Projektorientierte Sprachförderung im DaZ-Unterricht


Hausarbeit, 2011

14 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Entwicklung des Hausarbeitsthemas
1.1 Idee
1.2 Projektgedanke
1.3 Abgedeckte Fachbereiche

2 Projekt zur Sprachförderung: Klassenlexikon
2.1 Ziel des Projekts
2.2 Ergebnissicherung
2.3 Mögliche Probleme
2.4 Hilfestellungen

3 Sprachförderung durch Projektarbeiten
3.1 Deutsch als Zweitsprache – Aufgaben und Ziele
3.2 Vorteile projektorientierter Sprachförderung
3.3 Networking

4 Literatur

1 Entwicklung des Hausarbeitsthemas

Dieses Kapitel widmet sich der Entwicklung des in dieser Hausarbeit behandelten Projekts zur projektorientierten Sprachförderung im „Deutsch als Zweitsprache“1 - Unterricht.

1.1 Idee

Projektorientierte Sprachförderung sollte ein fester Bestandteil der heutigen Unterrichtsgestaltung an deutschen Schulen mit Schülerinnen und Schülern verschiedenster Nationalitäten sein.

Bei dem Gedanken nach projektorientierter Sprachförderung kommen verschiedene Fragen auf. Wie wird sie kindgerecht in den Unterricht mit mehrsprachigen Schülern eingebaut, welche Möglichkeiten der Gestaltung eines Projekts gibt es beziehungsweise wie könnte ein Projekt konkret aussehen, dass mit Hilfe kleinerer Veränderungen auf sämtliche Klassenstufen der Primarstufe angepasst werden kann?

Anhand dieser Überlegung ergibt sich das Thema dieser Hausarbeit. Wie genau kann ein Projekt aussehen, dass zur Sprachförderung der Kinder dient und sowohl inhaltliche als auch soziale Kompetenzen anspricht und fördert? Die folgenden Kapitel werden sich mit einer Planung eines solchen sprachfördernden Projektes beschäftigen, die eine Stundenübersicht, Stundenverläufe, die Art der Ergebnissicherung sowie didaktische Kommentare zu den gewählten Aspekten beinhalten wird.

1.2 Projektgedanke

Der Gedanke der hinter dem zu planenden Projekt steht, bezieht das fächerübergreifende Arbeiten in den Fachbereichen Deutsch, Kunst sowie Erd- und Sachkunde ein. Es soll nicht nur die Kommunikation innerhalb von Klein- und Großgruppen stärken und fördern, sondern darüber hinaus dazu anregen, ländertypische Gerichte, Sitten, Feste, Bräuche und Besonderheiten weiterzugeben und damit einen Überblick über die in der Klasse vertretenen Kulturen zu verschaffen. Am Ende soll jede Gruppe ihr Ergebnis präsentieren, wobei jedes Kind der Gruppe als Experte für das eigene Herkunftsland sowie die persönliche Erstsprache fungiert. Ein künstlerisch gestalteter „Lexikoneintrag“ soll am Ende des Projekts den vorbereiteten Vortrag unterstützen.

Geplant ist dieses Projekt für die 3. Klasse der Grundschule, in der die Kinder schon so weit über die nötigen orthographische Fähigkeiten der deutschen Schrift und einem ausreichenden deutschen Sprachschatz verfügen, einen für alle Schüler verständlichen Beitrag zum Gesamtwerk zu leisten.

Innerhalb dieses Projekts werden die Schüler dazu angehalten, sich mit Kindern gleicher Nationalität beziehungsweise Herkunft in einer Gruppe zusammen zu finden und nun an einem Eintrag für ein „Klassenlexikon“ zu erstellen, in dem alles Wissenswerte über die verschiedenen in der Klasse vertretenen Länder zu finden ist. Dabei ist ihnen selbst überlassen, worüber sie schreiben wollen. Als Hilfe werden Themenbereiche wie „Essen und Trinken“, „Feste, Sitten und Bräuche“ oder „Freizeit“ vorgegeben, die von den Kindern nach Belieben erweitert und verändert werden können. Einige Eckdaten (Auf welchem Kontinent liegt das Land? Welche Sprache wird dort gesprochen? Wie sieht die Länderflagge aus?) sollten von jeder Gruppe erarbeitet werden, um einen Mindestinformationsbereich abzudecken.

