Vielen Schüler und Schülerinnen (SuS) ist vermutlich der Festrhythmus des Jahres unbekannt, nicht jedoch einzelne Feste. SuS in einer konfessionell gemischten Lerngruppe werden vor die Herausforderung gestellt, Feste trotz Unterschiedlichkeiten miteinander feiern zu können. Das Weihnachts- und Osterfest sollte nach der Grundschule allen Lernenden bekannt sein, weswegen sich die in der vorliegenden Hausarbeit dargestellte Anforderungssituation speziell mit dem Weihnachtsfest beschäftigt.
Es soll hierbei das konfessionell Gemeinsame verdeutlicht werden, aber auch die Unterscheidungen. In didaktisch-theoretischer Hinsicht kommt an dieser Stelle der ökumenische Charakter der Unterrichtsthematik zu Vorschein und das konfessionell Fremde wird betrachtet. Durch die performative Gestaltung der Anforderungssituation soll die Festkultur erlebbarer und spürbarer werden. Sie wird von den SuS mithilfe kooperativen Lernens, speziell der mehrstufigen Lernspirale, erarbeitet.
Im Folgenden wird die Anforderungssituation expliziert und auf Grundlage der entwicklungs-psychologischen Voraussetzungen, auch Elementarisierung genannt, durchgeführt und analysiert. Für die Schritte der Elementarisierung wurde auf die Handreichung in Friedrich Schweitzers Monographie „Interreligiöse Bildung - Religiöse Vielfalt als religionspädagogische Herausforderung und Chance“ zurückgegriffen.
Anschließend erfolgt die Bezugnahme der Lernaufgabe zu den Bildungsstandards und Inhaltsfeldern des hessischen Kerncurriculum. Die kompetenzorientierte Operationalisierung und Einordnung in die Unterrichtseinheit werden darauf bezogen erläutert.
Bibelwissenschaftlich wurde mit der revidierten Lutherbibel aus dem Jahr 2017 gearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kompetenzorientierte Anforderungssituation
2.1. Aufgabenstellung
3. Analyse der entwicklungspsychologischen Voraussetzungen
3.1. Elementare Zugänge:
3.2. Weihnachten als soziokulturelles und religiöses Symbol
3.3. Elementare Erfahrungen:
Das Weihnachtsfest im Alltag von Kindern und Jugendlichen
3.4. Elementare Strukturen/Sachanalyse:
Weihnachten aus christlicher, islamischer und jüdischer Sicht
3.5. Elementare Lernformen
3.6. Elementare Wahrheiten: Was bedeutet Weihnachten
für mich und uns?
4. Beschreibung der Unterrichtsstunde
5. Unterrichtsverlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Weihnachtsfest als kompetenzorientierte Anforderungssituation im Religionsunterricht der Sekundarstufe zu erschließen. Dabei wird untersucht, wie durch das Konzept der Elementarisierung ein interreligiöses Lernen ermöglicht werden kann, das die verschiedenen religiösen und soziokulturellen Hintergründe der Lernenden integriert.
- Kompetenzorientierung im Religionsunterricht
- Konzept der Elementarisierung
- Interreligiöse Perspektiven auf Weihnachten
- Entwicklungspsychologische Voraussetzungen
- Didaktische Gestaltung von Unterrichtseinheiten
Auszug aus dem Buch
Weihnachten als soziokulturelles und religiöses Symbol
Es unterliegt der menschlichen Entwicklung ein Verständnis für die Bedeutung von Festen zu gewinnen. Im Kleinkindalter wird uns von unseren Eltern erzählt, an Weihnachten brächten das Christkind oder Weihnachtsmann die vielen Geschenke auf einem Schlitten mit davor gespannten Rentieren vorbei, nachdem sie vorher in einer Werkstatt hergestellt wurden. Wir schreiben Wunschzettel, die wir am Abend des ersten Advents vor die Tür hängen und backen gemeinsam mit den Großeltern, Freunden oder der Familie haufenweise Plätzchen, von denen noch Ende Januar jeder satt wird. Was wirklich hinter dem Weihnachtsfest, hinter einem strahlenden Tannenbaum und einladenden Essen schlummert, wissen die meisten Kinder und Jugendlichen heute kaum noch.
