVereinsbank Geld holen. Da gibt’s direkt bei mir um die Ecke einen Automaten. [...] Die HypoVereinsbank hab ich mir auch angeschaut, aber da wär’s zum Beispiel so, dass man nicht bei anderen Banken abheben kann. Also zumindest bei der Version wo man nichts für das Konto zahlen muss. Und dann hat man ja insgesamt viel weniger Geldautomaten.“
Interview mit MG am 18.02.2020
Neben der Geldauszahlung ist auch die Möglichkeit, Geld einzuzahlen ein Kriterium, das zu berücksichtigen ist:
„Vor dem Studium hab ich ja wie gesagt in einer Gaststätte gearbeitet. [...] Da bekommt man einiges an Trinkgeld und das hab ich jede Woche ehm na ja oder alle 2 Wochen eingezahlt. Das war natürlich total praktisch bei der Sparkasse. Aber jetzt hab ich ja den 450 € Job. [...] Da bin ich im Büro, da bekomme ich nichts mehr bar. Deshalb war es mir auch nicht mehr wichtig ob ich Geld einzahlen kann. Also ich bekomme zum Beispiel an Weihnachten oder zum Geburtstag Geld von meinen Großeltern. [...] Das ist dann ganz praktisch, also weil bei der comdirect ist es so, dass man dreimal im Jahr kostenlos Geld einzahlen kann. Deshalb ist das auch kein Problem wenn man mal eine größere Summe Bargeld hat. [...] Und ansonsten würde das so um die 3 Euro kosten, glaube ich. [...] Aber damals, als ich alle 2 Wochen Geld eingezahlt hab, wäre mir das natürlich zu viel gewesen.“
Interview mit MG am 18.02.2020
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Vielzahl an Geldanlageangeboten ein und stellt das Ziel vor, anhand eines Interviews die Kriterien für eine Bankenwahl zu analysieren.
2. Kriterien der Entscheidungsfindung über die Wahl der Geldanlage: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Bankenwahl, darunter Lebensveränderungen, die Bedeutung persönlicher Ansprechpartner, Kostenstrukturen und spezifische Serviceleistungen.
3. Theoretische Überlegungen: Hier wird das Handeln der Akteure auf Basis der Theorie von James Coleman und dessen Fokus auf zielgerichtetes, rationales Handeln zur Nutzenmaximierung analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse aus dem Interview zusammen und reflektiert über die Relevanz der untersuchten Kriterien für individuelle Finanzentscheidungen.
Schlüsselwörter
Geldanlage, Kreditinstitut, Kontoführungsgebühren, Nutzenmaximierung, Finanzielle Aspekte, Serviceleistungen, Bargeld, Bankenwechsel, Lebenssituation, Kundenverhalten, Online-Banking, James Coleman, rationale Entscheidung, Bankkonto, Finanzberatung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Entscheidungsprozessen von Menschen bei der Auswahl eines Kreditinstituts und der Verwaltung ihrer Geldanlagen in einem komplexen Marktangebot.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen von Lebensumbrüchen, soziale Faktoren wie persönliche Beratung, Kostenaspekte und die Bedeutung von Serviceleistungen wie Geldautomatennetzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche konkreten Kriterien für Menschen bei der Wahl einer Bank entscheidend sind und wie sich diese im Laufe der Zeit oder durch äußere Umstände verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin verwendet eine qualitative Methode in Form eines Experteninterviews, um tiefe Einblicke in die individuelle Entscheidungsfindung einer Person zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Schritt für Schritt die Kriterien für eine Bankenwahl, von der Abhängigkeit der Lebenssituation über soziale Kontakte bis hin zu finanziellen Rahmenbedingungen und praktischen Serviceanforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Geldanlage, Bankkonto, Nutzenmaximierung, Kontoführungsgebühren und Entscheidungsfindung charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Theorie von James Coleman?
Die Theorie von Coleman dient dazu, das Verhalten der Bankkunden als rationale Entscheidung zu deuten, bei der die Akteure ihre Handlungsalternativen wählen, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.
Warum ist das Thema "Veränderung der Lebenssituation" für die Wahl eines Kreditinstituts wichtig?
Lebensumbrüche, wie etwa ein Umzug oder der Beginn eines Studiums, zwingen den Einzelnen dazu, bestehende, oft durch Eltern vorgegebene Bankstrukturen zu hinterfragen und an die neue Lebenslage anzupassen.
Welche Bedeutung haben Bargeldeinzahlungen und -auszahlungen laut dem Interview?
Für den Befragten sind die Verfügbarkeit von Geldautomaten und die Kosten für Bareinzahlungen wesentliche Faktoren, die den Wechsel zu einer anderen Bank, etwa einer Direktbank, stark beeinflussen.
- Citar trabajo
- Sarah Böhm (Autor), 2020, Wie treffen Menschen Entscheidungen über ihre Geldanlage?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1037564