Der gegebene Arbeitsauftrag beinhaltet einige Hilfestellungen und obligatorisch zu beachtenden Richtlinien. Dabei wird den Schülern an die Hand gegeben, wie sie Informationen über ihr Herkunftsland erhalten können, wie zum Beispiel über die Recherche in Büchern, Zeitschriften oder dem Internet, Erzählungen der eigenen Familie oder des Bekanntenkreises oder Reportagen im Fernsehen. Zudem ist es Pflicht für jede Gruppe, den zu formulierenden Informationstext so auf Deutsch zu verfassen, dass er für jedes Kind aus der Klasse verständlich ist. Des Weiteren soll die Gruppe ihre Gruppengespräche auf Deutsch führen, selbst wenn alle Gruppenmitglieder die gleiche Erstsprache haben.

Um der Projektarbeit die gebürtige Würde zuzumessen, soll jede Gruppe ihren Lexikoneintrag auf einer Doppelseite (insgesamt DIN A2 Format) präsentieren. Dazu wird ihnen die Gestaltung selbst überlassen. Wünschenswert wären in der Hinsicht zum Beispiel Bilder wie Landkartenausschnitte, Fotos von Wahrzeichen, besonderen Anlässen, Tieren – je nach ihrer erarbeiteten Informationen. Insgesamt soll ein stimmiges Ergebnis im Einklang von Informationsgehalt, Sprache und Gestaltung entstehen.

1.3 Abgedeckte Fachbereiche

Der im vorausgegangenen Abschnitt beschriebene Projektgedanke gibt in chronologischer Abfolge wieder, welche Fachbereiche durch dieses Projekt abgedeckt sind.

Die Informationsbeschaffung, Erarbeitung und Präsentation erfüllt Bereiche aus dem Erd- und Sachkundeunterricht. Die Schüler informieren sich selbst und ihre Klassenkameraden über Grundinformationen der in der Klassengemeinschaft vertretenen Länder sowie deren landestypische Besonderheiten, sodass jeder Schüler ein Breitband an Informationen des Alltagswissens erhält.

Der Fachbereich Deutsch kommt auf vielfältige Weise zum Einsatz. Da es sich bei den meistens Projektteilnehmern um Schüler mit Deutsch als Zweitsprache handelt, fördert die festgelegte „Projektsprache“ Deutsch den kommunikativen Umgang mit der Zweitsprache in Klein- und Großgruppengesprächen. Innerhalb der Gruppe und bei der abschließenden Präsentation des gruppeneigenen Lexikoneintrags können Formulierungen, neue Ausdrücke und Satzkonstruktionen erarbeitet, gefestigt und verinnerlicht werden, was sich dementsprechend auch positiv auf das Schriftbild der Schüler auswirken kann.

Dabei ist dringendst zu beachten, dass während all dieser (vor allem mündlichen) Kommunikation Fehler unbedingt erlaubt sind und gemacht werden dürfen. Dies nimmt den Druck von vor allem lernschwächeren Schülern, die durch diese zwangslose Atmosphäre dazu ermutigt werden sollen, auch die bruchstückhaftesten Äußerungen zu tätigen und sich mitzuteilen. Bei der Formulierung des Lexikontextes steht nach wie vor die Lehrkraft unterstützend und notfalls korrigierend zur Seite, allerdings sollte sie bestenfalls jeweils nur dann in das Arbeitsgeschehen der Schüler eingreifen, wenn diese es wünschen. Die Schüler werden soweit selbst in der Lage sein, sich zu verständigen und ihre Probleme zu lösen.

Die Art der Ergebnissicherung (das Formulieren eigener Texte und derer ansprechenden Darstellung) fördert zudem die Schreibe- und Lesekompetenzen der Schüler. Vor allem das Lesen eigenes produzierter Texte macht den Schülern besonders Spaß, da ihre geleistete Arbeit auch im Nachhinein anerkannt und gewürdigt wird, indem sie in der Klasse ausgestellt werden und jedem Schüler als Lektüre zur Verfügung steht.

