Die Art und Weise, wie wir lesen und schreiben, hat bereits begonnen, sich merklich zu verändern und wird sich mit fortschreitender Zeit noch weiter intensivieren. Damit Schüler und Schülerinnen auch in Zukunft einen kompetenten Deutschunterricht erfahren können, sollten Überlegungen gemacht bzw. erörtert werden, inwieweit die Digitalisierung unseren Lese- und Schreibprozess beeinflusst und verändert sowie die daraus resultierenden Konsequenzen beziehungsweise Folgen dieses Wandels zu identifizieren.
Inhaltsverzeichnis
Hinführung
1.0 Hinführung
1.1 Definitorische Hinführung
1.2 Geschichtliche Hinführung
2.0 Segen oder Fluch?
Die Kulturtechnik des Schreibens im Wandel
3.0 Die Kulturtechnik des Schreibens im Wandel
3.1 Die Automatisierung des Schreibens
3.2 Das multimediale Schreiben
3.3 Das kooperative Schreiben
3.4 Handschrift versus Tastatur
Die Kulturtechnik des Lesens im Wandel
4.0 Die Kulturtechnik des Lesens im Wandel
4.1 Die Automatisierung des Lesens
4.2 Das multimediale Lesen
4.3 Social Reading
4.4 Buch versus E-Book
5. Conclusio
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Wandel der grundlegenden Kulturtechniken Lesen und Schreiben im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung. Ziel ist es, die Auswirkungen digitaler Medien auf diese Fertigkeiten zu analysieren, Chancen und Risiken kritisch zu hinterfragen und die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Medienbildung im schulischen Kontext zu eruieren.
- Automatisierungsprozesse beim Schreiben und Lesen
- Multimodalität und non-lineare Rezeptionsformen
- Soziale Dimensionen des digitalen Lesens und Schreibens (Social Reading/Writing)
- Konfliktfeld zwischen traditioneller Handschrift und digitaler Tastatur
- Pädagogische Implikationen für einen kompetenten Medienumgang
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Automatisierung des Schreibens
Die Automatisierung des Schreibens findet bereits seit nicht wenigen Jahren gerade mit Hilfe von Textverarbeitungsprogrammen statt. "Die elektronische Textverarbeitung stellt einen Quantensprung in der Kulturtechnik des Schreibens dar, weil [...] schreibmaschinenbasierte Schreibprozesse nicht mehr linear-sukzessiven Rahmenbedingungen unterworfen [sind]." So kann ein bereits geschriebener Text nachträglich an beliebig gewünschter Stelle erweitert oder verändert werden. Automatisierte Nummerierungen sind Gang und Gäbe, die Autokorrektur ist schon beinahe eine zementierte Voreinstellung und nach Bedarf ist es möglich gar ganze Arbeitsvorgänge vorgefertigt zu übernehmen bzw. selbstständig ohne jegliches Zutun erstellen zu lassen wie beispielsweise die Anlegung eines Inhaltsverzeichnisses, Registers und Abbildungslisten.
Desweiteren ist es bereits möglich multilinguale Texte zu verfassen, indem ohne jegliche Sprachkenntnisse das zu Übersetzende einfach in eine Übersetzungssoftware gegeben wird. Aktuell gerade auf grammatikalischer Ebene noch ausbaufähig, aber auch dies wird sich in absehbarer Zeit noch deutlich verbessern. Sollte es dennoch einmal zu Fehlern kommen greift das Schreibprogramm sprachlich normierend dadurch ein, dass es dem Schreibenden Vorschläge bezüglich Rechtschreibung, Grammatik und Stil vor Augen hält. Stiltechnisch gibt es Firmen die diverse Programme anbieten mit welchen gewährleistet werden soll, dass der verfasste Text auch den angestrebten Stil einhält. Beispielsweise ist es mit dem Gendering Add-In für Word möglich kontrollieren zu lassen, ob eine Einhaltung zu geschlechtergerechter Sprache im Text vorliegt. Nachdem diese fast schon zur Normalität gewordenen schreibunterstützenden Programme ins Bewusstsein gerufen worden kann festgestellt werden, dass das digitale Schreiben nicht mehr einzig allein vom Initiator des Textes ausgeht, sondern - vom Computer - mitgestaltet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Hinführung: Diese Einleitung erläutert den gesellschaftlichen Wandel zur Informationsgesellschaft und die damit verbundene Notwendigkeit, Lese- und Schreibprozesse im digitalen Zeitalter neu zu bewerten.
