Die kurzfristige Bestellmengenplanung als Instrument eines Bestellmanagements. Ausprägungen, Einsatzbedingungen und kritische Würdigung

Dargestellt anhand eines Anwendungsbeispiels


Seminararbeit, 2020

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung der kurzfristigen Bestellmengenplanung

3. Ausprägungen und Einsatzbedingungen
3.1 Die optimale Bestellmenge
3.2 Bestellpunktverfahren
3.3 Bestellrhythmusverfahren

4. Kritische Würdigung

Quellenverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb.1: Die optimale Bestellmenge

Tabelle 1: Vorratsergänzung

Tabelle 2: Bestandsverlauf im Bestellpunktsystem

Tabelle 3: Bestandsverlauf im Bestellrhythmussystem

1. Einleitung

In jedem Unternehmen, unabhängig der jeweiligen Branche und Größe, stellt die Beschaffung einen Geschäftsprozess dar, welcher stets auf dieselbe Weise aufgebaut ist.1 Dabei besteht das Ziel stets in der Beschaffung der „(…) gewünschten Produkte und Dienstleistungen zum gewünschten Termin in der benötigten Menge mit den geforderten Eigenschaften (Qualität) zu geringstmöglichen Kosten (…)“.2 Zur Erreichung dieses Ziels bedarf die Fülle an Aufgaben, auf welchen die Beschaffung aufbaut, einem Management, dem so genannten Beschaffungsmanagement. Im Folgenden wird daher die kurzfristige Bestellmengenplanung als Instrument eines Beschaffungs- bzw. Bestellmanagements unter Betrachtung der zugrunde liegenden Ausprägungen und Einsatzbedingungen erläutert werden. Im Anschluss wird anhand eines Anwendungsbeispiels eine kritische Würdigung vorgenommen werden, welche möglicherweise auftretende Probleme bzw. Grenzen analysiert, sowie auch mögliche Stärken des Instruments aufzeigt.

2. Einordnung der kurzfristigen Bestellmengenplanung

Üblicherweise wird die Beschaffung als Teilbereich der Materialwirtschaft betrachtet3. Die in dieser Arbeit zu behandelnde kurzfristige Bestellmengenplanung wird wiederum dem operativen Beschaffungsmanagement zugeordnet, welches nicht nur aus der Bestellmengenplanung, sondern auch aus der Bedarfsplanung besteht. Da in diesem Fall die kurzfristige Bestellmengenplanung zu betrachten ist, wird die programmorientierte Disposition im Weiteren vernachlässigt werden, da diese anhand gegebener Daten ein langfristiges, tagesgenaues Produktionsprogramm ermittelt. Die kurzfristige Bestellmengenplanung ist Teil der verbrauchsorientierten Disposition, welche im Gegensatz zur programmorientierten Disposition lediglich einen durchschnittlichen Periodenbedarf prognostiziert. Dieser wird mithilfe darauf aufbauender Regeln zur Vorratsbeschaffung verwendet.4 Allerdings stehen trotz jener Regeln unterschiedlichste Arten der Vorratsbeschaffung zur Verfügung. So ist es einerseits denkbar jedes benötigte Gut einzeln zu beschaffen.5 Allerdings müssen in diesem Fall Nachteile, wie schlechte Konditionen oder eine verlängerte Beschaffungszeit, welche im schlimmsten Fall in Fehlmengenkosten mündet, in Kauf genommen werden.6 Im Gegensatz dazu steht die Beschaffung des gesamtjährlichen Bedarfs in einer Bestellung7, was unter anderem für erhöhte Lagerhaltungskosten sorgt.8 Daher besteht die Kernaufgabe der Bestellmengenplanung in der Ermittlung der kostenoptimalen Bestellmenge, welche einen Mittelweg zwischen den zuvor erläuterten Varianten begründet.9

3. Ausprägungen und Einsatzbedingungen

3.1 Die optimale Bestellmenge

Da wie bereits erläutert die Notwendigkeit der Bestimmung eines kostenoptimalen Kompromisses zwischen der Beschaffung großer Mengen in großen zeitlichen Abständen und der Beschaffung kleiner Mengen in kleinen zeitlichen Abständen besteht wurde das Konzept der optimalen Bestellmenge entwickelt. Diese lässt sie sich als Bestellmenge mit minimalen Beschaffungs- und Lagerkosten beschreiben. Zugrunde liegt dabei die Annahme, dass sich die Höhe der Beschaffungskosten entgegengesetzt der Bestellmenge entwickelt, wobei jedoch eine Zunahme der Lagerkosten mit zunehmendem Bestellvolumen berücksichtigt werden muss.10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Die optimale Bestellmenge

Quelle: selbst erstellt nach Kluck 2008, S. 102

Dieser Sachverhalt lässt sich gut anhand dieser Grafik darstellen, da somit die entgegengesetzte Entwicklung der Lagerhaltungs- und Beschaffungskosten ersichtlich ist. Daraus lässt sich ableiten, dass sich die kostenoptimale Bestellmenge im Schnittpunkt der beiden Kurven befindet. Jedoch gelten einige Prämissen für die Anwendbarkeit dieses Modells, wie die Kenntnis der Bedarfsmengen, der direkten und indirekten Beschaffungskosten, sowie der Lagerhaltungskosten. Des Weiteren werden die Kostenfaktoren als konstant betrachtet und ein kontinuierlicher Lagerabgang vorausgesetzt.11 Außerdem werden Restriktionen in Bezug auf Lagerung und Finanzierung außer Acht gelassen.12 Ist die Kenntnis jener Faktoren gegeben kann aus verschiedenen Modellrechnungen zur optimalen Bestellmenge gewählt werden. So ist je nach gegebener Art der Bedarfsmenge zwischen der statischen oder dynamischen Art der Bestellmengenrechnung zu unterscheiden.13 Dabei wird als rechnerische Veranschaulichung des Sachverhalts jedoch aus Gründen der Vereinfachung üblicherweise die so genannte „Andler-Formel“ verwendet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Xopt = optimale Bestellmenge