Selten wird die biblische Weihnachts-/Geburtsgeschichte den Kindern vorgelesen, um sie mit der eigentlichen Bedeutung des Fests vertraut zu machen. Dabei ist es doch so, dass während der frühen Entwicklungsphase, bis zur Mittelstufe, das Hören und Lesen von Geschichten spannend und aufregend ist. Die Kinder schwelgen in ihren Fantasien und frage noch nicht nach den Hintergründen oder nach der historischen Belegbarkeit. Sie lassen sich von den Geschichten gefangen nehmen und erwerben ein Bild, von dem Erwachsene nur noch träumen können. Das Weihnachten ein religiöses Symbol darstellt können sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht filtern, doch dass die Geburt Jesus Christus am Weihnachtsabend dem 25. Dezember geschah, geht aus den Geschichten klar hervor, weswegen die Verknüpfung früh geschaffen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Weihnachtsfestes im Kirchenjahr ein und erläutert die didaktische Notwendigkeit, dieses Thema konfessionsübergreifend zu bearbeiten.
2. Kompetenzorientierte Anforderungssituation: Dieses Kapitel erläutert die Konstruktion der Lernaufgabe gemäß fachdidaktischer Kriterien und zeigt auf, wie durch offene Aufgabenformate unterschiedliche Niveaustufen bedient werden.
3. Analyse der entwicklungspsychologischen Voraussetzungen: Hier werden die kognitiven und soziokulturellen Grundlagen für das Verständnis von Weihnachtstraditionen beleuchtet, einschließlich der Sichtweisen von Christentum, Islam und Judentum.
4. Beschreibung der Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Überlegungen mit der konkreten Unterrichtsplanung und ordnet diese in das hessische Kerncurriculum ein.
5. Unterrichtsverlaufsplan: Der Verlaufsplan gliedert die Unterrichtseinheit in konkrete Phasen und definiert die jeweils eingesetzten Sozialformen sowie Medien.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Weihnachten, Elementarisierung, interreligiöses Lernen, Kompetenzorientierung, Mindmapping, Kirchenjahr, Christentum, Islam, Judentum, soziokulturelle Symbole, Unterrichtsentwurf, Sekundarstufe, Religionspädagogik, Schüleraktivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die didaktische Aufbereitung des Weihnachtsfestes für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe unter dem Aspekt der Interreligiosität.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die religiöse Bildung, das Konzept der Elementarisierung, die Analyse religiöser Symbole und der Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine Anforderungssituation zu schaffen, die es Schülern ermöglicht, ihre eigenen Erfahrungen und religiösen Hintergründe in einen gemeinsamen Lernprozess einzubringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der didaktischen Analyse und greift dabei auf das Konzept der Elementarisierung nach Friedrich Schweitzer sowie aktuelle bildungspolitische Rahmenpläne zurück.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine entwicklungspsychologische Analyse, eine vergleichende Sachanalyse zu den drei monotheistischen Religionen sowie die konkrete didaktische Planung einer Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Interreligiöses Lernen, Kompetenzorientierung, Weihnachten, Elementarisierung und Unterrichtsgestaltung beschreiben.
Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Weihnachten bei muslimischen oder jüdischen Schülern laut der Autorin?
Die Autorin betont, dass diese Schüler das Fest nicht im christlichen Sinne feiern, aber dennoch soziokulturelle Anknüpfungspunkte (wie Winterbräuche oder das Bedürfnis nach Gemeinschaft) besitzen, die für den Unterricht genutzt werden können.
Warum spielt die Mindmap-Methode in diesem Entwurf eine so zentrale Rolle?
Die Mindmap-Methode dient dazu, Vorwissen zu aktivieren, Gedanken zu strukturieren und als Visualisierungshilfe für den interreligiösen Austausch in der Gruppe.
- Citar trabajo
- Larissa Altkemper (Autor), 2020, Das Weihnachtsfest als kompetenzorientierte Anforderungssituation. Interreligiöses Lernen entlang dem Konzept der Elementarisierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1040957