Der Begriff des Controllings unterlag in den letzten Jahrzehnten einer Wandlung, welche mit der zunehmenden Komplexität und Dynamik der Veränderungen interner und externer Einflußfaktoren auf die Unternehmensführung in Zusammenhang steht.
Am Anfang bezog sich der Begriff Controlling lediglich auf die Kontrolle selbst, die am Ende des Koordinations- Planungs- und Kontrollprozesses steht. Dies änderte sich im Laufe der Zeit dahingehend, das jetzt die Planungsphase mit einbezogen wurde und somit die Möglichkeit bestand, Planabweichungen in den Entscheidungsprozeß mit einzubeziehen. Es fehlte aber immer noch der Entscheidungs- und Informationsbezug des Controllings.
In neuerer Zeit hat sich die Auffassung des Controllings dahingehend gewandelt, das nun Themen wie Ist-Soll-Vergleich, Abweichungsanalysen und Kostenüberwachung impliziert werden. Die Controllingfunktion wandelte sich zur Koordinationsfunktion, das heißt Controlling ist ein „unterstützendes Subsystem der Führung, das Planung, Kontrolle und Informationsversorgung koordiniert“.
Da in der Praxis ein Unternehmen mit verschiedensten Anforderungen konfrontiert wird, reicht es nicht, dem Controlling nur bestimmte Aufgaben zuzuweisen, vielmehr muß ein Controllingkonzept entwickelt werden, das in sich logisch als Grundlage einer Controllingdefinition dienen kann. Dies beinhaltet aber nicht, das dieses System nicht erweiterbar ist. Es muß um weitere Bereiche problemlos ergänzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
2 Controlling
2.1 Der Begriff Controlling
2.1.1 Veränderungen von Einflußfaktoren
2.2 Zielsetzungen des Controlling
2.2.1 Spezialisierung der Zielsetzungen
2.2.1.1 Erstellung rationaler Grundlagen
2.2.1.2 Entlastung und Unterstützung der Unternehmensführung
2.3 Aufgaben des Controlling
2.4 Das Konzept
2.5 Das Controllingsystem
2.6 Institutionalisierung
2.7 Vorgehensweisen am Beispiel des Marketingcontrollings
2.7.1 Die strategische Planungsebene
2.7.2 Die operative Planungsebene
2.7.3 Die Kontrolle
2.7.4 Die Informationsversorgung
2.7.4.1 Informationsbeschaffung
2.7.4.2 Speicherung und Verarbeitung
2.7.4.3 Informationsbereitstellung
2.7.5 Operative Planung und Kontrolle von Maßnahmen
2.8 Kennzahlen
2.8.1 Definition und Funktion von Kennzahlen
2.8.2 Kennzahlensysteme
2.8.3 Kontrollieren mit Hilfe der Kennzahlensysteme
2.8.4 Kritik an den Kennzahlen
2.8.5 Kennzahlensysteme im Marketing-Controlling
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegende Bedeutung des Controllings sowie dessen spezifische Ausprägung und Instrumente, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf die Anwendung von Kennzahlensystemen im Bereich des Marketing-Controllings gelegt wird.
- Wandel der Controlling-Funktion von reiner Kontrolle zur Unterstützung der Unternehmensführung
- Einflussfaktoren und Zielsetzungen des Controllings
- Strukturierung von Controllingsystemen und deren Institutionalisierung
- Strategische und operative Marketing-Planung
- Einsatz und Kritik von Kennzahlen sowie deren systemische Integration
Auszug aus dem Buch
2.7 Vorgehensweisen am Beispiel des Marketingcontrollings
Durch die Zunahme der Internationalisierung der Märkte und der verstärkten Sättigungstendenzen in vielen Unternehmensbranchen, wird dem Marketing in der heutigen Zeit eine immer größere Aufmerksamkeit geschenkt und auch zukünftig geschenkt werden müssen. De Lebenszyklus der Produkte wird immer kürzer und somit muß auch in immer kürzerer Zeit das Interesse des Kunden geweckt und befriedigt werden. Der Markt ist der Schlüssel für den Erfolg eines Unternehmens.
Das Marketing hat sich vor allem um die absatzmarktorientierte Zielbildung zu kümmern. Dabei ist es aber auf umfassende Informationen angewiesen. Diese wiederum können vom Controlling geliefert werden. Das Marketing muß also auf die Steuerung- und Informationsinstrumente des Controlling zurückgreifen, ist quasi von diesen abhängig.
Zusammenfassung der Kapitel
Controlling: Erläutert die begriffliche Wandlung des Controllings zu einem unterstützenden Koordinationssystem der Unternehmensführung.
Der Begriff Controlling: Analysiert den Wandel der Controlling-Definition und die notwendige Einbeziehung externer und interner Einflussfaktoren.
Zielsetzungen des Controlling: Beschreibt die Ausrichtung des Controllings auf die langfristige Existenzsicherung und die Unterstützung der Unternehmensführung.
Aufgaben des Controlling: Definiert das Controlling als System, das auf den Kommunikations- und Informationsverarbeitungsprozess fokussiert ist.
Das Konzept: Strukturiert das Controlling anhand von Unternehmensfunktionen wie Beschaffung, Produktion und Marketing sowie der zeitlichen Dimension.
Das Controllingsystem: Behandelt die praktische Umsetzung der Controllingkonzeption durch spezifische Instrumente und branchenspezifische Systeme.
Institutionalisierung: Erörtert die organisatorische Einbettung des Controllings und die Aufgabenverteilung an die Controller.
Vorgehensweisen am Beispiel des Marketingcontrollings: Zeigt die strategische und operative Integration des Controllings in den Marketingbereich.
Kennzahlen: Untersucht die Funktion von Kennzahlen und Kennzahlensystemen als zentrale Werkzeuge der Informationsverdichtung und Steuerung.
Schlüsselwörter
Controlling, Unternehmensführung, Marketing-Controlling, Kennzahlen, Kennzahlensysteme, Planung, Kontrolle, Informationsversorgung, Koordinationsfunktion, Strategische Planung, Operative Planung, Unternehmensziele, Markt, Wirtschaftlichkeit, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine grundlegende Einführung in die Begriffe, Ziele und Konzepte des Controllings mit einem speziellen Fokus auf die praktische Anwendung und Instrumente.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Controllings, den Aufbau von Controllingsystemen, die methodische Vorgehensweise im Marketing-Controlling sowie die Bedeutung und Kritik von Kennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Rolle des Controllings als Unterstützungssystem für die Unternehmensführung zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Kennzahlensysteme zur Steuerung genutzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur, um Begriffe, Konzepte und methodische Ansätze des Controllings systematisch darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird der Wandel des Controlling-Verständnisses, die Einbindung in Unternehmen, sowie die detaillierte Planung, Kontrolle und Informationsversorgung am Beispiel des Marketing-Controllings erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Controlling, Kennzahlensysteme, Marketing-Controlling, Planung, Informationsversorgung und Koordinationsfunktion.
Wie unterscheidet sich die strategische von der operativen Planung im Marketing?
Die strategische Planung befasst sich mit langfristigen Zielen wie Markterschließung, während die operative Planung kurzfristige Maßnahmen innerhalb eines Geschäftsjahres budgetiert und optimiert.
Was versteht man unter dem "Dotted-Line-Prinzip"?
Es handelt sich um eine organisatorische Mischform, bei der das Marketing-Controlling funktional dem zentralen Controlling und disziplinarisch der Marketing-Leitung unterstellt ist.
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- Tobias Krumscheid (Author), 2001, Aufgaben und Konzepte des Controllings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10544