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Von Malinowski bis Spradley - Methoden der Feldforschung am Beispiel des Weihnachtsfestes in Berlin-Wedding

Título: Von Malinowski bis Spradley - Methoden der Feldforschung am Beispiel des Weihnachtsfestes in Berlin-Wedding

Trabajo de Seminario , 1998 , 23 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Clemens Grün (Autor)

Etnología / Folclore
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Malinowski ist der Gründer der sozialanthropologischen Methode, Spradley leistete entscheidende Beiträge zu deren Systematisierung: zur Auswahl von Beobachtungspunkten, zur Rolle des Forschers im Feld, zum Umgang mit der Sprache und zur Dokumentation von Ergebnissen.

Malinowski war der erste, der seine auf Forschungsreisen gemachten Erfahrungen in fremden Kulturen mit genauen, insbesondere aber systematischen Aufzeichnungen noch vor Ort dokumentierte. Grundlage für diese Vorgehensweise war seine Forderung nach einer präzisen Wissenschaft, umzusetzen in Form einer intensiven, methodisch geleiteten Feldforschungsarbeit.

Forschungsideal und Wirklichkeit des Feldes liegen bei Malinowski bisweilen weit auseinander. Dies hat nicht nur zu Kritik aus Forscherkreisen geführt, sondern auch und gerade ihm selbst zu schaffen gemacht, wie die Jahrzehnte nach seinem Tod veröffentlichten Tagebücher zeigen.

Letztere haben eine Diskussion in den Sozialwissenschaften darüber ausgelöst, inwiefern ein/e Forscher/in in einer fremden Kultur überhaupt zu wissenschaftlicher Distanz in der Lage sein kann und die persönliche Situation des/der Feldforschenden mit in die Dokumentation der Arbeitsergebnisse einfließen darf oder muss.

An die Darstellung grundlegender Methoden der Sozialanthropologie schließt in dieser Arbeit eine praktische Untersuchung des Weihnachtsfestes in 13 Berlin-Weddinger Familien an, die das von Elwert geforderte Methodenbündel qualitativer und quantitativer Methoden praktisch umsetzt, ohne die Debatte um die Rolle des Forschers im Feld aus dem Blickfeld zu verlieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Zur ethnographischen Methode Malinowskis

1.1. Einführung

1.2. Theorie

1.3. Tagebücher

1.4. Kritik

2. Die Teilnehmende Beobachtung

2.1. Begriffsbestimmung

2.2. Methodisches Vorgehen

2.3. J.P. Spradley (in Stichpunkten)

2.3.1. Beobachtungspunkte

2.3.2. Teilnehmer vs. Feldforscher

2.3.3. Gebrauch der Sprache

2.3.4. Arten von Feldnotizen

3. Weihnachten in Wedding

3.1. Allgemeine Angaben

3.2. Beobachtungen in den Familien

3.2.1. Erwartungshaltung der Eltern

3.2.2. Erwartungen und Vorstellungen der Kinder

3.3. Chronologie und Dramaturgie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der ethnographischen Feldforschung nach Bronislaw Malinowski sowie die methodische Anwendung der "Teilnehmenden Beobachtung". Ziel ist es, diese wissenschaftlichen Methoden anhand einer praktischen Feldforschung – einem Einsatz als Weihnachtsmann in verschiedenen Familien in Berlin-Wedding – exemplarisch zu erproben und kritisch zu reflektieren.

  • Entwicklung und Bedeutung der ethnographischen Methode nach Malinowski
  • Theoretische Grundlagen und Praxis der teilnehmenden Beobachtung
  • Reflexion über die Rolle des Feldforschers und wissenschaftliche Distanz
  • Analyse von Familienstrukturen und Ritualen im Kontext des Weihnachtsfestes
  • Erforschung kindlicher Vorstellungen und Erwartungshaltungen

Auszug aus dem Buch

1.1. Einführung

Die Beschäftigung mit Malinowskis ethnographischer Methode ist der Rückblick in eine Zeit, da die Ethnologie als wissenschaftliche Disziplin noch immer in den Kinderschuhen steckte. Malinowskis Beitrag für die Wissenschaft ist nicht als einer unter vielen zu betrachten, vielmehr ist er Gründer der sozialanthropologischen Methode. Er war der erste, der seine auf Forschungsreisen gemachten Erfahrungen in fremden Kulturen mit genauen, insbesondere aber systematischen Aufzeichnungen noch vor Ort dokumentierte.

