Die Einsendeaufgabe befasst sich mit der Erstellung eines Interviewleitfadens im Zuge eines qualitativen Forschungsprojektes zur Bestimmung der Unternehmensreputation. Basierend auf dem Reputationsmodell von Mark Eisenegger beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage, wie das Unternehmen Rügenwalder Mühle von verschiedenen Anspruchsgruppen wahrgenommen wird. Zentraler Aspekt ist die sukzessive Erweiterung des Produktsortiments von tierischen Lebensmitteln zu pflanzlichen Fleisch- und Wurstwaren.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgabe A1
1.1. Entwicklung eines Interviewleitfadens qualitativer Sozialforschung
1.2. Eiseneggers Modell der „Reputation“ im wissenschaftlichen Kontext
1.3. Der qualitative Interviewleitfaden in der Praxis
1.3.1. Fallauswahl und Sampling
1.3.2. Vorbereitung & Durchführung des Interviews
1.3.3.Vorstellung der relevanten Stakeholder
1.3.4. Die Dimensions- und Fragenauswahl
2. Aufgabe A2
2.1. Angrenzung gruppenbasierter Interviewverfahren
2.2. Gegenüberstellung ausgewählter Vor- und Nachteile
2.3. Mögliche Anwendungsfehler in der Praxis
2.4. Skizzierung eines praxisnahen Ablaufs
3. Aufgabe A3
3.1. Gütekriterien in der qualitativen Sozialforschung
3.1.1.Die Rolle von Gütekriterien und ihre Relevanz
3.2. Vorstellung relevanter Gütekriterien und ihre Anwendung in der qualitativen Inhaltsanalyse
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen qualitativen Interviewleitfaden zu entwickeln, um die Unternehmensreputation der Rügenwalder Mühle im Kontext ihrer Sortimentserweiterung um vegetarische und vegane Produkte zu untersuchen, wobei methodische Grundlagen der qualitativen Sozialforschung angewandt werden.
- Grundlagen der Reputationsforschung nach Mark Eisenegger
- Entwicklung und methodische Konzeption eines qualitativen Interviewleitfadens
- Analyse und Abgrenzung gruppenbasierter Interviewverfahren
- Kritische Reflexion von Gütekriterien in der qualitativen Inhaltsanalyse
- Praxisbezogene Anwendung auf das Unternehmen Rügenwalder Mühle
Auszug aus dem Buch
1.2. Eiseneggers Modell der „Reputation“ im wissenschaftlichen Kontext
Bevor wir in die Leitfragenerstellung einsteigen, ist die Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsgegenstand auf wissenschaftlicher Ebene hilfreich. Hierzu wird intensiv auf das Konzept von Mark Eisenegger Bezug genommen.
Die sprachliche Provenienz des Begriffes „Reputation“ liegt im Lateinischen, dort das Wort mit „Erwägung“ oder „Berechnung“ übersetzt wird (Ternés/Runge, 2009). Im deutschen Sprachgebrauch sind „Ruf“ oder „Anerkennung“ etablierte Synonyme, die sich durchgesetzt haben. Im wissenschaftlichen Kontext existiert keine vollumfängliche Definition, vielmehr liegen mehrere Termini vor, die sich in ihrer Bedeutung je nach Branche und Forschungsziel unterscheiden (Eisenegger/Imhof, 2009) und auf die im Folgenden Bezug genommen wird. Einigkeit herrscht darüber, dass Reputation ein immaterielles Gut darstellt, das mit Vertrauenswürdigkeit verknüpft ist (Eisenegger, M., 2005). Eisenegger spricht von „der gewachsenen Erfahrung“ erfüllter Erwartungen in der Vergangenheit, was sich wiederum auf das Vertrauen zukünftiger Handlungen auswirkt. Er fasst Reputation unter der „Anerkennung von (kollektiv-)Subjekten […], selbst- und fremdgesetzte Erwartungen zu erfüllen“ zusammen (Eisenegger, M. 2005; S. 29/30). Durch dieses Handeln erlangt eine Organisation die Glaubwürdigkeit seiner Interessengruppen. Die eigene Reputation ist für Unternehmen aller Branchen ein wesentlicher Erfolgsfaktor, der direkte Auswirkungen auf den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg hat (Ternés/Runge, 2009; S. 1/2).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufgabe A1: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Fundierung der Reputation nach Eisenegger sowie der praktischen Konzeption eines Interviewleitfadens zur Untersuchung der Rügenwalder Mühle.
2. Aufgabe A2: Hier erfolgt eine methodische Einordnung und Abgrenzung gruppenbasierter Erhebungsinstrumente wie der Fokusgruppe und der Gruppendiskussion inklusive ihrer Vor- und Nachteile.
3. Aufgabe A3: Das Kapitel diskutiert die wissenschaftlichen Gütekriterien in der qualitativen Sozialforschung und deren spezifische Anwendung im Prozess der qualitativen Inhaltsanalyse.
Schlüsselwörter
Qualitative Sozialforschung, Interviewleitfaden, Unternehmensreputation, Rügenwalder Mühle, Eisenegger, Reputationsmodell, Gruppendiskussion, Fokusgruppe, Gütekriterien, Reliabilität, Validität, Inhaltsanalyse, Stakeholder, Nachhaltigkeit, Marktforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und methodischen Vorbereitung einer qualitativen Befragung zur Bestimmung der Unternehmensreputation am Beispiel der Rügenwalder Mühle.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen Reputationsmanagement, Methoden der qualitativen Sozialforschung, die Analyse gruppenbasierter Befragungsverfahren sowie die Anwendung von Gütekriterien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines validen Interviewleitfadens, um zu untersuchen, wie die strategische Sortimentserweiterung des Unternehmens von relevanten Stakeholdern wahrgenommen wird.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse sowie Ansätze aus der qualitativen Marktforschung und stützt sich dabei auf das Reputationsmodell von Mark Eisenegger.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Reputation, die praktische Ausarbeitung eines Leitfadens, eine methodische Abgrenzung von Gruppenverfahren und die Diskussion von Gütekriterien.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Reputation, Stakeholder-Analyse, Leitfaden-Interview, Gruppendynamik, wissenschaftliche Gütekriterien und Transparenz im Forschungsprozess.
Warum spielt die Rügenwalder Mühle eine zentrale Rolle im Dokument?
Das Unternehmen dient als konkretes Fallbeispiel, um die Auswirkungen einer signifikanten Sortimentsumstellung (von Fleisch zu Fleischersatz) auf die Wahrnehmung durch verschiedene Anspruchsgruppen zu analysieren.
Welche vier zentralen Gütekriterien werden für die Inhaltsanalyse hervorgehoben?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Kriterien Verlässlichkeit (Dependability), Nachvollziehbarkeit (Confirmability), Glaubwürdigkeit (Credibility) und Übertragbarkeit (Transferability).
- Citar trabajo
- Jan Moritz Behrens (Autor), 2021, Erstellung eines Interviewleitfadens zur Erhebung der Unternehmensreputation. Vorbereitung, Durchführung und Gütekriterien der qualitativen Sozialforschung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1043377