m = Gesamtjahresbedarf

a = Bestellabwicklungskosten

p = Einstandspreis

q = Lagerhaltungskostensatz14

Zur Veranschaulichung der Verwendung dieser Formel wird ein Unternehmen als Anwendungsbeispiel genutzt. Jenes Unternehmen hat einen Jahresbedarf von 10.000 Stück des in diesem Fall benötigten Produktes. Dabei betragen die Bestellabwicklungskosten 120 € je Bestellung und der Einstandspreis 16,50 € pro Stück. Des Weiteren wird ein Lagerhaltungskostensatz in Höhe von 45 % angenommen. Somit ergibt sich folgende Rechnung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Bestellpunktverfahren

Unter Berücksichtigung der zuvor15 mithilfe der „Andler-Formel“ bestimmten Bestellmenge kann zur Bestimmung des Bestellzeitpunktes das so genannte Bestellpunktverfahren angewandt werden. Dieses arbeitet mit der ermittelten optimalen Bestellmenge, sodass ein bestimmter Meldebestand ermittelt werden kann, bei dessen Erreichen eine Bestellung in Auftrag gegeben wird. Somit gibt es keinen regelmäßigen Bestellzeitpunkt, da dieser lediglich vom Warenabgang aus dem Lager abhängig ist.16 Jedoch ergibt sich daraus auch die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Kontrolle des Lagerverbrauchs um rechtzeitig bei Erreichen des Meldebestands eine Bestellung auszulösen.17 Da aber die Beschaffungsdauer, sowie der Bedarf in der Zwischenzeit bis zum Erhalt der bestellten Waren Schwankungen unterworfen ist, muss ein Sicherheitsbestand bei der Bestimmung des Meldebestands berücksichtigt werden.18 Daher lässt sich der Meldebestand rechnerisch wie folgt bestimmen:

Meldebestand = DB * BZ + SB

DB = durchschnittlicher Bedarf je Zeiteinheit während der Beschaffungszeit

BZ = Beschaffungszeit

SB = Sicherheitsbestand19

Unter Verwendung dieser Formel und der Annahme der folgenden beispielhaften Bedarfe und einer Beschaffungszeit in Höhe von einer Woche ergibt sich ein Meldebestand von ca. 60 Einheiten (ohne Berücksichtigung des Sicherheitsbestandes):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Vorratsergänzung

Quelle: selbst erstellt nach Melzer-Ridinger 2015, S. 189 / 191

Wird angenommen, dass Bestellung und Lieferung zum Ende jeder Woche ausgeführt werden, der Lagerabgang erfolgt, Fehlmengen nicht nachgeliefert werden und außerdem eine optimale Bestellmenge von 150 Stück bestimmt wurde, lässt sich die Bestandsentwicklung unter Verwendung des Bestellpunktverfahrens wie folgt darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Bestandsverlauf im Bestellpunktsystem

Quelle: selbst erstellt nach Melzer-Ridinger 2015, S. 190

Daher wird der Ablauf der Bestellungen und Lieferungen in Abhängigkeit des Lagerbestandes unter Verwendung des Bestellpunktverfahrens ersichtlich. Es kommt in dieser beispielhaften Darstellung einmal zu einer Fehlmenge.20

[...]


1 Vgl. Melzer-Ridinger 2015, S. 17.

2 Melzer-Ridinger 2015, S. 7.

3 Vgl. Witte 2018, S. 3.

4 Vgl. Melzer-Ridinger 2015, 179 f.

5 Vgl. Kluck 2008, S. 98.

6 Vgl. Melzer-Ridinger 2015, S. 167.

7 Vgl. Kluck 2008, S. 98.

8 Vgl. Melzer-Ridinger 2015, S. 165.

9 Vgl. Kluck 2008, S. 98–99.

10 Vgl. Jung 2012, S. 390.

11 Vgl. Kluck 2008, S. 102–104.

12 Vgl. Pfohl 2018, S. 108.

13 Vgl. Kluck 2008, S. 103.

14 Vgl. Jung 2012, S. 390.

15 Vgl. Kluck 2008, S. 108.

16 Vgl. Melzer-Ridinger 2015, S. 189.

17 Vgl. Wannenwetsch 2014, S. 90.

18 Vgl. Melzer-Ridinger 2015, S. 189.

19 Vgl. Jung 2012, S. 385.

20 Vgl. Melzer-Ridinger 2015, 189 f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die kurzfristige Bestellmengenplanung als Instrument eines Bestellmanagements. Ausprägungen, Einsatzbedingungen und kritische Würdigung
Untertitel
Dargestellt anhand eines Anwendungsbeispiels
Hochschule
Fachhochschule Nordhausen
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V1060769
ISBN (eBook)
9783346473158
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bestellmanagement, kurzfristige Bestellmengenplanung, Bestellmengenplanung
Arbeit zitieren
Mattis Fritzowsky (Autor), 2020, Die kurzfristige Bestellmengenplanung als Instrument eines Bestellmanagements. Ausprägungen, Einsatzbedingungen und kritische Würdigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1060769

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