Letztendlich umfasst das Projekt mit der Präsentationsgestaltung des Lexikoneintrags Bereiche des Kunstunterrichts. Die Schüler werden angehalten, ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen, dass all ihre geleistete Arbeit möglichst ansprechend, farbenfroh und themengestützt zu präsentieren.

2 Projekt zur Sprachförderung: Klassenlexikon

Innerhalb dieses Kapitels dreht sich alles um den konkreten Projektaufbau, die Zielsetzung des Projekts, den Ablauf, die Ergebnissicherung sowie möglicherweise auftretende Probleme und den dazu zu gebenden Hilfestellungen.

2.1 Ziel des Projekts

Das Projekt des „Klassenlexikons“ soll vor allem folgende Ziele verfolgen:

>> Gesprächskommunikation in Kleingruppen:

Die Schüler sollen sich bemühen, in ihren Arbeitsgruppen ausschließlich und selbst in schwierigen sprachlichen Situationen möglichst auf Deutsch zu sprechen, auch wenn alle Gruppenmitglieder ein und dieselbe Erstsprache besitzen. Fehler sind ausdrücklich erlaubt, sodass sich das einzelne nicht vor den anderen Gruppenmitglieder schämen oder zieren muss, wenn eine Äußerung zum Beispiel mal nicht der deutschen Grammatik entspricht.

>> Formulierung eines längeren, verständlichen, gut lesbaren Textes:

Gemeinsam in der Gruppe sollte jeder Schüler am Ende des Projekts in der Lage sein, mit Hilfe eines gleichaltrigen Schülers und ohne wenig Hilfe durch die Lehrkraft einen möglichst fehlerfreien Text zu verfassen, der abwechslungsreiche Formulierungen und Ausdrücke enthält, flüssig lesbar und verständlich geschrieben ist.

>> Halten eines kurzen Vortrags vor einer größeren Gruppe:

Das freie Sprechen vor einer größeren Gruppe, beispielsweise der eigenen Klasse, ist nicht nur für DaZ-Kinder eine Herausforderung. Doch gerade sie sollen durch das Projekt lernen, einige längere Sätze frei vortragen und präsentieren zu können, ohne größere Redepausen einlegen oder einmal gebrauchte Formulierungen ständig wiederholen zu müssen.

Insgesamt soll das Projekt „Klassenlexikon“ dazu beitragen, die Kommunikationsfähigkeit

von DaZ-Kindern in Deutsch zu stärken, ob auf schriftlicher oder mündlicher Ebene. Eine lockere Lernatmosphäre, die das Begehen von Fehlern nicht verbietet sondern willkommen heißt, um aus ihnen zu lernen, bietet sich auch für lernschwächere Kindern an, die sich im Regelunterricht gegebenenfalls nicht trauen, sich zu äußern, da sie eine Berichtigung oder Zurechtweisung fürchten. Zudem sollen neben diesen sprachlichen Kompetenzen in allen drei angesprochenen Fachbereichen neues Wissen beziehungsweise neue Fähigkeiten erworben werden, wie zum Beispiel das Gestalten eines Lexikoneintrags und dessen passende künstlerische Aufmachung oder eben auch grundlegendes sowie teilweise spezifisches Wissen zu den vorgestellten Ländern.

2.2 Ergebnissicherung

Die Ergebnissicherung des Projekts „Klassenlexikon“ soll ein eigens gestalteter Lexikoneintrag sein. Dieser Lexikoneintrag soll als Ergebnis einer dem Projekt vorausgegangenen Reihe zum „kreativen Schreiben“ als Höhepunkt gesehen werden.

[...]


1 Im folgenden Verlauf der Arbeit wird der Ausdruck „Deutsch als Zweitsprache“ mit „DaZ“ abgekürzt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Projektorientierte Sprachförderung im DaZ-Unterricht
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,0
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V1044875
ISBN (eBook)
9783346469038
ISBN (Buch)
9783346469045
Sprache
Deutsch
Schlagworte
projektorientierte, sprachförderung, daz-unterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Projektorientierte Sprachförderung im DaZ-Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1044875

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