Grundlage für diese Vorgehensweise war seine Forderung nach einer präzisen Wissenschaft, umzusetzen in Form einer intensiven, methodisch geleiteten Feldforschungsarbeit. Der Umstand, dass Forschungsideal und Wirklichkeit des Feldes bisweilen weit auseinander lagen, hat nicht nur zu Kritik aus Forscherkreisen geführt, sondern auch und gerade ihm selbst zu schaffen gemacht, wie die Jahrzehnte nach seinem Tod veröffentlichten Tagebücher zeigen. Letztere haben eine Diskussion in den Sozialwissenschaften darüber ausgelöst, inwiefern ein/e Forscher/in in einer fremden Kultur überhaupt zu wissenschaftlicher Distanz in der Lage sein kann und die persönliche Situation der/des Feldforschenden mit in die Dokumentation der Arbeitsergebnisse einfließen darf oder muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur ethnographischen Methode Malinowskis: Einführung in die methodischen Grundlagen Malinowskis, die Bedeutung seiner Tagebücher für die sozialwissenschaftliche Debatte und eine kritische Auseinandersetzung mit seinem Wissenschaftsverständnis.

2. Die Teilnehmende Beobachtung: Definition und methodisches Vorgehen der teilnehmenden Beobachtung unter Einbeziehung der Kriterien von J.P. Spradley.

3. Weihnachten in Wedding: Praktische Anwendung der erlernten Methoden anhand einer Feldforschung in 13 Familien, inklusive Analyse von Elternerwartungen, Kinderwünschen und der Dramaturgie des Festes.

Schlüsselwörter

Ethnographie, Bronislaw Malinowski, Teilnehmende Beobachtung, Feldforschung, Sozialanthropologie, Methodik, Weihnachtsfest, Familienbeobachtung, Interpretative Anthropologie, Feldnotizen, J.P. Spradley, Beobachtungspraxis, Wissenschaftstheorie, Berlin-Wedding.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Anwendung ethnographischer Forschungsmethoden, insbesondere den Ansatz der teilnehmenden Beobachtung nach Bronislaw Malinowski.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der sozialanthropologischen Methode, die theoretischen Anforderungen an Feldforschung und die praktische Umsetzung bei der Beobachtung sozialer Interaktionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erprobung und kritische Reflexion der ethnographischen Methode im Rahmen einer empirischen Fallstudie über das Weihnachtsfest in Berliner Familien.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode der teilnehmenden Beobachtung angewandt, wobei der Forscher selbst aktiv in das Geschehen (als Weihnachtsmann) eingreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Malinowskis Methoden, die methodischen Standards nach Spradley und die konkrete Analyse der im Feld gewonnenen Beobachtungsdaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Ethnographie, Teilnehmende Beobachtung, Malinowski, Feldforschung, Sozialanthropologie und Familienrituale sind die prägenden Begriffe.

Wie beeinflusst die "Doppelrolle" als Weihnachtsmann und Forscher die Datenqualität?

Die Doppelrolle ermöglicht zwar einen sehr engen Zugang zur Lebenswelt der Familien, erschwert jedoch die Wahrung der wissenschaftlichen Distanz, da der Forscher selbst zum Teil des beobachteten Gegenstands wird.

Welche Rolle spielt der "Nuckel-Akt" in der Analyse?

Der Nuckel-Akt dient als Beispiel für einen symbolischen, rituellen Akt, durch den Kinder eine bewusste Entscheidung zur Entwicklung treffen, was Malinowskis Fokus auf die "Totalität der sozialen und kulturellen Aspekte" unterstreicht.

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Detalles

Título
Von Malinowski bis Spradley - Methoden der Feldforschung am Beispiel des Weihnachtsfestes in Berlin-Wedding
Universidad
Free University of Berlin  (Institut für Ethnologie)
Curso
Methoden der Ethnologie
Calificación
1,3
Autor
Clemens Grün (Autor)
Año de publicación
1998
Páginas
23
No. de catálogo
V10427
ISBN (Ebook)
9783638168533
ISBN (Libro)
9783638681629
Idioma
Alemán
Etiqueta
Methoden Feldforschung Teilnehmende Beobachtung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Clemens Grün (Autor), 1998, Von Malinowski bis Spradley - Methoden der Feldforschung am Beispiel des Weihnachtsfestes in Berlin-Wedding, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10427
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