Segen oder Fluch?: Dieses Kapitel reflektiert die technologische Einflussnahme auf die Kulturtechniken und hinterfragt, ob die neuen digitalen Medien eine Bereicherung oder eine Gefährdung traditioneller Kompetenzen darstellen.
Die Kulturtechnik des Schreibens im Wandel: Hier werden zentrale Strömungen wie die Automatisierung, das multimediale Schreiben, kollaborative Schreibformen und der Wandel von der Handschrift zur Tastatur detailliert analysiert.
Die Kulturtechnik des Lesens im Wandel: Das Kapitel behandelt die Auswirkungen digitaler Medien auf das Lesen, inklusive automatisierter Lesehilfen, das non-lineare multimediale Lesen, Social Reading und den Vergleich zwischen Buch und E-Book.
Conclusio: Die abschließende Betrachtung betont die Notwendigkeit einer fundierten Medienbildung, um die Potenziale der Digitalisierung kompetent zu nutzen und mediale Ängste abzubauen.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Kulturtechnik, Schreiben, Lesen, Automatisierung, Multimodalität, Social Reading, Medienbildung, Handschrift, Tastatur, Hypertext, Medienkompetenz, Informationsgesellschaft, Schreibprozess, Leseprozess.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Kulturtechniken Lesen und Schreiben unter dem Einfluss der fortschreitenden Digitalisierung und deren Bedeutung für das Fach Deutsch sowie die Bildungsgesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Es werden drei Hauptströme identifiziert: die Automatisierung, die Multimodalität und die Sozialität des Lese- und Schreibprozesses, ergänzt durch die Debatte um die Zukunft der Handschrift und des gedruckten Buches.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den digitalen Wandel zu analysieren und aufzuzeigen, wie Schüler und Studenten zu einem kompetenten Umgang mit digitalen Hilfsmitteln befähigt werden können, um den Wandel konstruktiv zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse fachdidaktischer Literatur, Studien und medientheoretischer Diskurse, um den aktuellen Stand des Wandels fundiert darzulegen.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Entwicklungen beim Schreiben (z.B. Automatisierung, Kollaboration) und Lesen (z.B. Scannen, Social Reading) und deren Auswirkungen auf die Qualität des Textverständnisses.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Digitalisierung, Medienkompetenz, Automatisierung, Multimodalität, Social Reading sowie der Wandel von traditionellen Schreib- und Lesepraktiken.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Computers beim Schreiben?
Der Computer wird als Werkzeug betrachtet, das den Schreibprozess nicht nur unterstützt, sondern aktiv mitgestaltet, was eine neue Form der Medienkompetenz vom Nutzer erfordert, um nicht blind zu vertrauen.
Warum wird Social Reading als eine Form der Leserevolution bezeichnet?
Es wird als solche bezeichnet, weil es das solitäre, einsame Lesen aufbricht und durch Vernetzung, Interaktion und den öffentlichen Austausch über Texte eine neue Dimension der Rezeption eröffnet.
Welche Rolle spielt die Handschrift laut der Arbeit?
Die Handschrift wird trotz des Trends zur Tastatur als unverzichtbare Kulturtechnik gewürdigt, die eng mit Denkprozessen und der Sprachentwicklung verknüpft ist, weshalb sie als "unscheinbarer Begleiter" erhalten bleiben sollte.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2016, Die Kulturtechniken Lesen und Schreiben im digitalen Zeitalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040328